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Texte der Kirchenväter

Antworten im Thema: 390 » Der letzte Beitrag (16. März 2016, 17:20) ist von diaconus.

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21

Freitag, 17. Juni 2011, 18:50

Cyprian von Karthago

(+258 )

Aus dem Buch über das Gebet des Herrn

Wie groß ist die Barmherzigkeit des Herrn, wie groß ist seine Huld und Güte! Wenn wir vor dem Angesicht Gottes beten, sollen wir ihn nach seinem Willen „Vater“ und uns seine Söhne nennen (vgl. 1 Joh 3,1) wie Christus der Sohn Gottes ist. Niemand von uns würde es wagen, diesen Namen im Gebet zu gebrauchen, wenn er selbst uns nicht erlaubt hätte, so zu beten.
Danach sagen wir: „Geheiligt werde dein Name!“ Nicht, als ob wir Gott wünschten, dass er durch unsere Gebete heilig werde. Vielmehr bitten wir Gott, dass sein Name in uns geheiligt wird. Von wem sollte Gott auch geheiligt werden, da doch er es ist, der heiligt? Aber weil er gesagt hat: „Seid heilig, denn ich bin heilig“ (Lev 11,44;: 1 Petr 1,16) bitten wir inständig, dass wir durch die Taufe geheiligt, in dem heiligen Leben verharren, das wir angefangen haben. Darum beten wir jeden Tag; denn wir brauchen eine tägliche Heiligung.
Dass diese Heiligung in uns Dauer habe, darum bitten wir. Unser Herr und Richter schärft dem von ihm Geheilten und mit Leben Beschenkten warnend ein, nicht mehr zu sündigen, damit ihm nicht noch Schlimmeres zustoße (vgl. Joh 5,14). So beten wir unablässig und halten Tag und Nacht darum an, dass uns die Heiligung und das neue Leben, die wir von der Gnade Gottes empfangen, durch seien Schutz erhalten bleiben.
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22

Sonntag, 19. Juni 2011, 11:36

Athanasius

(+ 373)

Aus einem Brief an den Bischof Serapion aus Ägypten über die Dreifaltigkeit

Lasst uns die alte Überlieferung befragen, die Lehre und den Glauben der katholischen Kirche. Der Herr hat sie gegeben, die Apostel haben sie verkündet, und die Väter haben daran festgehalten. Auf ihr gründet die Kirche, und wer sie aufgibt, kann nicht mehr Christ sein noch den christlichen Namen tragen.

Die Dreifaltigkeit ist also heilig und vollkommen. Sie wird bekannt als Gott im Vater und im Sohn und im Heiligen Geist. Sie ist mit nicht vermischt, was ihr fremd oder äußerlich wäre. Sie ist auch nicht zusammengesetzt aus dem Weltenbildner und dem Gewordenen. Die Dreifaltigkeit ist vielmehr ganz Schöpfer und Weltenbildner. Sie ist sich selbst gleich, unteilbar ihrer Natur nach, und ihre Wirksamkeit ist eins. Denn der Vater tut alles durch das Wort im Heiligen Geist, und so wird die Einheit der Dreifaltigkeit gewahrt. So wird in der Kirche der eine Gott verkündet, „der über allem und durch alles und in allem ist.“ (Eph 4,6). „<Über allem“ ist er als Vater, als Ursprung und Quelle: „durch alles“ ist er im Wort; „in allem“ im Heiligen Geist.

Als der heilige Paulus an die Korinther über die Gaben des Geistes schrieb, führte er alles auf den einen Gott, den Vater, als das Haupt zurück (1 Kor 12,4-6). ... Denn die Gaben, die der Geist den einzelnen zuteilt, werden vom Vater durch den Sohn gegeben. Alles nämlich was dem Vater gehört, gehört auch dem Sohn. Deshalb sind die Gaben, die vom Sohn im Geist gegeben werden, wahre Gnadengaben des Vaters. Und wenn der Geist in uns ist, so ist auch das Wort, von dem wir ihn empfangen, in uns, und im Wort ist auch der Vater.
Preis den Herrn!

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23

Montag, 27. Juni 2011, 17:40

Cyrill von Alexandrien

(+ 444)

Wider die Gegner des Namens „Gottesgebärerin“

Niemals hat es einen bloßen Menschen Jesus vor der Verbindung und Einigung Gottes mit ihm gegeben. Sondern das Wort selbst ist in diese selige Jungfrau gekommen und hat sie aus der Wesenheit der Jungfrau seinen Tempel erbaut und ist aus ihr hervorgegangen, äußerlich betrachtet ein Mensch, innerlich aber wahrer Gott. Deshalb hat er auch nach seiner Geburt die Gebärerin als Jungfrau bewahrt, was bei keinem anderen Heiligen der Fall gewesen ist. Denn weil sie der Natur nach Menschen waren, hatten sie alle eine gleiche menschliche Geburt, er jedoch, welcher der Natur Gott war, in der letzten Zeit aber auch das Menschliche annahm, ist im Unterschied von allen anderen aus der Jungfrau geboren. Folglich wird die Selige gewiss mit Fug und Recht sowohl Gottesmutter als auch jungfräuliche Mutter genannt; denn der aus geborene Jesus war nicht bloßer Mensch.

Ich habe mich gewundert, dass einige zweifeln, ob die heilige Jungfrau Gottesgebärerin genannt werden soll oder nicht. Denn wenn unser Herr Jesus Christus Gott ist, wie sollte dann die heilige Jungfrau nicht Gottesgebärerin sein?
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24

Mittwoch, 29. Juni 2011, 11:51

Irenäus von Lyon

(+ um 202)

