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Texte der Heiligen

Antworten im Thema: 130 » Der letzte Beitrag (25. Juni 2015, 16:25) ist von diaconus.

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diaconus

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Sonntag, 21. Juli 2013, 19:58

@ Teresa
Diese Predigt war aus dem Grund heute in der Lesung, weil heute der liturgische Gedenktag des Laurentius von Brindisi ist. Dies ist der Bezug dazu.
Preis den Herrn!

Teresa

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42

Sonntag, 21. Juli 2013, 20:08

@ Teresa
Diese Predigt war aus dem Grund heute in der Lesung, weil heute der liturgische Gedenktag des Laurentius von Brindisi ist. Dies ist der Bezug dazu.


Danke, @ Diaconus, für diese Info!

Aber meine Gedanken zum Fasten bzw. die Aufforderung der Gospa dazu sind ja trotzdem nicht falsch... ;)
Obl.OSB

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diaconus

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43

Dienstag, 23. Juli 2013, 17:39

Birgitta von Schweden (+ 1373)
Aus einem der heiligen Birgitta zugeschriebenen Gebet

Sei gepriesen, mein Herr Jesus Christus! Du hast deinen Tod vorhergesagt und beim Letzten Mahl irdisches Brot in deinen kostbaren Leib verwandelt. Aus Liebe hast du ihn deinen Aposteln gegeben als Gedächtnis deines kostbaren Leidens. Du hast ihnen mit deinen heiligen und ehrwürdigen Händen die Füße gewaschen und ihren demütig deine ganze Herablassung gezeigt.

Ehre sei dir, mein Herr Jesus Christus! In dieser Angst vor deinem Leiden und deinem Tod hat dein unschuldiger Leib Blut statt Wasser geschwitzt. Und doch hast du unsere Erlösung, die du dir vorgenommen hattest, vollbracht und so die Liebe offenbart, die du zum Menschengeschlecht hegtest.

Sei gepriesen, mein Herr Jesus Christus! Du wurdest zu Kajaphas geführt. Du, der Richter der Welt, hast es in Demut geschehen lassen, dass du dem Pilatus zur Verurteilung übergeben wurdest.

Ehre sei dir, mein Herr Jesus Christus! Wegen der Verspottung, die du ertrugst, als du dastandest, in Purpur gekleidet und mit spitzen Dornen gekrönt, und es geduldig ertrugst, dass die Bösen dir in das herrliche Antlitz spien, dir die Augen verhüllten, dich mir ihren mordgierigen Händen roh auf die Wangen und auf den Nacken schlugen.

Lob sei dir, mein Herr Jesus Christus! Du hast es geduldig geschehen lassen, dass sie dich an die Säule banden, dich grausam geißelten und dich blutüberströmt vor das Gericht des Pilatus schleppten, dich, das unschuldige Lamm.

Ehre sei dir, mein Herr Jesus Christus! Mit deinem ganzen herrlichen blutenden Leib wurdest du zum Tod am Kreuz verurteilt, trugst auf deinen heiligen Schultern unter Schmerzen das Kreuz. Von Wut erfüllt, führten sie dich an den Ort des Leidens, beraubten dich der Kleider und hefteten dich ans Kreuz. Du hast es so gewollt.

Ehre sei dir, mein Herr Jesus Christus! Als du in solcher Not warst, da blicktest du in Demut mit den gütigen Augen deiner Liebe auf deine erhabene Mutter. Sie zu trösten, vertrautest du sie der treuen Obhut deines Jüngers an.

Ewiges Lob sei dir, mein Herr Jesus Christus! Du warst im Todeskampf und gabst allen Sündern Hoffnung auf Vergebung, als du huldvoll dem Räuber, der sich zu dir bekannte, die Herrlichkeit des Paradieses versprachst.

Ewiges Lob sei dir, mein Herr Jesus Christus! Für jede Stunde, in der du am Kreuz die größte Bitterkeit und Not für uns Sünder ertragen hast.

Gepriesen seist du, mein Herr Jesus Christus! Mit deinem kostbaren Blut und durch deinen heiligen Tod hast du die Seelen losgekauft und sie huldvoll aus der Verbannung zum ewigen Leben zurückgeführt.

Ehre sei dir, mein Herr Jesus Christus! Du bist am dritten Tag von den Toten erstanden und hast dich lebend denen offenbart, denen du dich zeigen wolltest. Nach vierzig Tagen bist du vor den Augen vieler Jünger zum Himmel aufgestiegen und hast deine aus der Welt des Todes befreiten Freunde in hohen Ehren dorthin geführt. Jubel und ewiges Lob sei dir, mein Herr Jesus Christus! Du hast den Heiligen Geist in die Herzen der Jünger gesandt und in ihrem Geist eine unermessliche Gottesliebe entfacht.

Sei gepriesen, gelobt und verherrlicht in Ewigkeit, mein Herr Jesus Christus! Du sitzest in deinem himmlischen Reich auf dem Thron deiner Gottheit und lebst leibhaft mit all deinen Gliedern, die du aus dem Fleisch der Jungfrau genommen hast. Und so wirst du kommen am Tag des Gerichts, du, der du mit dem Vater und dem Heiligen Geist lebst und herrscht in Ewigkeit,. Amen,.

Kommentar
Dieses Gebet der heiligen Birgitta ist sowohl ein Gebet und ein tiefes Glaubensbekenntnis als auch eine konzentrierte Katechese über den menschgewordenen Gottessohn Jesus Christus für jene nichtchristlichen Menschen, die eine zusammengefasste Übersicht des christlichen Glaubens wünschen.
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44

Freitag, 26. Juli 2013, 16:45

Thomas von Aquin
Aus dem Kompendium der Theologie
Das Gebet

Die göttliche Vorsehung hat es so geordnet, dass einem jeden geschenkt wird, nach seiner Art und Weise zu dem Ziel zu gelangen, das in seiner Natur angelegt ist. So ist dem Menschen die ihm entsprechende Weise gegeben, zu erlangen, was er aufgrund seiner Anlagen von Gott erhofft.

