Samstag, 16. Dezember 2017, 02:42 UTC+1

Sie sind nicht angemeldet.

  • Anmelden

Ökumene

Antworten im Thema: 124 » Der letzte Beitrag (24. Februar 2016, 17:57) ist von diaconus.

Lieber Besucher, herzlich willkommen bei: KathVita. Falls dies Ihr erster Besuch auf dieser Seite ist, lesen Sie sich bitte die Hilfe durch. Dort wird Ihnen die Bedienung dieser Seite näher erläutert. Darüber hinaus sollten Sie sich registrieren, um alle Funktionen dieser Seite nutzen zu können. Benutzen Sie das Registrierungsformular, um sich zu registrieren oder informieren Sie sich ausführlich über den Registrierungsvorgang. Falls Sie sich bereits zu einem früheren Zeitpunkt registriert haben, können Sie sich hier anmelden.

Teresa

Meister

Beiträge: 1 912

Aktivitätspunkte: 10 145

Level: 45 

Erfahrungspunkte: 4.743.920

Nächstes Level: 5.107.448

41

Samstag, 10. September 2011, 16:37

@ Horatio Lüttich

Zitat

Ich halte es für äußerst fragwürdig, in einem Internetforum über Meinungsäußerungen diskutieren zu wollen, die den Lesern nicht unmittelbar zugänglich sind, die also aus zweiter oder dritter Hand stammen. Es ist ebenso fragwürdig, persönliche Meinungsäußerungen und Kommentare einzelner als allgemeingültig für eine bestimmte Kirche darzustellen. Zumal dann, wenn sie wie hier von einem Konvertiten stammen (da stellt sich vieles Extremer dar) und biographisch geprägt sind.

Wie schön, dass der erste Post von Dir gleich @ Teresa als Lügnerin bezichtigt, wobei sie die Grundlage „Tagespost“ angegeben hat.. Die Aussage stimmt nämlich, denn die Meldung wurde auch von idea der evangelischen Nachrichtenagentur gemeldet wo ich sie aber auch in der Tagespost gelesen hatte.
Und zur Ökumene: Ich kenne diese aus 15-Jahre praktischer ökumenischer KH-Seelsorge und weiß wie diese von den evangelischen „Pfarrern“, die in Wirklichkeit ordinierte Laienprediger sind weil Luther die Weihe abgeschafft hat, betrachtet wird. Nur was die evangelische Seite sagt gilt, nicht die Lehre der Hl. Mutter Kirche wird anerkannt.
Du bist hier in einem Forum, das der katholischen Lehre verpflichtet ist. So heißt auch in unserem Leitgedanken, der unter dem Forumtitel ersichtlich ist. Schau Dir genau die Forumregeln insbesondere die Nr. 3 an.


Lieber Diaconus, hier muß ich Dir leider widersprechen: Ich wurde von Horatio Lüttich weder direkt noch indirekt der Lüge bezichtigt. Er hat mich lediglich auf ein Versäumnis hingewiesen. Dieser Hinweis hat mich überzeugt, so daß ich in meiner Antwort geschrieben habe, daß ich zukünftig in der Hinsicht auf ein Thema, das ich zur Diskussion stelle, mehr Sorgfalt walten lassen werde. Jedenfalls ist das mein guter Vorsatz! ;)

Ich habe den Beitrag von Horatio Lüttich als für mich konstruktiv und bedenkenswert empfunden, sehe auch an keiner Stelle Kritik an der RKK! Bitte verallgemeinere Deine Erfahrungen mit ev. Krankenhausseelsorgern nicht, indem Du alle Äußerungen in diese Richtung interpretierst. Wichtig ist mir auch, daß niemand, wirklich niemand, herabgesetzt wird. Bringe doch bitte ev. Pastoren dieselbe Achtung entgegen, die Du auch evangelikalen Pastoren gegenüber hast. Wir wissen, daß Luther die Priesterweihe abgeschafft hat und daß das kath. Kirchenverständnis ein anderes ist, das muß man aber nicht bei jeder Gelegenheit betonen.

Ich bin in jedem Fall für die freie Meinungsäußerung! So muß auch ein ev. Christ hier in diesem Forum seinen Standpunkt vertreten dürfen. Es zwingt uns niemand, ev. Meinungen zu übernehmen, aber Dialog - und dies ist der Ökumene-Thread - beginnt im Austausch beider Sichtweisen. Wie soll denn sonst ein Austausch zustande kommen?
Und für die kath. Kirche gewinnt man keinen Menschen, indem man ihn vor den Kopf stößt. Denke doch bitte einmal daran, wie Christus mit den Menschen umgegangen ist.

Und nebenbei gesagt, welcher Konfession ein User angehört, können wir gar nicht wissen, es sei denn er würde uns das verraten. Ich bin in dieser Hinsicht vorsichtig!
Obl.OSB

Gelobt sei Jesus Christus!

diaconus

Großmeister

Beiträge: 5 168

Aktivitätspunkte: 26 470

Level: 51 

Erfahrungspunkte: 12.824.371

Nächstes Level: 13.849.320

42

Samstag, 10. September 2011, 16:52

@ Teresa
Für mich ist die Ökumene mit den Protestanten, außer denn Pietisten, längst eine Totgeburt.. Der Hl. Vater bemüht sich zwar darum, aber was erntet er – Sturm. Allein die Forderungen der 18 Theologen, die ihm in Buchform überreicht worden sind, sagt genug aus. Keine andere Gemeinschaft mischt sich so in die Lehre der Hl. Mutter Kirche wie die Protestanten. Wahrheit muss Wahrheit bleiben. Allein der Galater-Kommentar von Luther, von dem sich diese Gemeinschaften nie distanziert haben, sagt genug aus.

Luther im Galaterkommentar
Wir verdammen und verfluchen die Lehre, die Messen, die Orden, die Gelübde, den Kultus, die Werke, das Leben und alles Greuel des Papstes und der Ketzer als Schmutz des Teufels.
Preis den Herrn!

Teresa

Meister

Beiträge: 1 912

Aktivitätspunkte: 10 145

Level: 45 

Erfahrungspunkte: 4.743.920

Nächstes Level: 5.107.448

43

Samstag, 10. September 2011, 17:11

@ Diaconus

Da haben wir leider unterschiedliche Standpunkte. Auch wenn wir nicht wissen, wie die Christen wieder zu einer Kirche zusammen wachsen können, so gebe ich die Hoffnung nicht auf! Auch in Bezug auf die Ökumene mit den Protestanten bin ich zuversichtlich. Wahrscheinlich werden wir beide es nicht mehr erleben, aber Christus wollte nicht viele sondern eine Kirche.

