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50 Jahre - II. Vaticanum

Antworten im Thema: 86 » Der letzte Beitrag (13. August 2013, 07:46) ist von diaconus.

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diaconus

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Dienstag, 30. Oktober 2012, 16:44

Die Dogmatische Konstitution über die göttliche Offenbarung „Dei verbum“ (DV) - Teil 10

Sechstes Kapitel
Die Heilige Schrift im Leben der Kirche

Artikel 21
Die Kirche hat die Heiligen Schriften immer verehrt wie den Herrenleib selbst, weil sie, vor allem in der heiligen Liturgie, vom Tisch des Wortes Gottes wie des Leibes Christi ohne Unterlass das Brot des Lebens nimmt und den Gläubigen reicht. In ihnen zusammen mit der Heiligen Überlieferung sah sie immer und sieht sie die höchste Richtschnur ihres Glaubens, weil sie, von Gott gegeben und ein für alle Male niedergeschrieben, das Wort Gottes selbst unwandelbar vermitteln und in den Worten der Propheten und der Apostel die Stimme des Heiligen Geistes vernehmen lassen. Wie die christliche Religion selbst, so muss auch jede kirchliche Verkündigung sich von der Heiligen Schrift nähren und sich an ihr orientieren. In den Heiligen Büchern kommt ja der Vater, der im Himmel ist, seinen Kindern in Liebe entgegen und nimmt mit ihnen das Gespräch auf. Und solche Gewalt und Kraft west im Worte Gottes, dass es für die Kirche Halt und Leben, für die Kinder der Kirche Glaubensstärke, Seelenspeise und reinster, unversieglicher Quell des geistlichen Lebens ist. Darum gelten von der Heiligen Schrift im besonderer Weise die Worte: „Lebendig ist Gottes Rede und wirksam“ (Hebr 4,12), „mächtig aufzubauen und das Erbe auszuteilen unter allen Gläubigen“ (Apg 20,32, vgl. 1Thess 2,13).

Artikel 22
Der Zugang zur Heiligen Schrift muss für die an Christus Glaubenden weit offenstehen. Darum hat die Kirche schon in ihren Anfängen die älteste Übersetzung des Alten Testamentes, die griechische, die nach den Siebzig (Septuaginta) benannt wird, als die ihre übernommen. Die anderen orientalischen und lateinischen Übersetzungen, besonders die sogenannte Vulgata, hält sie immer in Ehren. Da aber das Wort Gottes allen Zeiten zur Verfügung stehen muss, bemüht sich die Kirche in mütterlicher Sorge, dass brauchbare und genaue Übersetzungen in die verschiedenen Sprachen erarbeitet werden, mit Vorrang aus dem Urtext der Heiligen Bücher. Wenn die Übersetzungen bei sich bietender Gelegenheit und mit Zustimmung der kirchlichen Autorität in Zusammenarbeit auch mit den getrennten Brüdern zustande kommen, dann können sie von allen Christen benutzt werden.

Artikel 23
Die Braut des Fleischgewordenen Wortes, die Kirche, bemüht sich, vom Heiligen Geist belehrt zu einem immer tieferen Verständnis der Heiligen Schriften vorzudringen, um ihre Kinder unablässig mit dem Worte Gottes zu nähren, darum fördert sie auch in gebührender Weise das Studium der Väter des Ostens wie des Westens und der heiligen Liturgien. Die katholischen Exegeten und die anderen Vertreter der theologischen Wissenschaft müssen in eifriger Zusammenarbeit sich darum mühen, unter Aufsicht des kirchlichen Lehramts mit passenden Methoden die göttlichen Schriften so zu erforschen und auszulegen, dass möglichst viele Diener des Wortes in den Stand gesetzt werden, dem Volke Gottes mit wirklichem Nutzen die Nahrung der Schriften zu reichen, die den Geist erleuchtet, den Willen stärkt und die Menschenherzen zur Gottesliebe entflammt. Die Heilige Synode ermutigt die Söhne der Kirche, die Bibelwissenschaft treiben, das glücklich begonnene Werk mit immer neuen Kräften und ganzer Hingabe im Geist der Kirche fortzuführen (Pius XII., Enzykl. Divino afflante).
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Mittwoch, 31. Oktober 2012, 17:25