Nun liegt es in der Natur des Menschen, dass er bittet wenn er von einem andern erhalten will, was er sich wünscht. Besonders gilt das gegenüber einem Höhergestellten. Das Gebet ist also in der Veranlagung des Menschen begründet, und durch das Gebet erhalten die Menschen, was sie von Gott zu bekommen hoffen.

Doch gibt es da einen Unterschied bezüglich der Notwendigkeit der Bitte, je nachdem, ob wir von einem Menschen oder von Gott etwas erlangen möchten. Richtet sich die Bitte an einen Menschen, so müssen das Verlangen des Bittenden und die Notwendigkeit des Erbetenen zum Ausdruck kommen. Außerdem muss das Herz dessen, an den sich die Bitte richtet, zur Gewährung bewogen werden. Beides hat im Gebet Gott gegenüber keinen Platz.

Im Gebet geht es nicht darum, Gott unsere Wünsche und Bedürfnisse mitzuteilen, da er doch alle kennt. Darum heißt es im Psalm: „All mein Sehnen liegt offen vor dir“ (Ps 38,10), und im Matthäusevangelium heißt es: „Euer Vater weiß, was ihr braucht, noch ehe ihr ihn bittet.“ (Mt 6,8 ) Der Wille Gottes lässt sich auch nicht durch menschliche Worte bewegen, etwas zu wollen, was er vorher nicht wollte; denn es heißt im Buch Numeri: „Gott ist kein Mensch, der lügt, kein Menschenkind, das etwas bereut.“ (Num 23,19) „Er ist kein Mensch, so dass er etwas bereuen müsste.“ (1 Sam 15,29) Doch ist das Gebet für den Menschen um seiner, des Menschen, willen notwendig, wenn er etwas von Gott erlangen will. Er muss nämlich bedenken, was ihm fehlt, und er muss seinen Geist zwingen, dringend und fromm um das bemüht sein, was er durch das Beten zu erhalten hofft. So wird er für den Empfang bereit.

Noch ein weiterer Unterschieid zwischen der an Gott und der an den Menschen gerichteten Bitte ist zu beachten: Die an einen Menschen gerichtete Bitte setzt eine gewisse Vertrautheit voraus, die der Bitte den Zugang erschließt. Das Gebet, das sich an Gott wendet, bewirkt erst eine solche Vertrautheit,. Denn unser Geist wird zu Gott erhoben und spricht in einer Art geistlicher Liebe zu ihm. Er betet Gott im Geist und in der Wahrheit an (vgl. Joh 4,23). So erschließt sich die vertrauende Liebe im Beten den Zugang und kann dann wieder mit vollem Vertrauen beten. Darum heißt es im Psalm: „Ich rufe dich an“ , nämlich im vertrauensvollem Gebet, „denn du, Gott, erhörst mich.“ (Ps 17,6) Durch das erste Gebet gewissermaßen in die Vertrautheit mit Gott aufgenommen, ruft er in dem zweiten mit noch größerem Vertrauen.

So ist es nicht unangemessen, Gott häufig und dringend zu bitten. Es ist im Gegenteil wertvoll vor Gott. Denn ‚wir sollen allezeit beten und nicht nachlassen‘. Daher lädt uns der Herr auch zum Beten ein mit den Worten: „Bittet, dann wird euch gegeben; klopft an, dann wird euch geöffnet.“ (Mt 7,7) Nur bei einer an Menschen gerichteten Bitte ist das Drängen unangemessen.
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45

Montag, 29. Juli 2013, 17:15

Petrus Kanisius (Canisius) (+ 1597)
Aus dem Werk „Über die neuen Verderbnisse des Wortes Gottes“
Höchsten und umfassenden Dank müssen alle Menschen dem großen und guten Gott sagen, weil er uns das unsagbar hohe Geschenk der Offenbarung seines Wortes gab und weil er uns dadurch eine heilsame Speise der Seele schenkte. Wenn wir es entbehren müssten dann führten wir das elendeste Leben, wir Wanderer in der Wüste dieser Welt. Wir wären wie Schafe ohne Hirten. Wir wären wilden Wölfen ausgeliefert. Kinder glichen wir, die ohne Brot sind und vom Hunger überwältigt werden. Wir würden in die Irre gehen oder wahnhaften Vorstelllungen verfallen. Wir würden nicht durchschauen und erreichen können, was zum guten und seligmachenden Leben gehört oder was dem Menschennot tut.

Da ist nun das Wort Gottes! In den heiligen Schriften wird es überliefert. Es ist die Weisheit des Heiles, die leuchtende Lampe, die Laterne in der Dunkelheit. Es ist das verborgenen Geheimnis, das himmlische Manna, das reine, echte Gold! Es ist die Wissenschaft dere Heiligen, die Lehre im Geist und in der Wahrheit, der klare Spiegel, der lebendige Quelle das versiegelte Buch. Wer es recht gebraucht, kann sich ‚von Gott Belehrter‘ nennen. Durch das Wort werden wir geistliche Menschen, Weise und Gerechte, Gottes Freunde und Gottes Erben.

