Samstag, 16. Dezember 2017, 02:37 UTC+1

Sie sind nicht angemeldet.

  • Anmelden

Kirche im deutschsprachigen Raum und Weltkirche

Antworten im Thema: 532 » Der letzte Beitrag (7. Oktober 2016, 16:01) ist von diaconus.

Lieber Besucher, herzlich willkommen bei: KathVita. Falls dies Ihr erster Besuch auf dieser Seite ist, lesen Sie sich bitte die Hilfe durch. Dort wird Ihnen die Bedienung dieser Seite näher erläutert. Darüber hinaus sollten Sie sich registrieren, um alle Funktionen dieser Seite nutzen zu können. Benutzen Sie das Registrierungsformular, um sich zu registrieren oder informieren Sie sich ausführlich über den Registrierungsvorgang. Falls Sie sich bereits zu einem früheren Zeitpunkt registriert haben, können Sie sich hier anmelden.

diaconus

Großmeister

Beiträge: 5 168

Aktivitätspunkte: 26 470

Level: 51 

Erfahrungspunkte: 12.824.355

Nächstes Level: 13.849.320

41

Dienstag, 12. Juli 2011, 19:40

@ Teresa

Zitat

Wurde dort auch nur einmal thematisiert, daß es um die Kirche Christi geht? Ist einmal auf dieser Veranstaltung davon gesprochen worden, wie wir GOTT auch in unserer Zeit dienen können? Das Wort Demut scheint im Wortschatz dieser Leute ebenfalls nicht vorzukommen.

Zu Deinen Fragen: Das Wort „Gott“ oder „Jesus“ bzw. „Seine Kirche“ ist nach den mir zugänglichen Berichten in der Tagespost und auch in anderen Quellen kein einziges Mal verwendet worden. M. M. wurde es bewusst vermieden, da sie ansonsten damit der vom ihnen vertretenen Lügen überführt worden wären, da man ihnen damit mit Bibelzitaten hätte antworten können. Allein die Forderung nach der Zulassung der geschiedenen Wiederverheiraten beweist dies, denn Jesus hat eindeutig zur Ehebrecherin gesagt: „Geh hin und sündige nicht mehr“ (Joh 8,11c). Wer also diese Forderung aufstellt, desavouiert Jesus und beweist, dass ihm die Aussagen Jesu egal sind,.

Und zum Wort „Demut“, das ja insbesondere bedeutet, dass ich mich Gott unterordne, dieses Wort wird doch von diesen pathologischen Selbstdarstellern nicht angesprochen. Aus meiner Erfahrung in den PGR’s weiß ich, dass meist fast 2/3 solche sind, die in ihrem Leben nicht das erreicht hatten, sowohl beruflich oder privat, was sie anstrebten wollten und die Kirche nur benutzen ihr „Image“ aufzubessern. Eine ganze Reihe von diesen sind nur dann regelmäßig in die Messe gekommen, wenn sie „vorne“ stehen durften und von allen gesehen wurden.
Preis den Herrn!

diaconus

Großmeister

Beiträge: 5 168

Aktivitätspunkte: 26 470

Level: 51 

Erfahrungspunkte: 12.824.355

Nächstes Level: 13.849.320

42

Mittwoch, 13. Juli 2011, 17:07

Gottesliebe – Nächstenliebe

Im Zusammenhang mit der Dialog-Auftaktveranstaltung wo das Wort Gott oder Jesus nicht erwähnt wurde, fiel mir eine Begebenheit aus der Mitte der 90er-Jahre ein, die sich in derselben Pfarre ereignete, die ich im Lebenschutz-Thread erwähnte. Es war eine sehr progressive Pfarre (Basisgemeinde). Es gab nach der Messe immer wieder offizielle Diskussionsrunden. Ein Mittelschulprofessor, der immer mit seinen progressiven Ansichten präsent war, sprach immer nur von Nächstenliebe bis es mir einmal zuviel wurde und ich ihn fragte: „Und was ist mit der Gottesliebe von der Jesus als größtes Gebot sprach?“ worauf ich coram publico zur Antwort bekam: „Was brauche ich Gottesliebe wenn ich Nächstenliebe habe!“ Meine sofortige Antwort darauf war: „Dann bist Du Humanist, aber kein wirklicher Christ, denn für den ist Gott zuerst im Mittelpunkt!“
Und genau dieser Geisteshaltung entsprechen die Mehrheit der Dialogisierer.
Preis den Herrn!

Teresa

Meister

Beiträge: 1 912

Aktivitätspunkte: 10 145

Level: 45 

Erfahrungspunkte: 4.743.913

Nächstes Level: 5.107.448

43

Mittwoch, 13. Juli 2011, 21:58

Wenn man es mal umdreht, könnte man sagen, daß das Rezept zur "Heilung" für die Kirche im deutschsprachigen Raum nicht in irgendwelchen Reformen und Reförmchen sondern in der Neubesinnung auf den eigentlichen Kern unseres Glaubens besteht.
Sagt nicht Christus: "Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben!"? Das bedeutet doch, daß wir durch ihn zur Wahrheit kommen bzw. den Weg zur Wahrheit finden, indem wir versuchen Ihm nachzufolgen so gut wie es uns möglich ist. Und wo finden wir die Wahrheit? NUR bei GOTT!

Unser Papst geht den Weg der positiven Sichtweise, wie wir in seinen Schriften immer wieder erfahren können. Vielleicht sollten wir uns eher an ihn halten und die "ewigen Möchtegernreformer" von "WsK" usw. im deutschsprachigen Raum da lassen, wo sie hingehören: nämlich am Rand der Kirche, um den wir uns nicht unbedingt kümmern müssen. Lassen wir sie links liegen, vergeuden wir unsere Kräfte nicht mit Ärger über "WsK" und Co.!
Obl.OSB

Gelobt sei Jesus Christus!

