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Kirche im deutschsprachigen Raum und Weltkirche

Antworten im Thema: 532 » Der letzte Beitrag (7. Oktober 2016, 16:01) ist von diaconus.

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diaconus

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Mittwoch, 28. September 2011, 19:03

Die Generation 50 plus auf der Jugendvigil

In der gestrigen Tagespost gibt es eine Nachlese zum Papstbesuch, der von verschiedenen Autoren gestaltet wurde und deren Eindrücke zum Besten gibt.

Benedikt Benninghaus hat über die Jugendvigil in Freiburg am Samstagabend u.. a. für ihn folgendes Auffälliges berichtet.

Diese Jugendvigil hielt für die jungen Gläubigen so manche Überraschung bereit. Dabei war es sehr aufschlussreich, dass auf einer solchen Jugendvigil die Generation 50 plus mit einem Spruchbanner für Demokratie und Frauenrechte aufmerksam macht.

Kommentar

Dass ist doch nichts Auffälliges, denn zumindest der Vorsitzende, des Bundes Deutscher Katholischer Jugend (BDKJ), ist ja auch schon in der Midlife-crisis, da er schon über Mitte 40 ist und somit der Generation 50 plus, also „Entree de age“ ist, in weniger als fünf Jahren angehören wird. Und auch einige andere in der Leitung des BDKJ sind auch schon aus dem Jugendalter hinausgewachsen. In jeder vernünftigen Jugendorganisation werden Funktionäre, die das 30. Lebensjahr überschritten haben, abgelöst. Diese Funktionäre können nahtlos von der Jugendorganisation in die Seniorenorganisation überwechseln, daher ist auch die Anwesenheit von 50plus verständlich. Dass diese ein Spruchbanner für Demokratie und Frauenrechte mitführten zeigt doch nur deren geistige Beengtheit und die profilisierungssüchtige Verfasstheit, indem sie die von Gott verfasste Kirche als politische Partei bzw. politischen Verein betrachten.
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Freitag, 30. September 2011, 17:35

kfd-Aktion für wiederverheiratete Geschiedene

Unter diesem Titel veröffentlichte die Tagespost eine Meldung nach der der Katholische Frauenverband eine bundesweite Unterschriftenaktion für den Kommunionempfang von wiederverheirateten Geschiedenen startet. Deren Ansicht ist es, dass die Kirche Menschen in dieser „häufig ohnehin schon schwierigen Situation“ nicht alleine lassen darf, denn ein Ausschluss vom Empfang der Kommunion sei für viele Betroffene gleichbedeutend mit einem Ausschluss aus der Gemeinschaft der Gläubigen. Die Unauflöslichkeit der Ehe werde allerdings nicht in Frage gestellt.

Kommentar
Dass dieser Verband genauso weit von der Offenbarung und Lehre der Kirche entfernt ist, wie die meisten „katholischen“ Verbände ist ja nichts Neues und beweist damit, dass er der Akzeptanz der Sünde das Wort redet.

Denn auch jeder anderer Katholik, der treu den Glauben nach der Lehre der Kirche lebt, ist von der Kommunion ausgeschlossen, wenn er eine schwere Sünde, früher Todsünde, siehe auch KKK, begangen hat und erst nach erfolgter Beichte und Reuebekenntnis kann er die Kommunion empfangen. Daher schließt nicht die Kirche den Sünder vom Kommunionempfang aus sondern der Sünder schließt sich selbst aus.

Und ein geschiedener Wiederverheirateter lebt im ständigen Ehebruch und Jesus selbst hat zur Ehebrecherin gesagt: „Geh hin und sündige nicht mehr!“ Also tritt dieser Verband nicht nur gegen die Lehre der Kirche auf sondern auch direkt gegen die Offenbarung und Lehre Jesu (Joh 8,11 sowie Antithesen zur Bergpredigt) auf und fördert damit den Ehebruch. Außerdem sind diese geschiedenen Wiederverheirateten nicht nur vom Kommunionempfang sondern generell vom Sakramentenempfang, also auch von der Beichte, sowie vom Patenamt ausgeschlossen. Aber Beichte ist ja für diese „Katholiken“ sowieso längst unmodern worden.

Provokativ frage ich mich, wie viele diese „kdf“-Funktinärinnen sind denn selbst davon (Sakramentenausschluß) betroffen??
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Teresa

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Freitag, 30. September 2011, 18:22

In unserer Gemeinde gibt es eine Frau, die in dem Verein an ziemlich hoher Stelle aktiv ist. So nehme ich an, dass in unserer Gemeinde diese Unterschriftenliste auch ausliegen wird, die ich jedoch ablehne und natürlich nicht unterschreiben werde.

Ich muß allerdings sagen, dass diese Frau sehr nett, bescheiden, sympathisch und - nicht geschieden sondern schon langjährig verheiratet ist. Leider stimmen wir in diesen "Reizthemen" nicht überein: ich lehne Laienpredigten, Frauenweihe und was es sonst noch so gibt ab, da werden wir uns nie einigen können. Ansonsten verstehen wir uns jedoch gut...

Warum begreifen die Menschen heutzutage nicht mehr, dass man über Wahrheit nicht demokratisch abstimmen kann? Allein die Vorstellung, dass Wahrheit je nach Mehrheitsmeinung sich dauernd wandeln würde, schließt doch aus, dass diese noch Wahrheit wäre.
Halten wir uns an die Lehre der Kirche, auch wenn es in unserer Zeit unbequem ist, weil einem häufig von unwissenden Menschen das eigenständige Denken abgesprochen wird.
Obl.OSB

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diaconus

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Freitag, 7. Oktober 2011, 17:03

Brandmüller: Papstkritik galt Laienverbänden

Mit diesem Titel veröffentlichte die heutige Tagespost klarstellende Aussagen des deutschen Kardinals Walter Brandmüller, früherer Präsident des Päpstlichen Komitees für Geschichtswissenschaften, zu verschiedenen Predigten des Hl. Vaters bei dessen Deutschlandbesuch. Die Brandmüller-Aussagen erfolgten in einem Interview mit dem “Osservatore Romano“, der vatkanischen Tageszeitung. Brandmüller hatte den Papst als Mitglied der päpstlichen Delegation in Deutschland begleitet.