Das Wort Gottes, Gottes schönste Gabe, ist durch seine höchste ewige Güte zur allgemeinen Belehrung, zum Heil und Trost aller geschenkt. Die festgesetzten Zeugen der göttlichen Wahrheit, die Propheten und Apostel, haben es dem Erdkreis vermittelt. Weithin ist es durch die Hirten und Lehrer der Kirche treulich ausgespendet worden. Alle sollten von diesem himmlischen Manna ernährt und von diesem Lebensquell erquickt werden,

Kommentar
Petrus Kanisius war der erste Holländer im Jesuiten-Orden und in der Gegenreformation sehr „engagiert“. Außerdem hat er erstmals einen Katechismus erstellt, der ein gewisses Vorbild bis zum heutigen Tag ist. Dass Hirten und Lehrer der Kirche das Wort Gottes treulich vermitteln ist heute nicht mehr viel davon übrig. Auch ein Teil de3r Jesuiten ist von ihrem abgelegten vierten Gelübde weit entfernt. Vor allem Henri de Lubac, Karl Rahner, dessen Schriften vor dem 2. Vaticanum unter Zensur standen, sowie Teilhard de Chardin haben das 2. Vatikanische Konzil m. M. nach negativ beeinflusst Auch nachlesbar im Buch des Historiker Roberto de Mattei
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Dienstag, 30. Juli 2013, 16:50

Angela Merici
Mache dich selbst zuerst zu dem, wozu du andere machen willst.
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Mittwoch, 31. Juli 2013, 00:10

Angela Merici
Mache dich selbst zuerst zu dem, wozu du andere machen willst.


Das ist allgemein bekannt. ;)
Zumal es ja auch heißt, daß man nur sich selbst aber nicht den Mitmenschen ändern kann. Man sollte also tunlichst bei sich selbst anfangen... und kann eventuell hoffen, daß das gelebte Vorbild auf andere abfärbt... ;) :thumbsup: ;)
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Donnerstag, 1. August 2013, 17:10

Alfons Maria Liguori (+ 1787)
Aus einem Traktat „Über die tätige Liebe in Christus“

Alle Heiligkeit und Vollkommenheit beruht auf der Liebe zu unserem Herrn Jesus Christus, unserem Gott, unserem höchsten Gut und Erlöser. Die Aufgabe der Liebe besteht darin, alle Tugenden zu vereinigen und zu bewahren, die den Menschen vollkommen machen.

Verdient etwa Gott nicht unsere ganze Liebe? Er hat uns von Ewigkeit her geliebt. „Bedenke o Mensch“, so spricht er, „dass ich der erste war, der dich liebte. Du hattest das Licht der Welt noch nicht erblickt, die Welt war noch nicht da, und ich liebte dich bereits. Seit ich bin, liebe ich dich!“

Da Gott wusste, dass Wohltaten den Menschen anziehen, wollte er ihn mit Geschenken verpflichten, ihn zu lieben: „Ich will die Menschen für die Liebe zu mir einfangen mit den Netzen, mit denen sie sich binden lassen: mit den Ketten der Liebe!“ (vgl. Hos 11,4) Darauf waren alle Geschenke aus, die Gott dem Menschen gab. Als er ihm eine Seele verleiht nach seinem Bild, begabt mit Gedächtnis, Verstand und Willen; als er ihm einen mit Sinnen ausgestatteten Leib gab; als er für ihn Himmel und Erde erschuf mit einer Fülle von Einzeldingen schuf er das alles aus Liebe zum Menschen. Alle Geschöpfe sollten dem Menschen dienen, der Mensch aber sollte Gott selbst wegen so zahlreicher Wohltaten lieben.

Er wollte uns nicht nur all diese schönen Geschöpfe geben. Um sich unsere Liebe zu erwerben, ging er wo weit, dass er sich selbst ganz schenkte. Ja, der ewige Vater ging so weit, dass er uns seinen einzigen Sohn gab. Was tat er, als er sah, dass wir durch die Sünde tot und ohne Gnade waren? Seine große, ja, wie der Apostel sagt, seine übergroße Liebe (vgl. Eph 2,4 – Vg) trieb ihn, seinen geliebten Sohn zu senden mit dem Auftrag, für uns Genugtuung zu leisten und uns zu dem Leben zurückzurufen, das wir durch die Sünde verloren hatten.

Er schenkte uns den Sohn, und um uns zu schonen, schonte er ihn nicht. Mit ihm schenkte er uns alles Gute: Gnade, Liebe und das Paradies. Denn all dies ist gewiss weniger als der Sohn: „Er hat seinen eigenen Sohn nicht verschont, sondern ihn für uns alle hingegeben; wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken?“ (Röm 8,12)
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Sonntag, 4. August 2013, 16:39

Johannes Maria Vianney (+ 1859), Pfarrer von Ars
Aus einer Katechese über das Gebet

Schaut, meine Lieben, der Schatz des Christen ist nicht auf der Erde, sondern im Himmel. Unser Denken muss sich also dahin richten, wo unser Schatz ist.

Dies ist die schöne Aufgabe des Menschen:; zu beten und zu lieben. Wenn ihr betet und liebt, seht, das ist das Glück des Menschen auf Erden. Das Gebet ist nichts anderes als Vereinigung mit Gott. Wenn jemand ein reines, mit Gott verbundene Herz hat, dann überkommt ihn ein berauschendes Gefühl von Wonne und Glück, ein Licht, das ihn wunderbar umleuchtet. In dieser tiefen Vereinigung sind Gott und die Seele wie zwei ineinander verschmolzene Kerzen, die keiner mehr trennen kann. Überaus schön ist die Vereinigung Gottes mit seinem geringen Geschöpf; es ist ein Glück, das niemand begreifen kann.

Wir waren nicht würdig, zu beten; aber Gott erlaubte uns in seiner Güte, mit ihm zu reden. Unser Gebet ist der Weihrauch, der ihm am besten gefällt.

Meine Kinder, ihr hat ein enges Herz, aber das Gebet weitet es und macht es fähig, Gott zu lieben. Das Gebet gibt uns einen Vorgeschmack des Himmels, etwas vom Paradies steigt zu uns herab. Es lässt uns niemals ohne Süßigkeit zurück. Es ist Honig, der in der Seele fließt und alles versüßt. Im rechten Gebet schmelzen die Schmerzen wie Schnee in der Sonne.

Das Gebet bewirkt, dass die Zeit schnell und mit solcher Freude voranschreitet, dass der Mensch die lange Dauer nicht merkt. Hört: Als ich Pfarrer in Bresse war und einmal fast alle meine Mitbrüder krank waren, betete ich auf den weiten Wegen zu Gott, und - glaubt mir – die Zeit schien mir nicht zu lang.