Die Dogmatische Konstitution über die göttliche Offenbarung „Dei verbum“ (DV) - Teil 11 und Ende

Artikel 24
Die heilige Theologie ruht auf dem geschriebenen Wort Gottes, zusammen mit der Heiligen Überlieferung, wie auf einem bleibenden Fundament. In ihm gewinnt sie sichere Kraft und verjüngt sich ständig, wenn sie alle im Geheimnis Christi beschlossene Wahrheit im Lichte des Glaubens durchforscht. Die Heiligen Schriften enthalten das Wort Gottes und, weil inspiriert, sind sie wahrhaft Wort Gottes: Deshalb sei das Studium des heiligen Buches gleichsam die Seele der heiligen Theologie. (Leo XIII., Enzykl. Providentissimus Deus). Auch der Dienst des Wortes, nämlich die seeölsorgliche Verkündigung, die Katechese und alle christliche Unterweisung – in welcher die liturgische Homilie einen hervorragenden Platz haben muss – holt aus dem Wort der Schrift gesunde Nahrung und heilige Kraft.

Artikel 25
Darum müssen alle Kleriker, besonders Christi Priester und die anderen, die sich als Diakone oder Katecheten ihrem Auftrag entsprechen dem Dienst des Wortes widmen, in beständiger heiliger Lesung und gründlichem Studium sich mit der Schrift befassen, damit keiner von ihnen werde zu „!einem hohlen und äußerlichen Prediger des Wortes Gottes, ohne dessen innerer Hörer zu sein“ (Augustinus), wo er doch die unübersehbaren Schätze des göttlichen Wortes, namentlich in der heiligen Liturgie, den ihm anvertrauten Gläubigen mitteilen soll. Ebenso ermahnt die Heilige Synode alle an Christus Glaubenden, zumal die Glieder religiöser Gemeinschaften, besonders eindringlich, durch häufige Lesung der Heiligen Schrift sich die „alles übertreffende Erkenntnis Jesu Christi“ (Phil 3,8 ) anzueignen. „Die Schrift nicht kennen, heißt Christus nicht kennen.“ (Hieronymus) Sie sollen deshalb gern an den heiligen Text selbst herantreten, einmal in der mit göttlichen Worten gesättigten heiligen Liturgie dann in frommer Lesung oder auch durch geeignete Institutionen und andere Hilfsmittel, die heute mit Billigung und auf Veranlassung der Hirten der Kirche lobenswerterweise allenthalben verbreitet werden. Sie sollen daran denken, dass Gebet die Lesung der Heiligen Schrift begleiten muss, damit sie zu einem Gespräch werde zwischen Gott und Mensch; denn „ihn reden wir an, wenn wir beten; ihn hören wir, wenn wir Gottes Weisungen lesen“ (Ambrosius).

Die kirchlichen Vorsteher, „bei denen die Lehre der Apostel ist“ (Irenäus), sollen die ihnen anvertrauten Gläubigen zum rechten Gebrauch der Heiligen Bücher, namentlich des Neuen Testamentes und in erster Linie der Evangelien, in geeigneter Weise anleiten durch Übersetzungen der heiligen Texte, die mit den notwendigen und wirklich ausreichenden Erklärungen versehen sind, damit die Kinder der Kirche sicher und mit Nutzen mit den Heiligen Schriften umgehen und von ihrem Geist durchdrungen werden.

Darüber hinaus sollen mit entsprechender Anmerkungen versehene Ausgaben der Heiligen Schrift geschaffen werden, die auch Nichtchristen gebrauchen können und die ihren Verhältnissen angepasst sind. Die Seelsorger und die Christen jeden Standes soll auf jede Weise klug für ihre Verbreitung sorgen.

