Donnerstag, 26. April 2018, 11:19 UTC+2

Sie sind nicht angemeldet.

  • Anmelden

Texte der Heiligen

Antworten im Thema: 130 » Der letzte Beitrag (25. Juni 2015, 16:25) ist von diaconus.

Lieber Besucher, herzlich willkommen bei: KathVita. Falls dies Ihr erster Besuch auf dieser Seite ist, lesen Sie sich bitte die Hilfe durch. Dort wird Ihnen die Bedienung dieser Seite näher erläutert. Darüber hinaus sollten Sie sich registrieren, um alle Funktionen dieser Seite nutzen zu können. Benutzen Sie das Registrierungsformular, um sich zu registrieren oder informieren Sie sich ausführlich über den Registrierungsvorgang. Falls Sie sich bereits zu einem früheren Zeitpunkt registriert haben, können Sie sich hier anmelden.

diaconus

Großmeister

Beiträge: 5 168

Aktivitätspunkte: 26 470

Level: 51 

Erfahrungspunkte: 13.503.021

Nächstes Level: 13.849.320

1

Montag, 3. Dezember 2012, 16:39

Texte der Heiligen

In diesem Thread werden Texte jener Heiligen eingestellt, die nicht zu den Kirchenvätern gehören, also nach dem 8./9. Jahrhundert lebten.
Preis den Herrn!

diaconus

Großmeister

Beiträge: 5 168

Aktivitätspunkte: 26 470

Level: 51 

Erfahrungspunkte: 13.503.021

Nächstes Level: 13.849.320

2

Montag, 3. Dezember 2012, 17:06

Franz Xaver (+ 1552)
Aus einem Brief an den heiligen Ignatius

Ich besuchte die Dörfer der Neugetauften, die wenige Jahre vorher die christlichen Sakramente empfangen hatten. Den einheimischen Christen fehlen Priester. Sie wissen nur, dass sie Christen sind. Niemand tut bei ihnen den heiligen Dienst, niemand lehrt sie das Glaubensbekenntnis, das Vaterunser, das Ave und die Gebote Gottes.

Seit ich hergekommen bin, habe ich nicht geruht: Ich bin viel durch die Dörfer gewandert und habe die noch nicht getauften Kindermit dem Heiligen Wasser reingewaschen. So habe ich viele Kinder, die sozusagen rechts und links nicht unterscheiden können, von der Schuld befreit. Die Kinder ließen mich nicht zum Stundengebet, nicht zum Essen und Schlafen kommen, bevor ich ihnen nicht irgendein Gebet beigebracht hatte. Da begriff ich, dass gerade ihnen das Himmelreich gehört (vgl. Mt 19,14).

Da ich ein so frommes Verlangen nicht ohne Sünde zurückweisen konnte, begann ich mi dem „Ehre sei dem Vater“ und prägte ihnen das Apostolische Glaubensbekenntnis, das Vaterunser und das Ave-Maria ein. Ich konnte feststellen, dass es unter ihnen Begabungen gibt. Wäre jemand da, der sie in den christlichen Gebeten unterrichtete, würden sie sicher sehr gute Christen.

Hierzulande werden viele Leute nur deswegen nicht Christen, weil sie niemand dazu macht. Oft genug dachte ich an die Akademien in Europa, vor allem an die von Paris, als sollte ich wie ein Irrer durch ihre Räume rennen und sie, die mehr Gelehrsamkeit als Liebe haben, antreiben, mit Worten wie: „Wehe, welch riesige Zahl von Seelen ist durch eure Schuld vom Himmel ausgeschlossen und stürzt in die Hölle!“

Wenn sie sich doch nur so viel Sorge um diese Not machten wie um die Wissenschaft, damit sie Gott über die Lehre und die ihnen anvcrtrauten Talente Rechenschaft ablegen könnten!

Durch diese Überlegung und durch Betrachtung der ewigen Dinge bewegt, würden viele gespannt hinhören auf das, was Gott in ihnen spricht. Sie würden ihre Wünsche und die menschlichen Angelegenheit hintansetzen, um sich ganz auf den Wink und Willen Gottes einzustellen. Aus tiefstem Herzen würden sie gewiss rufen: „Herr, hier bin ich, was willst du, dass ich tue? (Apg 9,6 Vulgata). Schicke mich, wohin du willst, vielleicht nach Indien!“
Preis den Herrn!

diaconus

Großmeister

Beiträge: 5 168

Aktivitätspunkte: 26 470

Level: 51 

Erfahrungspunkte: 13.503.021

Nächstes Level: 13.849.320

3

Samstag, 15. Dezember 2012, 18:14

Johannes vom Kreuz (+ 1591)
Aus den Erklärungen zum Geistlichen Gesang
Erkenntnis des verborgenen Geheimnisses Christi Jesu

Die heiligen Lehrer und die liebenden Seelen der Kirchen haben viele Geheimnisse und Wunder in diesem Leben entdeckt. Aber immer noch bleibt der größte Teil zu verkünden und vor allen Dingen zu verstehen.

