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Ökumene

Antworten im Thema: 124 » Der letzte Beitrag (24. Februar 2016, 17:57) ist von diaconus.

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Teresa

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1

Donnerstag, 3. März 2011, 22:36

Ökumene

Alle Fragen, die sich im Zusammenhang mit der Ökumene stellen, haben hier ihren Ort.

Was sagt unsere Kirche zu diesem Thema?

Wie sieht es aus in der Beziehung zu den verschiedenen christlichen Kirchen? Wie weit ist die Ökumene mit den verschiedenen orthodoxen Kirchen, mit den Anglikanern, mit den Protestanten gediehen?

Ich habe in der "Tagespost" gelesen, daß die Vorbereitungen für ein orthodoxes Konzil kurz vor dem Abschluß stehen. Das wäre das erste orthodoxe Konzil seit 1100 Jahren! Dieses zu verfolgen, wird sicher sehr spannend werden.
Obl.OSB

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2

Dienstag, 15. März 2011, 12:57

Der Besuch unseres Papstes in Deutschland rückt näher. Erfreulich zu lesen in der "Tagespost", daß Papst Benedikt XVI. bei seinem Besuch "im Lande der Reformation" mehr Zeit für die Begegnung mit den Vertretern der reformierten Kirchen haben möchte als von den Planern der Reise ursprünglich vorgesehen war. Das zeigt deutlich, daß die Ökumene unserer Kirche sich nicht nur auf die Orthodoxen und die Anglikaner beschränkt, sondern wirklich alle Christen einbezogen werden.

Beten wir für die Einheit aller Christen, auch wenn wir uns heute noch gar nicht vorstellen können, wie das einmal aussehen wird.
Obl.OSB

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3

Donnerstag, 24. März 2011, 17:10

Dialog zwischen röm.-kath. und russ.-orthodoxer Kirche

In der "Tagespost" vom 22.03.2011 finden wir dankenswerterweise den Abdruck des Grundsatzreferats von Kardinal Kurt Koch zum Stand des oben genannten Dialogs, das er am 19.03.2011 in Würzburg im Rahmen des 4. Internationalen Kongresses Treffpunkt Weltkirche von "Kirche in Not" in Würzburg gehalten hat. Überschrift: "Ziel ist die Kommuniongemeinschaft".
In der ersten Dekade (1980 bis 1990) ging es um die Gemeinsamkeiten dieser beiden Kirchen, in der zweiten Dekade ging es immer stärker um den Uniatismus und die Frage des Proselytismus, was schließlich im Jahre 2000 zur Beendigung der Kommissionsarbeit führte. Nach dem Beginn des Pontifikats von Papst Benedikt XVI. wurde der theologische Dialog zum Glück wieder aufgenommen. Er konzentriert sich seitdem auf den Punkt, der bisher die Aufnahme der vollen Kirchengemeinschaft verhindert hat, nämlich auf die Frage des Primates des Bischofs von Rom. Diese Frage, die weitere Fragen nach sich zieht, wird noch eine Zeit der Klärung brauchen. Auch der Metropolit Dr. Hilarion Alfejew hat im Rahmen dieses Kongresses ein Grundsatzreferat zu diesem Thema gehalten.

Ich meine, daß die Wiederaufnahme und Weiterführung des Dialogs seit dem Jahre 2005 ein Hoffnungszeichen ist. Dieser Dialog wird sicher noch eine Reihe von Jahren benötigen bis es zu einer Einheit kommt. - Begleiten wir diesen Dialog mit unseren Gebeten um die Einheit der Kirche im Sinne Christi!
Obl.OSB

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  • Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Teresa« (24. März 2011, 17:12)

diaconus

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4

Donnerstag, 24. März 2011, 17:34

Zitat

Ich meine, daß die Wiederaufnahme und Weiterführung des Dialogs seit dem Jahre 2005 ein Hoffnungszeichen ist. Dieser Dialog wird sicher noch eine Reihe von Jahren benötigen bis es zu einer Einheit kommt.