Artikel 26
So möge durch Lesung und Studium der Heiligen Bücher „Gottes Wort seinen Lauf nahmen und verherrlicht werden“ (2 Thess 3,1). Der Schatz der Offenbarung, der Kirche anvertraut, erfülle mehr und mehr die Herzen der Menschen. Wie das Leben der Kirch sich mehrt durch die ständige Teilnahme am eucharistischen Geheimnis, so darf man neuen Antrieb für das geistliche Leben erhoffen aus der gesteigerten Verehrung des Wortes Gottes, welches „bleibt in Ewigkeit“ (Jes 40,8, vgl. 1 Petr 1,23-25)
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Sonntag, 25. November 2012, 17:42

Sel. Papst Johannes XXIIII.
In seiner Eröffnungsansprache mit den Hauptziel des Konzils
„Dies betrifft in höchsten Grade das Ökumenische Konzil; dass das heilige Gut der christlichen Lehre bewahrt und in wirksamer Form weitergegeben wird. …. Dafür bedürfte es nicht eines Konzils …. Es ist nötig, dass diese sichere und unveränderliche Lehre, an der in Treue festgehalten werden muss, vertieft und in einer Weise vorgetragen wird, die den Erfordernissen unserer Zeit entspricht."

Kommentar
Wenn man diese Worte des Papstes Johannes XXIII. Bei der Konzilseröffnung betrachtet und dann den Ablauf verfolgt und das Ergebnis des Konzils verifiziert, so muss festgestellt werden, dass da vieles falsch gelaufen ist. Denn die sichere und unveränderliche Lehre wurde in den Konzilsdokumenten zwar nicht verändert, aber es wurden so „weiche“ Formulierungen verwendet, dass der missbräuchlichen Interpretation „Tür und Tor“ geöffnet worden ist.

In diesem Zusammenhang verweise ich auf meine Posts vom Ende Juli 2011 in diesem Thread, wo ich schon auf einen problematischen Ablauf aber auch Vorgänge vor der Konzilseröffnung hingewiesen habe. Mit dem Erscheinen des Buches 2012 von Roberto de Mattei „Das Zweite Vatikanische Konzil – Eine bislang ungeschriebene Geschichte“ wird dies mit Dokumenten sehr gut belegt. Dieses Buch ist sehr lesenswert, aber durch die vielen Fußnoten auf die diesbezügliche Dokumente bzw. deren Inhalt nicht leicht zu lesen. Interessant ist auch, dass in diesem Buch erwähnt wird, dass bereits Pius XII. den Gedanken an ein Konzil ventiliert hatte, aber von seinem Beratern ihm aus den Gründen, die dann beim Konzil zum Tragen gekommen sind, abgeraten worden ist. Johannes XXIII. meinte, dass das Konzil in 3 bis 4 Monaten beendet sein wird, da die vorbereiteten Schemata entsprechend gut waren. Aber in der ersten öffentlichen Sitzung wurde von einer „Seilschaft“ meist westeuropäischer Kardinäle, die sich bereits einige Zeit vor Beginn des Konzils gebildet hatte, alles „umgestoßen“ und nahm einen ganz anderen Verlauf als ursprünglich vom Papst beabsichtigt war.

Die derzeitige Glaubens- und sonstige Krise der Hl. Mutter Kirche ist somit genau auf diese Formulierungen und diese Kardinäle, deren Nachfolger und modernistische Theologen zurückzuführen, die diese „weichen“ Dokumenten-Formulierungen mit dem „Geist des Konzils“, dieser Chimäre, uminterpretierten.
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84

Montag, 26. November 2012, 19:35

Der Herzschlag eines Jahrhunderts

Das Konzil hat den Umgang mit der Bibel verändert – Fünfzig Jahre nach dem Zweiten Vatikanum leidet die Exegese noch unter Gleichgewichtsstörungen
Unter diesem Titel veröffentlichte heute die Tagespost einen lesenswerten Artikel von Klaus Berger, der die Bibelauslegung betrifft und der die exegetischen Probleme seit dem 2. Vatikanischen Konzil aufzeigt.
Der Link zum Artikel
http://www.die-tagespost.de/Der-Herzschl…s;art456,139055
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85

Montag, 12. August 2013, 18:18

Liturgiereform von 1970 und Sacrosanctum Concilium (SC) – Liturgiekonstitution
Eine Nachlese

Diese Nachlese habe ich aus gegebenen Anlass in einen Blog gestellt und will diese auch in diesem Forum publizieren.