Beten wir für eine Annäherung aller Christen, denn diese brauchen wir in unserer Zeit mehr als dringend angesichts der dekadenten Auswüchse unserer westlichen Gesellschaft.
Obl.OSB

Gelobt sei Jesus Christus!

diaconus

Großmeister

Beiträge: 5 168

Aktivitätspunkte: 26 470

Level: 51 

Erfahrungspunkte: 12.824.371

Nächstes Level: 13.849.320

44

Samstag, 10. September 2011, 17:49

@ Teresa

Zitat


Beten wir für eine Annäherung aller Christen, denn diese brauchen wir in unserer Zeit mehr als dringend angesichts der dekadenten Auswüchse unserer westlichen Gesellschaft.

Also mit der Annäherung aller Christen bin ich sehr wohl einverstanden, vor allem mit der Orthodoxie, evt. auch vereinzelte evangelikale Gemeinschaften.

Aber weil Du die dekadenten Auswüchse ansprichst, genau von der evangelischen Seite kommen diese und haben die Hl. Mutter Kirche in Mittel- und Westeuropa infiltriert und die Modernisten in unserer Kirche, bis in die hohe Hierarchie hinauf, sind auf diesen Zug aufgesprungen .Der Glaubensschwund in der HRKK ist vor allem ein Problem vieler Bischöfe, die ihrer Lehraufgabe, die unverkürzte und unverfälschte Lehre zu verkünden, nicht richtig nachgekommen sind. Wir brauchen nur an die Äußerungen eines deutschen Erzbischof in den letzten Tagen denken, der wesentliche Aussagen von Jesus in Bezug auf die Ehescheidung relativierte.

Denke doch an die Aussagen von Käßmann zur Pille als Gottesgeschenk im Münchner Dom, leider ohne Reaktion von EB Marx, keine Ablehnung der PID, Homo-Ehe usw. usw. „Sola scriptura“ hat einmal gegolten, sonst wären diese Aussagen nicht möglich. „Bischof“ Sturm hat 1996/1997 als die Homo-Ehen bei den Evangelischen hier eingeführt wurden auf den Hinweis zu Lev 18,22, Röm 1, 1 Kor 6 eindeutig geantwortet: „Wir erklären Paulus nicht zum Lügner, aber das hat für die damaligen Menschen gegolten aber nicht für die heutigen.“ Also eine Zeitgeistgemeinschaft, die den Glauben und die unveränderbare göttliche Offenbarung danach verändert wie es ihr passt. Luther hat auch erklärt: „Ich verbiete, dass ein Frau predigt.“ Und was ist heute – Predigerinnen. Und genau diese Streitereien spalten die Evangelischen weiter, weil es noch vereinzelt Gemeinden bzw. Theologen gibt, die noch auf „Sola scriptura“ halten. Umsonst wird von vielen Evangelischen nicht immer wieder erklärt, „ich kann mir meinen Glauben so machen wie ich will“ – diese öfters gehörten Worte klingen mir immer noch in den Ohren.
Preis den Herrn!

diaconus

Großmeister

Beiträge: 5 168

Aktivitätspunkte: 26 470

Level: 51 

Erfahrungspunkte: 12.824.371

Nächstes Level: 13.849.320

45

Montag, 12. September 2011, 16:38

Ein neuer Querschuss

Wie die Nachrichtenagentur idea meldet hat der evangelische Theologieprofessor Christoph Markschies (Berlin).eine neue Forderung gestellt, die praktisch die Ökumene belastet.

Er fordert, dass der Papst bei seinem Deutschlandbesuch Luther als Erneuerer der Kirche wertschätzen soll, denn mit einer positiveren Beurteilung Luthers könnten beide Kirchen das 500. Jubiläum der Reformation im Jahr 2017 gemeinsam begehen. Außerdem meint er: „Wir könnten jeweils unsere Anteile an Schuld bekennen, aber auch würdigen, welche vorwärtsweisenden und befreienden Wirkungen aus ihr erwachsen sind“ und nach seinen Worten wäre die Aufklärung des 18. Jahrhunderts ohne die Reformation anders verlaufen. Weiters widersprach er dem Vorschlag des evangelischen Theologen Prof. Reinhard Frieling (Heppenheim/Südhessen), den Papst als Sprecher der gesamten Christenheit anzuerkennen.

Kommentar:
Ein Grossteil der evangelischen Theologen glänzt nur mit Forderungen an den Papst. Wenn auch Luther ursprünglich wahrscheinlich die Spaltung nicht wollte, so hat er doch diese mit Unterstützung der Landesfürsten sehr aktiv betrieben. Außerdem muss festgestellt werden, dass in den 95 Thesen Luthers bereits einige waren, die schon auf die Trennung der Kirche „hinarbeiteten.“ Insbesondere die Thesen 5 und 6 wo festgestellt wird, dass der Papst keinerlei Schuld vergeben kann, was eindeutig gegen die Offenbarung steht, wo Jesus zu Petrus sagt, „was du auf Erden binden wirst, wird auch im Himmel gebunden sein, was du auf Erden lösen wirst, wird auch im Himmel gelöst sein“ (Mt 16,19) sowie an die Apostel „Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben, wem ihre die Vergebung verweigert, dem sind sie verweigert.“ (Joh 20,23) Auch die weiteren Thesen 7ff verstießen gegen die Lehre der Kirche über Sündenvergebung und Fegefeuer und somit stellte sich Luther bewusst außerhalb der Kirche und da er nicht widerrief wurde zu recht der Bann ausgesprochen. Und in These 26 verneint er die Schlüsselgewalt des Papstes, also widerspricht er Jesus. Von seinem Galaterkommentar gegen die Kirche wo er alles verflucht, was in der Hl. Mutter Kirche wesentlich ist, ganz zu schweigen. Luther als Erneuerer der Kirche zu betrachten, wäre „Eulen nach Athen tragen“ oder den „Bock zum Gärtner“ machen.

Es ist ja nichts Neues, dass in den evangelischen Denominationen jeder Theologe das sagt, was ihm passt, weil diesen Gemeinschaften ein einheitliches Lehramt fehlt. Sogar innerhalb einzelner Denominationen wird unterschiedlich interpretiert und gestritten.
Preis den Herrn!

Teresa

Meister

Beiträge: 1 912

Aktivitätspunkte: 10 145

Level: 45 

Erfahrungspunkte: 4.743.920

Nächstes Level: 5.107.448

46

Montag, 12. September 2011, 19:45

Luther war eindeutig kein Erneuerer der katholischen Kirche, sondern hat viel Zwietracht gesät, also kann er von der RKK nicht als Erneuerer anerkannt werden.

