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Texte der Kirchenväter

Antworten im Thema: 390 » Der letzte Beitrag (16. März 2016, 17:20) ist von diaconus.

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diaconus

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Dienstag, 12. Juni 2012, 16:42

Poykarp (+ um 156)

Aus dem Brief an Philipper – 2. Teil

Über die Gerechtigkeit

Ich schreibe euch dies über die Gerechtigkeit nicht aus eigenem Antrieb, sondern weil ihr mich aufgefordert habt. Denn weder ich noch einer wie ich kann annähernd so wie sein wie der selige und berühmte Paulus. Als er zu euch kam, sprach er zu dem damals lebenden Menschen von Angesicht zu Angesicht und lehrte genau und zuverlässig das Wert der Wahrheit.

Nachdem er euch verlassen hatte, schrieb er euch einen Brief. Wenn ihr den genauer betrachtet, könnt ihr durch ihn euer Leben aufbauen auf dem Glauben, der euch geschenkt wurde. Dieser Glaube ist euer aller Mutter (vgl. Gal 4,26) Ihm folgt die Hoffnung, ihm geht die Liebe zu Christus und dem Nächsten voraus. Wenn jemand darin lebt, hat er das Geetz der Gerechtigkeit erfüllt (vgl. Röm 13,8-10); denn wer die Liebe besitzt, ist von jeder Sünde weit entfernt.

„Die Wurzel aller Übel ist die Habsucht“ (1 tim 6,10). Da wir nun wissen, dass wir nichts in diese Welt mitgebracht haben und auch nichts aus ihr mitnehmen können (vgl. 1 Tim 6,7), wollen wir uns wappnen „mit den Waffen der Gerechtigkeit.“( (2 Kor 6,7). Zuerst wollen wir uns selbst lehren, nach den Gesetzen Gottes zu leben. Dazu lehrt eure Frauen, nach dem ihnen verliehenen Glauben in Liebe und Keuschheit zu leben, allen Menschen gleichmäßig in aller Enthaltsamkeit zugetan zu sein und die Kinder zu Ordnung und Gottesfurcht zu erziehen. Die Witwen lehrt, im Glauben an den Herrn besonnen zu leben, unablässig für alle zu beten und sich vor aller Verleumdung, vor übler Nachrede, falschem Zeugnis, Geldgier und allem Bösen zu hüten. Sie sollen wissen, dass sie ein Altar Gottes sind, des Gottes, der alles prüft und dem nichts verborgen bleibt; kein Gedanke, keine Überlegung noch etwas von dem, was im Herzen verborgen ist.

Da wir nun wissen, dass Gott seiner nicht spotten lässt (vgl. Gal 6,7), müssen wir nach seinem Gebot und seiner Herrlichkeit würdig leben. Das gilt auch für die Diakone. Sie sollen vor seiner Gerechtigkeit untadelig dastehen. Als Diener Gottes und Christi, nicht der Menschen: nicht verleumderisch, nicht doppelzüngig, nicht habegierig, enthaltsam in allem, barmherzig, fürsorglich. Sie müssen nach der Wahrheit des Herrn leben, der der Diener aller geworden ist. Wenn wir ihm in der jetzigen Welt gefallen, werden wir auch die künftige erlangen. Denn er hat versprochen, dass er uns von den Toten auferwecken wird und dass wir auch mit ihm herrschen werden, wenn wir seiner würdig leben und an ihn glauben.
Preis den Herrn!

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Mittwoch, 13. Juni 2012, 18:29

Poykarp (+ um 156)

Aus dem Brief an Philipper – 3. Teil

Christus das Vorbild

Die Presybyter sollen mitfühlend sein und barmherzig gegen alle. Sie sollen die Verirrten auf den rechten Weg zurückführen; alle Kranken besuchen, Witwen, Waisen und Arme nicht vernachlässigen; sie sollen stets auf das bedacht sein, was vor Gott und den Menschen gut ist (vgl. Spr 3,4); sich vor allem Zorn hüten, vor Parteilichkeit und ungerechtem Urteil; Habsucht sei ihnen fern. Sie sollen nicht vorschnell Nachteiliges von jemand glauben; nicht allzu schroff sein im Urteil und bedenken, dass wir alle „Schuldner“ der Sünde sind.

Wenn wir also den Herrn bitten, uns zu vergeben, dann müssen auch wir vergeben (vgl. Mt 6,12.14), denn wir stehen vor den Augen Gottes, des Herrn, und alle müssen vor dem Richterstuhl Christi erscheinen (vgl. Röm 14,10; vgl. 2 Kor 5,10), und „jeder wird Rechenschaft über sich ablegen“ (vgl. Röm 14,12). „Wir wollen ihm mit Scheu und Furcht dienen“ (vgl. Hebr 12,28, vgl. Ps 2,11), wie er es gebot, er selbst und die Apostel, die uns die Frohe Botschaft brachten, und die Propheten, die uns das Kommen unseres Herrn vorherverkündeten. Wir wollen Eiferer für das Gute sein und uns fernhalten von Ärgernissen und von den falschen Brüdern, von denen, die heuchlerisch den Namen des Herrn tragen und oberflächlichen Menschen in Irrtum führen.