Teresa

Meister

Beiträge: 1 912

Aktivitätspunkte: 10 145

Level: 45 

Erfahrungspunkte: 4.743.913

Nächstes Level: 5.107.448

44

Donnerstag, 14. Juli 2011, 17:32

Kleine Grübelei

:a065: Nun bin ich doch ins Grübeln gekommen: Mehrmals habe ich in den letzten Tagen in der "Tagespost" das Wort "christ-katholisch" gelesen. Vielleicht stehe ich auf der Leitung, aber sind wir nicht "römisch-katholisch"? Soll die Bezeichnung "christ-katholisch" schon ein Ausdruck der Loslösung der deutschsprachigen katholischen Kirche von Rom sein?
Ist diese Bezeichnung nur Gedankenlosigkeit und hat eventuell keine tiefere Bedeutung? Oder lese ich zuviel in sie hinein? :a065:
Obl.OSB

Gelobt sei Jesus Christus!

diaconus

Großmeister

Beiträge: 5 168

Aktivitätspunkte: 26 470

Level: 51 

Erfahrungspunkte: 12.824.355

Nächstes Level: 13.849.320

45

Donnerstag, 14. Juli 2011, 18:24

Zitat

Mehrmals habe ich in den letzten Tagen in der "Tagespost" das Wort "christ-katholisch" gelesen. Vielleicht stehe ich auf der Leitung, aber sind wir nicht "römisch-katholisch"? Soll die Bezeichnung "christ-katholisch" schon ein Ausdruck der Loslösung der deutschsprachigen katholischen Kirche von Rom sein?
Ist diese Bezeichnung nur Gedankenlosigkeit und hat eventuell keine tiefere Bedeutung?


Wer genau nach der Offenbarung und Lehre der römisch-katholischen Kirche lebt und sich dazu bekennt, ist auch nach der Eintragung im Taufschein bzw. der Geburtsurkunde "r.k." also römisch-katholisch. "Christ-katholisch" würde Christlich-Allumfassend und damit einen Einheitsbrei bedeuten, der alle unterschiedlichen christlichen Konfessionen gleich macht, unabhängig von Theologie und Lehre und damit Los-von-Rom dokumentieren.

M. M. soll damit schön langsam durch Manipulation einer "Deutschen allumfassenden Nationalkirche" der Weg bereitet werden. Wenn man derartige Begriffe lang genug und intensiv verwendet, wird das Volk schon mit der damit verbundenen "Gehirnwäsche" es akzeptieren. Dieselbe Methode wurde schon u. a. bei der Freigabe der Abtreibung (Zellhaufen, Leben beginnt erst bei der Geburt usw.. usw.) angewandt. Das wurde uns schon seinerzeit (in meiner Jugendzeit, wo ich hauptamtlich links stand) in der linken Parteischule für die Öffentllchkeitsarbeit gelehrt.

Es wundert mich nur, dass die Tagespost diese Terminologie verwendet, die ich bisher als wirklich katholisch eingeschätzt habe.
Preis den Herrn!

Teresa

Meister

Beiträge: 1 912

Aktivitätspunkte: 10 145

Level: 45 

Erfahrungspunkte: 4.743.913

Nächstes Level: 5.107.448

46

Donnerstag, 14. Juli 2011, 20:05

Zitat

Mehrmals habe ich in den letzten Tagen in der "Tagespost" das Wort "christ-katholisch" gelesen. Vielleicht stehe ich auf der Leitung, aber sind wir nicht "römisch-katholisch"? Soll die Bezeichnung "christ-katholisch" schon ein Ausdruck der Loslösung der deutschsprachigen katholischen Kirche von Rom sein?
Ist diese Bezeichnung nur Gedankenlosigkeit und hat eventuell keine tiefere Bedeutung?


Wer genau nach der Offenbarung und Lehre der römisch-katholischen Kirche lebt und sich dazu bekennt, ist auch nach der Eintragung im Taufschein bzw. der Geburtsurkunde "r.k." also römisch-katholisch. "Christ-katholisch" würde Christlich-Allumfassend und damit einen Einheitsbrei bedeuten, der alle unterschiedlichen christlichen Konfessionen gleich macht, unabhängig von Theologie und Lehre und damit Los-von-Rom dokumentieren.

M. M. soll damit schön langsam durch Manipulation einer "Deutschen allumfassenden Nationalkirche" der Weg bereitet werden. Wenn man derartige Begriffe lang genug und intensiv verwendet, wird das Volk schon mit der damit verbundenen "Gehirnwäsche" es akzeptieren. Dieselbe Methode wurde schon u. a. bei der Freigabe der Abtreibung (Zellhaufen, Leben beginnt erst bei der Geburt usw.. usw.) angewandt. Das wurde uns schon seinerzeit (in meiner Jugendzeit, wo ich hauptamtlich links stand) in der linken Parteischule für die Öffentllchkeitsarbeit gelehrt.

Es wundert mich nur, dass die Tagespost diese Terminologie verwendet, die ich bisher als wirklich katholisch eingeschätzt habe.


Ja, weil ich mich über diese Bezeichnung ausgerechnet in der "Tagespost" gewundert habe, bin ich ins Grübeln gekommen. Vielleicht sollten wir die "Tagespost" per Leserbrief darauf aufmerksam machen? Es könnte doch sein, daß das der Redaktion noch gar nicht aufgefallen ist...
Obl.OSB

Gelobt sei Jesus Christus!

diaconus

Großmeister

Beiträge: 5 168

Aktivitätspunkte: 26 470

Level: 51 

Erfahrungspunkte: 12.824.355

Nächstes Level: 13.849.320

47

Freitag, 15. Juli 2011, 18:33

Gespräch mit Kardinal Cordes

Die Tagespost bringt ein Gespräch mit Kurienkardinal Paul Josef Cordes, das sehr lesenswert ist. Leider kann ich keinen Link ins Forum stellen, da das volle Gespräch nur für Abonnenten lesbar ist.