Mein Wunsch ist es auch, dass es zu einer Einheit mit der Orthodoxie kommen soll, denn diese steht uns theologisch wesentlich näher als die Kirchen der Reformation. Irgendwann war in den letzten Jahren auch die Rede davon, dass der Primat des Papstes auch als "Ehrenoberhaupt" definiert werden könnte. Wenn man es geschichtlich betrachtet war das Schisma von 1054 eher ein kirchenpolitsches, also ein weltliches, als ein theologisches Problem (Ostrom -Westrom). Natürlich hat diese Trennung von fast 1000 Jahren auch ein gewisses Auseinanderleben bewirkt. Persönlich schätze ich die Orthodoxie sehr.
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5

Montag, 25. April 2011, 18:39

Seligsprechung von Johannes Paul II. in der Ökumene

Lt. Tagespost kritisiert der nordelbische Bischof Gerhard Ulrich die Seligsprechung von Johannes Paul II. mit der Begründung, dass es problematisch sei, dass eine Wunderheilung geprüft werden musste und meinte damit, dass die katholische Kirche dadurch den Blick auf Gott verstelle, da Gott der Begründer aller Wunder ist und nicht ein Heiliger, der auch nach katholischer „Lesart“ nur um ein Wunder bitten kann.

Zu dieser Sachlage muss festgestellt werden, dass eine Ordensschwester den künftigen Seligen um Hilfe angefleht hat, also genau um jene Fürsprache bei Gott, die ein Heiliger machen kann. Damit wurde genau die katholische Lehre, nicht „Lesart“, eingehalten, dass eine Fürsprache bei Gott möglich ist.

Dem nordelbischen Bischofe, der als Evangelischer keine Bischofs-Weihe empfangen hat, das Weihesakrament hat ja Luther abgeschafft, sondern nur eine Ordination, wäre zu raten, dass er für die evangelische „Lesart“ der Bibel eintritt, nämlich für „sola scriptura“, und damit gegen deren Abweichungen in der evangelischen-lutherischen Gemeinschaft auftritt, wie zBspl. Segnungen der Homo-Ehe und anderes, bevor er sich um eine Seligsprechung der katholischen Kirche kümmert, die ihn nichts angeht. :a065:

Wie auch der damalige österreichische lutherische Bischof 1997 zur Segnung von Homo-Paaren auf Rückfragen zu 1 Kor 6 meinte, dass „wir Paulus nicht als Lügner erklären, sondern das hat für die damaligen Menschen gegolten nicht für die heutigen.“ Mit derartigen Worten wird die Bibel ad absurdum geführt und das „sola scriptura, sola fidei“ von Luther hinfällig gemacht.

Wird mit derartigen evangelischerseits getroffenen Aussagen gegen das Wort Gottes im AT und NT nicht eher der Blick auf den Willen und das Wort Gottes verstellt als die geprüfte Seligsprechung? :c024:

Auf Grund meiner langjährigen Erfahrungen mit evangelischen Ordinierten ist festzustellen, dass für diese Ökumene nur dann wichtig ist, wenn sie der katholischen Kirche ihren Willen aufdrängen wollen.
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6

Montag, 25. April 2011, 19:12

Viele Fakten Deines Beitrags @ Diaconus sehe ich genauso. Allerdings kann man nicht von einigen Geistlichen der protestantischen Kirche auf alle schließen. Die sind ebenso verschieden in ihrer Haltung wie die katholischen Kleriker auch. So wie die kath. Kleriker mit ihrer Weihe nicht aufhören, individuelle Menschen mit individuellen Meinungen und Gedanken zu sein, so ist es auch bei den ordinierten protestantischen Geistlichen. Man wird immer solche und solche antreffen.

Etwas profaner ausgedrückt: So wie nicht alle deutschen Männer Lederhosen, alle deutschen Frauen Dirndlkleider tragen und alle deutschen Männlein und Weiblein dauernd Sauerkraut futtern :c008: , ist jeder einzelne Deutsche ebenso verschieden wie die Menschen aller anderen Länder dieser Erde auch. - Und genau dasselbe gilt für protestantische Geistliche ebenso wie für katholische Geweihte.