In Bezug auf den Ablasshandel hat Luther sicher Recht gehabt, aber die anderen Punkte, nein, da kann ich überhaupt nicht zustimmen.
Christoph Markschies überschreitet hier eindeutig seine Kompetenzen! Offenbar hat er in Bezug auf die RKK einige Bildungslücken, die er erst einmal schließen sollte, ehe er vorschlägtt, dass sich die RKK an die ev. Kirche angleichen sollte. :thumbdown:

Ich finde diese Stimmungsmache gegen die RKK so kurz vor dem Papstbesuch in Deutschland absolut daneben. Auch wenn diese Äußerungen von ev. Einzelpersonen stammen, die nicht für sich in Anspruch nehmen können für die gesamte ev. Kirche zu sprechen, so sollten sowohl Chefredakteure ev. Zeitschriften als auch Theologieprofessoren mit Inhalt und Zeitpunkt ihrer Verlautbarungen doch sorgfältiger umgehen. Auf mich wirken diese Wortmeldungen wie reine Provokation - und schaden eindeutig der Ökumene, die auch so schon schwierig genug ist, weil - wie Diaconus völlig zu Recht sagt - es keinen wirklich zuständige Ansprechpartner in der ev. Kirche gibt und ein Lehramt auch nicht vorhanden ist, so dass tatsächlich jeder ev. Theologe seine eigene Lehre schafft, wenn man es genau nimmt.
Obl.OSB

Gelobt sei Jesus Christus!

diaconus

Großmeister

Beiträge: 5 168

Aktivitätspunkte: 26 470

Level: 51 

Erfahrungspunkte: 12.824.371

Nächstes Level: 13.849.320

47

Montag, 12. September 2011, 20:10

@ Teresa

Zitat

Auf mich wirken diese Wortmeldungen wie reine Provokation - und schaden eindeutig der Ökumene.

Schön langsam kommt mir auch der Verdacht, dass, so wie Du sagst, diese Wortmeldungen und Forderungen reine Provokationen sind, um die Bemühungen des H. Vaters um die Ökumene zu boykottieren. Gleichzeitig wird damit versucht, wie in den vergangenen Jahrzehnten die Spaltung in die RKK hineinzutragen bzw. die bereits tlw. bestehenden zu vertiefen. Denn so manche modernistischen Gruppen, wie WisiKi, Kvu, Laien- und Pfarrerinitiative usw. m sind ja auf diesen Zug bereits längst aufgesprungen. Mir kommt dies aus psychologischer Sicht so vor, wo bekannt ist, dass ein Sünder meist versucht andere auch in seine Sünde hineinzuziehen, dass diese Theologen versuchen mit ihren Äußerungen versuchen das Lehramt zu untergraben und die Hl. Mutter Kirche in genauso Denominationen zu zersplittern wie es bei den evangelischen Gemeinschaften der Fall ist.

Papst Paul VI. hat, einige Zeit vor seinem Tod 1978 seinem Freund, den französischen Philosophen Jean Guitton, folgendes gesagt: „Mir macht der Protestantismus im Katholizismus Sorge, aber eine kleine Herde wird immer der Lehre treu bleiben“
Preis den Herrn!

Beiträge: 12

Aktivitätspunkte: 60

Level: 20 

Erfahrungspunkte: 27.526

Nächstes Level: 29.658

48

Dienstag, 13. September 2011, 08:45

die Bemühungen des H. Vaters um die Ökumene

Mich würde interessieren, welche Bemühungen der heilige Vater diesbezüglich in Richtung der evangelischen Kirche unternommen hat.

Welche Wege zur Verbesserung des ökumenischen Miteinanders hätten Sie vorzuschlagen?

Teresa

Meister

Beiträge: 1 912

Aktivitätspunkte: 10 145

Level: 45 

Erfahrungspunkte: 4.743.920

Nächstes Level: 5.107.448

49

Dienstag, 13. September 2011, 11:43

die Bemühungen des H. Vaters um die Ökumene

Mich würde interessieren, welche Bemühungen der heilige Vater diesbezüglich in Richtung der evangelischen Kirche unternommen hat.

Welche Wege zur Verbesserung des ökumenischen Miteinanders hätten Sie vorzuschlagen?


Der erste Schritt wäre, dass die evangelischen Christen sich für einen gemeinsamen Ansprechpartner in Fragen der Ökumene entscheiden!
Forderungen einzelner Personen wie die von Brummer und Markschies, die sicher nicht alle ev. Christen repräsentieren, dienen jedenfalls in keiner Weise der Ökumene, sondern sind zum jetzigen Zeitpunkt im Vorfeld des Papstbesuches nur als reine Provokation zu verstehen.

Ökumene kann auch nicht darin bestehen, dass die kath. Kirche einseitig sich ev. Standpunkten anschließt. Dieses scheint aber nach meinen Beobachtungen in den letzten Jahren die Vorstellung evangelischer Christen zu sein. Sollten Sie andere Erfahrungen gemacht haben, teilen Sie uns diese doch bitte mit!
Obl.OSB

Gelobt sei Jesus Christus!

diaconus

Großmeister

Beiträge: 5 168

Aktivitätspunkte: 26 470

Level: 51 

Erfahrungspunkte: 12.824.371

Nächstes Level: 13.849.320

50

Dienstag, 13. September 2011, 11:56

@ Horatio Lüttich

Zitat

Mich würde interessieren, welche Bemühungen der heilige Vater diesbezüglich in Richtung der evangelischen Kirche unternommen hat.


Aus diesem Satz ist zu entnehmen, dass Sie der Meinung sind, dass der Heilige Vater keine Bemühungen unternommen hätte, was sicher nicht stimmt. Allein, dass er den Wunsch geäußert hat die Zeitdauer des Treffens mit den evangelischen Persönlichkeiten zu verlängern zeigt sein Interesse. Und er hat immer derartige Treffen initiiert. Also wenn kein diesbezügliches Interesse vorhanden wäre, gäbe es diese Treffen nicht.

Natürlich wenn die evangelische Seite glaubt, dass sich die römisch-katholische Kirche „unterwerfen“ wird, wie es die immer wieder die Forderungen der evangelischen Theologen sind, dann liegen sie falsch. Denn die Theologie ist wesentlich anders. Nicht HRKK hat die Spaltung betrieben sondern hat damals die Konsequenzen gezogen..

Man kann das Abendmahl nicht mit der Eucharistie (Realprässenz) gleichsetzen. Außerdem haben sich zumindest ein großer Teil die evangelischen Gemeinschaften auch weit von „sola scriptura“ entfernt, denn sonst gäbe es keine Homo-Ehensegnungen, Pastorinnen bzw. Bischöfinnen (Luther: „Ich verbiete, dass eine Frau predigt“) usw.