Es gibt Menschen, die sich ganz ins Gebet versenken wie die Fische ins Meer, weil sie ganz Gott hingegeben sind. In ihrem Herzen gibt es keinen Zweispalt. Wie sehr liebe ich diese hochherzigen Seelen! Der heilige Franz und die heilige Coleta sahen unsern Herrn und sprachen mit ihm so, wie wir miteinander reden.

Wenn dagegen wir zur Kirche kommen, wie oft wissen wir nicht, was wir tun oder auch nur was wir beten sollen! Wenn wir aber zu irgendeinen Menschen gehen, wissen wir gut, weshalb wir ihn aufsuchen Ja, es gibt Menschen, die Gott zu sagen scheinen: ‚Ich will dir nur zwei Worte sagen, damit du zu deinem Recht kommst.‘

Wenn wir kommen, um den Herrn anzubeten, denke ich oftmals: Käme unser Gebet doch aus lebendigem Glauben und reinem Herzen, dann würden all unsere Wünsche erfüllt.
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Mittwoch, 7. August 2013, 17:21

Kajetan (+ 1547)
Aus einem Brief an Elisabeth von Porto

Ein Sünder bin ich, ich habe von mir keine große Meinung. Vielmehr wende ich mich an die besten Diener Gottes, dass sie Christus – er sei gepriesen! - und seine Mutter für dich bitten. Vergiss aber nicht, dass alle Heiligen zusammen bei Christus nicht so viel ausrichten können, wie du selbst es vermagst. Es ist deine Sache; wenn du willst, dass Christus dich liebt, so liebe du ihn und richte deinen Willen darauf, ihm zu gefallen. Dann zweifle nicht: wenn dich auch die Heiligen und alle Geschöpfe verließen, er würde dir in aller Not zur Seite stehen.

Sei überzeugt, dass wir auf dieser Erde immer als Pilger unterwegs sind. Unsere Heimat ist der Himmel. Dere vom Stolz aufgeblähte Mensch irrt vom Weg ab und läuft in den Tod. Während wir hier auf Erden leben, müssen wir das ewige Leben gewinnen, das können wir nicht allein, nachdem wir es wegen der Sünden verloren haben. Doch Jesus Christus hat es uns wieder verschafft. Darum müssen wir ihm immer danken, ihn immer lieben, ihm gehorchen und, soweit wie möglich, immer bei ihm sein. Er gab sich uns zur Speise; wehe dem, der dieses große Geschenk nicht kennt! Es ist uns gegeben, Christus, den Sohn der Jungfrau Maria, als Gabe zu besitzen, doch wollen wir nicht. Wehe dem, der sich nicht bemüht ihn zu empfangen!

Liebe Tochter, alles Gute, das ich mir selbst wünsche, erflehe ich auch für dich. Aber um es zu bekommen, gibt es nur den einen Weg: Bitte die Jungfrau Maria, dich mit ihrem erhabenen Sohn zu besuchen. Ja, du sollst es wagen und sie bitten, dir ihren Sohn zu schenken, der im heiligen Sakrament des Altars die wahre Speise dere Seele ist. Gerne gibt sie ihn dir, und er kommt gerne, dich zu stärken, dass du durch diesen finsteren Wald gehen kannst, sicher vor den zahlreichen Feinden, die auf uns lauern. Sie werden sich fernhalten, wenn sie sehen, dass wir auf so starke Hilfe bauen.

Meine Tochter, nimm Christus nicht in der Absicht auf, ihn auszunützen nach deinem Belieben. Ich will vielmehr, dass du dich ihm übergibst und dass er dich aufnimmt, dass Gott, dein Heiland, an dir und in dir tut, was immer er will. Das wünsche ich, darum bitte ich dich, und dazu treibe ich dich an, sosehr ich es vermag.
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51

Samstag, 10. August 2013, 17:49

John Henry Kardinal Newman (+ 1890)
Aus einer Predigt über das Verhältnis der Kirche zu ihrem Herrn

Das Grab konnte den nicht festhalten, der das Leben in sich hat (vgl. Joh 5,26). Er erstand gleich einem Mann, der am Morgen erwachte, wenn der Schlaf wie eine Selbstverständlichkeit flieht …. Darum freuen wir uns mit einer Freude, die die Welt nicht nehmen und noch weniger verstehen kann. Denn nichts kann denen schaden, die Christus in sich tragen. Prüfung oder Versuchung, Zeit der Trübsal, Zeit des Wohlstandes, Schmerz, Verlust, ängstliche Sorge, Leid, Spottreden des Feindes, Verlust weltlicher Güter, nicht kann „uns scheiden von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn“ (Röm 8,39).Das sagte uns der Apostel seit langem; aber wir haben in unserer Zeit außer seinem Wort zu unserem Trost die Erfahrung vieler Jahrhunderte: Wir haben sein eigenes Leben, das uns zeigt, dass Christus in uns stärker ist als die Welt um uns und dass er siegen wird. Wir haben die Geschichte aller seiner Leidensgefährten, aller Bekenner und Märtyrer der Frühzeit und seither, um uns zu beweisen dass Christi Arm „nicht zu kurz ist, um zu helfen“ (vgl. Jes 59,1); dass Glaube und Liebe eine wirkliche Wohnstatt auf Erden haben, dass, komme, was will, seine Gnade für seien Kirche hinreichend ist und seine Kraft in der Schwachheit zur Vollendung kommt …. dass zu jeder Zeit, wenn die Mächte des bösen sie herausfordern, immer noch Märtyrer und Heilige hervorkommen und von den Toten auferstehen werden, so zahlreich, wie sie nie zuvor gewesen sind, selbst nicht „die Seelen aller, die enthauptet worden waren, weil an dem Zeugnis Jesu und am Wort Gott es festgehalten hatten . Sie hatten das Tier und das Standbild nicht angebetet und sie hatten das Kennzeichen nicht auf ihrer Stirn und auf ihrer Hand anbringen lassen.“ (Offb 20,4)
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Sonntag, 11. August 2013, 16:08