Aus dem Buch gegen die Irrlehren

Der Herrlichkeit Gottes verleiht Leben. Die Gott schauen, erhalten Anteil am Leben. Deswegen mach sich der unfassbare, unbegreifliche und unsichtbare Gott sichtbar, begreifbar und fassbar für die Menschen, um ihnen Leben zu schenken, wenn sie ihn durch den Glauben aufnehmen und sehen.
Die Menschen werden Gott sehen, damit sie leben, durch die Schau unsterblich werden und zu Gott gelangen. Wie ich früher gesagt habe, deuteten die Propheten in Bildern an, dass die Menschen Gott schauen würden, wenn sie seinen Geist tragen und immer auf sein Kommen warten, wie Mose sagt: „An jenem Tag werden wir schauen, weil Gott zum Menschen sprechen wird Und er wird leben.“ (vgl. Dt 5,25)
Wie ist Gott und wie groß ist er, er, der alles in allem wirkt. der unsichtbar ist, der für die, die er geschaffen hat, mit Worten nicht zu fassen ist, der aber dennoch nicht unerkennbar ist! Die Menschen lernen alles durch sein Wort, dass e i n Gott ist, der Vater, der alles zusammenhält und allem das Sein gibt, wie der Herr gesagt hat: „Niemand hat Gott je gesehen. Der Einzige, der Gott ist und am Herzen des Vaters ruht, er hat Kunde gebracht.“ (Joh 1,18 ). Der Kunde bringt, ist von Anfang an der Sohn des Vater, da er von Anfang an beim Vater ist. Er hat dem Menschengeschlecht von Anfang in Harmonie und Zusammenklang wie in einer Melodie die prophetischen Gesichte, die Verteilung der Gnadengaben, seine eigenen Verdienste und die Herrlichkeit des Vaters gezeigt, jedesmal wenn die Zeit dafür da war und wenn es für den Menschen gut war. Denn wo Harmonie ist, da ist das rechte Maß, wo das rechte Maß, da ist auch das Zeitgerechte, und wo das Zeigerechte, da auch das Zuträgliche.
Deshalb ist das Wort zum Nutzen der Menschen Austeiler der Gnadengaben geworden, die der Vater schenkt. Für die Menschen traf es seine so bedeutenden Fügungen, zeigte ihnen Gott und stellte sie Gott vor. Es wahrte die Unsichtbarkeit Gottes, damit der Menschen kein Gottverächter werde und immer ein Ziel vor sich habe, dem er zustreben kann. Und doch machte das Wort Gott sichtbar, indem es den Menschen durch vielerlei Fügungen seiner Heilsordnung auf ihn hinwies, damit der Mensch nicht gänzlich von Gott abkomme und aufhöre zu sein. Herrlichkeit Gottes ist der lebendige Mensch; das Leben des Menschen die Gottesschau. Doch wenn die Erkenntnis Gottes durch die Schöpfung den irdischen Lebewesen Leben verleiht, um wieviel mehr gibt dann die Offenbarung des Vater durch das Wort denen Leben, die Gott schauen!.
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25

Mittwoch, 27. Juli 2011, 18:43

Klemens I

(+ 101)

Aus dem Brief an die Korinther betreffend die Spaltung

Es steht geschrieben: „Verbindet euch fest mit den Heiligen; denn die sich mit ihnen verbinden, werden geheiligt.“ An anderer Stelle heißt es: „Mit dem Reinen bist du rein, mit dem Auserwählten bist du auserwählt, und mit dem Falschen bist du falsch.“ (Ps 18,26-27) Darum wollen wir uns mit den Reinen und Gerechten verbinden; sie sind die Auserwählten Gottes. Warum gib es Streit, Zorn, Zwistigkeiten, Spaltungen und Krieg bei euch? (vgl. 1 Kor 1,10, Jak 4,1) Haben wir denn nicht einen Gott und einen Christus, einen Geist der Gnade, der über uns ausgegossen wurde, und eine Berufung in Christus? (vgl. 1 Kor8,6; Eph 4,4-6).Warum reißen wir die Glieder Christi auseinander, empören uns gegen den eigenen Leib und gehen in der Torheit so weit, zu vergessen, dass wir untereinander Glieder sind? Vgl. 1 Kor 12,27).

Denkt an die Worte unseres Herrn Jesus. „Wehe jenem Menschen! Für ihn wäre es besser, wenn er nicht geboren wäre, als dass er einen der Auserwählten zum Bösen verleitet; für ihn wäre es besser, wenn man ihm mit einem Mühlstein um den Halt im tiefen Meer versenken würde, als dass er einen Erwählten verführt.“ (vgl. Mt. 18,6) Eure Spaltung hat viele verführt, viele in Mutlosigkeit gestürzt, viele in Zweifel, uns alle aber in Schmerz und Trauer. Dabei hält eure Spaltung immer noch an!

Kommentar:
Diesen Text Klemens I., sollten jene beachten, die mit ihren Forderungen, die gegen die Lehre der Kirche stehen, die Kirche spalten.
Preis den Herrn!

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26

Mittwoch, 27. Juli 2011, 21:05

Klemens I

(+ 101)

Aus dem Brief an die Korinther betreffend die Spaltung

Es steht geschrieben: „Verbindet euch fest mit den Heiligen; denn die sich mit ihnen verbinden, werden geheiligt.“ An anderer Stelle heißt es: „Mit dem Reinen bist du rein, mit dem Auserwählten bist du auserwählt, und mit dem Falschen bist du falsch.“ (Ps 18,26-27) Darum wollen wir uns mit den Reinen und Gerechten verbinden; sie sind die Auserwählten Gottes. Warum gib es Streit, Zorn, Zwistigkeiten, Spaltungen und Krieg bei euch? (vgl. 1 Kor 1,10, Jak 4,1) Haben wir denn nicht einen Gott und einen Christus, einen Geist der Gnade, der über uns ausgegossen wurde, und eine Berufung in Christus? (vgl. 1 Kor8,6; Eph 4,4-6).Warum reißen wir die Glieder Christi auseinander, empören uns gegen den eigenen Leib und gehen in der Torheit so weit, zu vergessen, dass wir untereinander Glieder sind? Vgl. 1 Kor 12,27).

Denkt an die Worte unseres Herrn Jesus. „Wehe jenem Menschen! Für ihn wäre es besser, wenn er nicht geboren wäre, als dass er einen der Auserwählten zum Bösen verleitet; für ihn wäre es besser, wenn man ihm mit einem Mühlstein um den Halt im tiefen Meer versenken würde, als dass er einen Erwählten verführt.“ (vgl. Mt. 18,6) Eure Spaltung hat viele verführt, viele in Mutlosigkeit gestürzt, viele in Zweifel, uns alle aber in Schmerz und Trauer. Dabei hält eure Spaltung immer noch an!

Kommentar:
Diesen Text Klemens I., sollten jene beachten, die mit ihren Forderungen, die gegen die Lehre der Kirche stehen, die Kirche spalten.


Danke, lieber Diaconus! Die Wichtigkeit dieser Worte von Klemens I. möchte auch ich wegen ihrer Bedeutung für unsere heutige Zeit mit diesem Beitrag noch einmal besonders hervorheben! Darüber sollten nicht nur die Theologen sondern alle Christen jeden Tag neu meditieren, dann würde langsam die Erkenntnis heranreifen, daß die Durchsetzung eigener egoistischer Vorstellungen nicht richtig sein kann, die sich bequemerweise als Maßstab nur noch den Mainstream nehmen statt auf die Wahrheit zu hören, die uns die Kirche lehrt.
Natürlich ist das unbequemer. Aber hat Christus irgendwo behauptet, daß es leicht sei ihm nachzufolgen? Nein!
Obl.OSB

Gelobt sei Jesus Christus!