Kurz gesagt: ich mag keine Generalisierungen außer bei naturwissenschaftlichen Versuchen, bei denen es darauf ankommt, ein empirisches Ergebnis durch Versuchsreihen zu verifizieren.
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7

Montag, 25. April 2011, 19:37

Zitat

Allerdings kann man nicht von einigen Geistlichen der protestantischen Kirche auf alle schließen


Zuerst verweise ich darauf, dass die evangelischen Ordinierten keine Geistlichen sind, sondern Prediger, da Luther das Weihesakrament abgeschafft hat. Also nicht Begriffe verwenden, die diesen nicht zustehen.

Dazu ist nur festzustellen, dass so an die 90 %, also eine wesentliche Mehrheit genau diese Linie, die ich festgestellt habe, vertreten. Außerdem verweise ich auf die synodalen Abstimmungen zu diesen Problemen wo diese Fehlentwicklungen mehrheitlich akzeptiert wurden.

Nur einige wenige treten gegen diese Abweichungen der lutherischen Lehre auf, zBspl. Pietisten, und werden von den anderen "normalen Ordinierten gemobbt" um einen modernen Ausdruck zu verwenden. 2 gegenteilige Stellungnahmen aus derselben Zeit (1997/1998 )

Wolfhart Pannenberg - evang. Theologe
Eine Kirche, die sich dazu drängen ließe, homosexuelle Betätigung nicht mehr als Abweichung von der biblischen Norm zu behandeln und homosexuelle Lebensgemeinschaften als eine Form persönlicher Lebensgemeinschaft neben der Ehe anzuerkennen, eine solche Kirche stünde nicht mehr auf dem Boden der Schrift, sondern im Gegenteil zu deren einmütigen Zeugnis.

Jens Motschmann - Bremer evang. Pastor,
„Wir haben in Deutschland keine Bischöfe mehr, die deutlich den Mund auftun, wenn es darum geht, Irrlehren zu verwerfen und die Gemeinde vor Irrlehren zu schützen. Das ist nach den Bekenntnisschriften eine vornehmliche Aufgabe der Bischöfe. Aber schon seit Jahren kann im Protestantismus fast alles behauptet werden, und trotzdem haben in den letzten zwanzig Jahren nur zwei Verfahren wegen Irrlehre stattgefunden. Sämtliche Bemühungen der bekennenden Gemeinschaften um eine geistliche Kurskorrektur seien gescheitert.“ so auf einer Tagung der Johanniter-Arbeitsgemeinschaft für Gegenwartsfragen in Goslar.
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8

Montag, 25. April 2011, 20:07

Für die von Dir genannte Zahl von "90%, die diese Linie vertreten", hätte ich gerne eine Quellenangabe.

Ansonsten muß ich Dir bzw. dem Bremer Pastor Motschmann leider in der Beziehung Recht geben, daß man in der ev. Kirche tatsächlich alle möglichen Standpunkte vertreten kann und vertritt. Trotzdem gibt es auch da gläubige Pastoren!

Mit dem Begriff "Geistlicher" ist es genauso wie mit dem Kirchenbegriff. Im Verständnis der ev. Kirche sind sie Kirche und selbstverständlich sind die ordinierten Pastoren "Geistliche". Ich habe keine Schwierigkeit die evangelische Sichtweise zu akzeptieren.
Da ich selbst jedoch katholisch bin - genauso wie Du @ Diaconus - vertrete ich natürlich den katholischen Standpunkt, der für mich der gültige ist. Daher gebe ich Dir, was den katholischen Standpunkt betrifft, Recht.
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9

Montag, 25. April 2011, 20:37

Zitat

Mit dem Begriff "Geistlicher" ist es genauso wie mit dem Kirchenbegriff. Im Verständnis der ev. Kirche sind sie Kirche und selbstverständlich sind die ordinierten Pastoren "Geistliche".