Brandmüller meinte, dass sich die Forderung des Papstes nach einer „Entweltlichung“ der Kirche sich vor allem an die Adresse der „oft ideologisierten katholischen Laienorganisationen“ richteten, denn dese hätten sich zwar in der Vergangenheit große Verdienste erworben, seien inzwischen aber so verweltlicht und stünden mitunter im Gegensatz zum katholischen Lehramt der Kirche. Diese Laienverbände erhoffen sich eine Demokratisierung der Kirche und treten für das Priestertum der Frau, die Abschaffung des Zölibats und die Zulassung von wiederverheirateten Geschiedenen zur Kommunion ein.

Weiters sagte der Kardinal, dass Benedikt XVI. während seiner Deutschlandreise „mit bemerkenswertem Mut“ Kritik an kirchlichen Organisationsstrukturen in Deutschland geübt habe, denn diese erstickten oft den christlichen Geist.

Und zu den nicht erfüllten Erwartungen, dass der Papst den Reformator Luther in Erfurt rehabilitieren würde, meinte Brandmüller, dass diese Erwartungen von vornherein unrealistisch und übertrieben waren. Er meinte auch, dass diese Erwartungen vermutlich bewusst geschürt worden waren, um eine Enttäuschung zu provozieren. Wer diese Erwartungen in die Welt gesetzt habe, hätte wissen müssen, dass Benedikt XVI. keine ökumenische Politik betreibe, sondern gemeinsame Elemente des Glaubens vertiefen wolle.

Kommentar:
Dass die Mehrheit der Laienorganisationen im Gegensatz zum Lehramt stehen und damit den Boden der Offenbarung und der Lehre der Kirche verlassen haben, ist ja fast bei jeder Äußerung von diesen nachweisbar. Damit sind sie jene „inneren Feinde der Kirche“, die der Hl. Mutter Kirche mehr schaden als wirklichen Nutzen bringen. Auch die anderen Ausführungen Brandmüllers sind voll zu unterstreichen.
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Sonntag, 9. Oktober 2011, 17:39

Pressebericht der Bischofskonferenz

Am Freitag nachmittags veröffentlichte die Tagespost den Pressebericht des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, anlässlich der Pressekonferenz zum Abschluss der Herbst-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in Fulda am 7. Oktober 2011.

Dieser Pressebericht ist so umfangreich, dass er auch nur bruchstücksweise im Forum kommentiert werden könnte. Ein Link kann nicht gesetzt werden, da er ebenfalls nur Abonnenten zugänglich ist. Einige Sätze daraus möchte ich schon kommentieren:

„360.000 Menschen haben an den Gottesdiensten teilgenommen,“ so ein Satz aus dem Pressebericht. Dazu ist nur festzustellen, dass wenn man die Berichte von vielen Gläubigen hört, dass in so manchen Diözesen diese Teilnahme bewusst erschwert wurden, wie zBspl. Karten für die Messen nicht erhältlich waren und dass sogar in Berlin ein Sektor im Olympiastadion freigeblieben ist obwohl interessierte Gläubige Eintrittskarten nicht bekamen. Und die Zahl der TN ist als sehr gering zu betrachten, wenn man die Teilnehmerzahlen in anderen Ländern betrachtet.. Aber diese wurde wohl von jenen Berufskatholiken in den Ordinariaten und Gremien so gewollt, die die Kirche in Deutschland laufend untergraben, siehe auch Vorprogramm zur Jugendvigil in Freiburg.

Und zum Dialogprozess lautet im Pressebericht ein Absatz:
„Im Gesprächsprozess werden keine Beschlüsse gefasst, das habe ich immer klar betont. Auch der Papst kann bei seiner Reise nach Deutschland nicht Erwartungen einer Änderung der kirchlichen Lehre erfüllen. Viele – gerade die drängenden – Fragen sind immer im Horizont der Weltkirche und der weltweiten Lehre der Kirche zu sehen. Wir dürfen keinen deutschen Sonderweg für die so genannten „sperrigen“ Themen forcieren. Das schließt jedoch nicht aus, dass wir versuchen, sie vertieft zu klären, auch im Gespräch mit Rom.“

Vor allem der letzte Satz dokumentiert, dass man in Deutschland nicht bereit ist, den eingeschlagenen „eigenen“ Sonderweg zu verlassen. Denn jeder, der der Kirche und ihrer Lehre verbunden ist, wird nicht versuchen diese „sperrigen“ Themen „mit Rom“ im vertieften Gespräch zu klären sondern die unverfälschte Lehre der Kirche in aller Entschiedenheit in der Kirche und überall sonst zu vertreten.

Fazit: Viele Worte, die um den „heißen Brei“ herumgehen und nicht der Intention Jesu entsprechen, der gesagt hat „Euer Ja sein ein Ja, euer Nein sei ein Nein, alles andere ist vom Bösen“ (Mt 5,.37, Antithesen zur Bergpredigt). Also eine politische Aussage, nicht mehr. Ob daran die „kranke“ Kirche in Deutschland gesunden kann, darf bezweifelt werden. Es werden eher die rom- und lehramtstreuen Gläubigen immer mehr in Richtung Pius-Brüder getrieben. Wahrscheinlich wird auch aus diesem Grund von einem Teil des deutschen Episkopats die mögliche Rückkehr dieser Gruppierung hintertrieben, da diese ein wesentliches Hindernis der römisch-katholischen Kirche in Richtung der Protestantierung ist und damit eine Stärkung der lehramtstreuen Gläubigen verhindert wird.
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Sonntag, 9. Oktober 2011, 18:24

Leider muß ich Dir Recht geben, lieber Diaconus. Den Eindruck habe ich schon seit längerer Zeit.
Ich versuche mir manchmal vorzustellen, wie unsere Gemeinde mit einem konservativen Priester wie Dr. Wagner umgehen würde - und komme immer wieder zu der traurigen Erkenntnis, dass er bei uns ein sehr schweres Leben hätte. Dabei bräuchten wir in jeder Diözese Deutschlands nicht nur einen sondern gleich ein Dutzend von der Sorte Dr. Wagners: Priester, die auch noch zur Lehre Christi stehen, wenn es unbequem wird, weil es ihnen um die Wahrheit geht! - Unser Pfarrer ist auch gläubig, aber viel zu nachsichtig gegenüber den vom Mainstream beeinflussten Menschen. Dabei wäre es so wichtig, jedes einzelne Gemeindemitglied zur Umkehr zu bewegen!