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27

Freitag, 5. August 2011, 16:39

Ambrosius (+ 397)

Aus dem Buch über die Mysterien

Über das Sakrament der Eucharistie

Das Sakrament, das du empfängst, wird durch das Wort geschaffen. Wenn das Wort des Elijja so viel vermochte, dass es Feuer vom Himmel holte, sollte dann das Wort Christie nicht imstande sein, das Wesen der Elemente zu verwandeln? Von allen Geschöpfen der Welt hast du gelesen: „Er gebot, und sie waren erschaffen,“ (Ps 148,5). Das Wort Christe also, der aus dem Nichts schaffen konnte, was nicht da war, sollte das, was da ist, nicht in das verwandeln können was es nicht war?

Doch wozu brauchen wir Beweise? Wir wollen ihn selbst als Beispiel nehmen und die Wahrheit dieses Mysteriums durch das Mysterium der Menschwerdung erhärten. Führte etwa ein natürlicher Zeugungsvorgang zur Geburt Jesu aus Maria? Beim natürlichen Verlauf der Ding empfängt die Frau das Kind aus der Verbindung mit dem Mann. Es ist also klar, dass die Jungfrau außerhalb der Naturordnung geboren hat. Und eben der Leib, den wir gegenwärtig machen, ist aus der Jungfrau. Weshalb fragt du hier beim Leib Christi nach der Naturordnung, da doch der Herr Jesus selbst außerhalb der Naturordnung von der Jungfrau geboren wurde? Das wahre Fleisch ist gekreuzigt und begraben worden; hier ist wirklich das Sakrament dieses Fleisches.
Der Herr Jesus selbst ruft: „Das ist mein Leib!“ Vor dem Segen mit den heiligen Worten wird es anders genannt, nach der Konsekration aber als Leib bezeichnet. Christus selbst spricht von seinem Blut. Vor der Konsekration wird es anders genannt, nach der Konsekration heißt es Blut. Und du sagst „Amen“, das heißt „Das ist wahr.“ Was der Mund spricht, bekenne im Innern der Geist. Was die Sprache laut werden lässt, spüre das Herz.

In diesem Sakrament ist Christus, weil dieses Sakrament der Leib Christi ist. Es ist also keine leibliche Speise sondern eine geistliche.
Preis den Herrn!

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28

Samstag, 6. August 2011, 19:06

Anastasius vom Sinai (+ nach 700)

Aus einer Predigt über die Verklärung des Herrn

Dieses Geheimnis offenbarte Jesus seinen Jüngeren auf dem Berg Tabor. Als er unter ihnen weilte, sprach er zu ihnen über das Reich Gottes und sein zweites Kommen in Herrlichkeit. Da sie aber vielleicht nicht sicher genug waren über das, was er ihnen bereits vom Reich verkündigt hatte, gedachte er, sie endlich im Innersten des Herzens zu überzeugen. Um sie aus dem Erlebnis der Gegenwart zum Glauben and das Zukünftige zu führen,, gewährte er ihnen auf dem Berg Tabor eine wunderbare göttliche Offenbarung als ein in die Zukunft weisendes Bild des Gottesreiches, ganz als sagte er zu Ihnen: Damit in der Zwischenzeit in euch kein Unglaube hochkommt, sage ich euch gleich in der Gegenwart:: „Amen, das sage ich euch; von denen, die hier stehen, werden einige den Tod nicht erleiden, bis sie den Menschensohn in seiner königlichen Macht kommen sehen.“ (Mt 16.28 ).

Um zu zeigen, dass in Christus Wollen und Vermögen übereinstimmen, fügt der Evangelist hinzu: „Jesus nahm Petrus, Jakobus und dessen Bruder Johannes beiseite und führte sie auf einen hohen Berg. Und er wurde vor ihren Augen verwandelt; sein Gesicht leuchtete wie die Sonne, und seine Kleider wurden blendend weiß wie das Licht. Da erschienen plötzlich vor ihren Augen Mose und Elija und redeten mit Jesus.“ (Mt 17,1-3)

Das sind die göttlichen Wunder des heutigen Festes, dies ist das heilbringende Mysterium, das für uns auf dem Berg vollendet wurde; dies die Festfeier und der Lobpreis Christi, der uns heute zusammengeführt hat.
Preis den Herrn!

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29

Montag, 8. August 2011, 18:51

Cyprian von Karthago (+ 258 )

Aus einem Brief an den Bischof Successus

Lieber Bruder, dass ich euch nicht sofort geschrieben habe, liegt daran, dass alle, die zum Klerus gehören, wegen des drohenden Kampfes von hier nicht wegkonnten, alle in der Liebe bereit für die Herrlichkeit des Himmels. Wisst, dass die Boten zurückgekommen sind, die ich nach Rom geschickt habe, um zuverlässige Kunde darüber zu erhalten, was über uns verfügt worden ist. Denn unsichere Gerüchte verschiedenen Inhalts gehen darüber um.
In Wahrheit verhält es sich so: Valerian hat einen Erlass an den Senat gerichtet, nach dem Bischöfe, Presbyter und Diakone sofort hinzurichten sind. Männer von Rang und römische Ritter sollen ihre Ehrenstellung verlieren und ihres Vermögens beraubt werden. Wenn sie nach dem Verlust ihres Eigentums immer noch Christen bleiben, sollen sie enthauptet werden. Frauen sollen ihr Vermögen verlieren und verbannt werden. Kaiserliche Beamte, die früher das Bekenntnis abgelegt haben oder es noch jetzt ablegen, sollen enteignet und gefesselt mit der Darstellung ihres Falles auf die kaiserlichen Güter geschickt werden.
Kaiser Valerian hat seiner Verfügung noch die Abschrift eines Briefes beigegeben, den er unseretwegen an die Statthalter der Provinzen geschrieben hat. Wir hoffen täglich auf das Kommen dieses Briefes. Wir stehen nämlich in der Festigkeit des Glaubens bereit, standhaft zu leiden, und hoffen durch die Hilfe und Huld des Herrn, die Krone des ewigen Lebens zu erlangen. Wisst, dass Xystus am achten Tag vor den Iden des August (6. August) im Zömeterium hingerichtet worden ist zusammen mit vier Diakonen. Die Präfekten der Stadt setzen diese Verfolgung Tag für Tag fort. Wenn ihnen jemand vorgeführt wird, lassen sie ihn hinrichten und beschlagnahmen sein Vermögen für den Staat. Bitte, teilt auch das auch unseren übrigen Mitbrüdern mit, damit sie überall die Brüder durch ihren Zuspruch stärken und sie auf den geistlichen Kampf vorbereiten. Jeder einzelne von uns möge mehr an die Unsterblichkeit als an das Sterben danken. Dem Herrn in vollem Glauben und mit ganzer Kraft geweiht, mögen alle bei diesen Bekenntnis mehr Freude als Furcht empfinden, da sie doch wissen, dass die Streiter Gottes und Christi nicht untergehen, sondern den Siegeskranz erhalten. Lieber Bruder, ich wünsche dir stetes Wohlergeben im Herrn.!
Preis den Herrn!