Klara von Assisi (+ 1253)
Aus einem Brief an die selige Agnes von Prag

Glücklich der, dem es gegeben ist, vom heiligen Gastmahl zu trinken und mit dem ganzen Herzen dem anzuhangen, dessen Schönheit die selige Scharen des Himmels immerfort bewundern, dessen Liebe uns bewegt, dessen Betrachtung uns erquickt, dessen Güte und Süße uns erfüllt, dessen Gedächtnis beglückend aufleuchtet, von dessen Duft die Toten lebendig werden und dessen herrliche Schau die Bürger des himmlischen Jerusalems erfreut. Dieses Jerusalem ist der Glanz der ewigen Herrlichkeit, der Widerschein des ewigen Lichtes, der ungetrübte Spiegel“ (Weish 7,26). Schau jeden Tag in diesen Spiegel, Königen, Braut Jesu Christi, und erblicke in ihm dauernd dein Angesicht. Schmück dich innen und außen, mit buntgestickten Kleidern (vgl. Ps 45,15); geziert mit den Tugenden wie mit Blumen und prächtigen Kleidern, wie es der keuschen Tochter und Braut des höchsten Königs zukommt. In diesem Spiegel leuchten stetige Armut, heilige Demut und unaussprechliche Liebe, wie du das über den ganzen Spiegel hin mit Gottes Gnade erkennen kannst. Achte auf den Grund dieses Spiegels: die Armut des Kindes, das in der Krippe liegt und in Windeln gehüllt ist. Welch bewundernswerte Demut, welch erstaunliche Armut! Der König der Engel, der Herr über Himmel und Erde liegt in der Krippe! In der Mitte des Spiegels beachte die Demut, die selige Armut, die zahllosen Mühen und Schmerzen, die unser Herr zur Erlösung der Menschen auf sich nahm. Im Hintergrund des Spiegels schau die unaussprechliche Liebe, die ihn dazu trieb, am Stamm des Kreuzes zu leiden und auf eine Todesart zu sterben, die schimpflicher ist als alle andern. Darum richtete der ans Kreuz geheftete Spiegel, nämlich Christus, an die Vorübergehenden die Worte, auf die wir achten sollen: „Ihr alle, die ihr des Weges zieht, schaut doch und seht, ob ein Schmerz ist wie mein Schmerz.“ (Klgl 1,12) Er ruft es laut, er schreit es hinaus, und wir wollen ihm antworten einmütig mit einer Stimme: „Immer denkt meine Seele daran und ist betrübt in mir.“ (Klgl 3,10). Darum lass sich hinfort noch mehr von der Glut der Liebe entflammen, o Königin, o Braut des himmlischen Königs.

Darüber hinaus betrachte seine unsagbaren Freuden, die ewigen Reichtümer und Ehren,, verlange danach in überquellender Sehnsucht und Liebe! Rufe: „Zieh mich hinter dir her, wir eilen dem Duft deiner Salben nach“ (Hld 1,3 - Vg), himmlischer Bräutigam! Ich will eilen und nicht nachlassen, bis du mich in die Hütte des Weinbergs führst, bis deine Linke unter meinem Kopf liegt und deine Recht mich umfängt (vgl. Hld 2,6), bis du mich küsst mit dem beglückenden Kuss deines Mundes!

In dieser Betrachtung denk an deine arme Mutter und wisse, dass ich die frohe Erinnerung an dich unauslöschlich auf die Tafeln meines Herzens geschrieben habe, weil du mir lieber bis als alle.
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Sonntag, 11. August 2013, 16:15

Klara von Assisi (+ 1253)
O selige Armut, die ihren Liebhabern ewige Schätze bereitet O heilige Armut, denn denen, die arm sind und danach verlangen, hat Gott das Himmelreich verheißen, ewige Herrlichkeit und seliges Leben. O fromme Armut, die unser Herr Jesus Christus, Herrscher des Himmels und der Erde, als erster zu umarmen sich gewürdigt hat.
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Mittwoch, 14. August 2013, 16:43

Maximilian Kolbe (+ 1941)
Aus der Schrift „Jedem ist der Weg gewiesen!"

Es gibt keinen Menschen unter der Sonne, der nicht das Glück suchte Bei allem, was wir tun, haben wir das Glück in dieser oder jener Form als Ziel vor Augen und streben ihm von Natur aus zu. Das Glück aber, das nicht auf der Wahrheit gegründet ist, kann ebensowenig von Dauer sein, wie die Unwahrheit von Dauer ist. Allein die Wahrheit ist das zuverlässige Fundament des Glücks, für den einzelnen Menschen wie für die gesamte Menschheit.

Der Blick des Ungläubigen reicht nicht weiter als bis zum Sarge. Er kann der rein stofflichen Welt nicht entrinnen. Schaut euch diese Menschen an, die im tiefsten Materialismus befangen sind: Sie wagten es, der Menschheit das Glück zu verheißen. Alles, was die Welt geben kann, reicht doch für den Menschen nicht aus. Alle diese Güter haben doch ihre Grenzen. Sie enttäuschen und wecken das Verlangen nach einem größeren, dauerhaften Glück.

Die Immaculata sagte in der Stunde der Verkündigung: „Ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du gesagt hast.“ (Lk 1,38 ) Wie Gott es will, so soll es geschehen. In diesen Worten ist die ganze Glückseligkeit, aber auch unsere Aufgabe hier auf Erden eingeschlossen. Gott hat uns erschaffen, dass wir seine Werkzeuge seien. Bitten wir die heilige Mutter, dass sie uns lehrt, wie die Seele einer Magd des Herrn beschaffen sein soll.