Dazu ist nur festzustellen, dass Luther eigentlich keine Kirche wollte, denn er hat den Begriff "ecclesia" mit Gemeinde übersetzt. Außerdem sind die sogenannten "Bischöfe" (Landesbischöfe) erst sehr spät als "Überbau" installiert worden, nach meinen Wissen erst nach 1918, genau so wie die anderen Strukturen.

Luther hat im Galaterkommentar eindeutig alles was "Kirche'" ist verworfen:
"Wir verdammen und verfluchen die Lehre, die Messen, die Orden, die Gelübde, den Kultus, die Werke, das Leben und alles Greuel des Papstes und der Ketzer als Schmutz des Teufels."

Außerdem wie kann einer/eine Geistliche(r) sein, wenn das Weihesakrament nicht vorhanden ist. Er ist und bleibt ein Laie, ein Prediger, der ordiniert (ins Amt eingeführt) wird und der jederzeit abberufen werden kann, ja sogar vom Presbyterium (Gemeinderat) wenn diesem seine Predigt nicht passt oder wenn er nicht macht, was dieser will.

Wenn sie heute das alle diese Begriffe wie bei der RKK in Anspruch nehmen, so ist das gegen die Intentionen Luthers und somit schizophren. Anders ist es bei den Anglikanern, die nie ihre vorherigen Strukturen und die apostolische Sukzession, auch wenn sie von der RKK nicht anerkannt wird, aufgegeben haben.
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10

Montag, 25. April 2011, 22:07

Du argumentierst hier vom katholischen Standpunkt aus. Die evangelischen Christen haben jedoch das Recht einen anderen Standpunkt einzunehmen. Wer wollte ihnen das auch verwehren...

Luther wollte keine neue Kirche gründen und wir wissen doch inzwischen, daß damals in der Kommunikation recht viel schief gelaufen ist. Luther hat sich in seinem Zorn zwar gegen die katholische Kirche gewandt, die ihn ja schließlich auch sehr in Bedrängnis gebracht hat, aber er hat nie die Kirche abschaffen wollen. Luthers Beschimpfungen der kath. Kirche und der Heiligen Messe zeigen seinen Zorn, seine Wut, sind aber kein Ausdruck dafür, daß er keine Kirche wollte. Schließlich ist dann daraus die andere Konfession geworden.

Alte Beschimpfungen und Verurteilungen der ev. Mitchristen bringen uns bestimmt nicht weiter. Sie bewirken nichts als Verletzungen anderer gläubiger Christen, von denen es bei den Evangelischen genauso Leute gibt wie bei den Katholischen. Meine beste Freundin folgt Christus treu nach, schon viel, viel länger als ich...
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11

Sonntag, 15. Mai 2011, 18:49

Ob das für die Ökumene zwischen den verschiedenen Konfessionen förderlich ist, wage ich dann doch zu bezweifeln:
http://medrum.de/content/chacun-son-gout…segen-noch-dazu

Wir wissen, daß Herr Wowereit ein HS ist, aber daß die ev.-luth. Kirche Berlin-Brandenburg nun den Christopherstreet-Day unterstützt, indem sogar Gottesdienste im Rahmen dieser Veranstaltung angeboten werden, schlägt ja nun wirklich jedem Fass den Boden aus! :a093:
Da wird sich nicht nur die kath. Kirche mit Grausen abwenden (hoffe ich zumindestens) sondern auch die meisten anderen ev.-luth. Landeskirchen. Jedenfalls kann ich mir zum Beispiel von der ev.-luth. Kirche in Westfalen nicht vorstellen, dass solche Einstellungen unterstützt werden. - Oder ist die Not in der ev.-luth. Landeskirche Berlin-Brandenburg schon so groß, dass man glaubt, nur noch mit solchen Mitteln und Maßnahmen Menschen in die Kirche locken zu können?
Bei mir hört jedenfalls an dieser Stelle die Toleranz auf! :a093:
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12

Sonntag, 15. Mai 2011, 19:07

@ Liebe Teresa

Zitat

Wir wissen, daß Herr Wowereit ein HS ist, aber daß die ev.-luth. Kirche Berlin-Brandenburg nun den Christopherstreet-Day unterstützt, indem sogar Gottesdienste im Rahmen dieser Veranstaltung angeboten werden, schlägt ja nun wirklich jedem Fass den Boden aus! :a093:
Da wird sich nicht nur die kath. Kirche mit Grausen abwenden (hoffe ich zumindestens) sondern auch die meisten anderen ev.-luth. Landeskirchen.