Deshalb müssen wir in Christus tief schürfen wie in einem reichen Bergwerk, das viele Lager aus Schätzen enthält. Wenn einer dort noch so tief gräbt, findet er niemals Ende und Grenze. Ja in jeder Schicht entdeckt er rechts und links immer neue Adern mit neuem Reichtum.

Darum sagt der Apostel Paulus von Christus: „In ihm sind alle Schätze der Weisheit und Erkenntnis verborgen.“ (Kol 2,3). In diese Reichtümer kann keiner eindringen, und keiner vermag bis zu ihnen zu gelangen, der sich nicht zuvor durch eine Berg der Mühsale durcharbeitet und unter inneren und äußeren Leiden eindringt, wenn er nicht zuvor von Gott die Gaben des Verstehens und Fühlens erhält und sich vorher lange in geistlichen Leben übt.

Das alles sind nur untergeordnete Voraussetzungen, um zu der geheimen und hohen Erkenntnis Christi und seiner Geheimnisse zu gelangen, der Erkenntnis, die von allem, die höchste Weisheit ist, die wir in diesem Leben erreichen können.

Wenn doch endlich alle Menschen erkennen wollten, dass es unmöglich ist zur Fülle des Reichtums und der Weisheit Gottes zu gelangen, außer durch die Mühe vielfältigen Leidens, wobei die Seele ihre Sehnsucht du das Verlangen nach Trost zurückstellt. Die Seele, die nach dieser göttlichen Weisheit verlangt, begehrt ernstlich, zuerst in die Beschwernisse des Kreuzes einzutreten.

Darum hält der heilige Paulus die Epheser an, „nicht wegen der Leiden zu verzagen“ (Eph 3,14), tapfer zu sein und, „in der Liebe verwurzelt und auf sie gegründet, zusammen mit allen Heiligen fähig zu sein, die Länge und Breite, die Höhe und Tiefe zu ermessen und die Liebe Christi zu verstehen, die alle Erkenntnis übersteigt, um mehr und mehr mit der ganzen Fülle Gottes erfüllt zu werden.“ (Eph 3,17.-19).

Das Kreuz ist die Tür, durch die wir zu diesen Reichtümern der Weisheit Gottes eingehen können. Die Tür aber ist eng. Viele wünschen sich die Freude, zu der man durch diese Tür gelangt. Aber wenigen ist das Verlangen eigen, durch die Tür des Kreuzes einzutreten.
Preis den Herrn!

diaconus

Großmeister

Beiträge: 5 168

Aktivitätspunkte: 26 470

Level: 51 

Erfahrungspunkte: 13.503.021

Nächstes Level: 13.849.320

4

Samstag, 15. Dezember 2012, 19:01

Johannes vom Kreuz (+ 1591)
Aus dem Geistlicher Gesang

Groß ist die Kraft und die Ausdauer der Liebe, da durch sie Gott selber gleichsam erobert und gebunden wird. Glücklich die Seele, welche liebt, denn sie hält ihren Gott gefangen und nötigt ihn, alles zu tun was sie begehrt. Es gehört ja zu seinem Wesen, dass man, wenn man ihn durch die Liebe und die Güte zu sich zieht, von ihm alles erlangen kann, was man nur wünscht.
Preis den Herrn!

diaconus

Großmeister

Beiträge: 5 168

Aktivitätspunkte: 26 470

Level: 51 

Erfahrungspunkte: 13.503.021

Nächstes Level: 13.849.320

5

Samstag, 15. Dezember 2012, 19:04

Johannes vom Kreuz (+ 1591)
Aus dem Geistlicher Gesang - Nr. 28,3

Das sollten die ach so Aktiven bedenken, die mit ihrem Gepredige und ihrem ganzen äußeren Gewerkel der Welt zu dienen meinen. Sie sollten daran denken, dass sie der Kirche vielmehr nützten und Gott vielmehr Freude bereiteten, wenn sie wenigstens einen geringen Teil der dafür verwendeten Zeit betend mit Gott verbringen würden, wenn Gebet noch sehr armselig wäre. Der Zuwachs an geistiger Kraft, den sie darin geschenkt bekämen, würde sie befähigen, mit einer einzigen Aktion mehr - und mit weniger Verausgabung ihrer Kräfte- zu bewirken, als mit ihren tausend anderen. Was sie tun, heißt sich abplagen und doch so gut wie nichts, mitunter überhaupt nichts zustandezubringen, wenn nicht gar Schaden zu machen
Preis den Herrn!