Das muss unser ganzes Bestreben sin, Gott dem Herrn die höchste Ehre zu erweisen. Wir müssen darum bemüht sein, Jesus so zu lieben, wie ihn seine heilige Mutter geliebt hat. Sie steht Gott am nächsten. Wenn wir uns ihr nähern, nähern wir uns damit Gott selbst.

Mitunter ist es wirklich schwierig im Leben, man meint, es gäbe keinen Ausweg mehr. Weil wir nicht alles wissen können, sehen wir den Zusammenhang nicht zwischen unserem eigenen Glück und den widrigen Umständen, die uns quälen. Was sollen wir tun? Gott vertrauen. Durch solches Vertrauen – auch ohne letzte Einsicht in die Dinge – erweisen wir gleichzeitig Gott eine große Ehre, denn wir erkennen seine Weisheit, Güte und Macht an.

Vergessen wir nicht, immer wieder mit Jesus auf dem Ölberg zu sprechen: „Nicht mein, sondern dein Wille geschehe.“ Wenn Gott es für richtig und gut findet, dass es so sei wie auf dem Ölberg, dass unsere Bitte keinen Erfolg haben soll und wir den Kelch bis zur Neige trinken müssen, dann wollen wir nicht vergessen, dass Jesus nicht nur gelitten hat, sondern danach in Herrlichkeit auferstanden ist. So müssen auch wir durch Leiden zur Auferstehung kommen.

Kommentar
Diese Worte Maximilian Kolbes zeigen nicht nur seinen tiefen Glauben sondern zeigen auch davon, dass er die Zusammenhänge des Lebens voll erkannt hatte. Aus dieser Erkenntnis heraus konnte er auch den Weg gehen, den er gegangen ist. Jeder Christ, der betet, betet sicher regelmäßig das „Vater unser“ und in diesem Gebet betet er „dein Wille geschehe“. Ich kann Gott bitten, dass er mir das Leiden ersparen möge wenn ich es herankommen sehe aber ich muss es akzeptieren „so wie ER will“ und so wie es Jesus am Ölberg akzeptiert hat, denn nur so bin ich wirklich bereit dem Willen Gottes als Christ zu folgen. Und mit diesem „so wie Er will“ lebe ich seit über 30 Jahren und damit bin ich 2001 auch zur Krebsoperation und später dann zu einigen Nachfolgeoperationen sowie weiteren Spitalsaufenthalten gegangen und ER lenkte alles auf dem richtigen und guten Weg.
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55

Freitag, 16. August 2013, 18:15

König Stephan I. von Ungarn
Aus einem Mahnscheiben an seinen Sohn

Mein Sohn, wenn du der Königskrone Ehre machen willst, befehle und rate ich dir, den katholischen und apostolischen Glauben gewissenhaft und sorgsam zu wahren, damit du allen, die Gott dir als Untertanen anvertraut hat, ein gutes Beispiel gibt’s und dich alle Männer der Kirche mit Recht einen wirklichen Mann des christlichen Bekenntnisses nennen können Denn ohne dieses Bekenntnis, dessen bin ich sicher, bist du kein Christ und kein Sohn der Kirche. Im Königspalast hat die Kirche nach dem Glauben den zweiten Rang; denn sie wurde von Christus, unserem Haupt, gegründet, dann durch seine Apostel und die heiligen Väter weiterverbreitet, gefestigt und über den ganzen Erdkreis ausgedehnt. Obgleich sie immer neue Nachkommen hervorbringt, ist sie doch an manchen Orten schon eine alte Kirche.

Doch in unserem Reich, lieber Sohn, gilt die Kirche immer noch als ganz jung und neu. Sie braucht darum eine besonders kluge und umsichtige Betreuung, Das Gute, das Gott uns in seiner Barmherzigkeit ohne unser Verdienst gewährt har, darfst du nicht durch Trägheit, Unlust und Nachlässigkeit zerstören.

Geliebter Sohn, Freude meines Herzens, du Hoffnung derer, die nach uns kommen, ich bitte dich und gebiete dir; sie nicht nur gütig gegen Verwandte und Angehörige, gegen Fürsten, Führer und reiche Leute, sondern auch gegen Fremde und alle, die u dir kommen. Taten der Güte führen dich zur höchsten Glückseligkeit. Sei gnädig gegen alle, die Gewalt erleiden, und erwäge dabei immer das Beispiel des Herrn in deinem Herzen: „Liebe will ich, nicht Schlachtopfer.“ (Hos 6,6) Habe Geduld nicht allein mit den Mächtigen, sondern auch mit den Machtlosen.

Sei stark, damit das Glück dich nicht übermütig und das Unglück nicht niedergeschlagen macht. Sei demütig, damit Gott dich erhöht, jetzt und in Zukunft, Sei maßvoll, strafe und verurteile nicht maßlos. Sei milde, damit du niemals der Gerechtigkeit widerstreitest. Sei edel und kränke keinen unbedacht. Sei schamhaft und meide üble Begierden wie den Stachel des Todes.

Aus alldem, was ich gesagt habe, setzt sich die Königskrone zusammen. Ohne all das kann niemand hier auf Erden herrschen, niemand zum ewigen Reich gelangen
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Montag, 19. August 2013, 11:27

Johannes Eudes
Solange mein Herz schlägt, solange meine Zunge sich zum Sprechen und meine Hand sich zum Schreiben bewegt, will ich den Namen JESUS predigen und schreiben., Ich will mein Leben, meinen Geist, meine Zunge, meine Feder nur dazu haben, die Erbarmungen dieses glorreichen Namens zu verkünden.
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Montag, 19. August 2013, 18:40

Johannes Eudes (+ 1680)
Aus der Schrift „Über das bewundernswerte Herz Jesu“
Ich bitte dich, denk daran, dass unser Herr Jesus Christus dein Haupt ist und dass du eines seiner Glieder bist, Er ist für dich was das Haupt für die Glieder bedeutet: alles, was sein ist, ist auch dein: Geis, Herz, Leib , Seele und alle Fähigkeiten,. Du sollst sie gebrauchen, als gehörten sie dir, um ihm zu dienen, ihn zu loben, zu lieben und zu verherrlichen. Du bist für ihn, was ein Glied für das Haupt ist,. Darum wünscht er dringend, alle deine Fähigkeiten, als seien es die seinen, in Dienst zu nehen, um dem Vater zu dienen und ihn zu verherrlichen.

