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Katholische Lehre

Antworten im Thema: 144 » Der letzte Beitrag (17. Januar 2017, 17:36) ist von diaconus.

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Donnerstag, 26. Januar 2012, 19:15

Katholische Lehre

Rehabilitation des Seelenheils

In der Tagespost vom gestrigen Tag ist ein sehr guter Artikel vom Johannes Seibel zum Thema „Seelenheil.“

So vertritt Johannes Seibel berechtigt die Sorge um das eigene Seelenheil. Dies ist eine hoffnungslos veraltete theologische Kategorie und sie ist in der katholischen Kirche verdächtig geworden, denn es wird ihr individueller und kollektiver Heilsegoismus unterstellt. In der Welt dagegen feiert das Wort unbefangen profane Urständ. Dabei könnte eine Wiederaneignung dieses Begriffes über Sokrates, Paulus und auch Luther das hiesige Christentum durchaus aus seiner Lähmung führen.

Der Link zum Artikel
http://www.die-tagespost.de/Rehabilitati…s;art456,131157

Kommentar
Siehe auch dazu im Katechismus (KKK) die Nummern 362 – 368 über Leib und Seele. Wie Nr. 169 richtig feststellt kommt das Heil von Gott und es wird dem Menschen zugewandt, der die Gebote Gottes befolgt. Und wenn wir im Glauben leben, erfüllt sich an uns die Verheißung Jesu, das wir das Ewige Leben bei Gott erben werden, denn dann kehrt unsere Seele zu Gott zurück. Und dieser Vorgang ist seinerzeit richtig mit dem Begriff „Seelenheil“ schlagwortartig beschrieben worden. Aber in der heutigen zeitgeistigen Verkündigung der Mehrheit in der Kirche wird das „unmoderne“ Wort gleich einer „persona non grata“ betrachtet und das „Heil“ im irdischen Leben gesucht. Genau aus diesem Grund der zeitgeistigen Verkündigung verdunstet der Glaube der Menschen immer mehr.
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Montag, 20. Februar 2012, 17:22

Katechismus bekannter machen

Nach Ansicht des italienischen Kurienerzbischofs Rino Fisichella muss der Katechismus der Katholischen Kirche besser unter den Gläubigen bekannt gemacht und weiter verbreitet werden. So meldet heute die Tagespost.

Mit 11. Oktober soll das Glaubensjahr, exakt 50 Jahre nach der Eröffnung des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962–65) und 20 Jahre nach der Publikation des Katechismus, begonnen werden, so betonte der Präsident des vatikanischen Neuevangelisierungs-Rates am Freitag vor dem Kardinalsgipfel im Vatikan. Denn viele Christen seien heute in religiösen Dingen gleichgültig und hätten sich in diesen Krisenzeiten von ihren Gemeinden entfernt. Auch die Inhalte des Glaubens seien vielfach nicht bekannt.

Kommentar
Es ist zwar richtig, dass viele Christen im Religiösen gleichgültig geworden sind, aber ist meist nicht ihre Schuld sondern die Verkündigung des Glaubens ist in einer Krise. Dies beginnt bereits in den –Schulen, wo alles andere unterrichtet wird nur nicht die Glaubensgrundsätze und ein Großteil der Religionslehrer im Unterricht noch gegen die Lehre der Kirche auftreten und setzt sich in den Predigten in den Gemeinden fort wo nur das in den Predigten erwähnt wird was die Zuhörer hören wollen. Von Sünde, den letzten Dingen (Hölle, Fegefeuer usw.) sowie von den Konsequenzen, die auch Jesus selbst angekündigt hat, ist nichts oder nur sehr, sehr wenig zu hören, denn das wäre ja eine „Drohbotschaft“, die man den Gläubigen nicht zumuten kann. Genauso wird wenig über den Katechismus gesprochen. Und so lässt man den Glauben „versumpern“ und die Menschen in die Irre gehen. Also es ist ein Friede-Freude-Eicrkuchen-Wellness-Christentum und alle kommen in den Himmel, egal wie sie leben, das ist das, was heute propagiert wird.
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3

Dienstag, 13. März 2012, 16:21

Das Gewissen – Allgemeine Einführung

Allgemein gesprochen ist das Gewissen das Bewusstsein vom sittlichen Guten oder Bösen, d. h. dem sittlichen Sollen Gemäßen oder Nichtgemäßen des eigenen Verhaltens. Seinen Ursprung hat das Gewissen im Normenkanon des jeweiligen Gesellschaftsganzen, auf der anderen Seite im Bewusstsein, diesen einzuhalten oder von ihm abweichen zu können. So die lexikanische Definition.

Das Gewissen ist vom Schöpfer in jeden Menschen hineingelegt und bestimmt die Normen des Menschen in jedem Kulturkreis wie zBspl. das Tao (die Weltharmonie) im Chinesischen oder die Baghavadgita im Hinduismus.

Im jüdisch-christlichen Kulturkreis sind es die zehn Gebote, die Jesus in zwei Gebote zusammengefasst hat, nämlich in „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit all deinem Gedanken, Das ist das wichtigste und erste Gebot. Ebenso wichtig ist das zweite: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“ (Mt 22, 37-39). In diesen beiden Geboten hat Jesus die 10 Gebote konzentriert und zwar in der Gottesliebe die Gebote 1 bis 3 und im Gebot der Nächstenliebe die Gebote 4 – 10, wobei die Worte „wie dich selbst“ darauf hinweisen, nichts zu tun, was jemand selbst sich nicht antun will.

Wenn auch die Menschenrechtscharta von der Gewissenfreiheit spricht, bedeutet dies nicht, dass der Mensch sich komplett von seinem Gewissen befreien und damit machen kann was er will, sondern dass er nicht gegen sein Gewissen zu Handlungen gezwungen werden kann/darf was ihm schadet oder er nicht will.

Unter dem Titel der „Gewissensfreiheit“ verstehen heute viele Menschen, dass sie gegen alle Normen verstoßen können, so handeln bzw. Handlungen fordern können wie es ihnen passt und dass sich alle anderen ihnen gegenüber dementsprechend verhalten müssen. Dass ist jedoch eine Fehlmeinung, denn er hat die in seinem Kulturkreis geltenden Normen einzuhalten. Selbst dann wenn ein Staat Gesetze beschließt, die gegen das Naturrecht bzw. göttliche Recht verstoßen ändert dies nichts daran, dass der Mensch dem in ihm gelegten göttlichen Gewissen zu folgen hat. Cicero hat es in seinem Buch über die Gesetze so ausgedrückt, dass ein Staat der Gesetze, auch mit demokratischer Mehrheit, gegen das göttliche Recht beschließt, ein Unrechtsstaat, ein „Tyrannenstaat“, ist. Das bedeutet für unseren abendländischen-christlichen Kulturkreis, dass noch immer die 10 Gebote die Norm für die Gesetze sein sollten/wären und wer abweichende Gesetze initiiert bzw. beschließt, beweist, dass er gesellschafts- und kulturverändernde Tendenzen verfolgt, die nicht dem Kulturkreis und seiner Entwicklung entsprechen. Dies betrifft insbesondere die atheistische Links-Rot-Grüne Ideologie, die ja nachweisbar marxistische Ursprünge hat und die das Christentum als Feind betrachtet und bekämpft (Klagen gegen Kreuze, Einführung der Abtreibung, Euthanasie etc.).

Im zweiten Teil wird dann das wohlgebildete und das irrende Gewissen eines Christen, insbesondere eines Katholiken, erörtert werden.
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Dienstag, 13. März 2012, 18:25

Das Gewissen – 2. Teil

Wesentlich für die rechte Beurteilung von Handlungen ist das Gewissen, das gebildet werden muss. Dazu stellt der Katechismus der Katholischen Kirche (KKK) in den entsprechenden Artikeln imm wesentlichen fest

Gewissensbildung
Nr. 1783
Das Gewissen muss geformt und das sittliche Urteil erhellt werden, Ein gut gebildetes Gewissen urteilt richtig und wahrhaftig. Für uns Menschen, die schlechten Einflüssen unterworfen und stets versucht sind, dem eigenen Urteil den Vorzug zu geben und die Lehren der kirchlichen Autorität zurückzuweisen ist die Gewissenserziehung unerlässlich.