Denn jeder, der nicht bekennt: Jesus Christus ist im Fleisch gekommen, der ist ein Antichrist (vgl. 1 Joh 4,2.3) und wer das Zeugnis des Kreuzes nicht bekennt, ist aus dem Teufel; und wer die Worte des Herrn nach seinen eigenen Wünschen umdeutet und weder Auferstehung noch Gericht lehrt, ist der Erstgeborene des Satans. Darum wollen wir die Torheit der vielen und die Irrlehren verlassen und uns dem Wort zuwenden, das uns von Anfang an überliefert ist. Wir wollen nüchtern sein und beten (vgl. 1 Petr 4,7) und beharrlich im Fasten sein und den alles überschauenden Gott bitten, uns nicht in Versuchung zu führen (vgl. Mt 6,13); denn der Herr hat gesagt: „Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach.“ (Mt. 26,41par).

Wir wollen also unablässig an unserer Hoffnung festhalten und am Unterpfand unserer Gerechtigkeit: an Christus Jesus, der „unsere Sünden mit seinem Leib auf das Kreuz hinauftrug“ (1 Petr 2,24), „der keine Sünde beging und in dessen Mund keine Falschheit war“ (1 Petr 2,22). Vielmehr erduldete er alles unseretwegen, „damit wir durch ihn leben“ (1 Joh 4,9). Wir wollen ihn in seiner Geduld nachahmen, und wenn wir um seines Namens willen zu leiden haben, wollen wir ihn preisen. Denn dieses Vorbild gab er uns durch sich selbst, und daran sind wir zum Glauben gekommen.
Preis den Herrn!

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Donnerstag, 14. Juni 2012, 18:30

Poykarp (+ um 156)

Aus dem Brief an Philipper – 4. Teil

In Glauben und Gerechtigkeit leben

Ich ermahne euch alle, dem Wort der Gerechtigkeit zu gehorchen und in aller Geduld auszuharren, wie ihr sie mit eigenen Augen an den seligen Ignatius, Zosimus und Rufus und auch den anderen aus eurer Mitte gesehen habt, an Paulus selbst und den übrigen Aposteln. Seid überzeugt, dass sie alle nicht vergeblich gelaufen sind (vgl. Phil 2,16), sondern in Glauben und Gerechtigkeit, und dass sie an dem ihnen zukommenden Platz sind beim Herrn, mit dem sie auch gelitten haben. Denn sie liebten nicht die irdische Welt (vgl. 2 Tim 4,10), sondern den, der für uns starb und für uns von Gott auferweckt wurde (vgl. 2 Kor 5,15).

Darin steht als fest und folgt dem Vorbild des Herrn, stark und unwandelbar im Glauben (vgl. 1 Kor 15,58; vgl. Kol 1,23). Seid einander in brüderlichere Liebe zugetan (vgl. Röm 12,10) und in Aufrichtigkeit vereint; begegnet einander mit der Güte des Herrn und verachtet niemand! Wenn ihr Gutes tun könnt, verschiebt es nicht; denn Almosen befreit vom Tod (vgl. Tob 4,10)!

Ordnet euch alle einander unter (vgl. Eph 5,21, vgl. 1 Petr 5,5) lebt untadelig unter den Heiden, damit ihr aus euren guten Taten Lob erntet (vgl. 1 Petr 2,12) und auch der Herr nicht euretwegen gelästert wird (vgl. Röm 2,24). Wehe aber dem, durch den der Name des Herrn gelästert wird (vgl. Jes 52,5; vgl. Röm 2,24). Lehrt daher alle die Besonnenheit, in der ihr selbst lebt.

Sehr traurig bin ich wegen Valens, der bei euch einst Presbyter geworden ist, weil er die ihm verliehene Stellung so verkennt. Deshalb mahne ich: Hütet euch vor Habsucht, seid rein und wahrhaftig! Haltet euch von allem Bösen fern. Wer sich darin nicht in der Gewalt hat, wie kann er es anderen predigen? Wer sich vom Geiz nicht frei hält, befleckt sich mit Götzendienst (vgl. Eph 5,5) und wird gleichsam unter die Heiden gerechnet, die das Gericht des Herrn nicht kennen. Oder wissen wir nicht, dass, wie Paulus lehrt, die Heiligen die Welt richten sollen (vgl. 1 Kor 6,2).

Bei euch habe ich so etwas aber nicht bemerkt oder gehört, bei euch, unter denen der selige Paulus gewirkt hat, die ihr am Anfang seines Briefes genannt seid. Denn er rühmt sich euer in allen Kirchen, die damals noch allein Gott erkannt hatten; wir kannten ihn noch nicht.

Ich bin sehr traurig wegen jenes Mannes und seiner Frau. Der Herr schenke ihnen ehrliche Umkehr (vgl. 2 Tim 2,25). Seid auch ihr darin besonnen und betrachtet solche nicht als Feinde. Ruft sie vielmehr als leidende und irrende Glieder zurück, damit ihr den ganzen Leib rettet, der ihr seid. Wenn ihr so handelt, dann richtet ihr den Bau auf, der ihr seid.
Preis den Herrn!

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Freitag, 15. Juni 2012, 11:21

Polykarp (+ um 156)

Aus dem Brief an Philipper – 5. Teil und Schluss

Christus baue euch auf

Ich bin überzeugt, dass ihr in den heiligen Schriften wohlbewandert seid und dass euch nichts entgeht; mir ist das nicht gegeben. Ich begnüge mich, euch zu sagen, wie es in der Schrift heißt: „Ereifert ihr euch, so sündigt nicht“ und „Die Sonne soll über eurem Zorn nicht untergehen.“ (Ps 4,5; Eph 4,26). Wohl dem, der daran denkt! Ich glaube, das trifft auf euch zu.