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30

Montag, 5. September 2011, 17:02

Aus dem Barnabasbrief (vor 140)

Dies ist der Weg des Lichtes: Wenn einer den Weg zu dem vorgestreckten Ziel gehen will, dann bemühe er sich durch seine Taten. Dies ist die uns verliehene Erkenntnis, wie wir auf diesem Weg gehen sollen: Du sollst deinen Schöpfer lieben, deinen Bildner fürchten und den verherrlichen, der dich vom Tod erlöst hat. Dein Herz sei lauter und reich durch den Geist. Du sollst dich nicht Menschen anschließen, die auf dem Weg des Todes gehen. Hassen sollst du was, Gott missfällt, hassen alle Heuchelei. Du sollst die Gebote des Herrn nicht verlassen.
Liebe Deinen Nächsten mehr als dein Leben. Bring das Kind im Mutterleib nicht um und töte es nicht nach der Geburt. Zieh deine Hände nicht von deinem Sohn und deiner Tochter zurück, sondern lehre sie von Jugend an die Furcht Gottes,. Begehr nicht, was deinem Nächsten gehört, und sei nicht geizig! Häng dein Herz nicht an die Vornehmen, sondern verkehre mit den Geringen und den Gerechten!
Was immer dir widerfährt, nimm es als gut an; denn du weißt, nichts geschieht ohne Gott. Sei nicht wankelmütig und doppelzüngig; denn Doppelzüngigkeit ist ein Fallstrick des Todes.
Tag und Nacht denke an den Tag des Gerichtes. Suche täglich das Angesicht der heiligen Gläubigen. In diesem Sinn bemühe dich um sie im Reden, geh hin, um sie zu ermahnen, denke nach, wie du durch deine Worte ihre Seele retten kannst, oder wie du mit deinen Händen etwas erarbeiten kannst zur Vergebung deiner Sünden.
Zögere nicht, zu geben, und wenn du gibst, dann murre nicht, und du wirst sehen, wer dein gütigere Vergelter ist. Bewahre, was du empfangen hast. Füge nichts hinzu, und nimm nichts weg. Schließlich; Hasse das Böse! Richte gerecht! Schaffe keine Spaltung, führe die Streitenden zusammen und stifte Frieden. Bekenne dein Sünden! Geh nicht zum Gebet mit einem schlechten Gewissen! Das ist der Weg des Lichtes.
Preis den Herrn!

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31

Dienstag, 13. September 2011, 18:18

Johannes Chrysostomus (+ 407)

Aus einer Homilie vor seiner Verbannung

Viele Wogen und schwere Brandung, doch wir fürchten nicht, dass wir untergehen, wenn wir stehen auf dem Felsen. Mag das Meer toben, es kann den Felsen nicht zerstören. Mögen sich die Wogen türmen, sie können das Schiff Jesu nicht verschlingen. Sag mir: Was sollten wir fürchten? Den Tod? „Für mich ist Christus das Leben und Sterben Gewinn“ (Phil 1,21). Oder Verbannung? Sag mir: „Dem Herrn gehört die Erde und was sie erfüllt.“ (Ps 24,1) Einziehung des Vermögens? „Wir haben nichts in die Welt mitgebracht, und wir können auch nichts aus ihr mitnehmen.“ (1 Tim 6,7) Die Schrecken der Welt verachte ich, und ihre Annehmlichkeiten verlache ich. Armut fürchte ich nicht, und Reichtum begehre ich nicht. Ich fürchte nicht zu sterben und wünsche nicht zu leben, es sei denn zu eurem Nutzen. Darum denke an die Gegenwart und mahne euch: Habt Zuversicht.

Hörst du nicht, wie der Herr sagt: „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.“? (Mt 18,20)

Wo so viel Volk in Liebe geeint ist, da sollte nicht gegenwärtig sein? Ich habe sein Pfand! Vertraue ich etwas auf meine eigene Kraft? Ich habe die Urkunde. Sie ist mein Stab und meine Sicherheit, sie ist der Hafen, der mich schützt vor dem Sturm. Wankte auch der ganze Erdkreis, ich habe eine Schrift, die ich lesen kann, sie ist mir Mauer und Schutz. Was sagt diese Schrift? „Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt.“ (Mt 28.20)

Christus ist mit mir, wen sollte ich fürchten? Wenn sich auch Wogen gegen mich türmen oder das Meer oder die Mächte – all das ist mir weniger als ein Spinngewebe. Wäre es nicht wegen der Liebe zu euch, wollte ich mich nicht dagegen wehren, Abschied zu nehmen von dieser Welt. Stets sage ich: „Dein Wille geschehe“! (Mt 6,10) Nicht wenn dieser oder jener es will, sondern wenn du es so willst. Das ist mir ein Turm, das ist mein unbeweglicher Fels, die mein starker Stab, Wenn Gott will, das dies geschehe, so geschehe es. Wenn er will, dass ich hier bleibe, so danke ich ihm. Wo immer er will, dass ich bin, da danke ich ihm.

Wo ich bin, da seid auch ihr, und wo ihr seid, da bin auch ich. Wir sind ein Leib. Der Leib wird nicht vom Haupt, das Haupt nicht vom Leib getrennt. Dem Raum nach werden wir geschieden, aber geeint in der Liebe. Der Tod kann uns nicht scheiden. Wenn auch mein Leib stirbt, die Seele lebt und gedenkt des Volkes.

Ihr seid mir Mitbürger, Väter, Brüder und Kinder, Glieder und Leib, ihr seid mir Licht, ja lieber als das Licht. Was könnte mir so viel schenken wie der Lichtstrahl eurer Liebe! Der Strahl des Lichtres nützt mir im gegenwärtigen Leben, und eure Liebe flicht mir den Kranz im kommenden.
Preis den Herrn!