Was wunderst Du Dich? Gibt es nicht eine Reihe von evangel. luth. Kirche, die Homo-Ehe segnen, zBspl. auch ein ganze Reihe von österr. Pfarrgemeinden dieser christlichen Gemeinschaften. Aber auch einzelne Priester im kath. Bereich veranstalten "Segensfeiern" für Homo-Liebende. Eines ist sicher, dass die Orthodoxen dafür kein Verständnis haben, denn die haben die Mitarbeit in mehreren ökumenischen Gremien ausgesetzt.
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13

Donnerstag, 2. Juni 2011, 18:07

Das Verhältnis der evangelischen Theologie zur Vernunft

In der "Tagespost" vom 31.05.11 gibt es einen höchst interessanten Artikel von Professor Harald Seubert mit dem Titel "Wort ohne Begriff?", der das Verhältnis der protestantischen Kirche bzw. Theologie zur Philosophie beleuchtet - und mir einmal mehr deutlich macht, weshalb ich zur katholischen Kirche konvertiert bin.

Das Fehlen der beiden Standbeine "Lehramt" und "Tradition" macht offenbar anfällig für Einflüsse des weltlichen Mainstreams. Die Vernunft, wie sie immer wieder von Papst Benedikt XVI. beleuchtet wird, wird in der evangelischen Theologie faktisch ausgeklammert. Ich wußte nicht, daß es das Fach "Philosophie" in evangelisch-theologischen Fakultäten nicht gibt. Wie kann es dann eine Frage bzw. Suche nach der Wahrheit geben, wenn dafür keine Grundlagen vorhanden sind? So ist es nicht verwunderlich, daß die Regensburger Rede unseres Papstes von den Protestanten und an deren Spitze Bischof Huber nicht verstanden worden ist!

Den letzten Absicht des Aufsatzes zitiere ich, weil ich es nicht besser formulieren könnte:
"Nur eine geklärte Einsicht in das Verhältnis von Glaube und Vernunft lässt eine Verkündigung und theologische Arbeit erwarten, die über den Tag hinaus Bestand hat. Daran fehlt es bis heute: Dies aber würde voraussetzen, dass die evangelische Theologie ihr Verhältnis zu Philosophie und Metaphysik selbst überdächte. Die schwachen Anzeichen geben nicht zu allzuviel Hoffnung Anlass."

Ich kann theologisch interessierten Lesern diesen Aufsatz von Prof. Seubert nur wärmstens empfehlen!
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14

Donnerstag, 2. Juni 2011, 19:08

Zitat

Das Fehlen der beiden Standbeine "Lehramt" und "Tradition" macht offenbar anfällig für Einflüsse des weltlichen Mainstreams.Die Vernunft, wie sie immer wieder von Papst Benedikt XVI. beleuchtet wird, wird in der evangelischen Theologie faktisch ausgeklammert. Ich wußte nicht, daß es das Fach "Philosophie" in evangelisch-theologischen Fakultäten nicht gibt.


Also ich wusste es auch nicht, dass in den evangelisch-theologischen Fakultäten die Philosophie ausgeklammert ist. Wie kann man Theologie eigentlich verstehen wenn nicht zumindest die Grundlagen der Philosophie gelehrt werden und bekannt sind? Allein schon Teile der Metaphysik sind unbedingt notwendig um auch die Theologie zu verstehen und darin „zu arbeiten.“ Dass die Philosophie nur auf eine Art Sprachlehre in der evangelischen Ausbildung reduziert wird, sagt vieles aus. Auch ist zu beachten, dass es die Philosophie als auch die Theologie bereits bei den Griechen gab, denn damit wurde schon bei diesen auf Ratio und Fideis verwiesen.Interessant war für mich auch, dass Melanchton eine philosophische Prägung der Reformation für unerlässlich hielt. Allein die Philologie ist für die Arbeit mit der Offenbarung zu wenig.