diaconus

Großmeister

Beiträge: 5 168

Aktivitätspunkte: 26 470

Level: 51 

Erfahrungspunkte: 13.503.021

Nächstes Level: 13.849.320

6

Samstag, 29. Dezember 2012, 16:24

Thomas Becket (+ 1170)
Aus seinem Brief an seine Mitbrüder im Bischofsamt

Wir werden Bischöfe und Hohepriester genannt. Wenn wir das wirklich sein wollen und die Bedeutung unseres Namens verstehen, müssen wir unablässig und voll Eifer den ewigen, von Gott bestellten Hohenpriester betrachten und seinen Spuren folgen. Er hat sich für dem Vater am Kreuz dargebracht und sieht von der hohen Warte des Himmels de Taten aller Menschen und ihre Absichten und wird am Ende einem jeden nach seinen Werken vergelten.

Wir haben es übernommen, seine Stelle auf Erden zu vertreten. Wir haben den Ruhm seines Namens, Ehre und Würde erlangt und besitzen in dieser Zeit die Früchte geistlicher Tätigkeit. In der Rangordnung der Kirche sind wir Nachfolger der Apostel und Apostelschüler. Durch unseren Dienst wird das Reich des Todes und der Sünde zerstört. Durch den Glauben und den Fortschritt im Guten wächst das Haus Christi zum heiligen Tempel im Herrn.

Groß ist die Zahl der Bischöfe, die bei der Weihe Eifer und Tatkraft im Lehr- und Hirtenamt versprechen, und wir versprechen es täglich wieder mit Worten. Gebe Gott, dass die Treue zum Gelobten durch das Zeugnis dere Tat bestätigt wird! Die Ernte ist groß (Mt 3,37). Aber zum Binden der Garben und zum Einbringen in die Scheune sind einer oder wenige nicht genug.

Wer zweifelt daran, dass die römische Kirche das Haupt aller Kirchen und quell der katholischen Lehre ist? Wer wüsste nicht, das dem Petrus die Schlüssel des Himmelreiches übergeben wurden? (Mt 16,18.19) Erhebt sich nicht der ganze Bau der Kirche auf dem Glauben und auf der Lehre des Petrus, bis wir alle Christus in seiner Vollgestalt entgegengehen in der Einheit des Glaubens und der Erkenntnis des Sohnes Gottes?

Denkt daran, wie unsere Väter gerettet wurden, wie und unter welcher Bedrängnissen die Kirche wuchs und sich verbreitete, welchen Stürmen das Schiff des Petrus entgangen ist, weil es Christus zum Steuermann hat (vgl. Mk 4,39par), wie jene den Kranz erlangten, deren Glaube aus Not um so heller erstrahlte.

Auf diesem Weg sind alle Heiligen vorangeschritten, und für immer gilt das Wort: „Wer an einem Wettkampf teilnimmt, erhält den Siegeskranz nur, wenn er nach den Regeln kämpft.“ (2 Tim 2,5)

Kommentar
Nachdem dieser Text dem Lektionar des Stundengebetes entnommen ist, stelle ich mir die Frage: Was denkt ein Bischof oder ein Abt, die ja wie alle Kleriker der Hl. Mutter Kirche zum Stundengebet verpflichtet sind, wenn sie diesen Text lesen und dann entweder selbst Äußerungen tätigen oder von andren goutieren, die der Lehre der Kirche entgegengesetzt sind wie zBspl. Frauenordination, Sakramente für noch sakramental Verheiratete, die in einer staatlichen Folgeehe (geschiedene Wiederverheiratete) also im ständigen Ehebruch leben, Kommunion für Nichtkatholiken, Beteiligung an Abendmahlfeiern usw. usw.
Preis den Herrn!

diaconus

Großmeister

Beiträge: 5 168

Aktivitätspunkte: 26 470

Level: 51 

Erfahrungspunkte: 13.503.021

Nächstes Level: 13.849.320

7

Donnerstag, 24. Januar 2013, 16:33

Franz von Sales (+ 1622)
Aus der Einführung in das religiöse Leben.

Bei der Erschaffung gebot Gott, der Schöpfer, den Pflanzen, Frucht zu bringen je nach iher Art. So befiehlt er auch den Christen, den lebendigen Pflanzen seiner Kirche, Frucht der Frömmigkeit zu bringen, je nach persönlicher Eigenart, nach Stand und Beruf.

Anders, so möchte ich sagen, muss ein Edelmann fromm sein als ein Handwerker, anders ein Diener als ein Fürst, anders eine Witwe als ein unverheiratetes Mädchen oder eine in der Ehe lebende Frau. Doch nicht genug damit: auch die Ausübung der Frömmigkeit selbst muss der Kraft, der Tätigkeit und der Aufgabe eines jeden in besonderer Weise angepasst sein.