Eine kurze Zusammenfassung der wichtigsten Punkte:
Kardinal Cordes weist in Bezug auf die Pastoral darauf hin, dass Professor Johann Baptist Metz schon vor einigen Jahren die Gotteskrise als Wurzel für die gegenwärtige Verunsicherung der Christen ausgemacht hat. Aufgrund dieser substanziellen Diagnose muss daher hier die kirchliche Pastoral und Sendung ansetzen. Erfolgt dies nicht, bleiben nur die kirchliche Selbstbeschäftigung und das mediale Strohfeuer.

Außerdem soll sich der deutsche Blick wieder auf die Katholizität der Kirche hin weiten. Im Hinblick auf die Auftaktsveranstaltung des „Dialogs“ sagte er im O-Ton: „.Lautstarker Protest von germanischen Vorzeigekatholiken und Kirchengremien sollte nicht mit Vitalität verwechselt werden. Kürzlich dramatisierte eine große Wochenzeitung diese teutonische Nabelschau zu einer deutschen katholischen Nationalkirche – eine ebenso jammervolle wie lächerliche Zukunftsvision, denn eine solche Kirche würde bald an Schwindsucht und Blutarmut verenden.“

Weiters meint Cordes, dass ein Blick über den nationalen Tellerrand genügen würde, um die andernorts vorhandene apostolische Dynamik und die Kraft von Gottes Wort zu entdecken, dass das Christentum nicht nur für die Existenzbewältigung oder den Lebensunterhalt gut ist, denn es ist vielmehr eine geistliche Begegnung mit einer Person, nämlich mit Jesus Christus. Er habe sich oft gewünscht, dass „meine Landsleute“ heute erleben könnten, wie Gottes Nähe beglückt und erfüllt.

Kommentar:
Nachdem bei dieser Dialogveranstaltung nach den Berichten „Jesus Christus“ überhaupt nicht erwähnt wurde und auch in den 38 publizierten Forderungen nicht enthalten ist, sagt dies genug über die „Katholizität“ der Veranstaltung aus. Außerdem sind ein wesentlicher Teil der Forderungen eindeutig gegen die Lehre von Jesus gerichtet. Damit beweist der überwiegende Teil der Delegierten, dass sie nicht mehr wirklich katholisch, ja nicht einmal mehr christlich sind.
Preis den Herrn!

diaconus

Großmeister

Beiträge: 5 168

Aktivitätspunkte: 26 470

Level: 51 

Erfahrungspunkte: 12.824.355

Nächstes Level: 13.849.320

48

Mittwoch, 20. Juli 2011, 17:21

Reaktion von Em. Kard. Schönborn zur "Pfarrer-Initiative des Ungehorsams"

Ich habe heute das Mitarbeitermagazin der ED Wien, Ausgabe 7/8/2011, erhalten, in dem Em. Kardinal Schönborn zur Pfarrerinitiative „Aufruf zum Ungehorsam“ Stellung nimmt.

Daraus einige wichtige Sätze:
Mich erschüttert der offene Aufruf zum Ungehorsam.
Viele Berufstätige fragen sich, wie es möglich ist, in der Kirche den Ungehorsam zu propagieren und zu praktizieren, wo sie wissen, dass sie ihren Arbeitsplatz längst verloren hätten, wenn sie dort zum Ungehorsam aufriefen.
Da die von den Initiatoren der „Pfarrer-Initiative“ geforderten Reformen noch immer nicht erfolgt sind, und die Bischöfe, so meinen sie, untätig sind, sehen sie sich gezwungen, „dem Gewissen zu folgen und selbständig tätig zu werden.“
Wenn es zur Gewissensfrage wird, dem Papst und dem Bischof ungehorsam zu werden, dann ist eine neue Stufe erreicht, die zu einer klaren Entscheidung drängt. Denn dem Gewissen ist immer Folge zu leisten, wenn es ein geformtes und sich selbst kritisch prüfendes Gewissen ist. ..... Wer also im geprüften Gewissen zur Überzeugung kommt, dass „Rom“ auf einem Irrweg ist, der gravierend dem Willen Gottes widerspricht, müsse im äußersten Fall die Konsequenz ziehen, den Weg nicht mehr mit der römisch-katholischen Kirche gehen. Ich glaube und hoffe aber, dass dieser äußerste Fall hier nicht eintritt.
Ich bin nun bald 20 Jahre Bischof. Der Bischof hat den Dienst der Einheit; für die eigene Diözese und mit dem Papst und der Weltkirche. Ich mache diesen Dienst mit Freude. Ich erfahre viel schönes, erbebe aber auch manche schmerzliche Verwundung der Einheit. Zu diesen Wunden gehört der „Aufruf zum Ungehorsam“.

Kommentar:
Wer die diplomatische Sprache Seiner Eminenz kennt, der weiß, dass er hier sehr stark „Klartext“ gesprochen hat und sehr betroffen ist.
Danke, Eminenz für diese klaren Worte.
Preis den Herrn!

Teresa

Meister

Beiträge: 1 912

Aktivitätspunkte: 10 145

Level: 45 

Erfahrungspunkte: 4.743.913

Nächstes Level: 5.107.448

49

Donnerstag, 28. Juli 2011, 19:56

Regensburger Domforum

Auf Einladung des Regensburger Bischofs Gerhard Ludwig Müller hat der SPD-Bundestagsfraktionschef Frank-Walter Steinmeier im Rahmen des Domforums eine Rede über den europäischen Integrationsprozess gehalten, wobei er die Rolle der Kirche dabei hervorgehoben hat. Allerdings möchte der Redner, der ein Atheist zu sein scheint, die Kirche für seine Zwecke instrumentalisieren - und übersieht dabei, daß die Kirche ganz andere Aufgaben hat: sie soll das Wort GOTTES unter den Menschen verbreiten. Die Kirche ist eben keine Partei, der man vorschreiben kann, was sie zu tun und zu lassen hat!
Ich verstehe nicht, weshalb ein solcher Redner von Bischof Müller, der doch eher ein konservativer Bischof ist, in den Regensburger Dom eingeladen worden ist und dort seine Ideen verbreiten durfte. :thumbdown:

(Informationsquelle: "Die Tagespost" vom 26.07.2011, Seite 2, Rubrik "Politik")
Obl.OSB

Gelobt sei Jesus Christus!

diaconus

Großmeister

Beiträge: 5 168

Aktivitätspunkte: 26 470

Level: 51 

Erfahrungspunkte: 12.824.355

Nächstes Level: 13.849.320

50

Donnerstag, 28. Juli 2011, 20:11

@ Teresa

Zitat

Auf Einladung des Regensburger Bischofs Gerhard Ludwig Müller hat der SPD-Bundestagsfraktionschef Frank-Walter Steinmeier im Rahmen des Domforums eine Rede über den europäischen Integrationsprozess gehalten, wobei er die Rolle der Kirche dabei hervorgehoben hat. Allerdings möchte der Redner, der ein Atheist zu sein scheint, die Kirche für seine Zwecke instrumentalisieren - und übersieht dabei, daß die Kirche ganz andere Aufgaben hat: sie soll das Wort GOTTES unter den Menschen verbreiten. Die Kirche ist eben keine Partei, der man vorschreiben kann, was sie zu tun und zu lassen hat!
Ich verstehe nicht, weshalb ein solcher Redner von Bischof Müller, der doch eher ein konservativer Bischof ist, in den Regensburger Dom eingeladen worden ist und dort seine Ideen verbreiten durfte. :thumbdown:
(Informationsquelle: "Die Tagespost" vom 16.07.2011, Seite 2, Rubrik "Politik")


Im E-Paper der DT, den ich abonniert habe, ist dieser Artikel leider nicht enthalten. Das habe ich jetzt festgestellt als ich im E-Paper-Archiv nachschaute.
Preis den Herrn!

Teresa

Meister

Beiträge: 1 912

Aktivitätspunkte: 10 145

Level: 45 

Erfahrungspunkte: 4.743.913

Nächstes Level: 5.107.448

51

Donnerstag, 28. Juli 2011, 20:20

@ Teresa

Zitat

Auf Einladung des Regensburger Bischofs Gerhard Ludwig Müller hat der SPD-Bundestagsfraktionschef Frank-Walter Steinmeier im Rahmen des Domforums eine Rede über den europäischen Integrationsprozess gehalten, wobei er die Rolle der Kirche dabei hervorgehoben hat. Allerdings möchte der Redner, der ein Atheist zu sein scheint, die Kirche für seine Zwecke instrumentalisieren - und übersieht dabei, daß die Kirche ganz andere Aufgaben hat: sie soll das Wort GOTTES unter den Menschen verbreiten. Die Kirche ist eben keine Partei, der man vorschreiben kann, was sie zu tun und zu lassen hat!
Ich verstehe nicht, weshalb ein solcher Redner von Bischof Müller, der doch eher ein konservativer Bischof ist, in den Regensburger Dom eingeladen worden ist und dort seine Ideen verbreiten durfte. :thumbdown:
(Informationsquelle: "Die Tagespost" vom 16.07.2011, Seite 2, Rubrik "Politik")


Im E-Paper der DT, den ich abonniert habe, ist dieser Artikel leider nicht enthalten. Das habe ich jetzt festgestellt als ich im E-Paper-Archiv nachschaute.


Das wundert mich, denn ich dachte, daß die größeren Artikel eigentlich ebenfalls im E-Paper der Tagespost veröffentlicht werden würden. ?( Da frage ich mich, nach welchen Kriterien die Redaktion da vorgeht?
Das wundert mich genauso wie die Tatsache, daß ein Atheist im Dom - nicht im Gemeindehaus - seine Reden schwingen darf, und daß man nichts von Widerspruch oder Protest hört. Sind die Leute in Regensburg schon so weit, daß sie alles akzeptieren, egal was gesagt wird?
Naja, immerhin durfte Herr Steinmeier nicht in der Messe die Predigt halten. ;)
Obl.OSB

Gelobt sei Jesus Christus!

Teresa

Meister

Beiträge: 1 912

Aktivitätspunkte: 10 145

Level: 45 

Erfahrungspunkte: 4.743.913

Nächstes Level: 5.107.448

52

Donnerstag, 28. Juli 2011, 20:24

Ein bezeichnender Satz für Steinmeiers Einstellung: "Diese Tradition (Anmerkung von mir: gemeint ist die Aufklärung) ist mir wichtiger, als der allgemeine Ruf nach der Verteidigung der christlichen Wurzel Europas."

Da kann ich nur noch mit dem Kopf schütteln! :c038:
Obl.OSB

Gelobt sei Jesus Christus!

diaconus

Großmeister

Beiträge: 5 168

Aktivitätspunkte: 26 470

Level: 51 

Erfahrungspunkte: 12.824.355

Nächstes Level: 13.849.320

53

Montag, 1. August 2011, 17:56

Déja-vu-Erlebnis in der Kirche

In der Tagespost ist ein sehr guter Artikel von Johannes Seibel, der die Vorträge vom Kongress 1981 der DBK „Glaube im Unglauben der Zeit“ mit den Statements des Mannheimer Dialogprozesses gegenliest. Wer dies tut bekommt ein Déja-vu-Erlebnis, indem er feststellt, dass sich in diesen dreißig Jahren nicht geändert hat, außer, dass damals die Fragen besser gestellt waren. Etwa jene, die Alfred Läpple oder Anton Rauscher nach dem richtigen Gottesbild, der Geschöpflichkeit und Erlösungsbedürftigkeit des Menschen stellten. Denn nicht mehr der Glaube ist das erste, also die Offenbarung, das das Engagement in der Kirche motiviert, sondern umgekehrt müssen zuerst Wünsche der Mitglieder an die Kirche von der Kirche erfüllt sein, damit sich Laien engagieren.