Der Aufsatz von Prof. Seubert in der Tagespost ist sehr gut und erklärt damit vieles, darunter auch warum die evangelischen Gemeinschaften so für den Mainstream anfällig sind.
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15

Sonntag, 5. Juni 2011, 17:16

Ev. Kirchentag in Dresden

Bis einschließlich heute hat in Dresden der ev. Kirchentag stattgefunden. Wie im Rundfunk berichtet wurde, habe es in diesem Jahr mehr politische Themen gegeben. Merkwürdig, mir war nicht bewußt, daß es in den Vorjahren anders gewesen ist. ?(

Auch Bundeskanzlerin Merkel war als Gastrednerin zu hören. Sollte damit die Bedeutung des ev. Kirchentags aufgewertet werden? :whistling:

Immerhin hatte sie mit der "Religionsfreiheit" sogar ein Thema, das uns als Christen besonders betrifft, werden doch die Christen inzwischen weltweit am meisten verfolgt. Dazu wäre es wichtig, eine allgemeingültige Definition der Religionsfreiheit festzulegen, an die sich alle zu halten haben. Es ist jedoch in der Realität leider so, daß der Islam unter Religionsfreiheit nur versteht, daß man zum Islam konvertieren darf. Und was in China und in den arabischen Ländern los ist, schreit ja auch zum Himmel. Ich nehme an, daß Frau Merkel dieses jedoch nicht thematisiert hat, sondern eine "Sonntagsrede" gehalten hat, die ohnehin nichts bewirkt sondern nur eine Absichtserklärung ohne Folgen ist.
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16

Montag, 6. Juni 2011, 11:31

Ökumene – ohne Glaubensbekenntnis

Wie in Medien zu lesen war, hat es beim Evangelischen Kirchentag in Dresden am 3. Juni eine Podiumsdiskussion gegeben bei der u. a. folgende Stellungnahmen abgegeben wurden.

Der Mainzer Publizist Christan Nürnberger erklärte, dass für ihn das Glaubensbekenntnis für ihn wie ein Museumsgegenstand sei, „ein altes Gerümpel in dem sich irgendwo ganz unten ein Schatz verbirgt“, das er seit seinem Theologiestudium nicht mehr sprechen könne. Er wisse nicht ob es Gott gibt, aber irgendwie spüre er, dass er wie jeder Mensch von Gott gewollt ist. Dadurch sei er ein protestantischer Agnostiker, der der Kirche treu bleibe, so seine Aussagen.

In derselben Veranstaltung erklärte der Superintendent i. R. Herbert Koch (Garbsen), dass das Glaubensbekenntnis eine fundamentalistische Zumutung sei, an die höchsten 10 Prozent der Kirchenmitglieder glaube, genauso glaube nur ein Drittel der Protestanten, dass Jesus Gottes Sohn sei sowie dass die Jungfrauengeburt eine spätere fromme Legende sei. Außerdem sagte er, dass Jesus Analphabet gewesen sei und er glaube nicht mit der Wiederkunft Christi beim jüngsten Gericht, genauso rechne auch die (evangelische) Kirche nicht mit der Wiederkunft Christi . Was die Kirche verbinde sei nicht das Glaubensbekenntnis sondern das Interesse, die Kirche zu erhalten. Für ihn seien die Schätze des Glaubens die Bergpredigt sowie die „Ringparabel“ von Lessing sowie Harnacks (1851 – 1930) Vorlesungen über das Wesen des Christentums.