Dazu die folgende Aussage Wolfhardt Pannenbergs, evangelischer Theologe (ca. 1995/96): „Eine Kirche, die sich dazu drängen ließe, homosexuelle Betätigung nicht mehr als Abweichung von der biblischen Norm zu behandeln und homosexuelle Lebensgemeinschaften als eine Form persönlicher Lebensgemeinschaft neben der Ehe anzuerkennen, eine solche Kirche stünde nicht mehr auf dem Boden der Schrift, sondern im Gegenteil zu deren einmütigen Zeugnis“ sagt genug aus.

Und während der Amtseinführung von Fr. Kaßmann als „Landesbischöfin“ am 4. 9. 1999 gab es eine „Notsynode“ an der Uni, die folgendes feststellte: Rudolf Weinmann, der Organisator derselben, warf der Kirche eine „Verfolgung von Pastoren“ vor. Bibel- und bekenntnistreue Kreise würden aus der Kirche ausgegrenzt; und Pfarrer, die unverfälscht die christliche Botschaft verkündigten, „gemobbt“. Deshalb schwiegen viele Theologen zu Missständen in der Kirche. Ihm schloss sich Manfred Gössling an: „Bibeltreue Pfarrer werden ausgemerzt und in familiäre Not gestoßen, während man schwulen Predigern und lesbischen Pastoren samt ihren Lebenspartnern Tore und Türen unserer Pfarrhäuser ungehindert weit öffnet“. Zur Frauenordination hieß es, sie sei ein Produkt der Moderne und stehe im Widerspruch zur Bibel. Luther habe aus biblischen Gründen Frauen vom Predigtamt ausgeschlossen.

Oder das Dokument zur Rechtfertigungslehre: Innerhalb einer Woche nachdem der Lutherische Weltbund und die Hl. Mutter Kirche das Dokument unterschrieben hat, wurde ein Anhang von evangelischere Seite veröffentlicht, die mehr oder weniger den vorherigen Zustand wiederherstellte.

Allein aus diesen zwei Beispielen ist zu ersehen, wo die Probleme der Ökumene sind.

Zitat


Welche Wege zur Verbesserung des ökumenischen Miteinanders hätten Sie vorzuschlagen?


Vor allem, dass die evangelischen Theologen aufhören sich in die Belange bzw. Theologie der römisch-katholischen Kirche zu mischen und ihr vorzuschreiben, was zu machen ist. Die HRKK schreibt den evangelischen Gemeinschaftenn auch nichts vor sondern sie registriert lediglich, dass sich ein Teil von diesen sich eher entfernen statt annähern wollen. Auch die Orthodoxie hat diesbezüglich genauso Schwierigkeiten und legte sogar zeitweise die Gespräche aus diesen Gründen still.

Wenn ich oft die Äußerungen der evangelischen Theologen betrachte, frage ich mich, ob diese überhaupt im Studium die Grundlagen der römisch-katholischen Theologie kennenlernen, aufgrund des Nonsens, was einzelne von sich geben. Wir müssen sehr wohl diesbezügliche Studien betreiben und ich hatte in diesem Bereich drei Prüfungen (Kolloquien) zu absolvieren.

Dort das Gemeinsame zu suchen, wo es möglich ist, wie Gebet, Ethik sowie vor allem, dass in der evangelischen Seite mehr eine einheitliche Theologie Raum greift sonst kann es keine tragbaren Vereinbarungen geben.
Preis den Herrn!

diaconus

Großmeister

Beiträge: 5 168

Aktivitätspunkte: 26 470

Level: 51 

Erfahrungspunkte: 12.824.371

Nächstes Level: 13.849.320

51

Donnerstag, 15. September 2011, 16:05

Was Katholiken und Protestanten noch trennt

Unter diesem Titel hat die evangelische Nachrichtenagentur idea als Einladende auf ein Streitgespräch verwiesen, dass die Ökumene-Experten und zwar der Leitende Direktor des katholischen Johann-Adam-Möhler-Instituts für Ökumenik in Paderborn, Prof. Wolfgang Thönissen, und der Leiter des Konfessionskundlichen Instituts des Evangelischen Bundes in Bensheim, Walter Fleischmann-Bisten führten.

Gemäß Thönissen gäbe es drei Punkte wo sich Katholiken und Protestanten einig sind: im Glauben an Jesus Christus, in der Überzeugung, dass dieser Glaube seine Gestalt in der Taufe und in der Eucharistie findet, sowie in der gemeinsamen Verantwortung für die Welt. Aber man müsse auch die Unterschiede in theologischen Fragen und im Verständnis der Kirche deutlich machen, Die Ablehnung der Frauenordination gehe auf die Ursprünge der Kirche zurück und daran kann nichts geändert werden ohne die eigene Substanz aufzugeben. Ebenso gebe es unterschiedliches Verständnis bei der Eucharistie bzw. dem Abendmahl. In der Eucharistie, zu der Protestanten nicht zugelassen sind, feiern die Katholiken nicht das Teilen des Brotes sondern glauben an die Wesensverwandlung und die reale Präsenz Christi in Brot und Wein. Andererseits stellte Thönissen fest, dass er die Bibelfrömmigkeit der Protestanten schätze, aber „die unendliche Vielfalt an Meinungen in der evangelischen Kirche das größte Ärgernis“ sei.

Nach der Meinung des evangelischen Theologen Fleischmann-Bisten sind sich Katholiken und Protestanten in den letzten 60 Jahren „schon ein gutes Stück näher gekommen“ und verwies auf die gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre. Weiters meinte er, bestehe keine Einigkeit in der Frage der Leitung der Kirche durch den Papst. Für Protestanten sei dies einer der Anlässe für die Trennung gewesen. Überhaupt kein Verständnis habe er dafür, dass die römisch-katholische Kirche immer noch den Ablass praktiziere, und dass der Papst für sich beanspruche, zeitliche Sündenstrafen zu erlassen, sei für evangelische Christen undenkbar. Außerdem sei für Protestanten irritierend auch die katholische Marienfrömmigkeit. Hier bestehe die Gefahr, dass Maria auf einer Stufe mit Christus gehoben werde. Positiv sehe er bei der katholischen Kirche, dass es ihr viel besser gelinge neue Strömungen einzubinden, etwa die charismatische Bewegung, während es den evangelischen Kirchen schwerer fallen, die Einheit zu bewahren.