Da ich keinen Einfluss habe, versuche ich bei mir selbst anzufangen: Wenigstens an dieser Stelle habe ich Einfluß. ;)
Obl.OSB

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Montag, 10. Oktober 2011, 16:58

Reformen ohne Glauben sind sinnloser Aktivismus

Ein Gespräch von Guido Horst mit Walter Kardinal Kasper über die Aufgaben der Kirche in Deutschland nach dem Papstbesuch wird in der heutigen Tagespost mit diesem Titel veröffentlicht.

Kasper, der ehemalige Bischof von Rottenburg-Stuttgart und Präsident des Rates für die Einheit der Christen in den Jahren 2001 bis 2010 gehörte der vatikanischen Delegation an, die den Papst bei diesem Besuch begleitete. Auf drei von den insgesamt neun Fragen Guido Horsts und Kardinal Kaspers Antworten möchte ich in einer Kurzfassung eingehen.

Auch für ihn; Kasper, kam der Begriff „Entweltlichung“ in der Papstansprache überraschend, doch stelle er dazu fest, dass der Papst deutlich gemacht hat, wie er diesen Begriff versteht, nämlich im Sinne des Johannesevangeliums in dem steht, dass wir Christen zwar in dieser Welt leben, aber nicht von dieser Welt sind. „In dieser Welt“ – bedeutet, dass die Kirche einen Auftrag in dieser Welt hat und dass sie in dieser Welt zur Erfüllung ihres Auftrags auf weltliche Mittel angewiesen ist. Nachdem .die Kirche nicht „von dieser Welt“ ist, darf sie sich jedoch der Welt nicht anpassen, und die weltlichen Mittel und Einrichtungen dürfen nicht zum alles bestimmenden Selbstzweck werden. Und im O-Ton: „Da die Kirche in Deutschland mehr als andere Ortskirchen strukturiert, institutionalisiert und etabliert ist, hat der Papst sie erinnert, dass sie sich prüfen muss, ob sie in manchem nicht zu sehr weltlichen Institutionen gleicht und sich deren Logik zu eigen macht, ob manche ihrer Strukturen noch ihrem ursprünglichen Auftrag dienen oder nicht eher zum Ballast und zum Hindernis dafür geworden sind, zu hören, was uns der Geist Gottes heute sagt.“

Und zu den Strukturen im kirchlichen Bereich meinte Kasper, dass zuviel Geld die Kirche zur Versuchung werden und auch korrumpieren kann. Es kann Probleme geben. wenn der kirchliche Dienst zu einer beamtenähnlichen gesicherten Position wird, und so zu einer Versorgungs- und Anspruchsmentalität führt und damit der Sinn für einen einfachen apostolischen Lebensstil, wie ihn das Konzil um der Glaubwürdigkeit willen vom Klerus gefordert hat, vergessen lässt. Das Geld, das die Kirche hat, dient nicht in erster Linie für ihre Selbstversorgung und schon gar nicht für die Selbstbedienung, sondern für die Armen sowie für soziale und karitative Einrichtungen.

Zur Frage des Glaubenswissen, auch bei Kirchgängern, meinte Guido Horst in seiner Frage, dass an die Stelle des soliden Glaubenswissens ein – oft eher vages – religiöses Gefühl getreten ist , das man bei den kultischen Handlungen der Kirche auszuleben versucht. Darauf antwortete Kardinal Kasper: „Damit kommen wir zum Hauptanliegen des Papstes bei seinem Deutschlandbesuch. Ihm ging und geht es um die Erneuerung und Vertiefung des Glaubens. Sie ist angesichts eines Traditionsbruchs, eines erschreckenden Tiefstands eines soliden Glaubenswissens und seiner Reduktion auf ein oft vages und diffuses religiöses Gefühl die große Herausforderung. Ich hatte den Eindruck, dass der Papst vor allem dies bewusst machen und uns die Maßstäbe wieder zurechtrücken wollte. Äußere Reformen ohne Grundlage im Glauben und neue Begeisterung für den Glauben sind aufgeregter sinn- und zielloser Aktionismus.“

Kommentar:
Die Antworten, die Kardinal Kasper gegeben hat, gelten nicht nur für die deutsche Kirche sondern auch für jene in Österreich und wahrscheinlich für so manche andere Ortskirchen in den westlichen Ländern, vor allem überall dort wo von der Pfarrei aufwärts überall der Gremienkatholizismus Einzug gehalten hat, in denen bis zu 80 % Mitglieder sitzen, die von der Offenbarung und der Lehre der Kirche und deren Dokumenten zwar fast Null Ahnung haben aber groß mitreden und in erster Linie nur ihre Selbstverwirklichung betreiben, die sie im kirchlichen Bereich ausleben wollen weil sie in ihrem Berufsleben „unter ferner liefen“ tätig sind und daher im kirchlichen Bereich ihre Macht zeigen wollen und die Pfarrer unter Druck setzen. Dass ist eine Aussage, die ich mit gutem Gewissen aufgrund langjähriger Erfahrungen mit den Mitgliedern in den Pfarrgemeinderäten und Dekanatsversammlungen treffen kann und deren persönlicher Hintergrund mir auch bekannt war. Die Kirche wird erst dann gesunden wenn diese Gremien abgeschafft werden und sich der Pfarrer, so wie vor dem Konzil, sich sein kleines Beraterteam selbst aussucht, das ihn unterstützt. Mit der Einführung des protestantischen Synodensystems begannen die Probleme in der Kirche.
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Mittwoch, 12. Oktober 2011, 17:16

Laiengruppen pöbeln gegen Kirchenleitung

So lautet der Artikel-Titel der Tagespost, der heute um 15 Uhr im E-Paper erschienen ist. Nach den „Aufruf zum Ungehorsam“ der Pfarrerinitiative haben die Gruppierungen “Wir sind Kirche“ und „Laieninitiative“ mit einem eigenen „Aufruf zur Eigenverantwortung“ nachgezogen und schimpfen die Kirche sei dem „autoritären Zentralismus“ verfallen.