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32

Sonntag, 30. Oktober 2011, 18:43

Irenäus von Lyon (+ um 202)

Aus einem Brief an Florinus über die Zuverlässigkeit der Tradition

Ich kann mich besser an die Zeit des seligen Polykarp erinnern als an das, was erst vor kurzem geschehen ist, denn was man in der Jugend erfährt, wächst mit der Seele und bleibt mit ihr vereint. Daher kann ich noch den Platz angeben, wo der selige Polykarp saß, wenn er sprach, auch die Orte, wo er aus und ein ging, auch seine Lebensweise, seine körperliche Gestalt, seine Reden vor dem Volk, seine Erzählung über den Umgang mit Johannes und den anderen Personen, die den Herrn noch gesehen hatten, seinen Bericht über ihre Lehren; ferner, das was er von diesen über den Herrn und seine Wunder und seine Lehre gehört hatte. Alles, was Polykarp von denen erfuhr, die Augenzeugen der Worte des Lebens waren, erzählte er in Übereinstimmung mit der Schrift. Seine Worte haben auch durch dir Gnade Gottes damals mit Eifer aufgenommen; nicht auf Papier sondern in mein Herz habe ich sie eingetragen. Ich erinnere mich auch immer wieder durch die Gnade Gottes genau daran. Vor Gott kann ich bezeugen: wenn jener selige, apostolische Presbyter die Irrlehren unserer Zeit gehört hätte, würde er laut aufgeschrien, sich die Ohren verstopft und seiner Gewohnheit gemäß ausgerufen haben: „O guter Gott, für welche Zeit hast du mich aufbewahrt, dass ich solches erleben muß!“ Er wäre fortgeeilt von dem Ort, wo er sitzend oder stehend solche Lehren vernommen hätte. Diese Wahrheiten werden bestätigt durch die Briefe, die Polykarp teils an benachbarten Gemeinden, die er zu befestigen suchte, teils an einzelne Brüder, die er ermahnte und ermuntertet, geschrieben hat.
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33

Freitag, 2. Dezember 2011, 19:21

Cyrill von Jerusalem (+386)

Aus den Katechesen über das zweifache Kommen Christi

Wir verkündigen das Kommen Christi, nicht bloß das erste sondern auch das zweite, das weitaus herrlicher ist als das erste. Denn jene erste Ankunft war vom Leiden geprägt, diese zweite aber wird das Diadem göttlicher Herrlichkeit tragen. Vieles ist bei unserem Herrn Jesus Christus zweifach gegeben: die zweifache Geburt, die eine vor aller Zwei aus Gott, die zweite in der Fülle der Zeiten aus der Jungfrau; ein zweifaches Kommen: das eine verborgen wie der Tau auf das Vlies des Gideon (vgl. Ri 6,36-40); das andere offen vor aller Welt, freilich erst in der Zukunft.

Bei seinem ersten Kommen lag er in Windeln gewickelt in der Krippe; beim zweiten wird er in Licht gekleidet sein wie in einem Gewand (vgl. Ps 104). Beim ersten trug er das Kreuz und wehrt sich nicht gegen die Schmach; wenn er das zweite Mal kommt, umringt und verherrlicht ihn die Heerschar der Engel.

Darum halten wir uns nicht nur an sein erstes Kommen, sondern erwarten auch das zweite. Wie wir beim ersten gerufen haben: „Hochgelobt sei, der das kommt im Namen des Herrn“ (Mt 21,9) so werden wir es auch beim zweiten tun,. Mit den Engeln werden wir dem Herrn entgegenziehen, ihm huldigen und rufen: „Hochgelobt sei, der da kommt in Namen des Herrn.“

Der Retter wird kommen, aber nicht um sich zweites Mal richten zu lassen, sondern um die zu richten, die über ihn zu Gereicht gesessen haben. Beim ersten Mal hat eschwiegen, als man ihn richtete. Dann aber wird er denen, die sich gleich Verbrechern gegen ihn verschworen hatte, ihre Untat vor Augen halten, jene Untat nämlich, dass sie ihn unter das Kreuz zwangen. Er wird ihnen sagen: „Das hast du getan, und ich habe geschwiegen.“ (Ps 50,.21). Damals kam er, dem göttlichen Heilsplan entsprechend, um die Menschen zu lehren und zu überzeugen; dann aber werden sie seiner Herrschaft unterworfen werden, auch wider ihren Willen.

Von dem zweimaligen Kommen spricht der Prophet Maleachi: „Plötzlich kommt der Herr zu seinem Tempel, der Herr, den ihr sucht.“ Damit ist das erste Kommen gemeint. Dann sagt er von dem zweiten Kommen: „Dann kommt der Bote des Bundes, den ihr herbeiwünscht. Seht, er kommt! –spricht der Herr der Heere. Doch wer erträgt den Tag, an dem er kommt? Wer kann bestehen, wenn er erscheint? Denn er ist wie das Feuer im Schmelzofen und wie die Lauge im Waschtrog. Er setzt sich, um das Silber zu schmelzen und zu reinigen.“ (Mal 3,1-3).

Auch Paulus deutet auf das zweimalige Kommen hin, wenn er an Titus schreibt: „Die Gnade Gottes ist erschienen, um alle Menschen zu retten. Sie erzieht uns dazu, uns von der Gottlosigkeit und den irdischen Begierden loszusagen und besonnen, gerecht und fromm in dieser Welt zu leben, indem wir auf die selige Erfüllung unser Hoffnung warten: auf das Erscheinen der Herrlichkeit unseres großen Gottes und Retters Christus Jesus.“ (Tit 2,11-13). Paulus spricht –wie du siehst –zunächst von seinem erste4n Kommen, für das er dankt, dann von einem zweiten, auf das wir warten.

Darum lautet die überlieferte Glaubensregel: Wir glauben an den, „der in den Himmel aufgefahren ist und zur Rechten des Vaters sitzt. Er wird wiederkommen in Herrlichkeit, zu richten die Lebenden und die Toten: seiner Herrschaft wird kein Ende sein.“

Unser Herr Jesus Christus wird also vom Himmel her kommen. Er wird kommen in Herrlichkeit am Jüngsten Tag am Ende der Welt. Damit wird diese Welt am ihr Ende gelangt sein, und wenn das geschehen ist, wird sie wieder neu.
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Samstag, 10. Dezember 2011, 18:04

Petrus Chrysologus (+450
)
Aus einer Predigt über das Wesen der Liebe - Die Liebe begehrt Gott zu schauen


Da Gott sah, wie die Welt vor Furcht zu vergehen drohte, beschloss er sie mit seiner Liebe zurückzurufen, sie aus Gnade einzuladen, in Liebe festzuhalten und durch Zuneigung zu fesseln. Darum beruft er den Abraham aus den Heiden; macht ihn zum Vater des Glaubens, begleitete ihn auf dem Weg, schützt ihn in der Fremde, mehrt seinen Besitz, ehrt ihn durch Siege, macht ihn zum Unterpfand für die Verheißungen, entreißt ihn der Schmach, erweist ihm die Gunst, als Gast bei ihm zu weilen, und wirkt in ihm, was unmöglich schien: das Wunder der Zeugung. Mit so vielen Wohltaten überschüttet und angezogen von dem Glück der göttlichen Liebe, sollte er lernen, Gott zu lieben, ihn nicht hu fürchten, durch Liebe ihn zu verehren, nicht durch Furcht.

Darum tröstet er auch den flüchtenden Jakob im Traum und fordert ihn bei der Heimkehr zum Kampf heraus (vgl. Gen. 32,14ff). In der Umklammerung des Ringers umfasst er ihn, damit er den Vater liebe, mit dem er diesen Kampf austrägt, nicht aber ihn fürchte.