Nr. 1784
Die Erziehung des Gewissens ist eine lebenslange Aufgabe. Eine umsichtige Erziehung regt zu tugendhaften Verhalten an. Sie bewahrt oder befreit vor Furcht, Selbstsucht und Stolz, falschen Schuldgefühlen und Regungen der Selbstgefälligkeit, die durch menschliche Schwäche und Fehlerhaftigkeiten entstehen können. Gewissenserziehung gewährleistet die Freiheit und führt zum Frieden des Herzens.

Nr. 1785
Bei der Gewissensbildung ist das Wort Gottes Licht auf unserem Weg. Wir müssen es uns im Glauben und Gebet zu eigen machen und in die Tat umsetzen. Wir werden daher durch die Gaben des Heiligen Geistes ..… und durch die Lehre der kirchlichen Autorität geleitet.

Gewissensentscheidung
Nr. 1786
Vor eine sittliche Entscheidung gestellt, kann das Gewissen in Übereinstimmung mit der Vernunft und dem göttlichen Gesetz richtig urteilen, oder,. falls es sich an beides nicht hält, irren.

Nr. 1787
Der Mensch steht zuweilen vor Situationen, die das Gewissenurteil unsicher und die Entscheidung schwierig machen. Es soll jedoch stets nach dem Richtigen und Guten suchen und den Willen Gottes, der im göttlichen Gesetz zum Ausdruck kommt, erkennen.

Irrendes Gewissen
Nr. 1790
Dem sicheren Urteil seines Gewissens muss der Mensch stets Folge leisten. Würde er bewusst dagegen handeln, so verurteilt er sich selbst. Es kann jedoch vorkommen, dass das Gewissen über Handlungen, die jemand plant oder bereits ausgeführt hat, aus Unwissenheit Fehlurteile fällt.

Nr. 1791
An dieser Unkenntnis ist der betreffende Mensch oft selbst schuld, z.B. dann, wenn er „sich zu wenig darum müht, nach dem Wahren und Guten zu suchen, und das Gewissen aufgrund der Gewöhnung an die Sünde allmählich fast blind wird“.(GS 16). In diesem Fall ist er für das Böse, das er tut verantwortlich.

Nr. 1792
Unkenntnis über Christus und sein Evangelium, schlechte Beispiele anderer Leute; Verstrickung in Leidenschaften, Anspruch auf eine falsch verstandene Gewissenautonomie, Zurückweisung der Autorität der Kirche und ihrer Lehre, Mangel an Umkehrwillen und christlicher Liebe können der Grund für Fehlurteile im sittlichen Verhalten sein.

Kommentar
Eine richtige Gewissensentscheidung ergibt sich also immer daraus, dass derjenige die unverkürzte und unverfälschte Offenbarung und Lehre Jesu sowie die Lehre der Kirche akzeptiert und bei seiner Entscheidung berücksichtigt. Wer also einen von diesen Faktoren nicht berücksichtigt bzw. diesen gegen die Lehre der Kirche in seinem persönlichen Sinn anpasst, kann nicht von einer Entscheidung des wohlgebildeten Gewissens sprechen sondern macht seine Entscheidung von einem irrenden Gewissen abhängig und trifft damit ein Fehlurteil.
Preis den Herrn!

Teresa

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5

Dienstag, 13. März 2012, 20:03

Wenn es nur so einfach wäre, dass man in jedem Fall ganz klar erkennen kann, was richtig und was falsch ist!
Natürlich gibt es viele ganz eindeutige Sachstände, aber eben leider auch häufig, wie in allen Bereichen des menschlichen Lebens, fließende Übergänge und Grauzonen, die eine Gewissensentscheidung nicht immer leicht machen.

Gut ist es, wenn man in Zeiten der Unsicherheit jemanden hat, an den man sich wenden kann, der treu zur Lehre der Kirche steht und die Situation und die Entscheidung, um die es geht, aus einem Abstand heraus erkennen kann. Durch ein gutes seelsorgliches Gespräch läßt sich sicher vieles klären.
Obl.OSB

Gelobt sei Jesus Christus!

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Freitag, 27. April 2012, 11:24

Hexen

Der nachfolgende Beitrag wurde aus dem Blog „Jobo72´s Weblog“, dem Blog von Dr. phil. Josef Bordat, 18. April 2012, kopiert