Nachdem dieser Artikel nicht im Abo-Bereich der DT erschienen ist und damit für alle lesbar ist, stelle ich den Link ein.
www.die-tagespost.de/D%25E9ja-vu-der-Krise;art456,126562
Preis den Herrn!

diaconus

Großmeister

Beiträge: 5 168

Aktivitätspunkte: 26 470

Level: 51 

Erfahrungspunkte: 12.824.355

Nächstes Level: 13.849.320

54

Mittwoch, 3. August 2011, 18:49

Kardinal Lehmann ruft nach „neuer Mitte“

In der Tagespost war zu lesen, dass Kardinal Lehmann eine „neue Mitte“ in der deutschen Gesellschaft fordert. Er meint dazu, dass dies nur möglich ist, wenn ein umfassender gesellschaftlicher Dialog geführt werde, um durch alle Verschiedenheiten hindurch eine neue gemeinsame Grundlage zu finden. Und im O-Ton: „Ohne tiefere Kompromisse, in denen sich aber auch fast alle verändern müssten, gehe so etwas nicht“, betont der Kardinal. Und verweist in diesem Zusammenhang auch auf den begonnenen Dialogprozess in der deutschen katholischen Kirche.

Ein Kardinal, der den Purpur, das Symbol des Martyriums trägt, und solche Aussagen über Kompromisse macht, statt die unverkürzte und unverfälschte Lehre der Kirche voll zu vertreten, beweist, dass er nicht der Hirte ist wie sich ihn Jesus vorgestellt hat. Daher kein Wunder wenn in der deutschen katholischen Kirche der Glaube so verdunstet ist und nur eine kleine Herde die unverkürzte und unverfälschte Lehre hochhält. Das was der Kardinal vertritt ist der Zeitgeist, der auch in einem Großteil der evangelischen Gemeinschaft (EKD) feststellbar ist.

Ich frage mich, ob er aufgrund seines Alters noch nie daran gedacht, dass er in absehbarer Zeit vor Seinem Richter stehen wird, der ihn sicher fragen wird, „Wie hast Du meine Herde geweidet?“ oder glaubt er selbst nicht mehr an Gott, das Ewige Leben usw. und die Lehre Jesu und SEINER Kirche oder hat er diese Lehre in seinem Sinn modifiziert, wie es immer wieder aus seinen Aussagen durchscheint?
Preis den Herrn!

diaconus

Großmeister

Beiträge: 5 168

Aktivitätspunkte: 26 470

Level: 51 

Erfahrungspunkte: 12.824.355

Nächstes Level: 13.849.320

55

Sonntag, 21. August 2011, 18:41

Gute Beurteilungen und Aussagen durch den neuen EB von Berlin

In einem Interview mit Welt-online sagte der neue Erzbischof von Berlin Woelki:
„Wenn wir dann um unsere Positionen ringen, muss um der Wahrhaftigkeit willen gesagt werden, dass die Kirche keine parlamentarische Demokratie ist, wo Abstimmungsmehrheiten den Kurs festlegen. Es gibt Dinge, die nicht verhandelbar sind. Der Kirche sind ihre Voraussetzungen vorgegeben, sodass ein Dialog auch Grenzen hat.“

Und auf die Frage wegen der Kirchenaustritte, die auf die Missbrauchsfälle zurückgehen antwortete er. „Bei den meisten dürfte sich darin eine seit Längerem wirkende Entfremdung ausdrücken, für die das Bekanntwerden der furchtbaren Missbrauchsfälle der letzte Auslöser war.“

Kommentar:
Auch Jesus hat in Glaubensfragen keine Abstimmungen vorgenommen sondern sehr oft radikale Aussagen gemacht und beinhart die Apostel gefragt: „Wollt auch ihr gehen?“ (vgl. Mt 6,67) als ein Teil der Jünger über seine Lehre murrten und weggingen. Das hat ER bewusst in Kauf genommen. Wer daher in Glaubensfragen, die auf der Offenbarung (AT und NZ) beruhen, mittels Abstimmungen in Synoden etc. Änderungen an derartigen Aussagen vornimmt und dem Zeitgeist anpasst, wie es bei vielen evangelischen Denominationen der Fall ist oder diesbezügliche Forderungen in der Hl. Mutter Kirche stellt, hat von der wahren Lehre Christi nichts verstanden und will, dass Gott Seine Lehre dem Menschenwillen untertan machen soll.
Preis den Herrn!

diaconus

Großmeister

Beiträge: 5 168

Aktivitätspunkte: 26 470

Level: 51 

Erfahrungspunkte: 12.824.355

Nächstes Level: 13.849.320

56

Montag, 29. August 2011, 16:43

„Aufruf zum Gehorsam“ kontert Schüllers Pfarrer-Initiative

Wie bekannt hat Helmut Schüller vor einigen Wochen einen „Aufruf zum Ungehorsam“ einer sogenannten Pfarrerinitiative öffentlich gemacht, der von rd. 300 Priestern und Diakonen unterstützt wird und die altbekannten, um nicht zu sagen sattsam, bekannten Forderungen wie Frauenpriestertum, Laienpredigt, „priesterlose Eucharistiefeiern“ usw., stellt. Selbst EB Kard. Schönborn war dieser Aufruf zu viel, siehe meinen Post vom 20. Juli 2011, 17,21

Schüller wird weiter von den linkslastigen Medien und dem ORF (Österreichsicher Rot-Funk) hofiert und kommt darin immer wieder zu Wort, vor allem auch in den letzten Tagen. Der Grund ist sehr durchsichtig: Er muss Propaganda machen, denn die seit einigen Tagen bestehende Gegenaktion wird von dieser Seite bewusst verschwiegen.