Außerdem beanspruchen die Gruppierungen den Vorrang als Reformbewegung und so erklären die ergrauten Funktionäre in der Einleitung des Aufrufes „Der Konflikt um die Zukunft der Kirche beschränkt sich nicht auf eine Auseinandersetzung zwischen Pfarrern und Bischöfen. Katholische Laien fordern seit Jahren Reformen.“

Dazu eine Auslese von Sätzen in diesem Aufruf: „Die Zeit des Bittens und Wartens ist vorbei.“ - „Die Glaubwürdigkeit der Kirche hat durch die zunehmende Abkehr vom Konzil und die Blockade von Reformen schweren Schaden genommen.“ – „Die Bischöfe vertreten nicht ihre Diözesen, sondern verstehen sich als ausführende Organe römischer Direktiven; gleichzeitig wird die Stimme der Gläubigen systematisch ignoriert.“ – „Wer unter diesen Umständen den Glauben glaubwürdig leben wolle, muss den traditionellen Gehorsam gegenüber diesem System einer kritischen Gewissensprüfung unterziehen und sich von jenen Regeln distanzieren, die im Widerspruch zur christlichen Freiheitsordnung stehen“

Gleichzeitig stellen die Gruppierungen „die Legitimität von Bischöfen“ in Frage. Wie im Aufruf der Pfarrerinitiative bekennen sich diese Gruppierungen zur Missachtung des Kirchenrechts und seiner Vorgaben in dem sie feststellen: „Daher werden wir nach Wegen suchen, Eucharistiefeiern sicherzustellen und Laien zur Predigt einzuladen“ und „Glaubensgeschwister anderer Konfessionen laden wir ein, als Zeichen gegen das Ärgernis der Spaltung mit uns gemeinsam das Abendmahl zu nehmen.“

Natürlich behaupten sie dass sie im Namen der „getauften und gefirmten Christen“ zu agieren.

Kommentar.
Als Seelsorger, der auch in der kategorialen Seelsorge lange Jahre tätig war, kann ich feststellen, dass diese Vereine sicher nicht im Namen der getauften und gefirmten Christen sprechen können, sondern lediglich für jene, die sich längst von allem was zum katholischen gehört entfernt haben. Diese Vereine können nicht einmal für die rd. 600.000 Unterschreiber des Kirchenvolksbegehren sprechen, denn ich habe gesehen, wie Einzelne mehrmals unterschrieben haben und mit eigenen Ohren in einem Nebenraum gehört, wie „Berufskatholiken“ (PAss usw.) mit falschen Argumenten Menschen genötigt haben zu unterschreiben.

Und wenn diese Vereinsmeier behaupten, dass der Kirche durch angeblich fehlende Reformen Schaden entstanden sei, so muss festgestellt werden, dass der wesentlich größere Schaden durch diese Gruppierungen entstanden ist, denn sie nehmen sich den Protestantismus zum Vorbild und wollen die Hl. Mutter Kirche protestantisieren. Allein zum Zentralismus: Die Kirche wurde immer zentral geleitet, da sie aufgrund der Offenbarung eine göttliche Verfassung hat. Aber soviel, dass diese Vereinsmeier die theologischen Grundlagen („Du bist Petrus und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen“ - Mt. 16,18 ) begreifen, da reicht die vorhandene geistige Weite wohl nicht. Genauso wie sie nie die Dokumente des Konzils begriffen habe, dass diese in der Kontinuität der Lehre der Kirche zu sehen sind, sofern sie die Texte überhaupt kennen. Aus Gesprächen weiß ich, dass die meisten diese Konzilstexte nur sehr mangelhaft bis überhaupt nicht kennen. Ebenso könnte auf diese anderen Sätze in dem Aufruf geantwortet werden.

Ich wiederhole, was ich vermutlich schon einmal im Forum geschrieben habe. Karl Rahner hat einige Zeit vor seinem Tod in einem Interview festgestellt, dass „wer mit dem nicht einverstanden ist, was die katholische Kirche ausmacht, sollte den redlichen Charakter haben die Kirche, die nicht mehr die seine ist, zu verlassen und diese nicht zu unterwandern.“ Und der Gehorsam gegenüber der Offenbarung und dem Lehramt gehört zum Katholizismus.

Dass diese Gruppierungen nicht den nötigen und von Rahner geforderten redlichen Charakter gegenüber der Kirche haben, das beweisen sie ununterbrochen, obwohl sie ja gerne auf Rahner verweisen, wo es ihnen passt..
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Mittwoch, 12. Oktober 2011, 17:44

Ich fühle mich durch diese "Verbandskatholiken", die man vielleicht eher als "Vereinsmeier" bezeichnen sollte, jedenfalls nicht vertreten.
Nicht die Kirche muß sich reformieren, sondern wir, jeder einzelne Katholik muß umkehren! Genau dieses hat unser Papst während seines Deutschland-Besuchs mehrfach festgestellt: Durch die Umkehr eines jeden Christen wird auch der inzwischen so verdunstete Glauben wieder wachsen. Die Kirche kann uns bei dieser Umkehr unterstützen: durch wieder ernster genommene Katechese - und durch das Sakrament der Heiligen Beichte!

Wenn Katholiken vom "Abendmahl" sprechen, zeigen sie vor allem, dass sie den Unterschied zwischen der katholischen Eucharistiefeier und der evangelischen Abendmahlsfeier nicht (mehr?) kennen geschweige denn begriffen haben. Das ist ein einziges Trauerspiel!
Und diese Leute maßen sich an, für alle Katholiken sprechen zu wollen. Ich fasse es nicht! :c038:

Von diesen Vereinsmeiern, denen es vor allem um die Befriedigung ihrer Profilierungssucht geht, kann man wohl leider die Erkenntnis nicht erwarten, dass die Kirche kein Menschenwerk ist sondern auf der Offenbarung beruht, wie @ Diaconus schon mehrfach im Forum geschrieben hat! Wenn diese Erkenntnis sich wieder mehr durchsetzen würde, gäbe es auch wieder mehr Berufungen zum Priester - und die Strukturdebatten könnten endlich ad acta gelegt werden!
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Mittwoch, 12. Oktober 2011, 18:35

@ Teresa

Zitat

Von diesen Vereinsmeiern, denen es vor allem um die Befriedigung ihrer Profilierungssucht geht, kann man wohl leider die Erkenntnis nicht erwarten, dass die Kirche kein Menschenwerk ist sondern auf der Offenbarung beruht, wie @ Diaconus schon mehrfach im Forum geschrieben hat! Wenn diese Erkenntnis sich wieder mehr durchsetzen würde, gäbe es auch wieder mehr Berufungen zum Priester - und die Strukturdebatten könnten endlich ad acta gelegt werden!