Wenn man diese Aussagen von evangelischen Theologen betrachtet, muss festgestellt werden, dass sie faktisch alles ablehnen was im christlichen Glauben wesentlich ist und das Fundament des Glaubens bildet. Demaskierend finde ich auch die Feststellung, dass nicht das Glaubensbekenntnis die evangelische Kirche zusammenhalte sondern das Interesse die Kirche zu erhalten. Damit bestätigen diese Aussagen, dass ein Großteil ihrer Mitglieder diese Gemeinschaft nicht mehr als Glaubensgemeinschaft sieht sondern als einen Verein, einen Klub, mit weltlichen inkl. politischen Interessen, der sich halt Kirche nennt.

Und mit dieser Gemeinschaft soll es eine christliche Ökumene geben? Durch diese Aussagen erklärt sich natürlich auch der Zeitgeist, der für das Leben in den protestantischen Gemeinschaften eingezogen ist. Unter diesen Voraussetzungen sollte die Ökumene sofort ausgesetzt werden, denn in den vergangenen Jahrzehnten ist von diesem evangelischen Unglauben schon zuviel in die Hl. Mutter Kirche übergeschwappt.
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17

Montag, 6. Juni 2011, 13:17

@ Diaconus

Bitte bewerte die Aussagen von zwei unbedeutenden Leuten, auch wenn sie auf einem Podium geäußert wurden, nicht über.
Persönliche Statements von Herbert Koch und Christian Nürnberger können keine repräsentativen Aussagen der ev. Kirche sein! Das sind und bleiben nur subjektive Meinungen! Beide sind außerdem nicht in Führungs- oder Leitungspositionen!
Mir kommt das eher so vor, als ob man sich dort durch provozierende Äußerungen interessant machen wollte. :a227:

Würde man diese beiden Redner ernst nehmen, wäre die ev. Kirche keine christliche Glaubensgemeinschaft mehr! Dann wäre allerdings eine Ökumene wirklich nicht mehr angesagt. Da stimme ich Dir voll zu!

Eine andere Möglichkeit ist, daß diese beiden Herren sich in einer akuten Glaubenskrise befinden. Dann sollten wir sie in unsere Gebete einschließen.
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18

Montag, 6. Juni 2011, 14:58

@ Teresa

Zitat

Würde man diese beiden Redner ernst nehmen, wäre die ev. Kirche keine christliche Glaubensgemeinschaft mehr! Dann wäre allerdings eine Ökumene wirklich nicht mehr angesagt.

Zu Deiner Information eine Meldung aus einer Zeitschrift aus dem Juli 1997, die ich damals zusammengefasst in mein Archiv aufnahm und die eigentlich dasselbe enthält wie die von mir im vorhergehenden Post erwähnten Personen.

Zitat

Der evangelischen Kirche droht der „innere Konkurs“. Zu dieser Ansicht gelangte der Leiter des Geistlichen Rüstzentrums Krelingen, Pfarrer Wilfried Reuter. Er bezieht sich dabei auf die Umfrageergebnisse des Religionssoziologen Klaus-Peter Jörns.

Dieser hatte für sein Buch „Die neuen Gesichter Gottes“ Geistliche (Pastoren/Pastorinnen) in Berlin und Brandenburg nach ihrer Einstellung zu zentralen Glaubensinhalten gefragt.

Die Ergebnisse: 66 % glauben nicht an das Jüngste Gericht
37 % glauben nicht, dass Jesus Christ Gott ist
64 % für sie ist die Bibel nicht heilig

Fazit von Pfr. Reuter
Eine Kirche, die Pfarrer ausbildet und einstellt, denen Gott nicht heilig ist, Jesus nicht Gott, die Bibel nicht Gottes Wort ist, hat sich im Kern schon preisgegeben.


Und die oben zitierten Umfragewerte sind seit damals sicher nicht besser sondern eher schlechter geworden, wenn man so die Aussagen von vielen Ordinierten liest.
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Montag, 6. Juni 2011, 16:42

@ Teresa

Zitat

Würde man diese beiden Redner ernst nehmen, wäre die ev. Kirche keine christliche Glaubensgemeinschaft mehr! Dann wäre allerdings eine Ökumene wirklich nicht mehr angesagt.