Der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus und er selbst, der ewige Hohepriester, der Sohn Gottes, Jesus Christus, baue euch sauf in Glauben und Wahrheit, in aller Sanftmut, fern vom Zorn, in Geduld und Langmut, in Ausdauer und Keuschheit. Er verleihe euch Los und Anteil und seinen Heiligen (vgl. Kol 1,12). So tue er auch uns mit euch und allen, die unter dem Himmel sind, allen, die an unseren Herrn Jesus Christus glauben werden und ans seinem Vater „Vater, der ihn von den Toten erweckt hat“ (Gal 1,1; vgl. Kol 2,12; vgl. 1 Petr 1,21).

„Betet für alle Heiligen!“ (Eph 6,18 ). Betet für die Herrscher, die Machthaber (vgl. 1 Tim 2,2) und für die Fürsten; für alle, die euch verfolgen und hassen (vgl. Mt 5,44 par), für die Feinde des Kreuzes (vgl. Phil 3,18 ), damit an allen eure Frucht offenbar wird und ihr darin vollkommen seid., Ihr hab mir geschrieben, ihr und Ignatius, dass wenn jemand nach Syrien reise, er auch den Brief von euch mitnehmen möge. Das werde ich besorgen, wenn ich eine gelegene Zeit finde, entweder ich selber oder der Bote, den ich auch für euch senden werde.

Die Briefe, die uns Ignatius geschickt hat, und andere, die wir bei uns haben, senden wir euch euren Wunsch gemäß. Sie liegen diesem Brief bei, ihr könnt aus ihnen großen Nutzen ziehen. Denn ihr findet darin Glauben und Geduld und jegliche Erbauung in Bezug auf unseren Herrn Jesus Christus. Solltet ihr über Ignatius und seine Gefährten Sicheres erfahren, so teilt es mit.

Ich habe euch dies durch Crescens geschrieben; ich habe ihn euch bereits empfohlen und empfehle ihn jetzt noch einmal. Er hat bei uns ein untadeliges Leben geführt, und ich vertraue, dass es bei euch auch so sein wird. Auch seine Schwester sei euch empfohlen, wenn sie zu euch kommt. Lebt wohl im Herrn Jesus Christus, in Gnade mit all den Euren. Amen.
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Mittwoch, 20. Juni 2012, 18:20

Ignatius von Antiochien (+ nach 107)

Einhaltung der Lehre

Alle nämlich, die Gottes und Jesu Christi sind, diese sind mit dem Bischof, und alle die reumütig zur Einheit der Kirche kommen, auch diese werden Gottes sein, auf das sie nach Jesus Christus leben. Lasst euch nicht täuschen, meine Brüder! Wenn einer einem Schismatiker folgt, erwirbt er das Reich Gottes nicht, wenn einer in fremdartiger Lehre wandelt, der stimmt mit dem Leiden nicht überein. Seid deshalb bedacht, eine Eucharistie zu gebrauchen – denn eines ist das Fleisch unseres Herrn Jesus Christus und einer der Kelch zur Einigung in seinem Blut, einer der Altar, wie einer der Bischof zusammen mit dem Presbyterium und den Diakonen, meinen Mitknechten -, damit ihr was immer ihr tut, gottgemäß ist.
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Mittwoch, 20. Juni 2012, 18:27

Aus dem Klemensbrief, Kapitel 7

Verlassen wir darum die leeren und eitlen Gedanken, wenden wir uns der ruhmreichen und erhabenen Regel unserer Überlieferung zu und betrachten wir, was gut und was wohlgefällig, und was angenehm in den Augen unseres Schöpfers ist. Blicken wir hin auf das Blut Christi und erkennen wir, wie wertvoll es seinem Vater ist; denn um unseres Heiles willen vergossen, brachte es der ganzen Welt die Gnade der Buße.
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Sonntag, 24. Juni 2012, 17:33

Augustinus (+ 430)

Aus einer Predigt über den hl. Johannes den Täufer.

Die Kirche feiert die Geburt des Johannes gleichsam wie eine geheiligte Geburt, unter den Vätern ist keiner sonst, dessen Geburtsfest wir feierlich begehen. Wir feiern nur die Geburt des Johannes und die Geburt Christi. Das kann nicht bedeutungslos sein.

Johannes wird geboren von einer unfruchtbaren Greisin. Christus wird von einer Jungfrau im Jugendalter. Der Vater glaubt nicht an die Geburt des Johannes und wird stumm. Maria glaubt an Christus und empfängt ihn im Glauben. Was untersucht und erörtert werden soll, ist damit gesagt.

Johannes scheint so etwas wie eine Grenzlinie zwischen den beiden Testamenten, dem Alten und dem Neuen, zu sein. Der Herr selbst bezeugt, das Johannes gleichsam eine Grenze ist, denn er sagt:; „Das Gesetz und alle Propheten, bis hin zu Johannes dem Täufer“ (vgfl. Mt 11,13). Johannes stellt in seiner Person das Alte dar und verkündet doch das Neue. Weil er das Alte darstellen sollte, wurde er von einer Greisin geboren; weil er das Neue vertritt, wird er noch im Schoß der Mutter zum Propheten erklärt. Als er noch nicht geboren war, jubelt er im Mutterschoß bei der Ankunft Marias. Schon dort hatte seine Bestimmung, eine Bestimmung vor der Geburt; wessen Vorläufer er sein sollte, wurde angezeigt, bevor er von ihm gesehen wurde. Diese Zusammenhänge sind heilig, sie sprengen das Maß menschlicher Gebrechlichkeit. Schließlich kommt Johannes zur Welt, erhält den Namen, und die Zunge des Vaters wird gelöst. Bedenke, was alles geschehen ist, weil es im Bild die wahre Wirklichkeit darstellte.