Sag mir bitte, liebe Philothea, ob es angebracht wäre, wenn ein Bischof wie ein Kartäuser die Einöde aufsuchte! Wenn Verheiratete sich nicht stärker um die Mehrung ihres Vermögens bemühen würden als ein Kapuziner; wenn ein Handwerker nach Art der Ordensleute den ganzen Tag in der Kirche verbrächte, die Ordensleute aber wie die Bischöfe dauernd den Anforderungen ausgesetzt wären, die im Zusammenhang mit der Not der Mitmenschen ergeben! Wäre ein solches Ordensleben nicht vielmehr lächerlich, ungeordnet und unerträglich Und doch begegnet dieser Fehler häufig ….. Wen die Frömmigkeit nur wahr und aufrichtig ist zerstört sie nichts, sondern vervollkommnet und vollendet alles. Wenn sie jedoch der Berufung und dem Stand eines Mensch widerspricht, ist sie ohne Zweifel falsch.

Die Biene sammelt ihren Honig aus den Blüten, ohne sie im geringsten zu schädigen oder zu zerstören; sie hinterlässt sie vielmehr heil und frisch, wie sie sie vorfand. Die wahre Frömmigkeit tut dies noch besser; sie zerstört nicht nur keine Form von Beruf oder Tätigkeit, sondern macht sie sogar gefälliger und schöner.

Durch sie wird dir auch die Sorge für die Familie friedvoller, die gegenseitige Liebe von Mann und Frau wird lauterer, der Dienst bei den Fürsten gewinnt an Treue, und alle Tätigkeiten, welche immer es seien, werden angenehmer und ansprechender.

An welcher Stelle immer wir stehen, stets können und sollen wir uns um das vollkommene Leben bemühen.
Preis den Herrn!

diaconus

Großmeister

Beiträge: 5 168

Aktivitätspunkte: 26 470

Level: 51 

Erfahrungspunkte: 13.503.021

Nächstes Level: 13.849.320

8

Montag, 28. Januar 2013, 15:26

Thomas von Aquin
Gesetz und Naturrecht

Jedes von Menschen erlassene Gesetz hat insoweit den Charakter eines Gesetzes, insoweit es vom Naturgesetz abgeleitet ist. Wenn es aber in irgendetwas vom Naturgesetz abweicht, dann hat es nicht den Charakter eines Gesetzes, sondern vielmehr den einer Gewalttätigkeit.

Kommentar
Diese Aussage des Thomas von Aquin gleicht sinngemäß jener von Cicero in dessen Buch über die Gesetze, wo dieser feststellt, dass ein Staat, der Gesetze beschließt, die dem göttlichen Recht entgegenstehen, auch wenn er es mit Volksmehrheit tut, ein Tyrannenstaat sei.
Preis den Herrn!

diaconus

Großmeister

Beiträge: 5 168

Aktivitätspunkte: 26 470

Level: 51 

Erfahrungspunkte: 13.503.021

Nächstes Level: 13.849.320

9

Montag, 28. Januar 2013, 15:45

Thomas von Aquin
Adoro te devote

Gottheit tief verborgen, betend nah ich dir.
Unter diesen Zeichen bist du wahrhaft hier.
Sieh, mit ganzem Herzen schenk ich dir mich hin,
weil vor solchem Wunder ich nur Armut bin.

Augen , Mund und Hände täuschen sich in dir,
doch des Wortes Botschaft offenbart dich mir.
Was Gott Sohn gesprochen, nehm ich glaubend an;
Er ist selbst die Wahrheit, die nicht trügen kann.

Einst am Kreuz verhüllte sich der Gottheit Glanz,
hier ist auch verborgen deine Menschheit ganz.
Beide sieht mein Glaube in dem Boten hier;
wie der Schächer ruf ich, Herr, um Gnad zu dir.

Kann ich nicht wie Thomas schaun die Wunden rot,
bet ich dennoch gläubig: „Du mein Herr und Gott“
tief und tiefer werde dieser Glaube mein,
fester lass die Hoffnung, treu die Liebe sein.

Denkmal, das uns mahnet an des Herren Tod!
Du gibst uns das Leben, o lebendig Brot.
Werde gnädig Nahrung meinem Geiste du.
Dass er deine Wonnen koste immerzu.

Gleich dem Pelikane starbst du, Jesu mein;
Wasch in deinem Blute mich von Sünden rein.
Schon ein kleiner Tropfen sühnet alle Schuld,
bringt der ganzen Erde Gottes Heil und Huld.