Deinem Beitrag kann ich vorbehaltlos zustimmen. Vor allem die Profilierungssucht bei diesen „Vereinsmeiern“ ist eklatant nachweisbar, wie ich als „amtliches“ Mitglied von mehreren PGR’s in verschiedenen Pfarren feststellen konnte. Nur zwei Beispiele dazu: Eine Frau, keinen Beruf erlernt, arbeitet als Helferin in einem Pflegeheim, theologische Kenntnisse gleich null, aber ein „Mundwerk“ als stellvertretende PGR-Vorsitzendei, die liturgisch dem Pfarrer Vorschriften machte oder ein Mann, Revisor, gute Ausbildung, gutes Mundwerk – in Wien sagen wir „goschert“ dazu, theologisch nur modernistisches Wissen und nimmt aus der Offenbarung nur das was ihm passt alles andere wird abgelehnt, ab dem Zeitpunkt wo er bei der Beförderung übergangen wurde benutzt er die Kirche um sein Ego aufzubessern, „schaffte den Aufstieg“ bis in ein Diözesangremium und arbeitete dabei immer gegen die Kirche, da er Mitglied von „Wir sind Kirche“ ist. Neben diesen zwei Beispielen kenne ich noch weitere, die genauso problematisch waren.

Erst wenn diese (protestantischen - synodalen) Gremien gekippt werden, wird die Hl. Mutter Kirche wieder gesunden können. Weil es bei den Petrus- und Pius-Priesterbruderschaften diese Vereinsmeier nicht gibt, werden sie angegriffen und in den Diözesen verhindert zu wirken bzw. .will man die Rückkehr der Piusbrüder verhindern.
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Samstag, 15. Oktober 2011, 20:35

Mut zum Zeugnis

In einem Artikel der Tagespost (Autor Regina Einig) von gestern Nachmittag wird über die Neuevangelisierung berichtet. Es soll das Evangelium in den religiös erkaltenden Ländern Europas wieder verkündet werden.

In diesem Artikel wird auch darauf verwiesen, dass Papst Benedikt XVI. in Freiburg gesagt hat: „Die Kirche in Deutschland wird die großen Herausforderungen der Gegenwart und der Zukunft bestehen und Sauerteig in der Gesellschaft bleiben, wenn Priester, Gottgeweihte und christgläubige Laien in Treue zur jeweils spezifischen Berufung in Einheit zusammenarbeiten; wenn Pfarreien, Gemeinschaften und Bewegungen sich gegenseitig stützen und bereichern; wenn die Getauften und Gefirmten die Fackel des unverfälschten Glaubens in Einheit mit dem Bischof hochhalten und ihr reiches Wissen und Können davon erleuchten lassen“

Außerdem hat der Papst bei seinem Deutschlandbesuch hingewiesen, dass eine erneuerte Kirche nicht zum Glaubens-Spartarif zu haben ist und dass sich der Anspruch des Evangeliums sich nicht durch dialektische Tricks wegrationalisieren lässt. Auch die These vom Reformstau trägt nicht weit und dass wer zuerst Veränderungen kirchlicher Strukturen zur Bedingung glaubwürdiger Nachfolge erhebt, betreibt einen nahezu menschenunwürdigen Reformkult. Das Heil jeder einzelnen Seele zu wollen, erlaubt letztlich keine machtorientierten Strategien.

Der Link zu dem lesenwerten Artikel
http://www.die-tagespost.de/Leitartikel-…s;art456,128535
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Sonntag, 16. Oktober 2011, 18:32

RE: Mut zum Zeugnis

In einem Artikel der Tagespost (Autor Regina Einig) von gestern Nachmittag wird über die Neuevangelisierung berichtet. Es soll das Evangelium in den religiös erkaltenden Ländern Europas wieder verkündet werden.

In diesem Artikel wird auch darauf verwiesen, dass Papst Benedikt XVI. in Freiburg gesagt hat: „Die Kirche in Deutschland wird die großen Herausforderungen der Gegenwart und der Zukunft bestehen und Sauerteig in der Gesellschaft bleiben, wenn Priester, Gottgeweihte und christgläubige Laien in Treue zur jeweils spezifischen Berufung in Einheit zusammenarbeiten; wenn Pfarreien, Gemeinschaften und Bewegungen sich gegenseitig stützen und bereichern; wenn die Getauften und Gefirmten die Fackel des unverfälschten Glaubens in Einheit mit dem Bischof hochhalten und ihr reiches Wissen und Können davon erleuchten lassen“

Außerdem hat der Papst bei seinem Deutschlandbesuch hingewiesen, dass eine erneuerte Kirche nicht zum Glaubens-Spartarif zu haben ist und dass sich der Anspruch des Evangeliums sich nicht durch dialektische Tricks wegrationalisieren lässt. Auch die These vom Reformstau trägt nicht weit und dass wer zuerst Veränderungen kirchlicher Strukturen zur Bedingung glaubwürdiger Nachfolge erhebt, betreibt einen nahezu menschenunwürdigen Reformkult. Das Heil jeder einzelnen Seele zu wollen, erlaubt letztlich keine machtorientierten Strategien.