Zacharias schweigt und verliert die Stimme, bis Johannes, der Vorläufer des Herrn, geboren ist und ihm die Stimme wiedergibt. Was ist das Schweigen des Zacharias anders als eine verborgene Weissagung, die gleichsam geheim und verschlossen war, bevor der Herr verkündigt wurde? Sie wird aufgeschlossen bei der Ankunft des Johannes und wird deutlich, wenn der kommt, der durch Weissagung angekündigt ist. Das bei der Geburt des Johannes die Stimme des Zacharias freigegeben wird, bedeutet das gleiche wir das Zerrreißen des Vorhangs, als Christus am Kreuz hing. Verkündet Johannes sich selbst, könnte er den Mund des Zacharias nicht öffnen. Die Zunge wird gelöst, weil die Stimme geboren ist. Denn als Johannes den Herrn vorausverkündigte, wurde er gefragt: „Wer bist du?“ Er antwortete: „Ich bin die Stimme eins Rufers in der Wüste“ (Joh 1,21.23). Johannes ist die Stimme, der Herr aber ist „im Anfang das „Wort“ (Joh 1,1,). Johannes ist die Stimme auf Zeit, Christus im Anfang das ewige Wort.
Preis den Herrn!

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Dienstag, 10. Juli 2012, 17:58

Ephräm der Syrer (+ 373)

Aus dem Diatessaron

Das Wort Gottes

Herr, wer könnte mit seinem Geist auch nur eines von deinen Worten ganz verstehen? Das, was wir nicht erfassen, bleibt größer als das, was wir verstehen, wie Dürstende, die an einer Quelle trinken. Das Wort Gottes hat ja viele Seiten, die es dem Lernenden je nach ihrer Auffassungsbar darbietet. Gott hat seinem Wort viele Farben gegeben. Wer es erforscht, soll an ihm etwas sehen können, was ihn anspricht. Gott hat in seinem Wort Schätze von vielerlei Art niedergelegt: jeder von uns, der sich darum müht, soll daran reich werden können.

Das Wort Gottes ist ein Lebensbaum; der dir auf allen Seiten gesegnete Frucht anbietet, darin ähnlich jenem Felsen, der sich in der Wüste auftat und nach allen Seiten einen geistlichen Trank darbot. Der ‚Apostel sagt: „Alle aßen die gleich gottgeschenkte Speise, und alle tranken den gleichen gottgeschenkten Trank.“ (1 Kor 10,3-4)

Wer also einen Teil aus dem Schatz bekommt, meine nicht, das Wort enthalte nur das, was er selbst gefunden hat. Er soll sich vielmehr darüber klar sein, dass er aus dem reichen Inhalt nur diesen Teil finden konnte. Er sage nicht, das Wort selbst sei dürftig und unfruchtbar, weil er nicht weiter kam und nur diesen Ausschnitt zu finden vermochte. Er verachte das Wort nicht, sondern sage Danke für seine Reichtümer, die er selbst nicht zu fassen imstande ist. Freu dich dass du besiegt bist und sei nicht traurig, weil das Wort dir überlegen ist. Der Dürstende freut sich beim Trinken und trauert nicht darüber, dass er die Quelle nicht austrinken kann. Die Quelle besiege deinen Durst, nicht dein Durst die Quelle. Denn wenn dein Durst gestillt wird, ohne dass die Quelle ausgeschöpft ist, kannst du aufs neue trinken, falls du wieder Durst hast. Wenn die Quelle ausgetrocknet wäre, nachdem du deinen Durst gestillt hast, dann wäre sein Sieg zum Unheil für dich geworden.

Danke für das, was du erhieltest und betrübe dich nicht wegen des Reichtums, der übrigblieb. Was du bekommen und erreicht hast, ist dein Anteil. Was übrig ist, wirst du einst erben Was du infolge deiner Unzulänglichkeit in dieser Stunde nicht erlangen kannst, bekommst du in einer anderen. Du musst nur durchhalten. Versuche nicht fälschlicherweise mit einem einzigen Schluck zu nehmen, was man nicht auf einmal schlucken kann. Aber höre nicht aus Feigheit auf, von dem zu nehmen, was du nur nach und nach empfangen kannst.
Preis den Herrn!

Teresa

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69

Dienstag, 10. Juli 2012, 18:47

Das muß ich nun doch einmal sagen: Dieser Text von Ephräim - wie aber auch viele andere Texte der Kirchenväter - beweist besonders deutlich, dass es gewisse Haltungen der Menschen offenbar schon immer gegebn hat und dass die von den Kirchenvätern angesprochenen Themen überzeitliche Bedeutung haben. Daher an dieser Stelle Dir, lieber Diaconus, ein ganz besonderer Dank für das Hereinstellen dieser Texte ins Forum!
Obl.OSB

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Mittwoch, 11. Juli 2012, 10:45