Am 22. August stellte der Kaplan Markus Doppelbauer einen „Aufruf zum Gehorsam“ online, der sich in Stil und Diktion an den Aufruf des Vorstands der „Pfarrer-Initiative“ anlehnt, jedoch die gegenteilige Einstellung spiegelt. Wie auch in der Tagespost vom 26. 8. zu lesen ist, hat dieser Aufruf innerhalb von 4 Tagen die Unterstützung von mehr als 1.000 Personen, darunter über 70 Priester und Diakone, erhalten:

Folgende Zitate aus diesem Dokument möchte ich daraus in den Post stellen:
„Seit Jahrzehnten bemühen sich die Päpste und die Römische Kurie, den Glauben und das kirchliche Leben in unseren reich und satt gewordenen Ländern zu erneuern. Sie stoßen mit ihren Reformbemühungen auf viel Widerstand. Darum wollen wir ihnen unsere Unterstützung und Hilfe zusagen.“
„Wir werden zukünftig in jedem Gottesdienst und im persönlichen Gebet eine Fürbitte um eine echte Reform der Kirche sprechen. Diese Reform soll der gegenwärtigen Trägheit entgegenwirken und in uns das Feuer des Heiligen Geistes und der Hingabe an die Kirche vermehren.“ Gläubige sollen „sorgfältig auf den Empfang der Heiligen Kommunion vorbereitet werden“, die Gemeinschaften sollen „für unsere Nachbar-Gemeinschaften offen sein, damit jeder am Sonntag seine Sonntagspflicht erfüllen kann“.
„Wir werden uns dafür einsetzen, dass keine neuen hierarchischen Ebenen und Vorsteher mit eigenen Titeln und eigenem Standesdünkel in den Pfarreien eingeführt werden. Wir brauchen nicht mehr Karrieristen, sondern mehr demütige Zusammenarbeit, die dem Evangelium und nicht der Selbsterhöhung dient.“
„Wir sind dankbar für ortsfremde Priester, die oft – wie die Apostel – lange Wegstrecken zurücklegen, um für uns das einzige Opfer Christi darzubringen.“

Weiters werden in der Tagespost Kritiker zitiert wie der Altabt von Heiligenkreuz, Gregor Henckel Donnersmarck, der in n einem Interview der Tageszeitung „Kurier“ sagte: Gehorsam habe „auch etwas Befreiendes“. Die Kirche solle sich „auf keinen Fall auf Themen abdrängen lassen, die mit dem Glauben direkt nichts zu tun haben“. Und „Es geht um die unveränderliche Botschaft. Man sollte sich nicht Modeerscheinungen unterwerfen.“ Die Vorschläge der „Pfarrer-Initiative“ seien „der falsche Weg“.

Anders natürlich die Pastoralamtsleiterin der Erzdiözese Wien, Veronika Prüller-Jagenteufel, die dagegen meinte in „thema kirche“, dem Mitarbeitermagazin der Erzdiözese Wien: „Auch ich wünsche mir, dass in Sachen der Zulassungsbedingungen zum Priesteramt der Heilige Geist der Kirche noch einmal etwas Neues zeigt und neue Wege eröffnet. Wenn es hier einmal Veränderungen gibt, dann wohl nicht aus praktischen oder strategischen Überlegungen, sondern aus tieferer theologischer und geistlicher Einsicht.“
Dass mit der Bestellung dieser Pastoralamtsleiterin „der Bock zum Gärtner“ gemacht wurde, war uns rom- und lehramtstreuen klar, denn sie huldigt der modernistischen Theologie.

Link zur Unterschrift zum „Aufruf zum Gehorsam“
www.aufruf-zum-gehorsam.eu
Ich habe gestern Abend unterschrieben und bitte alles Leser des Forums diesen Aufruf zu unterschreiben.
Wie ich soeben festgestellt habe, sind seit gestern spät abends, über 60 weitere Unterschriften eingelangt.
Preis den Herrn!

Teresa

Meister

Beiträge: 1 912

Aktivitätspunkte: 10 145

Level: 45 

Erfahrungspunkte: 4.743.913

Nächstes Level: 5.107.448

57

Mittwoch, 31. August 2011, 19:07

EB Zollitsch

Darüber kann man wirklich nur die Hände über dem Kopf zusammen schlagen, wenn man diese Meinungsäußerung von dem Vorsitzenden der DBK EB Zollitsch liest: http://nachrichten.t-online.de/zollitsch…_49361124/index

Er tut gerade so, als ob die Kirche ein Verein wäre, der seine Regeln selbst bestimmt! Kein Wort über die Bibel oder Jesus Christus! Mit dieser Meinungsäußerung schwimmt er genauso im zeitgeistigen Mainstream mit wie die ev. Kirche! :thumbdown:

Es ist keine Frage, dass gerade Menschen mit einem besonders schweren Schicksal auch einer besonderen Seelsorge bedürfen. Wir wissen doch, wer dauerhaft in schwerer Sünde lebt, isst sich das Verderben an, wenn er zur Heiligen Kommunion geht! Dieses Gesetz der Kirche, dass die Ehe ein Sakrament ist, das nicht einfach aufgelöst werden kann, kann man doch nicht einfach außer Kraft setzen, nur weil der Zeitgeist das fordert! Man hilft diesen wiederverheirateten Geschiedenen doch viel mehr, wenn man ihr Unglück nicht noch vergrößert, indem sie in der Ewigkeit leiden müssen, weil sie es im irdischen Leben nicht ertragen haben nach den Gesetzen Christi zu leben.
Es gibt ganz bestimmt Möglichkeiten, diesen unglücklichen Menschen zu helfen, aber doch nicht um den Preis der ewigen Seligkeit willen.
Natürlich weiß ich genauso wenig wie alle Menschen, was uns nach dem Tod erwartet, aber Christus mahnt, daß es zwar eine breite Straße zu GOTT gibt, aber das Tor zu ihm schmal ist. Das geht mir einfach nicht aus dem Kopf. :(
Daher vertraue ich auf das, was uns die Kirche lehrt. Anders kann es doch gar nicht gehen. :c014:
Obl.OSB

Gelobt sei Jesus Christus!

diaconus

Großmeister

Beiträge: 5 168

Aktivitätspunkte: 26 470

Level: 51 

Erfahrungspunkte: 12.824.355

Nächstes Level: 13.849.320

58

Mittwoch, 31. August 2011, 19:40

@ Teresa

Zitat

Daher vertraue ich auf das, was uns die Kirche lehrt. Anders kann es doch gar nicht gehen. :c014:.