Darum ruft er Mose mit der Stimme des Vaters, redet ihm zu mit väterlicher Milde und fordert ihn auf, Befreier seines Volkes zu werden.

In all dem, wovon wir gesprochen haben, hat die Flamme der göttlichen Liebe das Menschenherz entzündet. Begeisterte Gottesliebe hat das menschliche Gemüt erfüllt. Die Menschen beginnen sich mit ergriffenem Herzen danach zu sehnen, Gott mit menschlichen Augen zu schauen.

Aber wie könnte der Mensch in seiner Begrenztheit Gott fassen, den die ganze Welt nicht zu umgreifen vermag? Was sein wird, was sein sollte, was sein könnte, darauf achtet die Liebe nicht Die Liebe achtet nicht der Vernunft, sie kennt nicht Verstand und weiß kein Maß. Die Liebe lässt sich nicht trösten, wenn man ihr sagt, es sei etwas unmöglich; es bringt ihr keine Linderung, wenn man ihr die Schwierigkeiten vorhält. Wenn die Liebe nicht erhält, wonach sie sich sehnt, tötet sie den, der liebt; darum geht sie dorthin, wohn es sie treibt nicht wohin sie soll. Liebe gebiert Sehnsucht und entbrennt in Glut. In der Glut drängt sie nach dem, was ihr unerreichbar ist. Was sollen wir mehr sagen? Was die Liebe liebt, kann ihrer Schau nicht entzogen bleiben. Darum haben die Heiligen alles geringgeachtet, was ihnen zustand, solange sie den Herrn nicht schauen durften.
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Montag, 26. Dezember 2011, 18:43

Fulgentius von Ruspe (+ 532)

Aus einer Predigt am Fest des heiligen Stephanus

Gestern haben wir die zeitliche Geburt unseres ewigen Königs gefeiert, heute feiern wir das siegreiche Leiden seines Kämpfers.

Gestern ging unser König, gehüllt in den Mantel des Fleisches aus dem Schoß der Jungfrau hervor und besuchte in Gnaden die Welt, heute verließ der Streiter das Zelt des Leibes und zog als Sieger ein in den Himmel

Obwohl er der höchste König ist, kam Christus für uns in Niedrigkeit. Er konnte nicht mit leeren Händen kommen und brachte seinen Streitern ein großes Geschenk mit. Damit machte er sie reich und stärkte sie zu siegreichem Kampf. Er brachte das Geschenk der Liebe mit, um die Menschen zur Teilnahme an der göttlichen Natur zu führen.

Die Liebe, die Christus den Herrn vom Himmel auf die Erde geführt hat, hob den Stephanus von der Erde zum Himmel empor. Die Liebe, die zuerst im König erschien, leuchtete danach auf in seinem Streiter.

Um den Kranz zu gewinnen, von dem er den Namen trug, nahm Stephanus die Liebe als Waffe und siegte durch sie überall. Aus Liebe zu Gott wich er nicht vor den wütenden Juden, aus Liebe zum Nächsten betete er für sie als sie ihn steinigten. Aus Liebe stritt er mit den Irrenden, um sie zur Wahrheit zu führen, aus Liebe betete er für die, welche ihn steinigten, damit sie der Strafe entgingen.

In der Kraft der Liebe besiegte er den grausam wütenden Saulus, und der ihn auf Erden verfolgte, durfte im Himmel sein Freund werden.

Siehe, nun freut sich Paulus mit Stephanus, genießt mit ihm die Herrlichkeit Christi, jubelt und herrscht mit ihm. Getötet durch die Steine des Paulus (vgl. Apg 8,1a), schritt Stephanus zum Himmel voraus; Paulus folgte, sein Helfer war das Gebet des Stephanus.
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Sonntag, 8. Januar 2012, 16:56

Athansasius (+373)

Aus dem Brief an Epiktet
Dem ganzen Menschen ist Heil widerfahren

Der Apostel sagt, das Wort habe sich der Nachkommenschaft Abrahams angenommen. Es musste darum in allem seinen Brüder gleich sein (vgl. Hebr 2,16-17) und einen uns ähnlichen Leib annehmen. Eben dafür war Maria erwählt: Von ihr sollte er ihn nehmen und als seinen eigenen für uns opfern. Die Schrift erwähnt die Geburt und sagt. „Sie wickelte ihn in Windeln“ (Lk 2,7), die Brust, die ihn stillte, wird seliggepriesen (vgl. Lk 11,27), und weil er der Erstgeborene war (vgl. Lk 2,22-23), wird für ihn das Opfer dargebracht. Gabriel übermittelte ihr zurückhaltend und klug die Botschaft( Lk 1,35). Er sagte nicht einfach: „Was in dir wird“, damit man nicht meint, der Leib werde von außen in sie hineingebracht. Er sagte vielmehr: „Aus dir“; denn dies sollte der Glaube sein: „Was da gezeugt wird, hat seinen Ursprung a u s ihr.“

Das war die Absicht: Das Wort nahm das Unsrige an und brachte es als Opfer dar und nahm es damit gänzlich hinweg. Als er uns dann mit dem Seinigen bekleidete, konnte der Apostel schreiben: „Dieses Vergängliche muss sich mit Unvergänglichkeit bekleiden und dieses Sterbliche mit Unsterblichkeit.“ (1 Kor 15,53).

Das ist keine erdichtete Annahme, wie einige gemeint haben. Keineswegs! Als vielmehr der Erlöser wahrer Mensch wurde, erlangte der ganze Mensch das Heil. Unser Heil ist wahrlich keine erdichtete Sache, und es geht nicht bloß den Leib, sondern den ganzen Menschen an. Leib und Seele ist im Wort Heil widerfahren.

Was aus Maria gemäß der Schrift hervorging, war seines Wesen nach ein wirklicher Mensch, und es war der wahre Leib des Herrn. Wirklich, ein wahrer Leib war er, weil er dem unseren gleich war. Denn Maria ist unsere Schwester, weil wir alle von Adam abstammen.
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Mittwoch, 22. Februar 2012, 17:12

Leo der Große (+ 461)

Aus einer Fastenpredigt

„Die Erde ist erfüllt von der Huld des Herrn.“ ((Ps 33,5) Das gilt zu jeder Zeit. Allen Gläubigen ist die Natur der Dinge eine Schule der Gottesverehrung: Himmel, Erde, Meer und alles, was in ihnen ist, verkünden die Güte und Allmacht des Schöpfers. Die wunderbare Schönheit der dienenden Elemente fordert von den vernunftbegabten Geschöpfen die gebührende Danksagung.