Kommentar:
Während der katholische Theologe auf die Bibelfrömmigkeit verwies, bewies der evangelische Theologe, dass es hier bei den Evangelischen doch nicht so weit her sei, denn Jesus hat zu Petrus deutlich gesagt: „Auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen“ und ihm die Binde- und Lösegewalt gegeben (Mt 16,18 ff). Und genau unter diesem Aspekt ist auch die Ablasspraxis zu betrachten. Und zur Marienfrömmigkeit gebe ich zu, dass „einfache“ Menschen diese fallweise übertreiben können, aber der Weg über Maria, der Mutter des Herrn, zu Jesus ist für viele der einfachere. Weiters stellt die Lehre der Kirche Maria nie auf ein Stufe mit Christus, sie ist Fürsprecherin, Mittlerin, nicht mehr. Außerdem das Ave Maria ist ein Gebet dessen Ursprung wörtlich in der Bibel Grund gelegt ist. Auch hier, zum Papsttum und Maria, muss festgestellt werden, dass „sola scriptura“ in ihrer Urform nicht akzeptiert wird.

So haben lutherische Theologen aus Argentinien 1995 folgendes festgestellt:
„Gott allein kann bewirken, dass Maria durch Erscheinungen zur Welt spricht. Laufen wir nicht das Risiko, einem verhängnisvollem Irrtum zu verfallen, wenn wir diesen Realitäten gegenüber die Augen verschließen? ... Sind nicht all diese Fakten ein unleugbarer Beweis für die entscheidende Rolle, die Maria zu spielen hat, indem sie uns heute zu unserer Rettung aufruft? .. Es wäre der Gipfel der Gewissenlosigkeit die Stimme Gottes, die durch Maria zur Welt spricht, nur deswegen zu ignorieren, weil er seine Stimme durch die katholische Kirche hören lässt.“
sowie
„Durch die Erstickung des Kultes der Jungfrau Maria im Herzen der Evangelischen sind die zartesten Gefühle der christlichen Frömmigkeit zerstört worden. Maria kündigt in ihrem Magnifikat an, dass alle Generationen sie seligpreisen werden bis ans Ende der Zeiten. Wir stellen nun fest, dass diese Prophezeiung daran ist, sich in unserer so traurigen Zeit mit nie gekannter Macht in der katholischen Kirche zu erfüllen. In der evangelischen Kirche ist diese Prophezeiung so sehr in Vergessenheit geraten, dass man kaum noch Reste davon findet .... Wir müssen daraus alle notwendigen Schlüsse ziehen.“

Und Luther selbst hatte ursprünglich folgende Meinung über Maria vertreten bis er die Marienfrömmigkeit abschaffte:
„In einem Wort hat man alle ihre Ehre zusammengefasst, wenn man sie nämlich als Mutter Gottes nennt, niemand kann Größeres von ihr noch zu ihr sagen, auch wenn er so viele Zungen hätte, als es Laub und Gras, Sterne am Himmel und Sand am Meer gibt. Es will auch mit dem Herzen bedacht sein., was es heißt, Gottes Mutter zu sein.“ Um dann nach der Abschaffung der Marienfrömmigkeit festzustellen: „Ist es nicht schändlich die Mutter weggegeben zu haben und nun den Sohn ganz zu vergessen.“
Preis den Herrn!

Teresa

Meister

Beiträge: 1 912

Aktivitätspunkte: 10 145

Level: 45 

Erfahrungspunkte: 4.743.920

Nächstes Level: 5.107.448

52

Donnerstag, 15. September 2011, 18:33

?( ?( So weit mir bekannt ist, hat Luther die Marienfrömmigkeit nicht abgeschafft. Im Gegenteil, er hat die Heilige Maria bis an sein Lebensende verehrt. Die Marienfrömmigkeit ist den Lutheranern erst später abhanden gekommen, ich weiß allerdings nicht so genau, wann das war.

Heute gibt es in großen ev.-luth. Kirchen durchaus wieder Marienstatuen oder Bildnisse, vor denen man auch Kerzen anzünden kann. So zum Beispiel in St. Petri in Hamburg (Stadtmitte). Da scheint Herr Fleischmann-Bisten nicht gut über seine eigene Konfession informiert zu sein!

Lieber Diaconus, Deinen letzten Satz habe ich nicht verstanden. Das soll Luther gesagt haben? Das würde ja bedeuten, daß den Lutheranern nicht nur Maria sondern auch gleich noch ihr Sohn abhanden gekommen wäre. Das kann aber nicht sein, denn ich weiß aus eigener Erfahrung, daß Christus in der ev.-luth. Kirche ebenfalls - natürlich! - eine zentrale Stellung einnimmt. Das ist noch nie anders gewesen. Auch die Lutheraner glauben an die Heilige Dreifaltigkeit.

Ob sich von ev. Seite mal jemand die Mühe gemacht hat, in den kath. Katechismus hinein zu sehen und nachzuvollziehen, was die kath. Kirche mit dem Ablass meinen könnte? Herr Fleischmann-Bisten hört sich für mich nicht so an, als ob er sich mit diesem Thema näher beschäftigt hätte. Das ist ein typisch ev. Vorurteil, das er hier bedient!
Theologisch kann man über den Ablass durchaus verschiedener Auffassung sein, aber eine pauschale Ablehnung - damit macht Herr Fleischmann-Bisten es sich doch etwas zu einfach.

Ansonsten haben wir von ev. Seite in Bezug auf den Papst auch schon andere, positivere Äußerungen gehört. Wie soll man sich nun dazu stellen? Wer von den Leuten spricht denn nun für die gesamten ev.-luth. Christen? Auch wenn Herr Fleischmann-Bisten eine gehobenere Position bekleidet, hört sich seine Meinungsäußerung für mich trotzdem wie die persönliche Äußerung einer weiteren Einzelperson an, die nicht repräsentativ für alle ev.-luth. Christen ist.
Obl.OSB

Gelobt sei Jesus Christus!

diaconus

Großmeister

Beiträge: 5 168

Aktivitätspunkte: 26 470

Level: 51 

Erfahrungspunkte: 12.824.371

Nächstes Level: 13.849.320

53

Donnerstag, 15. September 2011, 19:09

@ Teresa

Zitat

So weit mir bekannt ist, hat Luther die Marienfrömmigkeit nicht abgeschafft. Im Gegenteil, er hat die Heilige Maria bis an sein Lebensende verehrt.
Lieber Diaconus, Deinen letzten Satz habe ich nicht verstanden. Das soll Luther gesagt haben? Das würde ja bedeuten, daß den Lutheranern nicht nur Maria sondern auch gleich noch ihr Sohn abhanden gekommen wäre.

Diese Satz Luther ist seit langer Zeit in meinem Fundus aus dem Studium. Luther hat diesen Satz aus dem Grund gesagt, weil er gehofft hat, dass die Christusfrömmigkeit nach Abschaffung der Marienfrömmigkeit zunehmen werde, was aber zu diesem Zeitpunkt nicht geschehen ist. Die Christusfrömmigkeit war nämlich zu seiner Zeit nicht stark vertreten.