Doch er gehört dir nicht nur, er will auch in dir sein, in dir leben und herrschen, wie das Haupt in seinen Gliedern lebt und herrscht. Er will, dass alles, was in ihm ist, in dir lebt und herrscht;: sein Geist in deinem Geist, sein Herz in deinem Herzen, alle Fähigkeiten seiner Seele in den Fähigkeiten deiner Seele, damit sich an dir das Wort erfüllt: „Verherrlicht Gott und tragt ihn in eurem Leib, damit das Leben Jesu an euch sichtbar wird.’“ (vgl. 1 Kor 6,10; 2 Kor 4,20) Auch du, du gehörst dem Sohn Gottes nicht nur, sondern du sollst in ihm sein, Wie Glieder mit dem Haupt verbunden sind Alles, was in dir ist, soll in ihn eingefügt werden; du sollst dein Leben von ihm entgegennehmen und von ihm regieren lassen. Wahres Leben findest du nur in ihm, der für alle der Quell wahren Lebens ist; außerhalb von ihm nur Tod und Verderben. Das sei dein einziger Grundsatz für alles, was du empfindest, für alles, was du tust, und für die Kräfte deiner Seele. Von ihm und für ihn sollst du leben und das Wort erfüllen: „Keiner von uns lebt sich selber und keiner stirbt sich selber; leben wir, so leben wir dem Herrn, sterben wir, so sterben wir dem Herrn. Ob wir leben oder ob wir sterben, wir gehören dem Herrn. Denn Christus ist gestorben und lebendig geworden, um Herr zu sein über Tote und Lebende.“ (Röm 14,7-9)

Sei eins mit Jesus wie die Glieder mit dem Haupt. Darum musst du einen Geist mit ihm haben, eine Seele, ein Leben, einen Willen, eine Absicht, ein Herz. Er muss dein Geist sein, dein Herz, deine Liebe, dein Leben und alles, was dein ist. Diese großen Dinge haben für den, der an Christus glaubt, Ursprung in der Taufe, sie werden gemehrt und gefestigt durch die Firmung und den guten Gebrauch, den er von den übrigen Gnadengaben macht. Sie werden von ihm von Gott mitgegeben und durch die Eucharistie auf höchste vollendet.
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Dienstag, 20. August 2013, 17:37

Bernhard von Clairvaux (+ 1153)
Auslegung zum Hohelied

Die Liebe genügt sich selbst, sie gefällt durch sich selbst und um ihrer selbst willen. Sie ist sich selbst Verdienst und Lohn. Außerhalb ihrer selbst sucht sie keinen Grund und keine Frucht; ihre Frucht ist, dass man sie übt. Ich liebe, weil ich liebe, ich liebe, um zu lieben. Die Liebe ist etwas Großes, aber sie muss zu ihrem Ausgang zurücklaufen, sie muss ihrem Ursprung wiedererstattet werden, muss heimfließen zu ihrem Quell und immerfort aus ihm schöpfen, um immerfort strömen zu können. Unter allen Regungen der Seele, unter allen Sinnen und Gemütsbewegungen ist es die Liebe allein, in der das Geschöpf dem Schöpfer antworten kann, wenn auch nicht in ebenbürtiger Weise; in ihr allein kann es ihm mit Ähnlichem vergelten. Denn wenn Gott liebt, so will er nichts anderes, als geliebt werden. Zu keinem anderen Zweck liebt er, als um geliebt zu werden, denn er weiß, dass alle, die ihn geliebt haben, in dieser Liebe selig werden.

Die Liebe des Bräutigams, vielmehr der Bräutigam, der die Liebe selber ist, sucht als Gegengabe nur Liebe und Treue. So sei es der Geliebten erlaubt, ihren Liebhaber wiederzulieben Wie könnte die Braut nicht lieben, die doch Braut der Liebe ist? Wie könnt die Liebe nicht wieder geliebt werden?

Mit Recht verzichtet die Braut auf alle anderen Gefühle und widmet sich ganz der Liebe allein; ihre Aufgabe ist es der Liebe durch Liebe zu antworten Denn wenn sie sich auch in der Liebe völlig verausgabte, wie wenig wäre das verglichen mit dem was ewig jenem Quell entströmt? Denn nicht die gleiche Fülle haben beide;: der Liebende und die Liebe, die Seele und das Wort, die Braut und der Bräutigam, der Schöpfer und das Geschöpf,, der Dürstende und die Quelle.

Was folgt daraus? Wird dadurch alles andere wertlos? Ist das Gelöbnis der Braut nichts; nichts das Sehnen der Seufzenden, nichts die Glut der Liebenden, nicht das Wagnis des Vertrauens, weil es nicht möglich ist, mit dem Schritt des Riesen Schritt zu halten, wettzueifern an Süßigkeit mit dem Honig, an Milde mit dem Lamm, an Glanz mit der Liebe, an Heiligkeit mit der Sonne, in der Liebe mit dem, der die Liebe ist? Nein! Denn wenn das Geschöpf auch weniger liebt, weil es geringer ist - wenn es mit seinem ganzen Sein liebt, fehlt nichts, weil da das Ganze ist. So lieben kommt einer Hochzeit gleich; keiner kann so lieben und dann weniger geliebt werden; denn in der gegenseitigen und vollen Übereinstimmung besteht die ganze und vollendete Ehe. Doch darf niemand bezweifeln, dass die Seele vom göttlichen Wort zuerst und mehr geliebt wird.
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Donnerstag, 22. August 2013, 17:34