Besuch seiner Schwester Scholastika bei Benedikt von Nursia

In den Dialogen von Gregor, dem Großen

Einmal im Jahr besuchte Scholastika ihren Bruder, der dann aus dem Kloster zu ihr kam. Als es über ihren frommen Gesprächen spät wurde, bat ihn die heilige Ordensfrau: „Bitte, verlass mich diese Nacht nicht, lass uns bis Tagesanbruch über die Freuden des Himmels sprechen“. Er (Benedikt) aber erwiderte: “Schwester, was redest du da? Nein, nein, ich kann nicht außerhalb der Zelle bleiben!“ Als die heilige Ordensfrau das Nein ihres Bruders vernahm, legte sie die Hände mit verschränkten Fingern auf den Tisch und beugte ihren Kopf über die Hände, um zum allmächtigen Herrn zu beten. Als sie den Kopf wieder vom Tisch erhob, herrschte ein derart gewaltiges Blitzen und Donnern, und ein solcher Regen brach los, dass weder der ehrwürdige Benedikt noch die Brüder, die mit ihm dabei waren, den Fuß über die Schwelle des Ortes setzen konnten, an dem sie beisammen waren. Da fing der Mann Gottes betrübt an, sich zu beklagen: „Schwester, was hast du getan?“ Da antwortete sie: „Ich habe dich gebeten, und du wolltest nicht auf mich hören. Da bat ich meinen Gott, und er erhörte mich. Geh hinaus, wenn du kannst, verlass mich und kehre ins Kloster zurück!“ Er aber, der freiwillig nicht bleiben wollte, blieb wider Willen, und so kam es, dass sie die ganze Nacht durchwachten und sich durch Gespräche über das geistliche Leben in gegenseitigem Austausch erquickten. Drei Tage später schaute Benedikt in seiner Zelle im Kloster Montecassino den Tod seiner viele Kilometer entfernt sterbenden Schwester (+ 547), deren Seele wie eine Taube zum Himmel schwebte. Er ließ ihren Leichnam in sein Kloster bringen, wo sie in jenem Grab beigesetzt wurde, das für ihn bestimmt war.
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Samstag, 21. Juli 2012, 17:29

Laktanz (4. Jdt.)

Aus dem „Abriss der göttlichen Unterweisungen“

Wenn mit dem Tode alles zu Ende ist, dann handelt töricht, wer das Leben des Mitmenschen zum Schaden des eigenen schont. Wenn der Tod die Seele auslöscht, so braucht man sich nur um ein gelungenes und gemächliches Leben zu bemühen; wenn uns aber nach dem Tode ein Leben erwartet, das ewig und glückselig ist, dann wird der Gerechte und Weise dieses lebbliche Leben mit allen Gütern der Erde geringschätzen, weil er weiß, welche Belohnung er von Gott empfangen soll. Wenn es den Menschen auch albern und töricht erscheint lieber Marter und Tod auf sich zu nehmen, als den Göttern zu opfern und heil und wohlbehalten davonzukommen, so wollen wir uns mit aller Kraft bemühen, Gott die Treue zu halten. Der Tod darf uns nicht schrecken noch der Schmerz uns beugen; wir müssen die Kraft des Geistes und die Standhaftigkeit unerschütterlich bewahren,. Mögen sie uns dann Toren schelten, die selbst die größeren Toren sind; sie die blind und stumpf und unvernünftigen Tieren gleich sind; sie die nicht einsehen, dass es zum Tode führt, den lebendigen Gott zu verlassen und sich vor irdischen Dingen in den Staub zu werfen, sie die nicht wissen, dass ewige Strafe auf jene wartet, die empfindungslose Gebilde anbeten, und dass der bereitwilligen Übernahme von Martern und Tod für den Dienst und die Ehre des wahren Gottes das immerwährende Leben folgt.
Preis den Herrn!

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72

Dienstag, 24. Juli 2012, 17:10

Ephräm der Syrer (+ 373)

Aus der Rede über den Glauben

Wir rechnen mit Gottes Gerechtigkeit und siehe, wir treffen auf seine Güte. Wir rechnen mit seiner Huld, und siehe, mit strenger Rute eilt er herbei. Wir hören die Botschaft von der Vergebung, zugleich aber auch die Kunde von der schrecklichen Strafe. Bestürzt und staunend steht der Verstand verwirrt zwischen Gottes Erbarmen und Gerechtigkeit, zwischen Prüfung und Züchtigung hin- und hergerissen.

Die Bösen sind übermächtig, die Guten geschlagen. Gottes >Läuterung prüft die Treuen, seine Ruhte züchtigt die Frevler, Gerechtigkeit und Güte sind eng verbunden, aber klar geschieden; sie sind vereint, aber nicht ineinander verwickelt. Nur wegen unserer Unzulänglichkeit reicht unser Verstand nicht hin, es zu fassen. Da stirbt der Greis, aber auch Kinder kommen um. Da sieht er Gerechtigkeit, aber auch Ungerechtigkeit. Von den Guten ist der eine in Not, der andere im Frieden. Nichts anderes ist bei den Bösen; der eine wird beim ersten Mord gefasst, der andere bleibt unbehelligt und tötet weiter.

Der schwache Geist kommt sich vor wie ein Schiff zwischen haushohen Wogen und leidet Schiffbruch zwischen Güte und Gerechtigkeit. Allein wenn man auch nicht alles versteht, so begreift man doch soviel, wie gut ist: Genug, zu wissen, dass der Richter der Welt nicht ungerecht ist und dass es ihm gegenüber keinen Vorwurf geben kann. Vermessenheit wäre es, wenn wir den belehren wollten, der uns erschaffen hat. (vgl. Jes 29,16; Jer 18,1-6; Röm 9,20.21) Wie könnte der Mensch den tadeln, von dem er die Urteilskraft hat, und ohne den urteilen, der ihm die Vernunft verlieh, welches Wissen könnte den richten, der alles weiß?
Preis den Herrn!