Doch immer wenn die Tage wiederkehren, die von den Geheimnissen der Erlösung und des Heiles der Menschen in besonderer Weise geprägt sind, die Tage, die nach fester Ordnung auf das nahe Osterfest hinführen, werden wir eindringlicher und eingehender darauf hingewiesen, uns vor Gott zu reinigen. Es ist dem Osterfest eigen, dass an ihm die ganze Kirche sich der Sündenvergebung erfreut. Sie soll nicht nur denen zuteil werden, die in der heiligen Taufe wiedergeboren werden, sondern auch denen, die schon länger das Glück haben, von Gott als seine Kinder (vgl. Gal. 4,5) angenommen u sein.

Wenn es auch in der Hauptsache das Bad der Wiede3rgfeburt ist, durch das die Menschen neu geschaffen werden, so bleibt doch für alle die Aufgabe der täglichen Erneuerung gegenüber dem Müde- und Gleichgültigwerden unserer sterblichen Natur. Zudem gibt es keine Stufe des Fortschrittes, die nicht nach unserer größerem Vollkommenheit verlangte. Darum muss sich jeder anstrengen, dass der Tag Erlösung ihn nicht in den Sünden des alten Menschen antrifft.

Was sich für jeden Christen jederzeit schickt, das müssen wir jetzt mit mehr Eifer und Hingabe tun, damit wir der apostolischen Einrichtung der vierzig Tage gerecht werden und zwar nicht nur durch sparsamen Genuss von Speisen, sondern vornehmlich durch die Enthaltung von der Sünde. Nichts ist nützlicher, als mit einem vernünftigen heiligen Fasten Taten der Barmherzigkeit zu verbinden. Unter dem einen Wort Barmherzigkeit bergen sich viele lobenswerte Werke der Frömmigkeit, sodass die Herzen aller Menschen im Erbarmen gleich sein können, auch wenn sie nach ihrem Vermögen ungleich sind.

Der Liebe, die wir in gleicher Weise Gott und dem Menschen schulden, stehen niemals so große Hindernisse entgegen, dass es ihm nicht möglich wäre, das Gute zu wollen. Wenn die Engel singen: „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede den Menschen auf Erden, die guten Willen sind“ (Lk 2,14), so muss jeder glücklich sein der in Liebe mit anderen leidet, die irgendwie in Not sind; er ist glücklich nicht allein wegen des guten Willens, sondern auch durch die Gnade des Friedens.

Es liegt an der Weite christlicher Liebe, dass sie dem wahren Christen große und mannigfache Möglichkeiten bietet. Dadurch haben am Almosengeben nicht nur die Reichen in ihrem Überfluss teil, sondern auch alle, deren Hab und Gut bescheidener ist oder die arm sind. Die denen ihr Vermögen keine Freigebigkeit gestattet, sollen wenigstens der Gesinnung nach freigebig sein.
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Donnerstag, 23. Februar 2012, 11:10

Aus dem Polykarp - Martyrium

Die älteste erhaltene Märtyrerakte ist jene des Polykarp, die bald nach seinem Tod verfasst worden ist.

Der Prokonsul mahnte ihn immer dringlicher und sagte: „Schwöre ab, und ich lasse dich frei. Fluche deinem Christus.“ Polykarp gab zur Antwort: „Seit 86 Jahren diene ich ihm, und er hat mir nie ein Unrecht getan. Wie könnte ich da meinem König und Erlöser fluchen?“ Aber der Prokonsul bedrängte ihn aufs neue und sagte: „Schwöre beim Genius des Kaisers!“ Er antwortete: „Wenn du dir einbildest, ich werde beim Genius des Kaisers wie du es ausdrückst, schwören, dann verstellst du dich, als sei es dir unbekannt, wer ich bin. Höre also, was ich mit allem Freimut sage: ‚Ich bin ein Christ. Wenn dich aber die Lehre des Christentums interessiert, dann bestimme einen Tag, und du wirst sie hören“. Da sagte Prokonsul: „Bring das lieber dem Pöbel bei“... Er stand nun, die Hände auf dem Rücken gefesselt, wie ein erlesener Widder, ausgesucht aus der großen Herde der Opfertiere, bereit zum makellosen Brandopfer für Gott. Er hob seine Augen zum Himmel und betete:

Herr, Gott, Allherrscher, Vater deines geliebten und hochgelobten Knechtes Jesus Christus, durch den wir von dir wissen, Gott der Engel und Mächte und der gesamten Schöpfung, des ganzen Geschlechtes der Gerechten, die von Dir leben, ich preise Dich, dass du mich dieses Tages und dieser Stunde gewürdigt hast, Anteil zu haben in der Zahl der Märtyrer am Kelche Deines Christus, zur Auferstehung des ewigen Lebens mit Seele und Leib in der Unvergänglichkeit Heiligen Geistes. Ich möchte heute aufgenommen werden als gültiges und wohlgefälliges Opfer, wie du es zuvor bereitet und offenbart und nun erfüllt hast, getreuer und wahrhaftiger Gott. Darum lobe ich Dich für alles, Dich preise ich, Dich rühme ich, durch den ewigen und himmlischen Hohenpriester Jesus Christus, Deinen geliebten Knecht, durch den Dir mit Ihm und dem Heiligen Geist Ehre ist jetzt und für alle kommenden Zeiten.

Die nicht an Christus Glauben, begreifen nicht, dass wir niemals einen anderen Menschen anbeten könnten. Ihn beten wir an, weil er der Sohn Gottes ist. Den Märtyrern aber schenken wir zu Recht unsere Liebe, weil sie Schüler und Nachfolger des Herrn sind. Sind ihrem König und Lehrer treu geblieben. Gott möge uns gewähren, dass wir Weggenossen und Mitschüler der Märtyrer werden.

Als er sein “Amen“ zum Himmel empor geschickt und das Gebet beendet hatte, entzündeten die Heizer das Feuer. Eine Stichflamme schoss leuchtend hoch. Da sahen wir ein Wunder... Das Feuer bildete die Form eines Zimmers, es legte sich wie Schiffssegel, in das hinein der Wind fährt, um den Leib des Märtyrers. Er aber stand in der Mitte, nicht wie bratendes Fleisch, sondern wie ein Brot im Backofen oder wie Gold und Silber, das im Schmelzofen gereinigt wird... Schließlich merkten auch die Heiden, dass Polykarps Leib von den Flammen nicht verzehrt werden konnte. Darum befahl man, der Henker solle vor ihn treten und ihm die Brust durchstoßen. Der Befehl wurde sofort ausgeführt. Dabei schoss ein solcher Blutstrom aus der Wunde, dass der Scheiterhaufen erlosch. Die ganze Volksmenge staunte und fragte sich, woher ein so gewaltiger Unterschied zwischen den Ungläubigen und den Erwählten komme. So ist auch der bewundernswerte Polykarp einer der Auserwählten geworden... Er war unser Bischof, Bischof der katholischen Kirche von Smyrna.
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Samstag, 25. Februar 2012, 18:35

Irenäus von Lyon (+ um 202)

Aus dem Buch gegen die Irrlehren

Die Gottesfreundschaft

Unser Herr, das Wort Gottes, hat zuerst die Knechte zu Gott hin gezogen. Danach hat er alle befreit, die sich ihm unterwarfen, wie er selber zu seinen Jüngern sagt: „Ich nenne euch nicht mehr Knechte; denn der Knecht weiß nicht, was sein Herr tut; vielmehr habe ich euch Freunde genannt; denn ich habe euch alles mitgeteilt, was ich von meinem Vater gehört habe.“ (Joh 15,15). Die Freundschaft Gottes ist es, die uns Unsterblichkeit schenkt, wenn wir uns um sie bemühen.