Ich bin auch über die Aussage von EB Zollitsch gelinde gesagt „wütend“, denn ich verfolge die Diskussion darüber schon beim diesbezüglichen Artikel auf einer anderen Plattform schon den ganzen Tag. Leider muss man aber sagen, dass hier nur etwas ausgesprochen wurde, was seit mehr als 3 Jahrzehnten im Verborgenen von vielen gehandhabt wird. Ich weiß von einem Fall, wo der Pfarrer einer kleinen Gemeinde wo jeder jeden kennt, einem solchen Paar gesagt hat „Fahrt in einen anderen Ort wo Euch niemand kennt und geht dort zur Kommunion.“ :thumbdown: :thumbdown: :thumbdown: Mehr kann und darf ich aus Disziplinargründen nicht sagen.
D. h. die Kirche im deutsprachigen Raum hat sich selber unglaubwürdig gemacht und damit hat auch der Glaubensverlust in unseren Ländern zu tun, weil die Kirche sich immer mehr protestantisch gebärdet. Jesus selbst weiß von dem Problem: „Wird der Menschensohn noch Glauben vorfinden?“ (Lk 18,8 ). Damit verbunden ist auch, dass die Kirche immer wieder verkürzt verkündet hat, dass wer an Jesus glaubt mit seiner Barmherzigkeit rechnen darf, egal was er macht. Aber Jesus hat aber gesagt, „Nicht wer Herr! Herr! zum mir sagt wird in das Himmelreich kommen, sondern nur wer den Willen des Vater erfüllt“ (vgl. Mt. 7,21) d. h. die Gebote hält.
Preis den Herrn!

diaconus

Großmeister

Beiträge: 5 168

Aktivitätspunkte: 26 470

Level: 51 

Erfahrungspunkte: 12.824.355

Nächstes Level: 13.849.320

59

Montag, 19. September 2011, 16:44

Reform ja - aber welche?

Unter diesem Titel hat die heutige Tagespost um 15,49 einen umfangreichen Kommentar von Guido Horst veröffentlicht.

Guido Horst stellt fest, dass sich die katholische Kirche in einer Krise befindet, die aber nicht durch den von den Bischöfen initiierten Dialogsprozess „von unten“ gelöst werden kann, da dieser von den Kreisen des Verbands- und Gremienkatholizismus beherrscht wird und seinen Ausdruck fand in dem Theologen-Memorandum, im offenen Brief von Unions-Abgeordneten an die Bischöfe und den zahlreichen Äußerungen führender Vertreter des Gremienkatholizismus, wobei zu dem die Stimmung deutlich papstkritisch eingefärbt ist. Und eine große, alte Dame des Zentralkomitees der deutschen Katholiken war in Mannheim froh darüber, dass das Wort „Rom“ dort nicht ein einziges Mal gefallen sei.

Den hunderttausenden Menschen, die in den nächsten Tagen dem Papst begegnen und mit ihm die großen Gottesdienste feiern werden, dürften in der Mehrheit diese immer wieder aufgewärmten Fragen vollkommen gleichgültig sein, denn den meisten treuen Kirchengängern sind diese Verbands- und Gremienkatholiken unbekannt.

Interessant ist ein Abschnitt, den ich im Originaltext zitieren muss, und in dem Guido Horst auf eine Eingabe verweist, die der Doyen der katholischen Kirchengeschichtsforschung, Hubert Jedin, am 16. September 1968 gemeinsam mit seinem jüngeren Fachkollegen Konrad Repgen über den Münchener Kardinal Julius Döpfner bei der Deutsche Bischofskonferenz einreichte, um auf die Gefährlichkeit der Krise innerhalb der katholischen Kirche und deren Vergleichbarkeit mit den Zuständen während der Reformation hinzuweisen – eine Eingabe, die von dem Konferenzvorsitzenden Döpfner nie beantwortet wurde. Eine Eingabe, die man eins zu eins auf die heutige Polarisierung innerhalb der Kirche deutscher Zunge (Österreich und die Deutsch-Schweiz eingeschlossen) übertragen könnte.

Der Textauszug aus 1968 lautete:
„Wir glauben nicht, dass die Gründung und Unterstützung konservativer, traditionalistischer Gruppen und Bewegungen der richtige Weg ist, um die drohende Kirchenspaltung oder den Kirchenabfall zu verhindern. Einer kirchlichen ,Rechten‘ den Kampf gegen die Auswüchse der kirchlichen ,Linken‘ zu überlassen, wäre eine grundsätzliche Abdikation (Abdankung, A.d.R.) der Autoritäten, welche die katholische Kirche im Unterschied von den protestantischen Kirchengemeinschaften dank ihrer auf göttlichem Recht beruhenden Struktur besitzt. Sie müssen selbst vernehmlich sprechen und entschieden handeln, und zwar ohne Rücksicht auf ihre Popularität. Wenn sie es tun, und zwar bald tun, wird sich zeigen, dass sie die große Masse des noch katholischen Kirchenvolkes hinter sich haben. Hätten sich die deutschen Bischöfe in den ersten Jahren der Glaubensspaltung des sechzehnten Jahrhunderts zu gemeinsamem Handeln aufgerafft, ehe die Reformation ein Politikum wurde, hätte die Kirchenspaltung wenn auch kaum ganz verhindert, wohl aber vielleicht auf eine bloße Absplitterung reduziert werden können. Der heutige Episkopat ist nicht mehr durch mangelhafte theologische Ausbildung sowie durch seine soziale Stellung und die daraus resultierenden Verstrickungen in die Politik belastet und gehemmt. Die Konstitution ,Lumen gentium‘ hat ihm weitergehende Rechte und Möglichkeiten, aber auch eine höhere Verantwortung für die Integrität des Glaubens als je zuvor verliehen. Sie dürfen nicht auf das Eingreifen der obersten Glaubensbehörde warten, sondern müssen selbst handeln. Wo die öffentlichen Kommunikationsmittel Mauern des Schweigens aufbauen oder die tatsächlichen Vorgänge nur durch verzerrende Linsen zu beobachten gestatten, ist ihr klärendes Wort und ihr entsprechendes Handeln doppelt unerlässlich. Jedem Katholiken und Nicht-Katholiken muss deutlich werden, dass die Bischöfe die unverkürzte Wahrung und Bewahrung des Glaubensgutes als ihre erste und höchste Pflicht betrachten.“ (Aus: Hubert Jedin. Lebensbericht. Hrsg. von Konrad Repgen, Grünewald-Verlag Main. Seite 269f.).