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Mittwoch, 25. Juli 2012, 17:03

Zeno von Verona (+ 371/372)

Aus einem Traktat über den Vergleich zwischen Ijob und Christus

Ijob – ein Vorabbild Christi


Liebe Brüder, soweit wir sehen, war Ijob ein auf Christus hinweisendes Bild. Ein Vergleich möge zeigen, dass das wirklich so ist. Ijob wurde von Gott gerecht genannt. Christus ist die Gerechtigkeit selbst; denn von ihm heißt es: „Die Sonne der Gerechtigkeit wird euch aufgehen.“ (vgl. Mal 3,20) Ijob wird wahrhaftig genannt, Doch der Herr ist die Wahrheit selbst. Er sagt im Evangelium: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben.“ (Joh 14,6). Ijob war reich. Wer aber ist reicher als der Herr? Alle Reichen sind seine Knechte, „da der ganze Erdkreis und die ganze Natur sein Eigentum sind“ (Ps 24,1) Der Widersacher hat Ijob dreimal versucht, ähnlich berichtet der Evangelist, dass der Widersacher es dreimal unternahm, auch den Herrn zu versuchen (vgl. Mt 4,1-11). Ijob verlor Hab und Gut. Der Herr achtete aus Liebe zu uns nicht auf die Güter des Himmels und machte sich arm, um uns reich zu machen (vgl. 2 Kor 8,9). Der Widersacher wütete und mordete die Söhne Ijobs. Das Volk der Juden tötete zu Unrecht die Propheten, die Söhne des Herrn. Ijob war durch Geschwüre befleckt. Der Herr nahm Fleisch an und wurde durch die Sünden der Menschen beschmutzt und entstellt.

Von Ijob wird berichtet, wie ihn seine Freunde schmähten. Den Herrn beleidigten seine Priester und Kultdiener. Ijob saß auf einem Misthaufen, der von Würmern wimmelte. Der Herr befand sich auf einem wahren Misthaufen, nämlich dem Unrat dieser Welt, unter Menschen, die vielerlei Sünden begehen.

Ijob bekam Gesundheit und Besitz wieder zurück. Der Herr erhielt in der Auferstehung nicht allein seine Gesundheit wieder, sondern er schenkt auch allen, die an ihn glauben, die Unsterblichkeit. Er gewann die Herrschaft über die ganze Welt, wie er selbst bezeugt: „Alles ist mir von meinem Vater anvertraut worden“ (Mt 1^1,27 par). Ijob zeugte wieder Söhne, die ihm die früheren ersetzten. Auch der Herr schuf nach seinen Söhnen, den Propheten, die heiligen Apostel. Der selige Ijob entschlief in Frieden. Der Herr aber bleibt, gepriesen auf ewig, von Ewigkeit bis in Ewigkeit.
Preis den Herrn!

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74

Freitag, 27. Juli 2012, 17:35

Cyprian von Karthago (+ 258 )

Aus einem Brief an spanische Gemeinden

Stoßt euch nicht daran, Brüder, wenn in den letzten Zeiten bei manchen der Glaube unsicher geworden ist und schwankt oder die Gottesfurcht nachlässt oder die friedfertige Eintracht nicht mehr anhält! Dies alles ist uns für das Ende der Welt vorherverkündet. Dennoch ist auch in dieser letzten Zeit keineswegs die evangelische Kraft in der Kirche Gottes so tief gesunken, noch die Stärke des christlichen Mutes und der Glaubenstreue so schlaff geworden, dass es nicht immer noch eine Anzahl von Bischöfen gäbe, die bei diesem Zusammensturz der Welt und bei dem Schiffbruch des Glaubens keineswegs unterliegen, sondern tapfer und standhaft die Ehre Gottes und die bischöfliche Würde mit höchster Ehrfurcht bewahren und schützen.

Wir wissen recht gut, dass Mattathias, obgleich alle übrigen unterlagen und sich fügten, das Gesetz Gottes tapfer verteidigte, dass Elija, obwohl die Juden abfielen und die göttliche Religion verließen, standhaft blieb und ein erhabener Streiter war; dass Daniel weder durch die Einsamkeit im fremden Lande noch durch die Drangsale unablässiger Verfolgung sich abschrecken ließ, häufig und tapfer ruhmvolles Zeugnis für seinen Glauben abzulegen; dass ebenso die drei Jünglinge weder durch ihre Jugend noch durch Drohungen sich entmutigen ließen, sondern den babylonischen Flammen zuversichtlich standhielten und trotzt ihrer eigenen Gefangenschaft über den siegreichen König den Sieg davontrugen.

Mag auch eine Anzahl von Heuchlern und Hochmütigen jetzt begonnen haben, sich innerhalb der Kirche zu erheben und den Glauben und die Wahrheit ins Wanken zu bringen, die meisten bewahren ihre aufrichtige Gesinnung, ihre unversehrte Frömmigkeit und eine nur ihrem Herrn und Gott ergebene Seele. Der Glaubensabfall anderer bringen ihren christlichen Glauben nicht zum Sturz, sondern er erweckt und erhebt ihn vielmehr zum Ruhm, wie der Apostel mahnt und sagt: „Was tut es, wenn einige von ihnen vom Glauben abgefallen sind? Hat etwa ihr Unglaube Gottes Wahrheit aufgehoben? Keineswegs! Denn Gott ist wahrhaftig, mag auch jeder Mensch ein Lügner sein“ (Rom 3,3-4).