Luther schätzte ursprünglich auch die Engel und Heiligen, lehnte aber dann die Gebete an diese als Fürsprecher nach 1519 ab, weil er der Meinung war, dass dies einer Anbetung gleich komme. Er selbst vertraute persönlich dem Schutz der Engel und bat Gott um diesen. Ähnlich dürfte es sich auch mit seiner Marienfrömmigkeit bis zum Lebensende verhalten haben. Auch bei der Beichte verhält es sich ähnlich, denn Luther schätzte die Beichte sehr. Vor allem um 1519 dürfte bei Luther eine Zäsur eingetreten sein.

Ich persönlich betrachte diesen Unterschied zwischen dem was er lehrte und dem was er selbst weiter für sich praktizierte als eine innere Zerissenheit. Persönlich kann ich mir aufgrund meines Psychologieteilstudiums etwas vorstellen aber ich will diesbezüglich nicht theoretisieren.
Preis den Herrn!

diaconus

Großmeister

Beiträge: 5 168

Aktivitätspunkte: 26 470

Level: 51 

Erfahrungspunkte: 12.824.371

Nächstes Level: 13.849.320

54

Samstag, 17. September 2011, 17:12

Unter Privathermeneutikern

Unter diesem Titel veröffentlichte die gestrige Tagespost einen Artikel von Bruder Paulus Terwitte OFMCap, der sich mit einer Autorenlesung des „chrismon“-Chefredakteur Arnd Brummer und dessen Buch „Unter Ketzern“ an der Frankfurter Evangelischen Akademie Römer 9 befasst. Dieser umfangreiche Artikel (an die 10.000 Zeichen bzw. über 1.500 Worte, d. h. rd. 4 A-4-Seiten) kann leider nicht verlinkt werden, da er nur Abonnenten zugänglich ist. Bei dieser Frankfurter Lesung war auch der calvinistische Theologe Klaas Huizing (Würzburg) anwesend, der ihm einerseits die Bälle zuspielte. andererseits brav assistierte sowie als Moderator fungierte.

Daher werde ich nur eine der wesentlichen Aussagen Brummers zitieren und dazu meinen Kommentar schreiben.

Zuerst eine provokante Feststellung, warum brauchte Arnd Brummer, der ja lutherisch ist, einen calvinistischen Theologen an seiner Seite, hat sich kein lutherischer gefunden?

Brummer erklärte, dass er von seinen Aussagen nichts zurücknehme, außer dass er in einer zweiten Auflage nicht mehr schreiben würde, „dass der Vatikan gegen den Protestantismus „hetze“ auch wenn ihn die Nichtanerkennung der evangelischen Kirche als Kirche bis heute irritiere. Und er auch das Wort vom Gottesdienst als „Holy Horror Picture Show nicht mehr verwenden würde.

Brummer beschwor die Heilige Schrift als einzige Erkenntnisquelle. Das Evangelium sei von jedem selber auszulegen. Jeder habe da einen eigenen Erkenntnisweg: „Ich kann niemandem verordnen, wie er die Heilige Schrift zu lesen hat.“ Mit diesem Seitenhieb auf das kirchliche Lehramt erklärte er nicht, ob sich aus der Bibel irrtumslose Wahrheiten ergeben, und sei es wenigstens jene, dass der Mensch keine irrtumslose Wahrheit erkennen kann.

Aufhorchen ließ der Begriff der Privathermeneutik, den Brummer nutzte, um sein Verständnis der Heiligen Schrift zu beschreiben. Er zeigte damit unfreiwillig den Schlüssel zum Grundproblem der aktuellen Debatte um evangelisch und katholisch: Brummer sieht im Privat-Persönlichen den Verstehenshorizont, unter den die Heilige Schrift gestellt und „verstanden“ wird

Kommentar:
Wenn jeder sich die Heilige Schrift selbst auslegen kann, dann gibt es so viele Auslegungen des Wortes Gottes wie es christliche Menschen gibt. Soweit mir bekannt ist, hat auch Luther einen Glaubensgehorsam gemäß der Schrift gefordert. Wo bleibt in diesem Fall der Glaubensgehorsam evangelischer Christen? Auch die Aussage Dietrich Bonhoeffers, der immerhin ein anerkannter evangelischer Theologe ist und den ich persönlich sehr schätze, kann gegen die Privathermeneutik des Herrn Brummer mobilisiert werden, denn Bonhoeffer hat eindeutig gesagt: „Wo der einfache Gehorsam grundsätzlich umgangen und ausgeschaltet wird, dort herrscht ein unevangelisches Schriftprinzip.“

Und zur Privathermeneutik nur ein Beispiel aus den Antithesen der Bergpredigt: „Wer seine Frau entlässt, obwohl kein Fall von Unzucht vorliegt, liefert sie dem Ehebruch aus und wer eine Frau heiratet, die aus der Ehe entlassen worden ist, begeht Ehebruch.“ Also der eine, der die Ehe vor Gott hochhält, hält sich treu an das Schriftwort, die mit der Privatauslegung sagen dann, der eine „es ist kein Ehebruch, denn sie ist ja staatlich geschieden gewesen“, ein anderer „wenn die Ehe nicht mehr funktioniert, dann ist auch vor Gott keine Ehe mehr“, ein weiterer „eine Ehe wo es keine Liebe mehr gibt, ist auch vor Gott keine Ehe, denn hier fehlt die Nächstenliebe“ usw. usw. Also reine Beliebigkeit.

Dazu muss ich sagen, dass es treue evangelische Kreise gibt, zBspl. die Pietisten, die bekennende Kirche u. a., aber auch evangelikale Kreise, die derartige unterschiedliche Selbstauslegungen strikt ablehnen.

Dazu noch eine interessante Stellungnahme aus evangelischen Kreisen: Der Leiter des Geistlichen Rüstzentrums Krelingen, Pfarrer Wilfried Reuter bezieht sich im Jahre 1997 auf die Umfrageergebnisse des Religionssoziologen Klaus-Peter Jörns, der Fragen für sein Buch „Die neuen Gesichter Gottes“ an Geistliche (Pastoren/Pastorinnen) in Berlin und Brandenburg nach ihrer Einstellung zu zentralen Glaubensinhalten gestellt hat.

Die Ergebnisse:
66 % glauben nicht an das Jüngste Gericht
37 % glauben nicht, dass Jesus Christ Gott ist
64 % für sie ist die Bibel nicht heilig

Reuters Fazit: Eine Kirche, die Pfarrer ausbildet und einstellt, denen Gott nicht heilig ist, Jesus nicht Gott, die Bibel nicht Gottes Wort ist, hat sich im Kern schon preisgegeben.