Aber genau das, wovor Jedin und Repgen warnten, ist in den vergangenen Jahrzehnten geschehen. Und Guido Horst meint, das ganze Spiel dauert nun schon über vierzig Jahre und stellt fest (Originalzitat):

„Nicht die berufenen Hirten der Kirche, die auch die nötige Amtsgnade dafür haben, geben die unverhandelbaren Eckdaten der kirchlichen Lehre und Disziplin vor, sondern alles, was in der Kirche wichtig ist, wird einem – medial angeheizten – Kampfgetümmel überlassen. Bricht das Zentralkomitee der deutschen Katholiken nach links aus, gründet sich rechts das Forum Deutscher Katholiken. Gehen Pfarrer der 68er-Generation liturgisch und lehrmäßig ihre eigenen Wege, entstehen auf der anderen Seite des innerkirchlichen Spektrums romtreue Priesterkreise. Entstellen liturgische Arbeitskreise das Geschehen am Altar bis zur Unkenntlichkeit, treten andere Vereinigungen – oft mit lateinischem Namen – für die Bewahrung des festgeschriebenen Ritus ein. Formulieren Theologen ein protestantisierendes Memorandum, vernetzen sich engagierte Katholiken auf der anderen Seite und klopfen das Ganze wieder in einer „Petition Pro Ecclesia“ fest. Bischöfe, so scheint es, sind dann nur noch ominöse Stellen, wo man Memoranden und Petitionen abgeben kann.“

„Der Papst dagegen kommt nicht als Moderator, sondern wendet die Methode des Evangeliums an: Hören – Staunen – Nachfolgen. Benedikt XVI. ist der festen Überzeugung, dass die Begegnung mit dem, dem er sein jüngsten Buch in zwei Bänden gewidmet hat, die einzig wahre und rettende Antwort ist, um dem armen, schwachen, sündigen und dem sicheren Tod entgegengehenden Menschen Freude und Hoffnung zu geben. Dass Jesus Christus in der katholischen Kirche nur zu haben ist, wenn die Nachfolger der Apostel geeint und in der apostolischen Tradition zu Hause sind, das hat nicht ein Konzil formuliert, sondern das hat der Auferstandene selbst gesagt. Einem „deutschen Sonderweg“ kann der Papst deshalb nie seinen Segen geben. Da bleibt er eine nicht zu umgehende Herausforderung.“

Diesem Kommentar von Guido Horst braucht kein Wort hinzugefügt werden, um die reale Situation der deutschsprachigen Kirche zu kennzeichnen.
Preis den Herrn!

diaconus

Großmeister

Beiträge: 5 168

Aktivitätspunkte: 26 470

Level: 51 

Erfahrungspunkte: 12.824.355

Nächstes Level: 13.849.320

60

Mittwoch, 28. September 2011, 17:26

Meisner dankbar über Papstworte zur Kirche

Diesen Titel stellte die Tagespost von gestern über eine Kurzmeldung, die eine Stellungnahme von Joachim Kardinal Meisner zum Papstbesuch als Inhalt hatte.

Kardinal Meisner stellte sich hinter die Mahnung vom Papst Benedikt XVI. an die Kirche, sich aus der Verweltlichung zu lösen und ihre Sendung zu besinnen. Der Erzbischof äußerte Dankbarkeit für die Papstrede am vergangenen Sonntag im Freiburger Konzerthaus, und meinte dazu in einem Beitrag für die Kölner Kirchenzeitung vom kommenden Freitag, „wenn die Kirche vergesse, dass sie von Christus gesandt sei, dann pervertiere sie eventuell zu einem humanistischen Verein.“ Weiters meinte er, „Noch so perfekte Strukturen, noch so ausgefeilte Konzepte sind für die Kirche letztlich sinnlos, wenn sie nicht beseelt sind von unserer Glaubenskraft“ und ergänzte „Wenn die Kirche darum wisse, dass sie von Gott und nicht von der Welt sei, dann werde sie „ständig ihren Apparat abklopfen müssen, ob dort Hohlräume entstanden sind“.

Kommentar
Der Meinung von Kardinal Meisner, dass der „Apparat“ ständig nach „Hohlräumen“ abzuklopfen wäre, ist nichts hinzuzufügen. Denn diese „Hohlräume“ im Apparat sind jene Berufs- und Gremienkatholiken, die Gehälter- oder Aufwandsentschädigungen beziehen oder auch nur ehrenamtlich arbeiten, aber die Offenbarung und vor allem die Lehre der Kirche unterlaufen und dagegen auftreten.

In jeder Firma oder jedem Verein usw. werden derartig Tätige, die die „coporate identy“ verletzen innerhalb kürzester Zeit entfernt nur in der Hl. Mutter Kirche werden sie belassen. Dazu ist aus eigener Erfahrung zu sagen, dass diese „Kirchenfeinde“ bewusst das Dienstverhältnis in der Kirche suchen, wie ich bei einem Beratungsauftrag in einer Ausbildungsinstitution für Pastoralassistenten vor ca. 10 Jahren feststellen musste, denn dort wurde mir von den Auszubildenden erklärt, „die Kirche kann uns nicht kündigen sonst stellen wir sie in den Medien an den Pranger.“ Und ein Teil des Lehrpersonal hatte dieselbe Intention.
Preis den Herrn!