Am Anfang hat Gott den Adam erschaffen, nicht etwa, weil er den Menschen brauchte. Er tat es, um jemand zu haben, den er mit seinen Wohltaten überhäufen konnte. Denn das Wort verherrlichte den Vater schon vor Adam, ja vor der Erschaffung der ganzen Welt. Es war im Vater und wurde von seinem Vater verherrlicht, wie er selbst sagt: „Vater, verherrliche du mich jetzt bei dir mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, bevor die Welt war.“ (Joh 17,5).

Jesus verlangte auch unsere Nachfolge nicht deshalb, weil er unseren Dienst etwa brauchte, sondern um uns das Heil zu schenken. Denn dem Herrn folgen heißt am Heil teilhaben, und dem Licht folgen, heißt Licht empfangen.

Die im Licht sind, machen nicht das Licht leuchten, sondern werden selbst vom Licht erleuchtet und erhellt. Sie geben dem Licht nichts, sondern sind nur Empfänger, wenn das Licht ihnen die Wohltat der Erleuchtung spendet.

So bietet auch der Gottesdienst Gott nichts; Gott braucht den Dienst der Menschen nicht, sondern schenkt allen, die ihm folgen und dienen, das Leben, die Unvergänglichkeit und die ewige Herrlichkeit. Allen. die ihm dienen erweist er Wohltaten dafür, dass sie ihm dienen, und denen, die ihm folgen, tut er wohl dafür, dass sie ihm nachfolgen. ER selbst empfängt jedoch keine Wohltaten von ihnen. Er ist reich und vollkommen, er kennt keinen Mangel.

Gott verlangt von den Menschen Dienst, weil er gütig und barmherzig ist und denen gut sein will, die in seinem Dienst ausharren. Gott bedarf nichts, doch der Menschen bedarf der Gemeinschaft mit Gott.

Es ist der Ruhm des Menschen im Dienst Gottes zu bleiben und auszuharren. Deshalb sagt der Herr zu seinen Jüngern: „Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt.“ (Joh 15,16) Damit wies er darauf hin, dass nicht sie ihn verherrlichen, wenn sie ihm folgen, sondern dass der Sohn Gottes sie verherrlicht, wenn sie ihm folgen. Und wiederum: „Ich will, dass alle, die du mir gegeben hast, dort bei mir sind, wo ich bin. Sie sollen meine Herrlichkeit sehen.“ (Joh 17,14).
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Sonntag, 4. März 2012, 16:31

Leo der Große (+ 461)

Aus einer Fastenpredigt – zur Verklärung des Herrn

Der Herr offenbarte vor auserwählten Zeugen seine Herrlichkeit und verklärte die Gestalt des Leibes, die er mit den übrigen Menschen gemeinsam hat, mit solchem Glanze, dass sein Gesicht leuchtete wie die Sonne und seine Kleider weiß wurden wie Schnee (vgl. Mt 17,1-8 ).

Bei dieser Verklärung ging es vor allem darum, das Ärgernis des Kreuzes aus den Herzen der Jünger zu nehmen. Die Verdemütigung durch das frei gewählte Leiden sollte ihren Glauben nicht verwirren, nachdem ihnen die Herrlichkeit der verborgenen Würde offenbart wurde.

Doch war es nicht weniger die Absicht der Vorsehung, den Grund für die Hoffnung der heiligen Kirche zu legen Der ganze Leib Christi sollte erkennen, welche Verwandlung ihm durch die Gnade bevorsteht, und die Glieder sollten lernen, mit der Teilnahme an der Ehre zu rechnen, die ihnen am Haupt aufleuchtet. Davon sprach der Herr, als er von seiner Wiederkunft in Herrlichkeit sagte: „Dann werden die Gerechten im Reich ihres Vaters wie die Sonne leuchten.“ (Mt 13.43). Dasselbe bezeugt der Apostel Paulus: „Ich bin überzeugt, dass die Leiden der gegenwärtigen Zeit nichts bedeuten im Vergleich zu der Herrlichkeit, die an uns offenbar werden soll“ (Röm 8,18 ) und „Euer Leben ist mit Christus verborgen in Gott. Wenn Christus, unser Leben offenbar wird, dann werdet ihr auch mit ihm offenbar werden in Herrlichkeit.“ (Kol 3,3-4).

Mose und Elija – das Gesetz und die Propheten – erschienen und sprachen mit dem Herrn. So wurde durch die Gegenwart von fünf Männern der Grundsatz erfüllt: „Jede Sache soll durch den Mund von zwei oder drei Zeugen bekräftigt werden.“ (vgl. Mt 18,16). Was könnte zuverlässiger und glaubwürdiger als ein Wort, bei denen Verkündigung die Posaunen des Alten und Neuen Testaments zusammenklingen und die Urkunden der alten Verkündigung mit der Lehre des Evangeliums übereinstimmen?

Die Schriften der beiden Testamente bestätigen sich gegenseitig. Christus, den in der Vergangenheit Zeichen unter dem Schleier der Geheimnisse verheißen hatten, ihn zeigt die Gegenwart im sichtbaren Glanz der Herrlichkeit. Wie der heilige Johannes sagt: „Das Gesetz wurde durch Mose gegeben, die Gnade und die Wahrheit kamen durch Jesus Christus.“ (Joh 1,17). Möge sich denn der Glaube aller durch die Verkündigung des heiligen Evangeliums festigen und keiner sich des Kreuzes schämen, durch das die Welt erlöst ist. Christus hat die ganze Schwäche unserer Niedrigkeit auf sich genommen, damit wir im Bekenntnis und in der Liebe zu ihm ausharren, besiegen, was er besiegt hat, und erlangen, was er versprochen hat. Damit wir aber die Gebote halten und die Widerwärtigkeiten ertragen können, erklinge in unserem Ohr allezeit die Stimme des Vaters: „Dieser ist mein geliebter Sohn, an dem ich Gefallen gefunden haben; auf ihn sollt ihr hören!“ (Mt 17.5)
Preis den Herrn!