Wer die Liturgiekonstitution genau durchliest und die Liturgiereform von 1970 betrachtet wird feststellen, dass diese Reform weit über das Konzilsdokument hinausgeht. Dabei ist zu beachten, dass Papst Paul VI. persönlich diese wesentlich beeinflusst, tlw. bis in Details, hat, wie aus dem Buch des Historikers Roberto de Mattei „Das zweite Vatikanische Konzil – eine bislang ungeschriebene Geschichte“ (erschienen 2012) hervorgeht. Außerdem hatte der Papst vier evangelische Theologen in diese Kommission berufen, die die Reform ausarbeiten sollte. Ich persönlich frage mich seit dem Beginn meines Theologiestudiums Anfang der 1980er-Jahre, was hatten evangelische Theologen in dieser Kommission zu suchen, nachdem die Hl. Messe als Eucharistiefeier immer einen ganz anderen theologischen Hintergrund, nämlich als Wiederholung des unblutigen Opfers Jesu hatte als die Predigtgottesdienste der Protestanten, ja selbst das protestantische Abendmahl ist mit der Eucharistie nicht vergleichbar, da im gewandelten Brot und Wein Jesus real für immer anwesend ist (Realpräsenz) während das Brot und der Wein nach dem protestantischen Abendmahl wieder profan ist. Als KH-Seelsorgerin einer ökumenischen Gruppe habe ich einmal eine unserer evangelischen Ordinierten nach einem Abendmahlgottesdienst in der KH-Kapelle gefragt was sie mit dem übriggebliebenen Brot macht und bekam zur Antwort: „Da werde ich eine Brotsuppe daraus machen“ und vom restlichen Wein konnte jeder, der wollte, trinken.

Selbst die Einführung der Landessprache ist noch zu Zeiten von Pius XII. erfolgt, zwar nicht für das Volk sondern ein Lektor hat die wesentlichen Texte dem Volk vorgetragen, ja sogar die Präfation am Beginn des Hochgebets. Ich weiß dies aus dem Grund genau, da ich selbst einige Male vom Orgelempore 1958/1959 diese Texte gelesen habe.

Der Vorteil der Liturgiereform war und ist, dass die drei Lesejahre eingeführt worden sind und damit dem Volk Gottes weit umfangreichere Texte der Offenbarung zur Kenntnis gebracht werden, also der Altar des Wortes reicher gedeckt ist . Denn vorher wiederholten sich die gleiche Lesung und das gleiche Evangelium am selben Sonntag in jedem Jahr.

Von einem Volksaltar, einem Tisch, der keine eingemauerten Reliquien enthält, sowie einer Zelebration zum Volk hin (versus populi) und mit dem Rücken zum Tabernakel wo Jesus drinnen ist, steht nichts in der Liturgiekonstitution. Außerdem wurde in vielen Kirchen der Tabernakel, der die Mitte des Hochaltars und die Anwesenheit Jesu in Seiner Kirche zeigte, oft irgendwo ins Abseits gestellt. Von einer Gläubigen aus dem Norddeutschen Raum, die auch als Lektorin fungiert, weiß ich, dass in ihrer Kirche, der Tabernakel in einem Seitenraum der Kirche frei steht und dahinter die Gerätschaften zur Reinigung der Kirche usw. aufbewahrt werden, also faktisch in einem Abstellraum. Ebenso ist in der Liturgiekonstitution von der Handkommunion keine Rede. Und wenn wer behauptet auch in der nachapostolischen Zeit und Zeit der Urkirche hätte es die Handkommunion gegeben, so beweist dieser, dass er von der Kirchengeschichte keine Ahnung hat. Denn bei der Handkommunion zu dieser Zeit war die Hand meist mit einem weißen Tüchlein bedeckt und der Kommunizierende beugte sich hinunter und nahm mit dem Mund direkt die Hostie auf. Dass der Kommunizierende mit den Fingern die Hostie zum Mund führt, war damals verboten. Und wenn wer behauptet, dass Jesus das verwandelte Brot den Aposteln in die Hand gedrückt hätte, dies geht aus keinem Evangelium hervor, eher ist zu erwarten, dass Jesus den Jüngern seinen gewandelten Leib direkt in den Mund gegeben hat, denn damals – zu dieser Zeit - war es eine besonders hohe Ehrung des Gastes, wenn der Gastgeber diesem einen Bissen direkt in den Mund gegeben hat. Nachdem Jesus auch an den Aposteln den „Sklavendienst“ der Fußwaschung vor dem Pascha geleistet hat, kann diese Ehrung der Apostel durch Jesus ziemlich sicher angenommen werden. Dass die Evangelisten darüber nichts im Detail berichten, hängt wohl damit zusammen, dass diese Handlungsweise für die Adressaten des Evangeliums als Kenner der damaligen Bräuche selbstverständlich und bekannt war.