Der Link zu dem lesenwerten Artikel
http://www.die-tagespost.de/Leitartikel-…s;art456,128535


Dazu passt, was ich heute erfahren habe: Papst Benedikt XVI. ruft ein "Jahr des Glaubens" aus, das am 11.10.2012, dem 50. Jahrestag des II. Vaticanums beginnen und bis zum 24.11.2013 dauern soll. Damit soll die Neuevangelisierung in den westlichen säkularisierten Ländern gefördert werden.
Obl.OSB

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Freitag, 21. Oktober 2011, 18:33

Passauer Bischof Schraml fordert mehr Neuevangelisierung

so lautet eine Meldung der Tagespost vom heutigen Nachmittag. Schraml spricht hiezu klare Worte über die Aufgaben der Kirche, wobei er feststellt, es sei notwendig junge wie erwachsene Christen mit Blick auf ihren Glauben sprachfähig, auskunftsfähig und argumentationsfähig zu machen. Weiters weist der Bischof daraufhin, dass der Religionsunterricht und die bisherige Form der Gemeindekatechese zur Einführung in die Sakramente offensichtlich nicht ausreichten. Gleichzeitig warnt er davor, dass bei allen Diskussionen die Suche nach Christus als Kern nicht vergessen werden darf. Und im O-Ton: „Wo bloß an der Kirche herumgeplant und herumkonstruiert wird, entsteht eine moderne Ruine.“ Am Ende stehe sie nur als nützliche Wohltätigkeitsanstalt da.

Kommentar
Dem ist nichts hinzuzufügen, außer dass die Kirche und ihre Lehre von Gott her zu betrachten ist und jeder, der Änderungs-Forderungen stellt, die nicht im Einklang mit Lehre und Tradition der Hl. Mutter Kirche steht, sich praktisch außerhalb des Glaubens bewegt. Dass gilt vor allem für die Diskutanten im Dialogprozess, „Wir sind Kirche“, Kvu, Pfarrer- und Laieninitiative usw., die mit ihren Forderungen nicht nur schismatisch sondern auch oft häretisch agieren.
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Montag, 7. November 2011, 17:53

Pfarrer bleiben bei Ungehorsam

Die Tagespost hat heute um 15,14 Uhr im E-Paper den Bericht über die Jahreshauptversammlung am gestrigen Sonntag in Linz der österreichischen „Pfarrerinitiative“ veröffentlicht. Teilgenommen haben 81 Priester und Diakone, also maximal ein Viertel der Mitgliederzahl, denn im Juni (Veröffentlichung des „Ungehorsams“) konnte auf der Homepage des Vereines eine Mitgliederanzahl von rd. 320 nachgelesen werden. Es gab dabei auch einen Antrag von Vereinsmitgliedern aus der Diözese Innsbruck den Begriff „Ungehorsam“ in „Aufruf zur Selbstverantwortung“ zu ändern. Dieser Antrag wurde nach Pfarrer Schüller mit einem „überwiegendem Votum“ abgelehnt, sodass es beim „Ungehorsam“ bleibt. Schüller stellte auch fest, dass die Initiative die Diskussion mit den Bischöfen nicht alleine sondern mit den Laienorganisationen führen wolle.

Kardinal Schönborn hat bei seinem Treffen am 12. Oktober mit den Vorstandsmitgliedern der Pfarrerinitiative und auch in der Mitarbeiterzeitung „Thema Kirche“ klargestellt, dass der Aufruf zum Ungehorsam einen Riss zwischen Bischof und Priestern darstelle und wörtlich deutlich gemacht: „Ich habe auch deutlich gemacht, dass ich mich nicht zum Kämpfer für die meisten Forderungen machen werde, etwa der Änderungen der Voraussetzungen für das Priesteramt – auch weil ein solcher Kampf der lebendigen Gemeinschaft und der Verbreitung des Glaubens abträglich wäre.“

In diesem „Aufruf zum Ungehorsam“ forderte die Pfarrer-Initiative die Kommunion auch für wiederverheiratete Geschiedene, Mitglieder anderer Kirchen und Ausgetretene; sowie wolle man einen sonntäglichen Wortgottesdienst mit Kommunionspendung künftig als „priesterlose Eucharistiefeier“ ansehen und auch so nennen. Außerdem werde man sich für Pfarrgemeindeleiter unabhängig von Geschlecht, Familienstand oder kirchlicher Anstellung sowie für die Zulassung von Verheirateten und Frauen zum Priesteramt einsetzen. Die Unterzeichner des Aufrufes beriefen sich bei ihrem „Aufruf zum Ungehorsam“ ausdrücklich auf ihr Gewissen. Inzwischen haben sich die „Laieninitiative“ und „Wir sind Kirche“ sich mit einer eigenen Stellungnahme zu Wort gemeldet und mit der Pfarrer-Initiative solidarisiert. Darin heißt es wörtlich: „Wer unter diesen Umständen den christlichen Glauben glaubwürdig leben will, muss den traditionellen Gehorsam gegenüber diesem System einer kritischen Gewissensprüfung unterziehen.“ Und weiter: „Die Legitimität von Bischöfen, die ohne Mitwirkung der Ortskirche ihr Amt antreten, ist in Frage zu stellen.“

In der Tagespost wird auch festgestellt, dass das Kirchenrecht (Canon 1373) für jenen, der öffentlich zum Ungehorsam gegenüber dem Apostolischen Stuhl oder dem Ordinarius auffordert, das „Interdikt oder andere gerechte Strafen“ vorsieht.

Kommentar
Die Forderungen der „Pfarrer-Initiative“ in dem „Aufruf zum Ungehorsam“ sowie der damit solidarisierten „Laieninitiative“ und „Wir sind Kirche“ sind nicht katholisch sondern von der protestantischen/evangelischen Gemeinschaft „abgekupfert“, denn dort sind alle diese Forderungen erfüllt. Vor allem bei den Protestanten wird das Abendmahl allen gereicht, sogar Nichtchristen. Und wenn sich diese Forderer auf ihr Gewissen berufen, weisen sie damit darauf hin, dass ihr Gewissen nicht der katholischen Lehre entspricht, also nicht dem katholischen Gewissen, und somit ein irrendes Gewissen ist, siehe auch KKK Nr. 1790ff – insbesondere Nr. 1792.