Es gibt wohl kein Thema, über das soviel Unfug geschrieben wird, wie über die Hexenverfolgung. (Claudia Sperlich)
Geschichtsbilder werden gemacht. Anders geht es ja auch gar nicht, schließlich kann Niemand die Zeit zurückdrehen, um sich persönlich von historischen Gegebenheiten ein eigenes Bild zu machen. Rekonstruktionen (vor allem räumliche) prägen also unser Bild vom Vergangenen. Wenn diese falsch sind, weil sie auf fehlerhaften Annahmen basieren, ist das Bild, das wir haben, ein falsches. Besonders bei Themen, die bis heute emotional aufgeladen sind, setzen sich die Bilder durch, die das Befinden der Mehrheit bedienen. Ob sie wahr sind, ist zweitrangig.
Die fehlerhaften Darstellungen in populärwissenschaftlichen Medienberichten und die daraus folgenden Fehlurteile basieren dabei zum Teil auf waschechten Fälschungen. Ein gutes Beispiel dafür ist das Thema „Hexen“. Oft ist zu hören und zu lesen, die (katholische) Kirche habe im Mittelalter Millionen von Frauen in Europa als Hexen verbrannt, bevor die Aufklärung kam und dem Spuk ein Ende bereitete. In dieser Aussage stecken fünf Fehler.
Erster Fehler: Die Zeit. Die meisten Hexenverbrennungen gab es in Europa nicht im Mittelalter, sondern in der Frühen Neuzeit; die letzte Hexe wurde in Deutschland 1775 verbrannt – die Aufklärung war da schon ein Jahrhundert lang der Hauptstrom europäischer Geistesgeschichte.
Zweiter Fehler: Die Opfer. Es waren nicht „8 oder 9 Millionen Opfer“, wie die NS-Propaganda vermutete, sondern – nach derzeitigem Forschungsstand – etwa 50.000. In 350 Jahren europäischer Hexenverfolgung (1430-1780). Die Christenverfolgung führt übrigens jedes Jahr zu mehr als doppelt so vielen Opfern. Es wundert daher schon, dass man als katholischer Christ wesentlich häufiger auf die Hexenverfolgung angesprochen wird, die seit einem Vierteljahrtausend der Vergangenheit angehört (jedenfalls soweit es eine europäische, „christlich“ motivierte war), als auf die Christenverfolgung, die jetzt stattfindet. Die Opfer waren darüber hinaus nur in Deutschland mehrheitlich Frauen, sonst war das Geschlechterverhältnis zahlenmäßig mindestens ausgeglichen, z. T. waren die Männer in der Mehrzahl; in Island waren 90 Prozent, in Estland 60 Prozent der Opfer Männer.
Dritter Fehler: Die Täter. Rund die Hälfte der 50.000 Opfer lebte auf dem Gebiet des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Wenn man davon ausgeht (und davon darf man aufgrund der Quellenlage wohl ausgehen), dass die Opfer zahlenmäßig zwischen protestantischen und katholischen Gebieten des Reichs ungleich verteilt waren – zu Lasten der protestantischen Gebiete –, dann hat die Katholische Kirche die Verantwortung für etwa 10.000 Todesopfer.
Interessant ist auch der Zusammenhang von Inquisition und Hexenverbrennungen: Nur an einigen hundert der über drei Millionen Hexenprozesse (Schuldspruchquote: 1,5 Prozent) war die Inquisition beteiligt. Die Hexenprozesse fanden in der Tat vor weltlichen Gerichten statt. Die Inquisition interessierte sich nämlich hauptsächlich für Ketzer, nicht für Hexen. Im katholischen Spanien hat es keine Hexenverfolgung gegeben – wegen der Inquisition. Auch in Italien sorgte die Inquisition dafür, dass so gut wie keine Hexe verbrannt wurde. In Rom – dem vermeintlichen Zentrum des Grauens – wurde nie eine Hexe oder ein Zauberer verbrannt. Die Katholische Kirche hat die Hexenverfolgung niemals offiziell bejaht.
„Ja, aber der ,Hexenhammer’!“ Oft wir unterschlagen, wie es eigentlich zu dem berüchtigten „Hexenhammer“ (Malleus Maleficarum, 1486) kam. Heinrich Kramer (Institoris) schrieb ihn, weil er in Innsbruck erfolglos einen Hexenprozess angestrengt und kurz darauf des Landes verwiesen wurde. Von wem? Vom Bischof Georg Golser. Der „Hexenhammer“ ist eine Reaktion darauf gewesen. Die Bulle, auf die sich Kramer in Innsbruck berief, Summis desiderantes affectibus (1484), enthielt im Übrigen die Aufforderung, verdächtige Personen ernsthaft zu prüfen und bei bestätigendem Ergebnis zurechtzuweisen, zu inhaftieren und zu bestrafen – nicht aber, sie zu verbrennen. In der Praxis hat das den Hexenwahn eher gemindert als befördert. Kirchenrechtlich hat die „Hexenbulle“ übrigens nie Bedeutung erlangt, maßgebend war immer der Canon episcopi, der Hexenglaube als Einbildung ablehnte und bis zur Kirchenrechtsreform von 1918 im maßgeblichen CIC enthalten war; „Summis desiderantes affectibus“ taucht dagegen in keinem Verzeichnis auf. Wie gesagt: Die Katholische Kirche war gegen die Hexenverfolgung – im Gegensatz zu Luther und Calvin. Martin Luther war ein Verfechter der Hexenverfolgung, denn er war überzeugt von der Möglichkeit des Teufelspaktes und des Schadenszaubers. In einer Predigt vom 6. Mai 1526 sagte er über Hexen und Zauberer: „Sie schaden mannigfaltig. Also sollen sie getötet werden, nicht allein weil sie schaden, sondern auch, weil sie Umgang mit dem Satan haben.“ – Fairerweise muss man aber sagen, dass sowohl katholische wie auch protestantische Theologen gegen den Hexenwahn angekämpft haben. Neben Jesuiten wie Spee und Laymann etwa Johann Weyer (Konfessionszugehörigkeit umstritten, wahrscheinlich Konvertit) und der reformierte Anton Praetorius.
Vierter Fehler: Der Ort. Der Schwerpunkt der Hexenverfolgung lag nicht in Europa, sondern liegt im heutigen Afrika: „Die intensivste Hexenverfolgung“, so schreibt der Theologe Richard Schröder in Abschaffung der Religion? Wissenschaftlicher Fanatismus und die Folgen (2008 ), „fand 2001 statt“, und zwar im „östlichen Kongo“. Dort hat sie alles andere als „christliche“ Gründe. Es gibt Schätzungen, die im Zusammenhang mit Hexenkulten im heutigen Afrika von mehreren tausend Opfern jährlich ausgehen. Dieser Umstand ist hierzulande meist unbekannt.
Fünfter Fehler: Das Ende. Interessant ist auch, wie der Hexenwahn – in Europa! – sein Ende fand. Noch einmal Schröder: „Durch die Aufklärung, sagt man. Das stimmt so nicht. Er kam nämlich schon im 17. Jahrhundert weithin zum Erliegen.“ Es gab nämlich massiven Widerstand. „Die Gegner waren Theologen und Juristen, die sich als Christen verstanden.“ Einer davon war der schon erwähnte Friedrich Spee von Langenfeld. 1631 erscheint sein Hauptwerk, die Cautio criminalis („Rechtliches Bedenken wegen der Hexenprozesse“), die nur wenige Woche nach Erscheinen vergriffen ist. In diesem Buch entlarvt er die Hexenprozesse als Farce und die Vollstreckung der Urteile als Mord. Im Zentrum der Kritik steht die Anwendung der Folter, die damals zur Wahrheitsfindung eingesetzt wurde. Spee hält Folter zwar auch für moralisch verwerflich („Kein deutscher Edelmann würde ertragen können, daß man seinen Jagdhund so zerfleischte. Wer soll es da mit ansehen können, daß ein Mensch so vielmals zerrissen wird?“), doch zunächst für juristisch untauglich, weil sie in der Rechtspraxis zur fehlerhaften Beweisaufnahme führe. Friedrich von Spee war übrigens katholisch.
Wie kommt es aber, dass ein Satz mit fünf Fehlern zum „Basiswissen“ des „aufgeklärten“ Deutschen gehört? Nun, dafür ist wohl mangelndes Richtigstellungsinteresse innerhalb der historischen Forschung in Deutschland verantwortlich. Interessant in dem Zusammenhang, dass offenbar erst 1975 durch die Arbeiten von Norman Cohn und Richard Kieckhefer geklärt wurde, dass die von Etienne Leon de Lamothe-Langon in seiner Histoire de l’Inquisition en France (1829) beschriebenen Massenprozesse und -hinrichtungen im Zuge der Hexenverfolgung im Frankreich des 14.[sic!] Jahrhunderts frei erfunden waren, wie die Mediävistin Jenny Gibbons in einem interessanten Artikel darlegt.
Nachdem die Forschungskommunität anderthalb Jahrhunderte lang keinen Anstoß daran nahm, dass der Verfasser der „Inquisitionsgeschichte in Frankreich“ keine Belege für seine Behauptungen anführt und keine Quellen nennt, ist nun deutlich herausgearbeitet worden, dass man für weitreichende Behauptungen, wie etwa die, dass an einem einzigen Tag 400 Hexen ermordet worden seien, Behauptungen anführen und Quellen nennen sollte. Diese Klärung erfolgte erst, als die Fiktion de Lamothe-Langons längst in der Geschichtsschreibung tradiert war und infolgedessen als unumstößliches Faktum die Stammtische erobert hatte. Wir erinnern uns: Geschichtsbilder werden gemacht.
(Josef Bordat)
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7

Freitag, 27. April 2012, 16:19

Hexen – Ergänzung

Dazu einige Fakten aus meinem Fundus, die teilweise die vorstehenden Fakten bestätigen aber auch ergänzen. Diese Informationen habe ich bereits vor 2002 in mein Archiv aufgenommen, sind also schon über 10 Jahre alt.

Eine grundlegende Revision der Geschichte der Hexenverfolgung in Europa hast der dänische Ethnologe und Historiker Gustav Hennigsen, der Autor mehrerer Standardwerke der neueren Hexenforschung ist, gefordert. Bei der Eröffnung der Ausstellung der dänischen Akademie in Rom über „Hexerei in Europa – Mythos und Realität“ erklärte er, die Hexenverfolgung habe weit weniger Opfer gefordert als gemeinhin angenommen. In den 400 Jahren der aktivsten Verfolgung seien in Europa rd. 50.000 Menschen verbrannt worden. Frühere Schätzungen hatten von bis zu 9 Millionen Opfern gesprochen. Henningsen erklärte weiter, dass die Todesrate bei der Hexenverfolgung in den katholischen Ländern besonders niedrig gewesen ist. Von der Mitte des 16. Jhdt. bis zum Ende des 18. Jhdt seien bei über 12.000 Hexenprozessen in Spanien, Portugal und Italien insgesamt 36 Hinrichtungen erfolgt. Das Groß der Hexenverbrennungen entfalle auf die Gebiete Europas, in denen die römische Inquisition nicht gewesen sei. Er betonte weiter, dass Martin Luther einer der begeistertsten Befürworter der Hexenverfolgung gewesen ist. Falsch sei die Annahme, dass nur Frauen im Rahmen der Hexenverfolgung verbrannt wurden. Vor allem in Skandinavien seien häufig auch Männer als Hexer hingerichtet worden, in Island sogar ausschließlich. Er hat in seinem Werk „The Witches Advocate“ die Arbeit der Inquisition in Spanien in hervorragender Weise dokumentiert und nachgewiesen, dass diese vielen wegen Hexerei Angeklagten, die von weltlichen Gerichten bereits zum Tode verurteilt worden waren das Leben gerettet hat.