Amadeus von Lausanne (+ 1159)
Aus einer Homilie über Maria

Schon vor der Aufnahme Marias in den Himmel erstrahlte ihr Name auf der ganzen Erde, ihr erhabener Ruf verbreitete sich überall, noch bevor ihre Hoheit über die Himmel erhoben wurde (vgl. Ps 8,2 –Vg.) So war es angemessen: um der ehre ihres Sohnes willen musst die jungfräuliche Mutter zunächst auf der Erde herrschen, dann erst durfte sie den Himmel empfangen; ihr Ruf musste sich zunächst hier unten verbreiten, um dann in heiliger Fülle in die überirdischen Reiche Eingang zu finden, wie sie in dieser Welt getragen wurde von stets wachsender Kraft (vgl. Ps 84,8 ), so musste sie auch in der anderen Welt durch den Geist des Herrn getragen werden von Herrlichkeit zu Herrlichkeit.

Als sie noch im Irdischen lebte, kostete sie bereits die Erstlingsgaben des kommenden Reiches: Bald preist sie die unaussprechliche Hoheit Gottes, bald lässt sie sich in unsagbarer Liebe zu den Mitmenschen herab. Bald dienen ihr die Engel, bald betet sie Gott an durch den Dienst an den Menschen. Gabriel diente ihr mit den Engeln. Johannes freut sich, dass ihm die jungfräuliche Mutter unter dem Kreuz anvertraut wird, und er dient ihr mit den Aposteln. Die eine freuen sich, ihre Königin zu schauen, die anderen, ihre Herrin zu sehen. Alle dienen ihr mit liebender Hingabe.

Jetzt thront sie in der hohen Burg des Himmels. Ein Meer göttlicher Gaben strömt von ihr aus, und sie selber gießt über das dürstende Volk der Gläubigen in verschwenderischer Fülle jene Gnade aus, durch die sie alle überragt. Sie schenkt dem Leib Gesundheit, der Seele Salbung; sie hat die Macht, vom Tod des Leibes und der Seele zu erwecken. Wer ist jemals von ihr gegangen, krank oder traurig, ohne der himmlischen Geheimisse innezuwerden? Wer kam nach Hause, froh und glücklich, von der Mutter des Herrn erlangt zu haben, was er erbat?

Die Braut, die Mutter des einzigen Bräutigams ist überreich an hohem Gut. Gütig und liebenswert ist sie in ihrer Seligkeit. Quelle im Garten des Lebens; Brunnen lebendigen und lebenspendenden Wassers, das machtvoll vom göttlichen Libanon herabfließt. Vom Berg Zion kommt es, bis es draußen alle Völker umfließt; Ströme des Friedens und Bäche der Gnaden, die vom Himmel kommen. Als die Jungfrau der Jungfrauen vom Gott und ihrem Sohn, dem König der Könige, entrückt wurde, jubelten die Engel, freuten sich die Erzengel, der Himmel brach in Lobrufe aus, und die Weissagung des Psalmisten ging in Erfüllung: „Die Braut steht dir zur Rechten, ihr Gewand ist durchwirkt mit Gold und Perlen.“ (Ps 45,10.14)
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Freitag, 23. August 2013, 18:39

Rosa von Lima (+ 1617)
Aus einem Brief an den Arzt Castillo

Der Herr und Heiland erhob seine Stimme und sprach mit unvergleichlicher Hoheit: „Alle sollen wissen, dass auf die Anfechtung die Gnade folgt; sie sollen einsehen, dass die Größe der Gnadengaben in dem gleichen Maße wächst, wie die Mühsale zunehmen, sie sollen erkennen, dass wir ohne die Last der Bedrängnis nicht zum Gipfel der Gnade gelangen können. Die Menschen sollen sich vor Irrtum und Selbsttäuschung hüten. Das ist die einzige Leiter zum Paradies, ohne Kreuz findet niemand den Aufstieg zum Himmel.“

Als ich diese Worte hörte, kam ein heftiges Verlangen über mich, als müsste ich mich mitten auf den Platz stellen und mit lautem Schreien alle Menschen jeden Alters, Geschlechts und Standes zurufen: „Hört, ihr Völker, höret, ihr Stämme! Im Auftrag Christi und mit den Worten aus seinem Mund ermahne ich euch: Wir können keine Gnade erwerben, wenn wir keine Drangsale erleiden; notwendig müssen sich Mühen auf Mühen häufen, wenn wir „Anteil an der göttlichen Natur erhalten“ (vgl. 2 Petr 1,4), die Herrlichkeit der Kinder Gottes und das volle Glück der Seele gewinnen wollen.

Der gleiche Stachel trieb mich an, die Schönheit der göttlichen Gnade zu verkündigen. Das bedrückte mich mit Not, trieb mir den Schweiß aus den Poren und ließ mich lechzen. Es kam mir vor, als könne meine Seele nicht länger im Leib gefangenbleiben. Würde man sie aber festhalten, dann werde sie die Ketten zerbrechen und frei, allein und ungehindert die ganze Welt durcheilen und rufen: „O wenn doch die Sterblichen erkennen wollten, wie erhaben die Gnade Gottes ist, wie schön, wie edel, wie kostbar; welche Reichtümer sie in ich birgt, wieviel Freude und Jubel! Ohne Zweifel würden dann die Menschen mit Eifer und Fleiß danach streben, sich selber Leiden und Schmerzen zuzufügen! Auf dem ganzen Erdkreis würden alle Menschen eher Unglück, Krankheit und Qual als Glück suchen, um den unendlichen Schatz der Gnade zu erlangen. Das ist Lohn und der letzte Gewinn des Leidensmutes. Keiner würde sich über Kreuz und Mühe beklagen, die ihm etwa begegneten, wenn er die Waage erkennen würde, auf der sie den Menschen zugewogen werden.“
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