Dass das Gedächtnis des Opfers Jesu in der Messe heute weitgehend verloren gegangen ist, und mehr der protestantischen Mahlfeier gleicht, ist ein Produkt der Liturgiereform nicht aber des Konzils. Als kommunionausteilender Kleriker konnte ich immer wieder feststellen, dass maximal 20 Prozent mit einer sichtbaren Ehrfurcht zur Kommunion herantraten und den Leib Jesu in Empfang nahmen, während der Rest eher sich „seinen Anteil am Gemeinschaftsmahl abholt“ ohne irgendein Anzeichen von Ehrfurcht gegenüber den leiblich anwesenden Jesus zu zeigen. Mit dieser nichtkatholischen Einstellung zur Kommunion ist es natürlich für diese vollkommen egal ob sie die katholische Eucharistie oder das protestantische Abendmahl empfangen.

Wenn Paul VI. 1972 in einer Rede vom „eindringen des Rauches Satans in die Kirche“ gesprochen hat, muss man sagen, dass er mit der Liturgiereform einer der Spaltenöffner war, während sowohl Johannes Paul II als auch Benedikt XVI. („Hermeneutik der Kontinuität“) versuchten diese wiederherzustellen.
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Teresa

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Montag, 12. August 2013, 23:31

Danke für diese "Nachlese" zur Liturgiereform, @ Diaconus.
Damit wird einiges klar gestellt - und ist so auch besser zu verstehen.

Der Schluß Deines Beitrags ist allerdings etwas mißverständlich. ;) - Ich nehme an, daß Du ausdrücken wolltest, daß die Päpste JP II. und Benedikt XVI. die "für den Rauch des Satans geöffnete Spalte" wieder schließen wollten. Oder täusche ich mich? ?(
Obl.OSB

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Dienstag, 13. August 2013, 07:46

Danke für diese "Nachlese" zur Liturgiereform, @ Diaconus.
Damit wird einiges klar gestellt - und ist so auch besser zu verstehen.

Der Schluß Deines Beitrags ist allerdings etwas mißverständlich. ;) - Ich nehme an, daß Du ausdrücken wolltest, daß die Päpste JP II. und Benedikt XVI. die "für den Rauch des Satans geöffnete Spalte" wieder schließen wollten. Oder täusche ich mich? ?(

@ Teresa, Du täuscht Dich nicht, JP II und Benedikt XVI. versuchten die Kontinuität der Liturgie, vor allem hinsichtlich des Messopfers, wiederherzustellen und den Mahlcharakter zurückzudrängen. Ergänzend noch: im Buch von Roberto de Mattei wird auch erwähnt, dass der EB Montini, also der spätere Paul VI., der Liturgiebewegung angehörte. In der Liturgiebewegung gab es unterschiedliche Richtungen, jene, die nur die Verständlichkeit (Landessprache) fordern wollten, wie zBspl. Pius Parsch, Augustiner-Chorherr Stift Klosterneuburg bei Wien, mit seiner Bet-Singmesse, die nichts anderes war als die deutsche Übersetzung aus dem Lateinischen, und jene, die alles ändern wollten. Zu welcher Richtung EB Montini gehörte dürfte wohl klar sein,
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