Bereits 1972 haben die Historiker Norman Cohn und Richard Kieckhefer nachgewiesen, dass die Behauptungen in Leon de Lamothe-Langong´s Werk Historie de Ínquisition en France (geschrieben 1829) in Toulouse und Carcassonne habe die Inquisition täglich hunderte von Menschen getötet, reine Erfindungen waren. Die Fachwelt hat sich dann von ihm und von allen, die von ihm abhingen, distanziert. Leider leben aber bis heute dessen Schauermärchen in den Köpfen weiter.

Genauere Forschungen haben weitere Vorurteile der Falschheit überführt. So wurde gesagt, Hexenverfolgung sei eine Erscheinung des finsteren Mittelalters. Wahr ist indes, dass der von heidnischen Völkern kommende Hexenwahn durch die Heiligen Hippolyt, Johannes Chrysostosmus, Cäsarius von Arles, Martin von Braga bekämpft und Hexenverfolgung durch König Rothar (643) und Karl d. Großen bestraft wurde. Papst Gregor VII. (1073 – 1085) verbot in einem Schreiben an König Haralds, dass man in Dänemark Frauen als vermeintliche Verursacherinnen von Stürmen, Krankheiten und Seuchen töte, und bezeichnete die Verfolgten als „Unschuldig“.

Im Mittelalter wurde Zauberei, die schon im Alten Testament verurteilt wird, von der Kirche nur mit kirchlichen Strafen belegt. Erst gegen Ende des Mittelalters wuchs die Zahl der Hexenprozesse, wobei der Höhepunkt zwischen 1550 und 1650 lag, als in der Neuzeit.

Robin Brigg wies in seinem Werk Witches and Neightbours nach, dass es im Ausmaß der Hexenverfolgung in Europa riesige Unterschiede gab. So starben in Deutschland 26.000, in Irland dagegen nur 4; und dort wo die katholische Kirche durch die Reformation geschwächt und keinen bestimmenden Einfluss mehr ausüben konnte, starben die meisten, nämlich in Deutschland und Schweiz.

Jenny Gibbons, Spezialistin in mittelalterlicher Geschichte, konnte ferner zeigen, dass viele Anschuldigungen gegenüber der Inquisition auf Übersetzungsfehlern beruhen. Der Vermerk in den Akten, dass jemand „per inquisitionem“ geprüft wurde, bedeutet nicht „durch die Inquisition“ sondern in der Mehrheit der Fälle „durch eine Untersuchung, also eine Gerichtsmethode, die damals von allen weltlichen Gerichten verwendet wurde.“ Sie weist auch darauf hin, dass der vielzitierte „Hexenhammer“ Heinz Kramers keineswegs die offizielle Haltung der Kirche darstellt. Die Untersuchungsmethoden Kramers wurden sofort nach Erscheinung des Werkes von der Inquisition zurückgewiesen. „Weltliche Gerichte, nicht die Inquisition, haben vom Hexenhammer Gebrauch gemacht“, schließt Jenny Gibbons.

Kommentar
Mir persönlich scheint es so zu sein, dass Atheisten aber auch die hier erwähnte christliche Denomination bewusst die Hl. Mutter Kirche an Pranger stellen will um von sich abzulenken. Dies passiert übrigens wegen des Konkordats womit die angebliche Nähe der RKK zu den Nazis behauptet werden soll, wie es von vielen Protestanten immer in Foren erwähnt wird, obwohl in Wirklichkeit ein Großteil der Protestanten den „Deuchen Christen“ mit ihrem Reichsbischof von Hitler-.Gnaden angehörten. Auch die neue Bonhoeffer-Biographie beweist jedoch die Richtigkeit meiner Feststellungen.
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8

Freitag, 25. Mai 2012, 18:28

Die Krise der Väter

Die viel diskutierte und wenig verstandene demografische Krise Europas hat mit der Glaubenskrise zu tun. Benedikt XVI. zeigt, wie die Verunsicherung der Väter auch den Blick auf das Wesen Gottes verstellt.
Die heutige Tagespost veröffentlicht einen sehr lesenswerten Artikel von Stephan Baier zu diesem Thema.

Der Link zu diesem Artikel, der im freien Bereich ersichtlich ist.
http://www.die-tagespost.de/Die-Krise-de…r;art456,134426

Kommentar
Die Aussagen des Hl. Vaters bei der Generalaudienz am vergangenen Mittwoch sind hoch interessant und weisen darauf hin, dass durch den Zeitgeist der Vater in der Familie, auch in vielen katholischen, zurückgedrängt wurde, weil die feministische und Gender-Ideologie auch hier Fuß gefasst hat. Und mit dem Verdrängen der Autorität des Vaters wurde Gott als der Vater der Menschen verdrängt und die Glaubenskrise wurde existent.

Und die letzten Sätze des Artikels sind deutlich: „Darum ist eine Renaissance irdischer Vaterschaft auch nur durch einen neuen Blick auf die Vaterschaft Gottes zu erreichen. Wie auch umgekehrt – und darauf spielte Papst Benedikt deutlich an – die ideologische Trübung der Vaterrolle und die Verunsicherung der Väter das verstellt, was Jesus uns zeigen will, wenn er von unserem Vater im Himmel spricht.“
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Dienstag, 29. Mai 2012, 17:37

Kein Gegensatz zwischen Koch und Brandmüller

Nachdem bereits vorige Woche einige Medien einen Gegensatz zwischen den Kardinälen Koch und Brandmüller über die Auslegung von Konzilstexten konstruieren wollten, berichtet heute auch die Tagespost darüber.

Am 16. Mai hatte Kardinal Koch an der Päpstlichen Universität des heiligen Thomas eine Vorlesung über die Konzilserklärung „Nostra aetate“ über die Beziehungen der katholischen Kirche zu den Juden gehalten. Anschließende Journalistenfragen bezogen sich dann auf die von Erzbischof Lefebvre gegründete Pius-Bruderschaft und Koch erklärte dazu, dass er sich zu den Gesprächen zwischen der Bruderschaft und dem Vatikan nicht äußern werde, bis die Entscheidung von Benedikt XVI. über die Wiedereingliederung der Pius-Brüder in die Kirche gefallen sei.

Koch erklärte zusätzlich, dass das Zweite Vatikanum mit all seinen Texten für einen Katholiken bindend sei, wobei diese im Sinne der von Papst Benedikt geforderten Interpretation der Konzilstexte in Kontinuität mit der Tradition zu lesen sind. Koch hob auch hervor, dass es das Lehramt sei, das die authentischen Interpretationen hinsichtlich der katholischen Lehre festlege und auf möglicherweise offene Fragen antworte. Diese Aussagen des Kardinals sind völlig richtig, denn jeder Katholik ist gehalten, die Lehre der Konzilien, auch des letzten, anzunehmen.