Die österreichischen Bischöfe sind daher aufgefordert vor allem jene Gläubigen zu schützen und zu unterstützen, die voll in der Offenbarung und Lehre der Kirche und rom-, papst- sowie lehramtstreu sind. Denn die Spaltung in der Kirche zwischen jenen, die voll zur Kirche stehen und jenen, die protestantisches Gedankengut vertreten, ist längst existent und wird nur vom Episkopat übertüncht. Außerdem ist es seit dem 2. Vaticanum Lehre der Kirche (Dokument über die Religionsfreiheit – DH, Nr. 2 und 10), dass jeder sich frei entscheiden darf und somit soll man Reisende, die nicht mehr die Lehre der Kirche akzeptieren wollen, ziehen lassen. Oder sind die Einnahmen aus der Kirchensteuer wichtiger? Dazu muss ich als ehemaliger Unternehmensberater feststellen, dass wenn diese Hauptamtlichen entfernt werden, große Personal-Kostenersparnisse eintreten würden. Weiters hat auch Karl Rahner in einem Interview kurz vor seinem Tod 1984 sinngemäß festgestellt, dass jeder, der nicht mit all dem was die römisch-katholische Kirche ausmacht einverstanden ist, den redlichen Charakter haben sollte, diese Kirche, die nicht mehr die Seine ist zu verlassen und diese nicht zu unterminieren.
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75

Freitag, 11. November 2011, 19:55

„Wenn katholisch draufsteht, muss katholisch drin sein“

Unter diesem Titel berichtet die Tagespost in einem Artikel von Stephan Baier von der heutigen Pressekonferenz, die der Wiener Kardinal Christoph Schönborn über die zu Ende gegangene Herbst-Bischofskonferenz der österreichischen abhielt.

Auch über die Pfarrer-Initiative äußerte sich Schönborn neuerlich kritisch und zum Gehorsam, der bei der Weihe eines Klerikers versprochen wird, sagte er wörtlich: „„Wer bei der Weiheliturgie öffentlich und freiwillig ein Dienstamt in der Kirche übernommen hat, schadet der Gemeinschaft und sich selbst, wenn er mit diesem Wort leichtfertig umgeht.“ sowie „Wenn katholisch draufsteht, muss auch katholisch drin sein“ Vor allem wird auch festgestellt: „Die Rede von einer Eucharistiefeier ohne Weihesakrament ist ein offener Bruch mit einer zentralen Wahrheit unseres katholischen Glaubens.“ Und hier gehe es nicht um Fragen der Kirchenorganisation, sondern „um fundamentale Fragen der katholischen Identität“.

Der umfangreiche und interessante Artikel ist unter dem nachfolgenden Link aufrufbar:
http://www.die-tagespost.de/-Wenn-kathol…n;art456,129233
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76

Samstag, 12. November 2011, 16:11

Eine Nachlese

Pastoraltheologe Prof. Zulehner hat nach einem ORF-Bericht im Auftrag der ORF-Sendung „kreuz und quer“ eine Umfrage bei 500 Pfarrer aller österreichischen Diözesen gemacht. Nach ORF lassen sich die österreichischen Pfarrer auf drei Typen verteilen und zwar 31 Prozent sind Radikalreformer und stimmen dem „Aufruf zum Ungehorsam“ in Inhalt und Form uneingeschränkt zu. Weitere 41 Prozent sind gemäßigte Reformer und nur 28 Prozent sind entschiedene Gegner. Somit zieht der ORF das Fazit, dass fast 72 Prozent aller Priester grundsätzlich hinter Helmut Schüller und seiner Initiative stehen.

Dazu schreibt noch die Tagespost in einem Kommentar vom 9. November, dass 55 Prozent der Pfarrer der Befragten folgender Aussage „Die Forderung, Frauen zu kirchlichen Ämtern zuzulassen, steht im Einklang mit dem Evangelium.“ haben während 53 Prozent diese Aussage ablehnen. 55 und 53 Prozent machen 108 Prozent aus, also so mehr als die befragbaren 100 Prozent.

Kommentar:
Einen besseren Beweis für eine Manipulation als einen Antwortprozentsatz von mehr als 100 Prozent bei derselben Frage gibt es wohl nicht. Dass Frauen in kirchlichen Ämtern bereits tätig sind, außer in jenen, die den Geweihten vorbehalten sind, gibt es bereits bis in die höchsten Etagen der Kirche, sogar schon im Vatikan gibt es eine solche wie vor einigen Monaten nachzulesen war. Außerdem wenn es 72 Prozent Pro-Stimmen gegeben hat, so sind dies ca. 360 Stimmen von 500 und annähernd so viele Mitglieder hat die „Pfarrerinitiative“ nach ihrer im Internet vor einigen Monaten veröffentlichten Namensliste. Wohl ein komischer Zufall oder doch nicht? Und zur ORF-Sendung „kreuz und quer“, die ich regelmäßig sehe, ist zu sagen, dass in dieser Sendung immer mehr als 90 Prozent jener zu Wortkommen, die kritisch der HRKK gegenüberstehen und nur in jenen Fragen wo es faktisch kein Kritik gibt, kommen Lehramtstreue zu Wort.

Und jeder der von Berufswegen mit Umfragen und ähnlichem zu tun hatte, weiß, dass man jede Umfrage in die gewünschte Richtung manipulieren kann. Diese Manipulation beginnt bereits bei der Fragestellung, geht über die Auswahl der zu Befragenden bis zur Interpretation der Frageauswertung faktisch nahtlos durch. Ich wurde seinerzeit in meinem Zivilberuf einmal von einem Meinungsforscher bei einer Auftragerteilung sinngemäß ziemlich deutlich gefragt „Was soll herauskommen?“ Mehr glaube ich, brauche ich zu einer beauftragten Meinungsumfrage nicht mehr zu sagen.

Und dass Zulehner dieses Instrumentarium beherrscht, ist wohl klar, ansonsten hätte er nicht in gewissen Kreisen der Wiener Kirche, denen ich nahestehe, nicht den Spitznamen „Mister Statistik“ Außerdem weist das Ergebnis dieser Umfrage Parallelwerte zu einer veröffentlichten Umfrage aus dem Vorjahr aus, so stellt es auch die Tagespost dar.
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77

Samstag, 12. November 2011, 17:02

Danke, lieber Diaconus, für diese Information und auch Deine Stellungnahme!
Leider ist der Inhalt nicht wirklich neu. Wie Du schreibst, gabe es ja auch im letzten Jahr schon eine ähnliche Umfrage.