Jesus, den verborgen jetzt mein Auge sieht,
stille mein Verlangen, das mich heiß durchglüht:
lass die Schleier fallen einst in deinem Licht,
dass ich selig schaue, Herr, dein Angesicht.
Preis den Herrn!

diaconus

Großmeister

Beiträge: 5 168

Aktivitätspunkte: 26 470

Level: 51 

Erfahrungspunkte: 13.503.021

Nächstes Level: 13.849.320

10

Dienstag, 26. März 2013, 17:46

John Henry Kardinal Newman (+ 1890)
Aus einer Predigt über das Kreuz Christi

Wir nähern uns jetzt dem höchst heiligen Tag, an dem wir des Leidens und des Todes Christi gedenken. Versuchen wir, unseren Geist, bei diesem großen Gedanken festzuhalten. Versuchen wir, was so sehr schwierig ist, andere Gedanken wegzuschieben, unseren Geist von vergänglichen, zeitlichen Dingen zu reinigen und ihn mit der Anschauung des Ewigen Priesters und seines immerwährenden Opfers zu beschäftigten – jenes Opfers, das wiewohl es für allemal auf dem Kalvarienberg vollendet, doch immer bleibt und in seiner Kraft und seiner Gnade unter uns immer gegenwärtig ist und dessen zu allen Zeiten dankbar und ehrfürchtig, zu gedenken ist, jetzt aber besonders da die Zeit im Jahre gekommen ist, zu der es vollbracht wurde. Blicken wir auf ihn, der erhoben wurde, damit er uns zu sich ziehen möge; und dadurch, dass wir einzeln und alle zu ihm gezogen werden, lasst uns auch zueinander gezogen werden, so dass wir verstehen und fühlen,, dass er uns einzeln und alle losgekauft hat und dass, wofern wir einander nicht lieben, wir nicht in Wirklichkeit Liebe zu ihm haben können, der sein Leben für uns gelassen hat.

Dieses, sage ich, muss an erster Stelle erinnert werden, dass der Tod Christi nicht ein bloßes Märtyrertum war. Ein Märtyrer ist einer, der für die Kirche stirbt, der zu Tode gebracht wird, weil er die Wahrheit predigt und festhält. Christus freilich wurde zu Tode gebracht, weil er das Evangelium predigte; indes, er war kein Märtyrer, sondern er war viel mehr als ein Märtyrer. Wäre er ein bloßer Mensch gewesen, so würde der mit Recht ein Märtyrer genannt werden, aber da er kein bloßer Mensch war, so war er nicht ein bloßer Märtyrer. Der Mensch stirbt als Märtyrer, aber der Sohn Gottes stirbt als Sühnopfer.

Hier also werden wir zu einem sehr geheimnisvollen Gegenstand geführt, wenn auch zu einem, der uns höchst nahe angeht. Da war eine Kraft in seinem Tod, die in keinem anderen sein konnte, denn er war Gott.
Preis den Herrn!

diaconus

Großmeister

Beiträge: 5 168

Aktivitätspunkte: 26 470

Level: 51 

Erfahrungspunkte: 13.503.021

Nächstes Level: 13.849.320

11

Mittwoch, 27. März 2013, 16:14

John Henry Kardinal Newman (+ 1890)
Aus einer Predigt über das Kreuz Christi

„Als sie zum Ort kamen, der Schädelhöhe heißt, kreuzigten sie ihn!" (vgl. Lk 23,33) – zwischen zwei Verbrechern, und selbst dann hörten sie nicht auf, ihn zu verspotten und zu verhöhnen, sondern sie alle, Hoherpriester und Volk, gafften ihn an und hießen ihn, herabzusteigen vom Kreuze.

Nun bitte ich euch zu erwägen, dass dieses Gesicht, so erbarmungslos geschlagen, das Gesicht Gottes selber war; die Schläfen blutig von den Dornen, der heilige Leib ausgesetzt den Zuschauern und zerfleischt von den Geißeln, die Hände genagelt an das Kreuz, und später die Seite durchbohrt vom Speer; es waren der Leib und das heilige Fleisch und die Hände und die Schläfen und die Seite und die Füße Gottes selber, auf die die wutentfesselte Menge blickte. Das ist ein so furchtbarer Gedanke, dass wenn der Geist ihn zum ersten Mal fasst, es sicherlich schwierig wird, an etwas anderes zu denken; so dass, wenn wir daran denken, wir Gott bitten müssen, uns zu mäßigen und uns die Kraft zu geben, richtig darüber zu denken, damit es nicht zu viel für uns werde.

Wenn wir also bedenken, dass der allmächtige Gott selber, Gott der Sohn, der Dulder war, werden wir besser als bislang die Beschreibung verstehen, die die Evangelisten von ihm gegeben haben; wir werden den Sinn seines Benehmens verstehen, sein Schweigen und die Worte, die er gebrauchte, wenn er sprach, und des Pilatus Schauern vor ihm ….