Und am 22. Mai ging dann auch Kardinal Brandmüller bei einer Buchvorstellung auf die Interpretation der Konzilstexte ein und erklärte, es gebe einen Unterschied zwischen der dogmatischen Konstitution eines Konzils und einfachen Konzilserklärungen wie etwa jenen über die christliche Erziehung, die Massenmedien oder auch „Nostra aetate“ über die Juden.

So verwies Kardinal Brandmüller darauf, dass Erklärungen eines Konzils nicht in dem Maße einen bindenden Inhalt wie dogmatische Konstitutionen hätten. Aber auch Erklärungen sind ernst zu nehmen, denn auch sie seien Ausdruck des lebendigen Lehr4amts der Kirche. Auch diese Aussage von Kardinal Brandmüller ist vollkommen richtig. Denn die unterschiedliche Wertigkeit von Konzilstexten bedeutet grundsätzlich nicht, dass der Katholik nicht den Weisungen der Kirche, etwa zur Aussöhnung mit den Juden und zur Verurteilung jeder Form des Antisemitismus, folgen müsse. Also gibt es den von Nachrichtenagenturen konstruierten Gegensatz zwischen den Kardinälen Brandmüller und Koch nicht.

Kommentar
Die Nachrichtenagenturen bzw. Medien, die einen Gegensatz zwischen den beiden Kardinälen konstruieren zu wollten, hatten sicher zwei Gründe. Der wichtigste war wohl der Versuch eine Wiedereingliederung der schismatischen Pius-Bruderschaft von vorherein zu torpedieren und der zweite Grund war wohl die authentische Interpretation der Texte in der Kontinuität der Tradition der Texte. Denn diese Kontinuität stört jene modernistischen Kreise in der Kirche, die gerne im 2. Vaticanum einen Bruch in der der Lehre der Kirche sehen und konstruieren wollen und sich auf die Chimäre des „Geistes des Konzils“ berufen.

Wenn auch die Konzilsdokumente durch die Einteilung in Konstitutionen, Dekrete und Erklärungen eine gewissen Wertigkeit haben, bedeutet dies nicht eine unterschiedliche Annahme derselben durch die Gläubigen. Alle Texte haben dieselbe Verbindlichkeit für die gesamte Kirche.
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Donnerstag, 14. Juni 2012, 17:48

Leserbrief aus dem Blog des bekannten Kirchenrechtlers Dr. Alexander Pytlik als Antwort auf scheinheilige Versuche, seine fundierte und belegte Bischofskritik mit dem Autoritätsargument zum Schweigen zu bringen.

Zitat

>> Jeder Katholik hat sich in jedem Punkt dem Lehramt des Heiligen Vaters (und der mit ihm verbundenen katholischen Bischöfe) zu unterstellen. Lehrt nun ein Bischof in bestimmten Punkten der Glaubens- und Sittenlehre nicht in Einheit mit dem Heiligen Vater, so darf einem solchen Bischof in diesen Punkten niemand folgen! In meiner Haltung ist also nicht zweierlei Maß, sondern es ist vielmehr die ernste Frage an den Kritiker zu stellen: Wie sollte ein Katholik an der Lehre des Heiligen Vaters festhalten und gleichzeitig bestimmte Irrtümer seines Ortsbischofs annehmen können? Logisch zu Ende gedacht ergibt sich aus einer solchen unkatholischen Schizophrenie ein inhaltsleerer blinder Gehorsam, ohne darauf zu achten, ob die Lehre eines Bischofs oder Priesters auch mit den Inhalten des universal gültigen Katechismus der Katholischen Kirche (= "Weltkatechismus") übereinstimmt. Diese Übereinstimmung darf und muß jeder Katholik - ob Priester oder Laie - prüfen, zu seinem Heil, gerade heute. Das letzte Konzil hat klar gelehrt: Nur die "Bischöfe, die in Gemeinschaft mit dem römischen Bischof lehren, sind von allen als Zeugen der göttlichen und katholischen Wahrheit zu verehren." (LG 25). Aufmerksames Mitdenken ist gefragt. <<

Kommentar
Ich bin froh diesen Kommentar von Dr. Alexander Pytlik heute gefunden zu haben, denn er unterstützt auch meine Feststellungen im Forum bezüglich des Gehorsams gegenüber einem Bischofs, der die Lehre der Kirche relativiert.
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11

Donnerstag, 28. Juni 2012, 12:36

Fragwürdige Gerichtsurteile

Mir ist gestern An späten Abend folgende Mitteilung desd Forums Deutscher Katholiken zugekommen:

Zitat

Liebe Freunde des Forums Deutscher Katholiken,
ich bitte Sie, folgende Erklärung zur Kenntnis zu nehmen und in Ihrem Adressatenkreis zu verbreiten.
Mit freundlichen Grüßen
Prof. Dr. Hubert Gindert, Vors. des Forums Deutscher Katholiken
Gefährdung der Religionsfreiheit
Gefährdungen der Religionsfreiheit durch die Rechtssprechung nachgeordneter Gerichte sieht das „Forum Deutscher Katholiken“.
Die Vereinigung bezieht sich auf den Fall einer in lesbischer Lebensgemeinschaft stehenden Erzieherin in Neu-Ulm und die Kriminalisierung der bei Juden und Muslimen vorgeschriebenen Beschneidung männlicher Säuglinge . Wenn die katholische Kirche gezwungen werden soll, in ihren Einrichtungen Kinder der Erziehung durch eine Frau auszusetzen, die im Gegensatz zur kirchlichen Grundordnung steht, so greift damit der Staat in den Kernbereich kirchlichen Auftrages ein. Und auch Christen seien von der Entscheidung des Landgerichts Köln zur Beschneidung betroffen. Denn das Landgericht habe in der Urteilsbegründung ausgeführt, die Beschneidung sei deshalb kriminell, weil sie in das Selbstbestimmungsrecht des Kindes eingreife, das später selbst entscheiden können müsse, welcher Religion es annehme oder nicht. Dann werde wohl die Kindertaufe entsprechend unter Strafe gestellt. „Körperverletzung werde es wohl nicht sein, aber Juristen werden schon irgendeine Strafvorschrift finden, unter die sie die Taufe eines Kindes subsumieren können“, meinte der Sprecher des Forums. Er zeigt sich nicht nur verwundert darüber, wie das bislang unbestrittene Selbstbestimmungsrecht der Kirchen und Religionsgemeinschaften, das immerhin in Artikel 140 des Grundgesetzes verankert sei, nun angefochten werde.
Prof. Dr. Hubert Gindert,
Vorsitzender des Forums Deutscher Katholiken


Kommentar
Ich bin derselben Meinung, dass über kurz oder lang, die christliche Taufe von Säuglingen mit derselben Begründung ausgehebelt werden kann, als juristische Begründung würde passen, „Psychische Gewalt“ durch den Schock, der das Übergießen des Wassers beim Kind oder Untertauchen des Kindes im Wasser hervorrufen könnte: Der juristische Beweis: das immer wieder vorkommende Schreien des Kindes. :thumbdown: :thumbdown: :thumbdown: :thumbdown: :c028:
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12

Donnerstag, 28. Juni 2012, 15:29

Religionsfreiheit

Ja, nun geht die Beschneidung der Religionsfreiheit bei uns auch auf der Ebene der Rechtsprechung los. Bisher war es nur unterschwellig zu merken, nun nimmt die abnehmende Freiheit in der Religionsausübung auch bei uns ganz offiziell zu
Was kommt als nächster Punkt? Ich weiß es nicht, ahne aber nichts Gutes! - Da scheint noch nicht einmal das Grundgesetz zu helfen, das in der Folge der schlimmen Erfahrungen in der Zeit des Dritten Reiches wohlweislich in der uns bekannten Form beschlossen worden ist.
Wie schnell läßt sich ein solches Gesetz ändern, wenn die Politiker damit ihren Zielen näher kommen. Das scheint also heutzutage auch nicht mehr wirklich den Schutz zu bieten, der damit in den Nachkriegsjahren beabsichtigt worden war.
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13

Donnerstag, 28. Juni 2012, 18:09

RE: Religionsfreiheit

Ja, nun geht die Beschneidung der Religionsfreiheit bei uns auch auf der Ebene der Rechtsprechung los. Bisher war es nur unterschwellig zu merken, nun nimmt die abnehmende Freiheit in der Religionsausübung auch bei uns ganz offiziell zu
Was kommt als nächster Punkt? Ich weiß es nicht, ahne aber nichts Gutes! - Da scheint noch nicht einmal das Grundgesetz zu helfen, das in der Folge der schlimmen Erfahrungen in der Zeit des Dritten Reiches wohlweislich in der uns bekannten Form beschlossen worden ist.
Wie schnell läßt sich ein solches Gesetz ändern, wenn die Politiker damit ihren Zielen näher kommen. Das scheint also heutzutage auch nicht mehr wirklich den Schutz zu bieten, der damit in den Nachkriegsjahren beabsichtigt worden war.