Zu Deiner Information eine Meldung aus einer Zeitschrift aus dem Juli 1997, die ich damals zusammengefasst in mein Archiv aufnahm und die eigentlich dasselbe enthält wie die von mir im vorhergehenden Post erwähnten Personen.

Zitat

Der evangelischen Kirche droht der „innere Konkurs“. Zu dieser Ansicht gelangte der Leiter des Geistlichen Rüstzentrums Krelingen, Pfarrer Wilfried Reuter. Er bezieht sich dabei auf die Umfrageergebnisse des Religionssoziologen Klaus-Peter Jörns.

Dieser hatte für sein Buch „Die neuen Gesichter Gottes“ Geistliche (Pastoren/Pastorinnen) in Berlin und Brandenburg nach ihrer Einstellung zu zentralen Glaubensinhalten gefragt.

Die Ergebnisse: 66 % glauben nicht an das Jüngste Gericht
37 % glauben nicht, dass Jesus Christ Gott ist
64 % für sie ist die Bibel nicht heilig

Fazit von Pfr. Reuter
Eine Kirche, die Pfarrer ausbildet und einstellt, denen Gott nicht heilig ist, Jesus nicht Gott, die Bibel nicht Gottes Wort ist, hat sich im Kern schon preisgegeben.


Und die oben zitierten Umfragewerte sind seit damals sicher nicht besser sondern eher schlechter geworden, wenn man so die Aussagen von vielen Ordinierten liest.


Da kann man nur sagen: "Welch ein Trauerspiel"! :c020:

Da jedoch meine beste Freundin treu in der Nachfolge Jesu lebt, auch Mitglied in einem Hauskreis ist, sehr oft, wenn auch nicht so regelmäßig wie ich, zur Kirche geht, ein intensives Gebetsleben pflegt, kann ich nicht glauben, daß sie die absolute Ausnahme unter den ev. Christen ist. Mir fallen auch auf Anhieb noch eine ganze Reihe anderer gläubiger und zum Teil auch aktiver ev. Christen ein. Es könnte jedoch sein, daß sie zu einer Minderheit gehören. Wie der Gottesdienstbesuch in der ev. Kirche in einer normalen Gemeinde aussieht, kann ich als Katholikin jedoch nicht sagen, weil ich ja keine ev. Gottesdienste besuche.

Nach wie vor denke ich, daß Nürnberger und Koch auf dem Kirchentag nur für sich selbst sprechen konnten. Wir fühlen uns von den WsK-Leuten ja auch nicht vertreten, so wird es auch in der ev. Kirche solche und solche Christen geben, laue und aktive, wie bei den Katholiken, die sich ja auch nicht völlig aus der jeweiligen Zeit heraushalten können. ;)
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20

Montag, 6. Juni 2011, 16:56

@ Teresa

Zitat

Da jedoch meine beste Freundin treu in der Nachfolge Jesu lebt, auch Mitglied in einem Hauskreis ist, sehr oft, wenn auch nicht so regelmäßig wie ich, zur Kirche geht, ein intensives Gebetsleben pflegt, kann ich nicht glauben, daß sie die absolute Ausnahme unter den ev. Christen ist. Mir fallen auch auf Anhieb noch eine ganze Reihe anderer gläubiger und zum Teil auch aktiver ev. Christen ein.


Ausnahmen betätigen die Regel, wobei zu beachten ist, dass „gleich und gleich gesellt sich gern“, d. h. ein guter evangelischer Christ wird hauptsächlich zu Gleichgesinnten Kontakte haben. So ist es ja auch bei den Katholiken. Aber aus meiner fast 15-jährigen Erfahrung in der ökumenischen KH-Seelsorge kann ich nur sagen, dass zumindest bei den Ordinierten diese von mir kritisierte Haltung sehr gängig war, denn ich habe in dieser Zeit mehrere erlebt. Lediglich ein pietistischer Pastor, der als Patient im KH war und mit dem ich fast zwei Stunden ein sehr gutes theologisches Gespräch, trotz der Unterschiede, geführt habe, dachte und glaubte „normal“ und war für mich ein wirklicher „Bruder im Herrn“.
Preis den Herrn!