Und zu dieser Statistik stelle ich abschließend die Frage: Wie würden die Prozentzahlen heute aussehen? Wahrscheinlich noch schlechter, wenn man die öffentlichen Aussagen vieler evangelischer Theologen .bzw. Ordinierten betrachtet.

Und bei so einer Glaubenseinstellung der Evangelischen soll eine Ökumene möglich sein?
Preis den Herrn!

Teresa

Meister

Beiträge: 1 912

Aktivitätspunkte: 10 145

Level: 45 

Erfahrungspunkte: 4.743.920

Nächstes Level: 5.107.448

55

Sonntag, 18. September 2011, 19:32

Verantwortliche distanzieren sich erfreulicherweise doch!

Wie man in der "Tagespost" vom 15. September 11 lesen kann, hat sich neben Frau Göring-Eckardt auch der Ratsvorsitzende der EKD Präses Nikolaus Schneider, der ebenfalls einer der Herausgeber der ev. Zeitschrift "chrismon" ist, von den Äußerungen des Chefredakteurs dieser Zeitschrift Arnd Brummer distanziert. Er bezeichnet den Zeitpunkt der Veröffentlichung des Artikels so kurz vor dem Papstbesuch "als wenig hilfreich", meint jedoch, dass es die Freiheit der Meinung trotzdem geben müsse. Allerdings habe "das, was er von dem Buch (Arnd Brummers*) bisher wahrgenommen habe, einen stark konfessorischen Charakter."


* Ergänzung durch mich: Es geht um das Buch "Unter Ketzern", das Arnd Brummer geschrieben und in diesen Tagen veröffentlicht hat, und für das er mit Hilfe eines Essays in der Zeitschrift "chrismon" geworben hat.
Obl.OSB

Gelobt sei Jesus Christus!

diaconus

Großmeister

Beiträge: 5 168

Aktivitätspunkte: 26 470

Level: 51 

Erfahrungspunkte: 12.824.371

Nächstes Level: 13.849.320

56

Sonntag, 18. September 2011, 19:54

Zitat

Wie man in der "Tagespost" vom 15. September 11 lesen kann, hat sich neben Frau Göring-Eckardt auch der Ratsvorsitzende der EKD Präses Nikolaus Schneider, der ebenfalls einer der Herausgeber der ev. Zeitschrift "chrismon" ist, von den Äußerungen des Chefredakteurs dieser Zeitschrift Arnd Brummer distanziert. Er bezeichnet den Zeitpunkt der Veröffentlichung des Artikels so kurz vor dem Papstbesuch "als wenig hilfreich", meint jedoch, dass es die Freiheit der Meinung trotzdem geben müsse. Allerdings habe "das, was er von dem Buch (Arnd Brummers*) bisher wahrgenommen habe, einen stark konfessorischen Charakter."

Dazu kann ich nur sagen, dass in meinen Augen die Äußerungen von Frau Göring-Eckardt und Präses Schneider nur die notdürftigste Erklärung sind aber kein wirklich wesentliches Zeichen für die Ökumene ist. Allein die Äußerung von Präses Schneider, dass der Zeitpunkt der Veröffentlichung „als wenig hilfreich“ bezeichnet wird und es die Freiheit der Meinungsäußerung geben müsse, sagt genug aus, dass diese Äußerungen nur als „diplomatisch“ betrachtet werden müssen, denn ein Herausgeber ist der Chef des Chefredakteurs und kann sehr wohl ein „Machtwort“ sprechen wenn er will und es im Interesse des Herausgebers ist. Und dies ist mit diesen Äußerungen nicht der Fall, sodass anzunehmen ist, dass die Äußerungen des Chefredakteurs im Hintergrund goutiert werden.
Preis den Herrn!

diaconus

Großmeister

Beiträge: 5 168

Aktivitätspunkte: 26 470

Level: 51 

Erfahrungspunkte: 12.824.371

Nächstes Level: 13.849.320

57

Montag, 19. September 2011, 17:18

Ökumene – so kann sie gelingen

Wie die Nachrichtenagentur idea berichtet wird die Thüringer Regierungschefin Christine Lieberknecht (CDU) den Papst bei seinem Besuch mit „Heiliger Vater“ anreden und dazu sagt die evangelische Theologin der Tageszeitung „Die Welt“ (Berlin) als Begründung: „Als Ministerpräsidentin halte ich mich streng an die protokollarischen Regeln. Ich tue es aber auch aus tiefem Respekt vor dem Gast, der mit der Kraft seiner Autorität und seines Wortes für die Bewahrung der Schöpfung, soziale Gerechtigkeit und Religionsfreiheit eintritt. Und dabei bleibe ich doch Protestantin.“

Außerdem weist die seit 2009 amtierende Ministerpräsidentin, die 1984 als Pfarrerin ordiniert wurde, die Einschätzung als vollkommen fern der Realität zurück, dass der Papst ein Zeichen von katholischer Machtdemonstration setzen will, denn „der Heilige Vater kommt, um mit den Menschen zu beten, das Gotteslob anzustimmen.“

Lieberknecht wird dem Papst als Geschenk ihre theologische Examensarbeit überreichen in der sie sich 1981 mit dem Dialog der evangelisch-lutherischen Kirche und der römisch-katholischen Kirche über das Thema Rechtfertigung beschäftigte. Weiters schätze sie die dogmatische Klarheit des Papstes und „Es ist wichtig, dass beide ehrlich miteinander umgehen. Ökumene lebt vom Verständnis für den anderen“ so die Theologin und Ministerpräsidentin.

Kommentar:
So kann Ökumene wirklich Fortschritte machen und irgendwann zu einem Ergebnis führen.
Preis den Herrn!

Teresa

Meister

Beiträge: 1 912

Aktivitätspunkte: 10 145

Level: 45 

Erfahrungspunkte: 4.743.920

Nächstes Level: 5.107.448

58

Montag, 19. September 2011, 17:26

RE: Ökumene – so kann sie gelingen

Wie die Nachrichtenagentur idea berichtet wird die Thüringer Regierungschefin Christine Lieberknecht (CDU) den Papst bei seinem Besuch mit „Heiliger Vater“ anreden und dazu sagt die evangelische Theologin der Tageszeitung „Die Welt“ (Berlin) als Begründung: „Als Ministerpräsidentin halte ich mich streng an die protokollarischen Regeln. Ich tue es aber auch aus tiefem Respekt vor dem Gast, der mit der Kraft seiner Autorität und seines Wortes für die Bewahrung der Schöpfung, soziale Gerechtigkeit und Religionsfreiheit eintritt. Und dabei bleibe ich doch Protestantin.“

Außerdem weist die seit 2009 amtierende Ministerpräsidentin, die 1984 als Pfarrerin ordiniert wurde, die Einschätzung als vollkommen fern der Realität zurück, dass der Papst ein Zeichen von katholischer Machtdemonstration setzen will, denn „der Heilige Vater kommt, um mit den Menschen zu beten, das Gotteslob anzustimmen.“

Lieberknecht wird dem Papst als Geschenk ihre theologische Examensarbeit überreichen in der sie sich 1981 mit dem Dialog der evangelisch-lutherischen Kirche und der römisch-katholischen Kirche über das Thema Rechtfertigung beschäftigte. Weiters schätze sie die dogmatische Klarheit des Papstes und „Es ist wichtig, dass beide ehrlich miteinander umgehen. Ökumene lebt vom Verständnis für den anderen“ so die Theologin und Ministerpräsidentin.