Richtig. Bisher haben die linken Kreise geglaubt, dass sie mit „panem et circenses“ das Volk von der Religion abhalten können. Nachdem das nicht „demokratisch“ gelungen ist, zeigt der Tiger immer mehr die Zähne indem die Gesetze manipuliert oder eben gerichtlich „sachgerecht interpretiert“ werden. Für das Unterwandern der Justiz, der Medien usw. durch diese ldeologen war die Jahrzehnte seit den 1960er-Jahren ausreichend. Bereits uns wurde Ende der 1950er- Jahren in der Parteischule nahegelegt einen derartigen Beruf zu ergreifen und allein zwei mir persönlich gut Bekannte aus dieser Zeit haben diesen Weg eigeschlagen, einer in der Zeitungsbranche und einer ist ein in Deutschland heute sehr bekannter Top-Medienmann. Nachdem ich mich von dieser Ideologie distanziert habe, begann ich dann ohne Protektion in der Wirtschaft und macht dort meine Karriere. Auf die späteren Schalmeientöne mich 1971/72 zurückzuholen in eine Top-Position, ging ich nicht ein.
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14

Samstag, 14. Juli 2012, 17:47

Nachlese zum Beschneidungsurteil von Köln

Nachdem nunmehr Atheisten-und Freidenkerverbände die Maske fallen lassen und über dieses Urteil aufjubeln, muss jedem wirklich denkenden Menschen klar sein wohin der „Zug“ fahren soll. Es geht eindeutig darum die Initiationsriten der Religionen zu verhindern (Beschneidung bei den Juden/Moslem, Taufe bei den Christen), denn der Mensch soll sich nach deren Ansicht erst dann für eine Religion entscheiden, wenn er „vernunftbegabt“ ist wie in dem Urteil auch festgestellt wurde. Mit der Kindergarten- bzw. Kinderkrippenpflicht soll aber die atheistische Indoktrinierung vom Säuglingsalter beginnen wie 1917 in der Sowjetunion. Damit ist eine religiöse Erziehung obsolet und genau das wollen diese Kreise, denn ansonsten erreichen sie nicht das von ihnen gesetzte Ziel, eine atheistische Welt. Damit würde auch der Religionsunterricht in der Schule fallen und die abgeschlossenen Konkordate „kalt“ abserviert.

Wie auf Internetplattformen festgestellt werden kann, fallen auch Christen auf das vorgeschobene Argument der „körperlichen Unversehrtheit“ herein und beweisen damit, dass sie noch immer genauso manipulierbar sind wie jene Personen, die seinerzeit von der kommunistischen Friedensinitiative manipuliert wurden und die nur gegen die USA auftrat und die Kommunisten und ihre Stellvertreterkriege unterstützte. Damals wurde jene Unterstützer als „nützliche Idioten“ von der Friedensbewegung bezeichnet. Heute sind jene, die „nützlichen Idioten“ der Atheisten, die nicht deren Intentionen durchschauen.
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15

Samstag, 14. Juli 2012, 22:03

RE: Nachlese zum Beschneidungsurteil von Köln

Nachdem nunmehr Atheisten-und Freidenkerverbände die Maske fallen lassen und über dieses Urteil aufjubeln, muss jedem wirklich denkenden Menschen klar sein wohin der „Zug“ fahren soll. Es geht eindeutig darum die Initiationsriten der Religionen zu verhindern (Beschneidung bei den Juden/Moslem, Taufe bei den Christen), denn der Mensch soll sich nach deren Ansicht erst dann für eine Religion entscheiden, wenn er „vernunftbegabt“ ist wie in dem Urteil auch festgestellt wurde. Mit der Kindergarten- bzw. Kinderkrippenpflicht soll aber die atheistische Indoktrinierung vom Säuglingsalter beginnen wie 1917 in der Sowjetunion. Damit ist eine religiöse Erziehung obsolet und genau das wollen diese Kreise, denn ansonsten erreichen sie nicht das von ihnen gesetzte Ziel, eine atheistische Welt. Damit würde auch der Religionsunterricht in der Schule fallen und die abgeschlossenen Konkordate „kalt“ abserviert.

Wie auf Internetplattformen festgestellt werden kann, fallen auch Christen auf das vorgeschobene Argument der „körperlichen Unversehrtheit“ herein und beweisen damit, dass sie noch immer genauso manipulierbar sind wie jene Personen, die seinerzeit von der kommunistischen Friedensinitiative manipuliert wurden und die nur gegen die USA auftrat und die Kommunisten und ihre Stellvertreterkriege unterstützte. Damals wurde jene Unterstützer als „nützliche Idioten“ von der Friedensbewegung bezeichnet. Heute sind jene, die „nützlichen Idioten“ der Atheisten, die nicht deren Intentionen durchschauen.


Was sind das für Christen, die das Urteil und die Sympathiesanten nicht durchschauen?
Das von Dir beschriebene, @ Diaconus, würde die Abschaffung der Religionsfreiheit bedeuten! :evil:
Da kann man nur hoffen, dass diese Kreise sich nicht durchsetzen! Beten wir dafür! Und setzen wir unsere Hoffnung auf GOTT, ER ist allmächtig - und stärker als alle Atheisten und sonstigen Verirrten. Beten wir dafür, daß sie doch noch zu GOTT finden! :thumbup:
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16

Dienstag, 17. Juli 2012, 19:52

Beginn der Beschneidungsdebatte in Österreich

Wie der ORF (Radio NÖ) in den heutigen Abendnachrichten berichtete haben fünf Kritiker ein Beschneidungsverbot in Österreich gefordert. Dazu die zwei wichtigsten Aussagen:

Niko Alm als Sprecher der Initiative gegen Kirchenprivilegien verwies auf „Grundrechte, von denen wir alle betroffen sind“. Religionsfreiheit sei zwar selbstverständlich, sei aber „auch ein Abwehrrecht“. Nach Alms Ansicht handelt es sich bei der Beschneidung um Körperverletzung, zu der das Kind keine Zustimmung geben könne.

Und die Rechtsanwältin Eva Plaz sieht als entscheidende Frage, wer den Eingriff bewilligen kann. Bis zum 14. Lebensjahr nämlich die Eltern, und diese dürften in nichts einwilligen, was das Kindeswohl beeinträchtigen könnte. „Die körperliche und seelische Unversehrtheit des Kindes ist meiner Einschätzung nach über die Religionsfreiheit und das Erziehungsrecht der Eltern zu stellen“, folgerte Plaz, die glaubt, dass das Thema vor dem Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg landen werde.