Kommentar
Vor allem der letzte Absatz ist für die heutige Zeit vergleichbar anwendbar. Die Heuchler und Hochmütigen sind jene, die sich in der „Laieninitiative“, „Pfarrerinitiative“, „Wir sind Kirche“ usw. organisiert haben und damit die Kirche Jesu spalten, und sie werden dafür einmal ihren „Lohn“ bekommen. Aber jene, die unwandelbar treu zur Offenbarung Gottes, zur Lehre der Kirche und zum Nachfolger des Petrus stehen, sie werden „das Land erben“ (vgl. Mt 5,5)I Und Papst Paul VI. hat einige Zeit vor seinem Tod 1978 zu seinem Freund, dem Philosophen Jean Guitton, gesagt: „Mir macht der Protestantismus im Katholizismus Sorge, aber eine kleine Herde wird immer der Lehre treu bleiben.“
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Samstag, 28. Juli 2012, 00:28

Es ist erstaunlich, wie aktuell uns dieser doch in Wirklichkeit schon so alte Text des Cyprian von Karthago erscheint. Viele Probleme scheinen für die Menschen in gewissen Abständen immer wiederzukehren, um dann wieder erneut bewältigt werden zu müssen. Davon ist die Kirche Christi offensichtlich auch nicht frei. So gesehen bringt die Rückbesinnung auf die Kirchenväter unter verschiedensten Aspekten immer wieder neue Erkenntnisgewinne.

Allerdings bin ich über einen Namen gestolpert, lieber Diaconus: Kann es sein, dass mit Mattathias "Mathias" gemeint ist? ?(
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Samstag, 28. Juli 2012, 10:07

@ Teresa

Zitat

Allerdings bin ich über einen Namen gestolpert, lieber Diaconus: Kann es sein, dass mit Mattathias "Mathias" gemeint ist?

Mattathias ist eine Person aus einem Nebenbuch des AT und für viele Christen eher unbekannt, da er keinen Bezug zum Christentum hat und er hat nichts mit dem Matthias im NT gemein, außer, dass Matthias die hellenistische Schreibweise desselben Namens ist.

Mattathias war jüdischer Priester zur Besatzungszeit durch die Seleuziden (Antiochus Epiphanes), der dem Glauben an Jahwe trotz Pressionen treu geblieben war. Er war der „Spiritus rector“ des Aufstandes und gründete mit seinen Söhnen auch einen Priesterclan. Nachzulesen in 1 Makk 2
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77

Samstag, 28. Juli 2012, 13:07

@ Teresa

Zitat

Allerdings bin ich über einen Namen gestolpert, lieber Diaconus: Kann es sein, dass mit Mattathias "Mathias" gemeint ist?

Mattathias ist eine Person aus einem Nebenbuch des AT und für viele Christen eher unbekannt, da er keinen Bezug zum Christentum hat und er hat nichts mit dem Matthias im NT gemein, außer, dass Matthias die hellenistische Schreibweise desselben Namens ist.

Mattathias war jüdischer Priester zur Besatzungszeit durch die Seleuziden (Antiochus Epiphanes), der dem Glauben an Jahwe trotz Pressionen treu geblieben war. Er war der „Spiritus rector“ des Aufstandes und gründete mit seinen Söhnen auch einen Priesterclan. Nachzulesen in 1 Makk 2


Danke, lieber Diaconus.
Gleich wieder etwas dazu gelernt! :thumbsup: :) :thumbsup:
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78

Montag, 30. Juli 2012, 15:46

Petrus Chrysologus (+ 450)

Aus einer Predigt über die Menschwerdung Gottes

Die Jungfrau empfängt, gebiert als Jungfrau und bleibt Jungfrau. Das ist ungewöhnlich, es ist ein Wunderzeichen. Das entspricht nicht der Vernunft, es ist Kraft Gottes. Es kommt vom Schöpfer nicht von der Natur. Es ist nicht allgemein, sondern einzig: nicht menschlich, sondern göttlich. Denn das Christus geboren wurde, entsprang nicht der Notwendigkeit, sondern der Allmacht. Es war das Mysterium der Güte, die Wiederherstellung des menschlichen Heils. Derjenige, der von seiner Geburt aus dem noch unberührten Lehm den Menschen formte, schuf bei seiner eigenen Geburt aus den unberührten Leib einen Menschen. Er, dessen Hand gnädig das den Lehm nahm, um uns daraus zu formen, nahm in Gnaden das Flesch an, um uns neu zu schaffen. So ist es denn eine Ehre für die Schöpfung nicht jedoch eine Unehre für den Schöpfer, dass der Schöpfer sich im Geschöpft, Gott sich im Fleisch findet.

Du Mensch, warum missachtest du dich so sehr, da du doch für Gott so kostbar bist? Da Gott dich so hoch ehrt, warum entehrst du dich so sehr? Warum suchst du nach dem, wofür du geschaffen bist, und nicht nach dem, wofür du geschaffen bist? Ist nicht dieses ganze Haus der Welt, das du siehst, für dich gemacht? Das Licht dringt in dich ein und vertreibt die Finsternis, die dich umgibt. Für dein Wohl wurde die Nacht eingeführt, für dich der Tag abgemessen, Für dich wurde der Himmel mit den vielfältigen Strahlen von Sonne, Monde und Sternen erhellt: für dich die Erde mit Blumen, Bäumen und Früchten ausgemalt. Für dich wurde eine erstaunliche Menge von Lebewesen geschaffen, in der Luft, auf den Feldern und im Wasser, damit nicht traurige Einsamkeit die Freude an der neugeschaffenen Welt zerstöre.