Erwäget die Worte des geliebten Jüngers in der Vorwegnahme seiner Wiederkunft am Ende der Welt. „Siehe, er kommt mit den Wolken, und jedes Auge wird ihn sehen, auch alle, die ihn durchbohrt haben; und alle Völker der Erde werden seinetwegen jammern und klagen. Ja, Amen.“ (Offb 1,7)

Ja, wir alle zu Wohl und Weh werden eines Tages sehen jenes heilige Antlitz welches Menschen geschlagen und entehrt haben: wir werden sehen jene Hände, die an das Kreuz genagelt wurden; jene Seite, die durchbohrt wurde. Wir werden all dieses sehen; und es wird der Anblick des lebendigen Gottes sein.
Preis den Herrn!

diaconus

Großmeister

Beiträge: 5 168

Aktivitätspunkte: 26 470

Level: 51 

Erfahrungspunkte: 13.503.021

Nächstes Level: 13.849.320

12

Mittwoch, 3. April 2013, 12:29

John Henry Kardinal Newman (+ 1890)
Ich bin berufen, etwas zu tun oder zu sein, wofür keine anderer berufen ist.
Ich habe einen Platz in Gottes Plan, auf Gottes Erde, den kein anderer hat
Ob ich reich bin oder arm, verachtet oder geehrt bei den Menschen, Gott kennt mich und er ruft mich mit meinem Namen.
Preis den Herrn!

diaconus

Großmeister

Beiträge: 5 168

Aktivitätspunkte: 26 470

Level: 51 

Erfahrungspunkte: 13.503.021

Nächstes Level: 13.849.320

13

Mittwoch, 3. April 2013, 17:30

Franz von Paola (+ 1507)
Aus einem Brief

Unser Herr Jesus Christus, der mit höchstem Großmut vergilt, belohne euch für eure Arbeit, flieht das Böse, überwindet die Gefahren! Wir und alle unsere Brüder bitten, obwohl wir dessen nicht wert sind Gott den Vater, seinen Sohn Jesus Christus und die jungfräuliche Mutter unablässig, dass sie euch mi Streben nach Heil von Leib und Seele nicht ohne Hilfe lassen.

Ich ermahne euch eindringlich, liebe Brüder, dass ihr euch klug und fleißig um euer Seelenheil bemüht. Der Tod ist sicher, das Leben ist kurz und vergeht wie Rauch.

Darum richtet euren Geist auf das Leiden unseres Herrn Jesus Christus, der, von der Liebe zu uns entzündet, vom Himmel kam, uns zu erlösen. Er trug für uns jede Pein der Seele und des Leibes und wich keinem Urteil aus. Er gab uns das Beispiel vollendeter Geduld und Liebe. Wir müssen im Unglück geduldig sein.

Legt Hass und Feindschaft ab, seid sparsam mit harten Worten, die aus eurem Mund kommen. Er hat Wunden geschlagen und soll auch Mittel zur Heilung hervorbringen. Verzeiht einander, damit ihr nicht weiterhin an das Unrecht denkt, das ihr einander zugefügt habt.

An die Bosheit zurückdenken bedeutet neues Unrecht, ist die Vollendung des Zorns, Festhalten an der Sünde, Hass gegen die Gerechtigkeit, Zerstörung der Tugend, Verwirrung im Gebet, Zerrissenheit beim Bitten, das wir vor Gott bringen, Entfremdung von der Liebe, Nagel, der in der Seele steckt, niemals schlafende Bosheit, nie endende Sünde, täglicher Tod.

Liebt den Frieden. Er ist ein Schatz, den wir uns am meisten wünschen sollen Ihr wisst, dass unsere Sünden Gott zum Zorn reizen. Ihr müsst also Buße tun, damit Gott euch in seinem Erbarmen verschont. Was wir Menschen verbergen, für Gott liegt es offen: bekehrt euch also mi aufrichtigem Herzen. Lebt so, dass ihr den Segen des Herrn erntet, und der Friede Gottes, unseres Vaters, sei allezeit mit euch.
Preis den Herrn!

diaconus

Großmeister

Beiträge: 5 168

Aktivitätspunkte: 26 470

Level: 51 

Erfahrungspunkte: 13.503.021

Nächstes Level: 13.849.320

14

Freitag, 5. April 2013, 11:09

Vinzenz Ferrer (+ 1419)
Das Antlitz der Seele ist das Gewissen. Wie man am Angesicht den Menschen erkennt, so erkennt Gott die, die ihn lieben, am Antlitz der Seele.
Preis den Herrn!

diaconus

Großmeister

Beiträge: 5 168

Aktivitätspunkte: 26 470

Level: 51 

Erfahrungspunkte: 13.503.021

Nächstes Level: 13.849.320

15

Freitag, 5. April 2013, 16:20

Vinzenz Ferrer (+ 1419)
Aus einem Traktat über das geistliche Leben

In Predigten und Ermahnungen bediene dich einer schichten Beredsamkeit und einer vertrauten Sprache, wenn du einzelne Handlungen beschreiben willst. Soweit du kannst, biete Beispiele, damit jeder Sünder, der die (im Beispiel vorkommende) Sünde hat, sich so getroffen fühlt, als wenn du ihm allein predigst. Aber man muss spüren, dass die Worte nicht aus einem stolzen und empörten Geist kommen, sondern aus einem Herzen voll Liebe und väterlicher Güte, der Güte eines Vaters, den es schmerzt, wenn die Söhne sündigen aus großer Schwachheit oder wenn sie wie in einer tiefen Grube liegen und er sie herausziehen und retten und pflegen möchte wie eine Mutter, wie ein Vater, der sich über den Fortschritt der Söhne freut und über die Hoffnung auf das Paradies.