Kommentar
Natürlich die Atheisten stellen wieder einmal Forderungen in einem Bereich, den sie in ihrer geistigen Beengtheit überhaupt nicht begreifen. Interessant ist die demaskierende Aussage der RA Plaz über die „körperliche und seelische Unversehrtheit des Kindes“, die in der Folge nicht nur auf die Beschneidung sondern auch auf die Taufe „als seelische Grausamkeit“ (= übergießen von oder Eintauchen in Wasser) angewendet werden kann. Nur der von den Atheisten forcierte Sexualkunde-Unterricht in dem Minderjährige mit den perversen Praktiken der Homos, auch gegen den Willen der Eltern, konfrontiert werden, der ist in Ordnung, weil er den Menschen auf die Stufe des Tieres zurückführt. Und genau das war immer das Ziel der Linksfaschisten, egal ob sie sich als Rot-Grün- oder Links bezeichnen,

Wir müssen als Christen schon aus dem Grund gegen das Beschneidungsverbot auftreten, denn die Taufe von Kindern ist nämlich dann das nächste Ziel um die religiöse Erziehung zu kappen. Wer als Christ daher das Beschneidungsverbot unterstützt ist für diese Atheisten genauso ein „nützlicher Idiot“ (so die Bezeichnung der kommunistischen Aktivisten für die Mitläufer), wie jene, die seinerzeit die kommunistische Friedensbewegung unterstützten.
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17

Sonntag, 22. Juli 2012, 17:23

Eine Gewissensfrage an die Hirten
Aus dem Groschenblatt
Was wird die Kirche tun, wenn sich trotz brüderlicher Bemühuneng die Gegensätze verhärten? Da obliegt es der Kirche, zur Aufrechterhaltung ihrer Einheit ein Urteil zu fällen, wo selbst die allerletzte Möglichkeit in Betracht zu ziehen nicht ausgeschlossen werden darf, jemand aus der Gemeinschaft der Kirche auszuschließen. Mit wortbrüchigen Priestern werden wir in Zukunft weder den Priestermangel beheben noch das Image der Kirche in unserer Heimat Österreich retten. Die Glaubenswahrheiten ändern sich nicht und sie dürfen in keinem Fall dem jeweiligen Zeittrend angepasst werden. Papst und Bischöfe müssen in Zukunft noch viele deutlicher sagen, was geht und was nicht geht. Da die Kirche die Wahrheit über Gott und den Menschen anvertraut ist, darf sie nicht länger auf Konsens- und Kompromissfindung aus sein.

Kommentar
Dem ist nichts hinzuzufügen, denn selbst Jesus hat sich ähnlich geäußert. Als ein Großteil der Jünger ihn verließ (vgl. Joh 6,60), weil ihnen die verkündete Lehre nicht passte, fragte er die Apostel: „Wollt auch ihr gehen?“ (Joh 6,67). Jesus buhlte nicht um die Menschen. Auch die Apostel verkündeten die Lehre Jesu ohne Wenn und Aber, wer sie nicht annahm wurde eben nicht gerettet. Heute wird versucht den Menschen im Zeitgeist nach dem Mund zu reden um die Kirchensteuerzahler nicht zu verärgern, damit riesige Kirchenapparate finanziert werden können, die mehr oder weniger verdeckt gegen die Lehre der Kirche und das Lehramt des Papstes agieren und setzt die authentische Lehre Jesu aufs Spiel.
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18

Dienstag, 24. Juli 2012, 16:24

Führt liberale Theologie zum Untergang?

So lautet heute eine Meldung der Nachrichtenagentur idea über da Thema: Führen eine liberale Theologie und eine gesellschaftspolitische Ausrichtung der Kirchen zu ihrem Untergang? Über diese Frage ist eine Debatte in den USA entbrannt, die durch einen Artikel des Publizisten Ross Douthat in der New York Times (Ausgabe 14. Juli) ausgelöst wurde. Darin verweist er auf die Mitgliederverluste aller US-Traditionskirchen, etwa Anglikaner, Lutheraner, Reformierte, Methodisten, die sich einer liberalen Theologie verschrieben haben und Gesellschaftspolitik in den Vordergrund stellen.

Als Beispiel führt u. a. Douthat die Episkopalkirche an, die sich in den vergangenen Jahrzehnten zu einer der progressivsten in den Vereinigten Staaten entwickelt hat und deren Vorsitzende Bischöfin Katherine Jefferts Schori schon 2006 in einem Interview mit der New York Times die Meinung vertreten habe, dass ihre Kirche nicht so sehr daran interessiert sei, „ihre Reihen durch Kinderkriegen aufzufüllen“; viel mehr Wert lege sie auf „gute Haushalterschaft“ für die Umwelt, also Umweltpolitik.

Nach Ansicht des Katholiken Douthat gibt die Episkopalkirche heute in etwa ein solches Bild ab, wie es die römisch-katholische hätte, wenn der Papst jeden Reformvorschlag annähme, den liberale Gelehrte dem Vatikan empfehlen. Douthat weiter: „Sie, die Episkopalkirche, hat noch Priester und Bischöfe, Altäre und Kirchenfenster, aber sie ist in der Lehre flexibel bis zur Selbstaufgabe, fast jeder Form sexueller Liberalisierung freundlich zugetan, bereit, das Christentum mit anderen Religionen zu vermengen, und darauf erpicht, Theologie zugunsten säkularer politischer Anliegen herunterzuspielen“.

Auch der evangelikale Bestsellerautor und Bonhoeffer-Biograf Eric Metaxas (New York) stimmt Douthats Analyse weitgehend zu. Er weist in der Internet-Zeitung Christian Post darauf hin, dass auch theologisch konservative Kirchen schrumpfen, etwa der Bund der Südlichen Baptisten - mit gut 16 Millionen Mitgliedern die größte protestantische Kirche in den USA. Aber nicht nur deshalb verbiete sich „klammheimliche Freude“ über den Niedergang der Traditionskirchen. Metaxas verweist auf einen Artikel des Theologen Timothy George, Vorsitzender der Colson-Zentrums in Lansdowne (Bundesstaat Virginia).

Wie dieser schreibt, seien auch die größten Kirchen in den USA – noch vor den Südlichen Baptisten die römisch-katholische Kirche mit 68,2 Millionen Mitgliedern – Versuchungen ausgesetzt, „das verblassende Ethos des liberalen Protestantismus nachzuahmen“. Oft würden evangelistische Gründe dafür angeführt: Man wolle „religiöse Kulturverächter“ durch eine Art „vager Neo-Spiritualität“ gewinnen. Die Absicht sei zwar ehrenhaft, aber die Folgen wahrscheinlich katastrophal: „ein soziales Evangelium, das allein sozial ist, ist aber kein Evangelium“. Daraus entstehe ein Kirche, die nichts anderes mehr zu sagen habe, als das, was säkulare Eliten schon längst und meist besser gesagt hätten. George sieht die Gefahr eines „horizontalen Glaubens“, der das Zutrauen in Gottes erlösende Liebe verliere.

Kommentar
Diesem Kommentar ist nichts mehr hinzuzufügen. Auch in Westeuropa hat die Glaubensverdunstung innerhalb der Hl. Mutter Kirche (RKK) ab dem Zeitpunkt begonnen als die Evangeliumsverkündigung die wesentlichen Punkte über die letzten Dinge (Himmel, Hölle, ewiges Leben usw.) sowie das Sündenbewusstsein in den Hintergrund gerückt hat und die reine soziale Komponente in den Vordergrund gestellt und selbst die schwerste Sünde zum menschlichen verzeihlichen Fehler wurde, den der liebende und barmherzige Gott auf alle Fälle verzeihen wird. Damit wurde die Kirche zu einem Sozialverein degradiert, der halt einen Ritus feiert aber das wichtige „mysterium fidei“ wurde vollkommen ausgehöhlt und das Evangelium Christi sowie die Offenbarung Gottes so verkürzt und verfälscht, dass nur mehr „Friede-Freude-Eierkuchen“ und „Wir haben uns alle sooooooooo lieb“ übriggeblieben ist. Endergebnis: Jeder glaubt sich seinen Glauben selbst machen zu können wie es ihm passt, aber das ist nicht römisch-katholisch sondern protestantisch, denn bei diesen Denominationen kann sich jeder die Bibel so auslegen wie es ihm passt. Karl Rahner, der Konzilstheologe hat einige Zeit vor seinem Tod 1984 als er die negativen „Früchte“ der Nachkonzilzeit gesehen hatte, in einem Interview gemeint, dass „jeder, der mit dem allem was die katholische Lehre ausmacht, nicht einverstanden ist, den redlichen Charakter haben sollte, die Kirche, die nicht mehr die seine ist, zu verlassen und diese nicht unterwandern.“
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19

Dienstag, 24. Juli 2012, 19:39

Antwort zur "liberalen" Theologie

Ich denke, das Gebot der Stunde ist, dass wir wieder mehr gläubige Priester brauchen, die auch wirklich das glauben, was sie verkündigen (sollen). Wenn man das Neue Testament liest, sieht man, dass es eben nicht mit Friede, Freude Eierkuchen und "GOTT hat uns ja eh lieb" getan ist. Es gibt ihn eben doch, den strengen Jesus, der nicht jeden Kompromiss mitmacht.