Ich habe mir beim Lesen vorgestellt, wie es wäre, wenn der Pfarrer unserer Gemeinde auch zu jenen gehören würde, die zum Ungehorsam aufgerufen haben. Ich glaube, dass ich das nicht ertragen würde. :(
Zum Glück kann ich mir das bei unserem Pfarrer nicht vorstellen, denn er versucht, soweit es in seinen Kräften steht, treu Christus nachzufolgen. Fehlerfrei sind wir alle nicht, so gestehe ich allen, ob Bischöfen, Priestern oder Diakonen auch menschliche Schwächen zu. Aber was sich die renitenten Pfarrer in Österreich erlauben (in Deutschland gibt es bestimmt genauso viele von der Sorte), macht mich sehr traurig, denn sie sind mit diesem Aufruf nicht nur der Kirche gegenüber ungehorsam sondern gegenüber Christus selbst. Ob ihnen das wirklich überhaupt nicht bewußt ist? Das kann ich mir eigentlich kaum vorstellen.
Obl.OSB

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78

Samstag, 12. November 2011, 17:44

@ Teresa

Zitat

Fehlerfrei sind wir alle nicht, so gestehe ich allen, ob Bischöfen, Priestern oder Diakonen auch menschliche Schwächen zu. Aber was sich die renitenten Pfarrer in Österreich erlauben (in Deutschland gibt es bestimmt genauso viele von der Sorte), macht mich sehr traurig, denn sie sind mit diesem Aufruf nicht nur der Kirche gegenüber ungehorsam sondern gegenüber Christus selbst. Ob ihnen das wirklich überhaupt nicht bewußt ist? Das kann ich mir eigentlich kaum vorstellen.

Sünder sind wir alle und jeder von uns hat zusätzlich auch menschliche Schwächen, die keine Sünden sind, da bin ich auch keine Ausnahme. Aber es ist eine Sache des Charakters und auch der menschlichen Reifung wie derjenige/diejenige mit übernommenen Verpflichtungen, Versprechen usw. umgeht. Und diese Bildung des Charakters beginnt bereits im Kleinkindesalter. Ich sagte, aufgrund meiner Erziehung, bereits mit drei oder vier Jahren „ein Versprechen muss man halten, ansonsten ist man ein Lump.“ Und ich habe mich mein ganzes langes Leben lang an diesen Grundsatz gehalten auch wenn es mir dann oft Nachteile gebracht hat.

Jeder Kleriker verspricht bei der Weihe den Gehorsam gegenüber dem Bischof auch hinsichtlich der Lehre der Kirche („Professio fidei“) und dieses Versprechen inkludiert klarerweise Lehramtstreue. Nachdem Jesus zum Dienst beruft, gilt dieses dem Bischof gegebene Versprechen natürlich und vor allem auch Jesus gegenüber. Sicher gibt es auch in Deutschland genug Priester, die eine ähnliche Haltung haben, das lässt sich immer wieder feststellen.

Aber auf diese Herzensbildung bzw. Charakterbildung ist z. T. in den Priesterseminaren der Nachkonzilszeit nicht geschaut worden wie ich aus eigener Erfahrung und Erleben weiß, die ich hier nicht veröffentlichen will. Leider habe ich dies sogar bei einem meiner Ausbildner erlebt, der dann später laisiert wurde.
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79

Montag, 5. Dezember 2011, 17:25

Bischof Hanke: Strukturreformen führen nicht aus der Krise

Wie die heutige Tagespost berichtet, sind für den Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke Strukturreformen für die katholische Kirche kein Weg aus der Krise und er meinte dazu: „Ich glaube ja auch nicht, dass man eine Ehekrise durch veränderte Garderobe oder durch die Reparatur des Hauses bewältigt“

Außerdem stellte er fest, dass die momentane Krise vielmehr ein Hinweis darauf sei, „dass die Glaubenskraft bei uns weniger geworden ist“. Daher müsse die Reform immer bei einem selbst beginnen und verwies auf die großen Reformgestalten wie Franz von Assisi, Katharina von Siena oder Teresa von Avila, die keinen Umbau der Kirche gefordert sondern eine „Herzensbewegung“ ausgelöst hätten - "und das brauchen wir“ sagte der Bischof.

Ein Weiheamt für Frauen sieht der Bischof auch künftig nicht, denn eine von Johannes Paul II. eingesetzte Kommission habe dies definitiv geklärt. Bischof Hanke räumte zwar ein, dass es zurzeit Jesu Priesterinnen gegeben habe, doch „Wenn er, der sich sonst über Regeln hinweggesetzt hat, das Frauenpriestertum hätte haben wollen, dann hätte er es konstituieren können.“

Kommentar:
Ergänzend zu den Ausführungen Bischof Hankes ist noch festzustellen, dass es bei den Juden nur Priester und Leviten gegeben hat, die auf Aaron zurückgeführt wurden (vgl. Ex 28 ). Die Priesterinnen hat es nur bei den zahlreichen heidnischen Kulten gegeben. Und selbst Luther hat erklärt: „Ich verbiete, dass Frauen predigen.“
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80

Montag, 19. Dezember 2011, 17:46

Luther für Katholiken?

Wie auf mehreren Internetplattforme zu lesen war, hat der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, die Katholiken eingeladen, aufgrund des kommenden Reformationsgedenkjahres 2017 sich verstärkt mit Martin Luther zu befassen und ihn als gläubigen Menschen zu entdecken.

Zu diese Aussage Zollitsch muss festgestellt werden: Was kann ein wirklich gläubiger Katholik bei Luther entdecken? Dass Luther zwar einen persönlichen Glauben hatte, der aber nicht der Lehre der Kirche entsprach, mehr nicht – also für einen Katholiken kein Vorbild sein kann. Soll dies das Vorbild Luther sein, dass in den angeschlagenen 95 Thesen bereits einige (mindestens 3) waren, die den Papst angriffen obwohl er noch in der Kirche war, der spätere Kommentar zum Galaterbrief wo er alles verfluchte was das Wesentliche am Katholischen ist, die Schrift gegen die Juden – nur um das Wichtigste zu erwähnen.

Dass EB Zollitsch immer wieder mit derartigen Aussagen auffällt ist ja nichts Neues, denn er huldigt scheinbar mehr dem Protestantismus als er der Lehre der Kirche folgt. Wer sich die Aktionen usw. von ihm und aus seiner Diözese zu Gemüte führt (zBspl. Jugendvigil beim Papstbesuch, missinterpretieren der Papstreden), weiß wo diese stehen – sicher nicht in der Lehre der Kirche.- Hier gilt der Volksspruch: „Wie der Herr so das Gscherr!“
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