Ein solches Verfahren ist für die Hörer gut. Denn ein allgemeines Reden über Tugenden und Laster ist für sie reizlos.

Ebenso ist es mit der Beichte: Ob du freundlich die Kleinmütigen stärkst oder härter die Harren anpackst, immer sollst du ein liebevolles Herz zeigen, damit der Sünder merkt, dass deine Worte aus reiner Liebe kommen. Deshalb sollen auch immer liebevolle und freundliche Worte den strengen vorausgehen.

Du hast das sehnliche Verlangen, der Seele der Mitmenschen zu helfen. So wende dich denn zuerst mit ganzem Herzen an Gott und trag ihm schlicht die Bitte vor, er möge dir in Gnaden jene Liebe eingeben, in der die Vollendung der Tugenden besteht, damit du vollbringen kannst, wonach du verlangst.
Preis den Herrn!

diaconus

Großmeister

Beiträge: 5 168

Aktivitätspunkte: 26 470

Level: 51 

Erfahrungspunkte: 13.503.021

Nächstes Level: 13.849.320

16

Freitag, 5. April 2013, 18:10

Hl. Pfarrer von Ars
Wie schön ist es, wie groß ist es, Gott zu kennen, ihn zu lieben und ihm zu dienen!
Es ist das einzige, was wir in der Welt zu tun haben.
Alles andere ist verlorene Zeit.
Preis den Herrn!

diaconus

Großmeister

Beiträge: 5 168

Aktivitätspunkte: 26 470

Level: 51 

Erfahrungspunkte: 13.503.021

Nächstes Level: 13.849.320

17

Sonntag, 7. April 2013, 16:56

Johannes Baptist de la Salle (1719)
Aus einer Meditation

Erwägt im Herzen, liebe Brüder, was der Apostel Paulus sagt: Gott habe in seiner Kirche Apostel, Propheten und Lehrer bestellt (vgl. 1 Kor 12,28 ), und seid überzeugt, dass Gott auch euch in euer Amt eingesetzt hat. Das bezeugt euch derselbe Heilige, wenn er erklärt, es gebe verschiedene Dienste und verschiedene Kräfte und derselbe Heilige Geist zeige sich in jeder dieser Gaben zum gemeinsamen Nutzen, das heißt zum Nutzen der Kirche (vgl. 1 Kor12,5.11). Ihr sollt also nicht an der großen Gnade zweifeln, die ihr erhalten habt: die Knaben zu lehren, ihnen die Frohe Botschaft zu verkünden und im Geist der Religion zu erziehen,. Es ist ein großes Geschenk Gottes, dass er such zu einer so heiligen Aufgabe berufen hat

Die Schüler, die eurer Sorge anvertraut sind, sollen an eurer ganzen Lehrtätigkeit sehen, dass ihr Diener Gottes seid, da ihr die Aufgabe mit ungeheuchelter Liebe und echter Sorgfalt erfüllt. Auch darum sollt ihr euch eurem Amt verpflichtet fühlen, weil ihr nicht nur Diener Gottes, sondern auch Diener Jesu Christi und der Kirche seid.

So sagt der heilige Paulus mahnend, alle seien als Diener Christi zu betrachten, die das Evangelium verkündigen, die den Brief schreiben, den Christus diktiert, „nicht mit Tinte, sondern mit dem Geist des lebendigen Gottes, nicht auf Tafeln aus Stein, sondern – wie auf Tafeln – in Herzen von Fleisch“ (2 Kor 3,1), die Herzen der Knaben. Deswegen drängt euch die Liebe Gottes (vgl. 2 Kor 5,14), weil Jesus Christus“ für alle gestorben ist, damit die Lebenden nicht mehr für sich leben, sondern für den, der für sie starb und auferweckt wurde“ (2 Kor 5,15). Möge euch eure Sorgfalt und euer Eifer die Schüler bewegen. Mögen sie fühlen, dass Gott sie durch euch ermahnt, weil ihr Gesandte Christi seid.