Noch etwas denkt sich der Schöpfer zusätzlich zu deiner Ehre aus. Er macht dich zum Träger seines Bildes. Dieses sichtbare Ebenbild sollte auf der Erde den unsichtbaren Schöpfer gegenwärtig machen. Dir übergab er die Verwaltung der irdischen Güter, damit ein so weiter Besitz einen Statthalter des Herrn habe. Was Gott in dir erschaffen hatte, das nahm er gütig an. Er wollte in Wahrheit in einem Menschen erkannt werden, nachdem er vorher in ihm gleichsam wie zu einem Bilde gesehen worden war. Und er bewirkte, dass ein Mensch im eigentlichen Sinn des Wortes Gott war, nachdem der Mensch es vorher nur in der Ähnlichkeit sein durfte.

So wird denn Christus geboren, um durch seine Geburt die verderbte Natur wiederherzustellen. Er wird ein Kind, lässt sich nähren und durchläuft alle Lebensalter, um das eine vollkommene, bleibende Alter, das er selbst geschaffen hat, zu erneuern. Er trägt den Menschen, damit der Mensch nicht wieder fallen kann. Den er irdisch geschaffen hat, dem schenkt er überirdisches Leben; den er durch menschlichen Geist belebt hatte, dem schenkt er das Leben des göttlichen Geistes. So erhebt er ihn ganz zu Gott, um nicht in ihm zurückzulassen, was der Sünde, dem Tod, der Mühsal, dem Schmerz und der Erde gehört. Das gewährt uns unser Herr Jesus Christus, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dem Vater lebt und herrscht jetzt und allezeit und in Ewigkeit. Amen.
Preis den Herrn!

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79

Samstag, 4. August 2012, 19:07

Theophilos von Antiochien (+ um 186)
Aus dem Buch an Autolycus

Sterbliche Menschen,
Gebilde aus Fleisch,
Nichtige Wesen,
was strebt ihr empor
und denkt nicht ans Ende?
Fürchtet ihr Gott nicht?

Bangt nicht vor ihm,
dem Höchsten,
der immer euch sieht -
der alles allwissend erspäht –
ein Zeuge von allem?

Der alle ernährende Schöpfer
Sendet den Geist herab:
Bestimmt ihn zum Führer der Menschen.

Gott ist nur einer:
der Ewige, Größte,
der Herrscher des Kosmos.
Seht, wie er strahlt,
sichtbar für alle.

Kommet heraus aus des Irrtums Nacht,
seht, wie es glänzt,
das Auge der Sonne!
Pflanzt euch Weisheit ins Herz,
ergreifet die rechte Erkenntnis.

Gott ist’s, der Regen und Sturm,
Beben der Erde und Zucken der Blitze,
Hungersnot , Krankheit und böse Plagen,
sprengendes Eis und den Schnee zu uns schickt.

Er ist der Gebieter des Himmels,
Er ist der Herrscher der Erde.
Er allein, nur er ist.

Ehret den einzigen wirklichen Gott,
den Lenker des Alls,
der einzig in Ewigkeit herrscht und regiert
in alles erleuchtendem Licht.
Preis den Herrn!

diaconus

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80

Sonntag, 5. August 2012, 16:59

Gregor der Große (+ 604)
Aus einer Auslegung zum Buch Ijob

Die Kirche steigt auf wie Morgenrot

Die Dämmerung oder Morgenröte leitet von der Finsternis über zum Licht. Darum wird die ganze Kirche der Auserwählten nicht mit Unrecht als Morgenröte oder Morgendämmerung bezeichnet. Denn indem sie aus der Finsternis des Unglaubens zum Licht des Glauben geführt wird, öffnet sie sich nach der Finsternis ähnlich wie die Morgenräte durch den Glanz ewiger Herrlichkeit dem Tageslicht. Daher heißt es treffend im Hohelied: „Wer ist, die da erscheint wie das Morgenrot?“ (Hld 6,10) Den die heilige Kirche schreitet dem Siegespreis des himmlischen Lebens entgegen: sie wird Morgenröte genannt, weil sie die Finsternis der Sünde hinter sich lässt und im Licht der Gerechtigkeit erglänzt.

Da ist aber noch etwas Tieferes, was wir bezüglich der Morgendämmerung und des Morgenrotes erwägen sollen: Morgenröte oder Morgendämmerung verkünden zwar, dass die Nacht vorüber ist, aber sie zeigen das Tagelicht doch noch nicht in seinem vollem Glanz, sondern indem sie die Finsternis vertreiben und das Tageslicht empfangen, sind sie eine Mischung von Licht und Finsternis. Was sind wir Menschen also in diesem Leben auf der Suche nach der Wahrheit anderes als Morgenröte und Morgendämmerung. Schon tun wir manches, was zum Bereich des Lichtes gehört; andererseits fehlt es bei uns nicht an Resten der Finsternis. Der Prophet sagt zu Gott: „Keiner, der lebt, ist gerecht vor dir“ (Ps 143,2) und wiederum heißt es: Wir alle verfehlen uns in vielen Dingen.“ (Jak 3,2)

Als Paulus daher sagte: „Die Nascht ist vorgerückt“, fuhr er nicht fort: „und der Tag ist da“, sondern: „der Ta ist nahe“ (Röm 13,12). Da er nach dem Ende der Nacht noch nicht sagt, der Tag sei gekommen, sondern nur, er sei genaht, zeigt er ohne Zweifel, dass er sich noch in der Finsternis vor Sonnenaufgang, noch in der Morgenröte befindet. Die heilige Kirche der Auserwählten wird aber dann ganz Tag sein, wenn es das Dunkel der Sünde nicht mehr gibt. Dann wird sie ganz Tag sein, wenn sie in der vollkommenen Glut des inneren Lichtes leuchtet.
Preis den Herrn!