Kommentar:
So kann Ökumene wirklich Fortschritte machen und irgendwann zu einem Ergebnis führen.


Danke für diese Information, lieber Diaconus!
Die Einstellung und das Verhalten von Frau Lieberknecht sind ein Hoffnungsstrahl in dieser so finsteren und dekadenten Zeit! :)
Obl.OSB

Gelobt sei Jesus Christus!

diaconus

Großmeister

Beiträge: 5 168

Aktivitätspunkte: 26 470

Level: 51 

Erfahrungspunkte: 12.824.371

Nächstes Level: 13.849.320

59

Dienstag, 20. September 2011, 12:28

Evangelikale und Vatikan führen Lehrgespräche

Unter diesem Titel veröffentlichte die Nachrichtenagentur idea einen Bericht über die zwischen 12. und 17. September in Rom erfolgten theologischen Lehrgespräche zwischen Vertretern der Weltweiten Evangelischen Allianz (WEA) und des Vatikans.

Im Zentrum der Gespräche stand die „Heilige Schrift im Leben und der Mission der Kirche“, wobei der Schwerpunkt auf dem Verhältnis von Schrift und Tradition lag. In einer am 19. September gemeinsam veröffentlichten Verlautbarung wurde erklärt, dass die Atmosphäre von „wachsendem Vertrauen und geistlicher Gemeinschaft“ bestimmt gewesen sei.

Die Teilnehmer der Gespräche wurden begrüßt von Kurt Kardinal Koch und Bischof Brian Farrell, dem Präsidenten und Sekretär des Päpstlichen Rates. Delegationsleiter waren für die evangelische Seite der Direktor für ökumenische Angelegenheiten der WEA, Rolf Hille (Heilbronn) und für die katholische Kirche der kolumbianische Monsignore Juan Usma Gomez (Vatikan).

Hille sagte zu idea, die evangelikale Seite sei dankbar für „die deutliche Haltung der römisch-katholischen Kirche“ hinsichtlich der Inspiration und Verlässlichkeit der Heiligen Schrift, die auch in den offiziellen Lehrverlautbarungen seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil zum Ausdruck komme. Außerdem begrüße man auch die Übersetzung und Verbreitung von Bibeln durch die katholische Kirche, die oft auch in Zusammenarbeit mit den Bibelgesellschaften erfolge. Laut Hille wurden auch kontrovers-theologische Fragen diskutiert, etwa die Bedeutung der mündlichen Überlieferung in der katholischen Tradition. Für die nächste Konsultation wird die WEA im kommenden Jahr einladen.

Kommentar
So kann Ökumene gelingen, wobei festzustellen, dass die meisten evangelikalen Denominationen die Heilige Schrift so akzeptieren ohne zeitgeistige Anpassungen vorzunehmen. Außerdem werden von vornherein keine Forderungen gestellt.
Preis den Herrn!

Teresa

Meister

Beiträge: 1 912

Aktivitätspunkte: 10 145

Level: 45 

Erfahrungspunkte: 4.743.920

Nächstes Level: 5.107.448

60

Mittwoch, 21. September 2011, 16:55

Sehr empfehlenswert ist ein Buch mit gesammelten Aufsätzen zur Ökumene von Erzbischof Gerhard Ludwig Müller: "Einheit in der Wahrheit. Perspektiven für die Zukunft der Ökumene". Verlag Herder Freiburg 2011. ISBN-13:978-3451341274. Das schmale Bändchen kostet 16,90 EUR.

Zitieren möchte ich zwei wesentliche Abschnitte aus dem in der "Tagespost" am 17.09.11 erschienenen Artikel "Luther war kein Kulturprotestant", in dem dieses Buch von Michael Karger besprochen wird:

"Höhepunkt (des Reformationsjubiläums, Ergänzung von mir) wird der 31. Oktober 2017 sein, die Erinnerung an den Thesenanschlag Luthers vor 500 Jahren. Bischof Müller benennt Anzeichen dafür, dass die Feier des Reformationsjubiläums von der evangelischen Seitezur Profilierung als Kirche "der Freiheit, des Gewissens, der Autonomie und der Mündigkeit" genutzt werden wird. Sollte die evangelische Seite die Moderne als die Erfüllung der Reformation feiern wollen, werde für die katholische Kirche und die Orthodoxie dabei nur die Rolle der unaufgeklärten Kirche des Mittelalters vorgesehen sein. Zudem werde das katholische Kirchenverständnis auf diese Weise als mit der modernen Demokratie unvereinbar abgestempelt.
Demgegenüber machte Bischof Müller deutlich, dass solche Thesen mit dem geschichtlichen Anliegen Luthers nichts zu tun haben: "Luther war kein Kulturprotestant, sondern ein gläubiger Christ." Unter ökumenischer Rücksicht könne das Reformationsjubiläum nur bedeutsam werden, wenn alle Seiten zum religiösen Anliegen der Reformation zurückkehren. Wenn man die Einzigkeit Christi und seine universale Heilsmittlerschaft gegenüber den Religionen gemeinsam herausstellen würde, wäre dies ein bedeutsames gemeinsames Glaubenszeugnis."

Da ich dieses zentrale Anliegen von Bischof Müller nicht besser formulieren könnte, habe ich mir das wörtliche Zitat erlaubt. Würde man diesen Gesichtspunkt auch im Rahmen des anstehenden Reformationsjubiläums berücksichtigen, wäre das ein wesentlicher Schritt zur gegenseitogen Verständigung.

Abschließen möchte ich diesen Beitrag mit einem weiteren Zitat von Michael Karger: "Sowohl zur innerkirchlichen Selbstvergewisserung und als Argumentationshilfe wie auch zur Versachlichung auf der evangelischen Seite kann das Bändchen von Bischof Müller erheblich beitragen."
Obl.OSB

Gelobt sei Jesus Christus!