Ferner müsst ihr die Kirche zeigen, wie sehr ihr sie liebt, und ihr sollt ihr Beweis eurer Gewissenhaftigkeit geben. Denn ihr arbeitet durch die Kirche, den mystischen Leib Christi. Durch eure Arbeitsfreudigkeit zeigt, dass ihr die Menschen, die Gott euch anvertraut hat, liebt, wie Christus die Kirche geliebt hat.
Preis den Herrn!

diaconus

Großmeister

Beiträge: 5 168

Aktivitätspunkte: 26 470

Level: 51 

Erfahrungspunkte: 13.503.021

Nächstes Level: 13.849.320

18

Mittwoch, 10. April 2013, 17:10

Bernhard von Clairvaux
Darin ermahne ich euch: Hört die innere Stimme!
Preis den Herrn!

diaconus

Großmeister

Beiträge: 5 168

Aktivitätspunkte: 26 470

Level: 51 

Erfahrungspunkte: 13.503.021

Nächstes Level: 13.849.320

19

Samstag, 13. April 2013, 16:42

Hildegard von Bingen
Die Seele sitzt im Herzen wie in einem Haus: Ihre Gedanken schickt sie wir durch eine Tür ein und aus, erwägt hin und her, als wenn sie durch ein Fenster schaute, und ihre sonstigen Funktionen leitet sie wie von einem angezündeten Feuer zum Gehirn wie zu einem Schornstein, um dort über diese Leitkräfte zu entscheiden und sie auszusondern. Hätte der Mensch diese Gedanken nicht, dann fehlte ihm auch die Einsicht, und er würde dastehen wie ein Haus, an dem man Türen, Fenster und Schornstein vergessen hat. Die Gedanken sind ja die Urheber der Einsicht in Gut und Böse und die ordnende Kraft in allen Dingen, und sie heißen deshalb Gedanken.
Preis den Herrn!

diaconus

Großmeister

Beiträge: 5 168

Aktivitätspunkte: 26 470

Level: 51 

Erfahrungspunkte: 13.503.021

Nächstes Level: 13.849.320

20

Sonntag, 21. April 2013, 15:44

Anselm von Canterbury (+ 1109)
Aus dem „Proslogion“

Hast du gefunden, meine Seele, was du gesucht hast? Du hast Gott gesucht und gefunden, dass er das Höchste von allem ist, so hoch, dass wir nichts Höheres denken können als ihn Du hast gefunden, dass er Leben und Licht, Weisheit und Güte, ewige Seligkeit und selige Ewigkeit in Person ist, überall und immerdar.

Herr, mein Gott, der mich geschaffen und neu geschaffen hat, sag meiner verlangenden Seele, was du über das hinaus bist, was siegesehen hat, damit sie dich rein erkennt. Meine Seele streckt sich aus, um noch mehr zu sehen. Aber jenseits von dem, was sie gesehen hat, erblickt sie nur Finsternis,. Ja, sie sieht auch keine Finsternis, da es die nicht in dir gibt. Aber sie merkt, dass wegen ihrer eigenen Finsternis mehr nicht sehen kann.

Wirklich, Herr, das ist das unzugängliche Licht, in dem du wohnst (vgl. 1 Tim 6,16),; es gibt wirklich nichts anderes, was in dieses Licht eindringen und dich dort sehen könnte. Wahrhaftig, deswegen kann ich nicht sehen, weil es zu hell für mich ist. Und doch: was immer ich sehe, ich sehe es durch dieses Licht, wie ein krankes Auge, alles, was es erblickt, durch das Sonnenlicht sieht, obwohl es nicht die Sonne sehen kann.

Meine Vernunft ist ohnmächtig gegenüber diesem Licht, es leuchtet zu stark; sie fasst es nicht, und das Auge meiner Seele hält es nicht lange aus, hineinzuschauen. Das Auge schreckt vor dem Glanz zurück, wird von der Fülle besiegt, von der Unermesslichkeit zu Boden geworfen und von der Kraft geblendet,

Du höchstes, unzugängliches Licht! Du volle und selige Wahrheit, wie fern bist du von mir, obwohl ich doch so nahe bei dir bin! Wie fern bist du meinen Blicken, wo ich deinen Augen doch unmittelbar gegenwärtig bin!

Du bist überall, und doch sehe ich dich nicht. In, dir bewege ich mich, und in dir bin ich (vgl. Apg 17,28 ), und doch kann ich nicht zu dir kommen! Du bist in mir und um mich, und doch, ich fühle dich nicht! Mein Gott, ich bete: Ich möchte dich erkennen, dich lieben und an dir mich freuen. Wenn ich es in diesem Leben nicht ganz erreichen kann, so lass mich täglich fortschreiten, bis jenes Ganze kommt; hier möge deine Erkenntnis in mir wachsen und dort vollendete werden. Hier nehme meine Liebe zu dir zu, um dort vollkommen zu werden. Hier sei meine Freude groß in der Hoffnung, dort in der Wirklichkeit unbegrenzt.
Preis den Herrn!