Alle sind sich einig, dass die Bedeutung des Beichtsakraments in der heutigen Zeit mehr oder weniger in Vergessenheit geraten ist. Ich werde ja schon unter Katholiken manchmal schräg angeschaut nach dem Motto: "Wer macht denn heutzutage so 'was noch?" - Ja, GOTT ist barmherzig, aber nicht um jeden Preis: Hätte er nicht sonst die "unklugen" Jungfrauen, die nicht vorbereitet waren, deren Öl zur Neige gagangen war als der kam, auf den sie gewartet haben, auch mit Freuden eingelassen, als sie endlich neues Öl für ihre Lampen besorgt hatten? Nein, er sagte ihnen, dass er sie nicht kenne - und hat sie nicht eingelassen! Das kann man hin und herwenden, es ändert nichts an der Tatsache, dass die Offenbarungen, die uns im NT gegeben worden sind, heute nur selektiv gelesen und verkündet werden! Würde man es anders handhaben, wäre sofort die Beichte wieder hochaktuell, weil die Menschen erkennen würden, dass sie sündhaft sind und auf die Gnade, die Barmherzigkeit GOTTES nur rechnen können, wenn sie ernsthaft umkehren. Jeden Tag, immer wieder neu!

Das wäre ein Schritt zur Kirche Christi! Es muß durch Katechesen ins Bewußtsein der Menschen gebracht werden, dass man nicht automatisch das Recht auf die Heilige Kommunion hat, dass man sich auch durch den unwürdigen Empfang der Heiligen Kommunion ins Verderben bringt. Vielleicht nicht auf dieser Erde sofort sichtbar, aber die Ewigkeit dauert nun doch etwas länger als unser Erdendasein.
Dieses und noch mehr ist zu diesem Thema zu sagen. Man kann es auch kürzer fassen: Die Kirche muß und sollte zum Eigentlichen zurückkehren. Papst Benedikt XVI. verfolgt geduldig und beharrlich dieses Ziel. Seien wir ihm dankbar! - Wenn doch bloß auch unsere Bischöfe diesen Weg mitgehen würden! Dabei muß man sagen, dass die deutschen Bischöfe so schlecht nicht sein können, entstammt unser Papst doch aus ihren Reihen - und der neue Präfekt der Glaubenskongregation, Bischof Ludwig Müller ebenfalls. Wir haben auch eine Reihe konservativer Bischöfe, leider setzen sie sich zurzeit nicht so durch, wie es notwendig wäre...
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20

Dienstag, 24. Juli 2012, 20:12

RE: Antwort zur "liberalen" Theologie

Ich denke, das Gebot der Stunde ist, dass wir wieder mehr gläubige Priester brauchen, die auch wirklich das glauben, was sie verkündigen (sollen). Wenn man das Neue Testament liest, sieht man, dass es eben nicht mit Friede, Freude Eierkuchen und "GOTT hat uns ja eh lieb" getan ist. Es gibt ihn eben doch, den strengen Jesus, der nicht jeden Kompromiss mitmacht.

Alle sind sich einig, dass die Bedeutung des Beichtsakraments in der heutigen Zeit mehr oder weniger in Vergessenheit geraten ist. Ich werde ja schon unter Katholiken manchmal schräg angeschaut nach dem Motto: "Wer macht denn heutzutage so 'was noch?" - Ja, GOTT ist barmherzig, aber nicht um jeden Preis: Hätte er nicht sonst die "unklugen" Jungfrauen, die nicht vorbereitet waren, deren Öl zur Neige gagangen war als der kam, auf den sie gewartet haben, auch mit Freuden eingelassen, als sie endlich neues Öl für ihre Lampen besorgt hatten? Nein, er sagte ihnen, dass er sie nicht kenne - und hat sie nicht eingelassen! Das kann man hin und herwenden, es ändert nichts an der Tatsache, dass die Offenbarungen, die uns im NT gegeben worden sind, heute nur selektiv gelesen und verkündet werden! Würde man es anders handhaben, wäre sofort die Beichte wieder hochaktuell, weil die Menschen erkennen würden, dass sie sündhaft sind und auf die Gnade, die Barmherzigkeit GOTTES nur rechnen können, wenn sie ernsthaft umkehren. Jeden Tag, immer wieder neu!

Das wäre ein Schritt zur Kirche Christi! Es muß durch Katechesen ins Bewußtsein der Menschen gebracht werden, dass man nicht automatisch das Recht auf die Heilige Kommunion hat, dass man sich auch durch den unwürdigen Empfang der Heiligen Kommunion ins Verderben bringt. Vielleicht nicht auf dieser Erde sofort sichtbar, aber die Ewigkeit dauert nun doch etwas länger als unser Erdendasein.
Dieses und noch mehr ist zu diesem Thema zu sagen. Man kann es auch kürzer fassen: Die Kirche muß und sollte zum Eigentlichen zurückkehren. Papst Benedikt XVI. verfolgt geduldig und beharrlich dieses Ziel. Seien wir ihm dankbar! - Wenn doch bloß auch unsere Bischöfe diesen Weg mitgehen würden! Dabei muß man sagen, dass die deutschen Bischöfe so schlecht nicht sein können, entstammt unser Papst doch aus ihren Reihen - und der neue Präfekt der Glaubenskongregation, Bischof Ludwig Müller ebenfalls. Wir haben auch eine Reihe konservativer Bischöfe, leider setzen sie sich zurzeit nicht so durch, wie es notwendig wäre...

@ Teresa, Du hast vollkommen Recht, aber die die gläubigen Priester kommen nicht von alleine. Ich weiß aus verschiedenen Foren, aber auch aus eigener Erfahrung mit Alumnen, dass wirklich gläubige Kandidaten in vielen Priesterseminaren der Diözesen große Schwierigkeiten haben und tlw. auch dem Seminar entfernt wurden, zBspl. weil er täglich in der Kapelle den Rosenkranz gebetet hat oder weil er den Wunsch geäußert hatte, ob nicht täglich abends das Allerheiligste für eine Stunde ausgesetzt werden könnte. Nur in den Seminaren bzw. theologischen Hochschulen von gewissen Orden, wie zBspl. Zisterzienser in Heiligenkreuz bei Wien, ist es anders.

Und aus eigener Erfahrung weiß ich, dass in vielen Pfarren Predigten, die die unverkürzte und unverfälschte Lehre des Evangeliums beinhalten, die daraus zu ziehende Konsequenzen aufzeigen und den anwesenden Menschen nicht nach dem Mund reden, nicht gerne gehört werden und man dann meist nicht mehr eingeladen wird. Und ich weiß auch von mehreren mir bekannten Pfarrern, die aus ihren Gemeinden aus demselben Grund hinausgemobbt wurden.
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