Samstag, 16. Dezember 2017, 02:36 UTC+1

Sie sind nicht angemeldet.

  • Anmelden

Texte der Kirchenväter

Antworten im Thema: 390 » Der letzte Beitrag (16. März 2016, 17:20) ist von diaconus.

diaconus

Großmeister

Beiträge: 5 168

Aktivitätspunkte: 26 470

Level: 51 

Erfahrungspunkte: 12.824.350

Nächstes Level: 13.849.320

381

Freitag, 28. März 2014, 18:31

Tertullian (+ nach 220)
Aus dem Buch über das Gebet

Das Gebet ist die geistliche Opfergabe, die das frühere Opfer verdrängt hat, „Was soll ich mit euren vielen Schlachtopfern, spricht der Herr. Die Widder, die ihr als Opfer verbrennt, und das Fett eurer Rinder habe ich satt; das Blut der Stiere, der Lämmer und Böcke ist mir zuwider. Wer hat das von euch verlangt?“ (vgl. Jes 1,11,12)

Das Evangelium lehrt, was Gott verlangt: „Die Stunde kommt“, sagt der Herr, „zu der die wahren Beter den Vater anbeten werden im Geist und in der Wahrheit. Gott ist Geist.“ (Joh 4,23.24) Solche Anbeter sucht Gott.

Wir sind die wahren Anbeter und die wahren Priester, wenn wir im Geist beten und Geist das Opfer des Gebetes darbringen, das Gott gemäße Opfer das er sucht, das Opfer, nach dem er ausschaut.

Dieses Gebet, das von ganzem Herzen Gott geweiht, vom Glauben genährt und von der Wahrheit durchdrungen, durch Unschuld und Keuschheit geläutert ist, dieses Gebet müssen wir in festlichem Zug unserer guten Taten unter Psalmen und Hymnen zum Altar Gottes bringen. Es wird uns alles bei Gott erwirken. Denn was sollte Gott diesem Gebet, das aus dem Geist und aus der Wahrheit kommt, verweigern, da er doch ein solches Gebet verlangt?

Zwar hat es nicht die Macht, die Schmerzen wegzunehmen, doch es gibt den Duldenden und Leidenden die Kraft zum Ertragen. Es vergrößert die Gnade durch die Gabe der Stärke damit der Glaube sich dessen bewusst wird, was er von Gott verlangt, und erkennt, dass er für den Namen Gottes leidet.

Nur das Gebet kann Gott besiegen (vgl. Num 14,20). Christus aber wollte nicht, dass das Gebet Böses bewirke, sondern die ganze Kraft, die er ihm verlieh, ist auf das Gute gerichtet. Daher will das Gebet nichts anderes, als die Seelen der Verstorbenen vom Weg des Todes zurückrufen, die Gebrechlichen wieder gesund zu machen, die vom Dämon Besessenen zu reinigen, die Tore des Gefängnisses zu öffnen und die Ketten der Unschuldigen zu sprengen. Es wäscht die Sünden ab, vertreibt die Versuchungen, erstickt die Verfolgungen, tröstet Kleinmütige, erfreut Großmütige, geleitet Wanderer, glättet Wogen, schreckt Räuber, nährt Arme, leitet Reiche, richtet Gefallene auf, hebt Gestürzte und stützt die Stehenden,

Alle Engel beten es betet jedes Geschöpf (vgl. Ps 148,10). Auch der Herr hat gebetet. Ihm sei Ehre und Macht in Ewigkeit.
Preis den Herrn!

diaconus

Großmeister

Beiträge: 5 168

Aktivitätspunkte: 26 470

Level: 51 

Erfahrungspunkte: 12.824.350

Nächstes Level: 13.849.320

382

Dienstag, 8. April 2014, 17:51

Leo der Große (+ 461)
Aus einer Predigt über die Passion des Herrn - 1

Wer das Leiden des Herrn aufrichtig verehrt, wird mit dem Auge des Herzens auf den gekreuzigten Jesus schauen und dabei im Leib des Gekreuzigten seien eigenen Leib erkennen,

Alle Wesen der Erde sollen über die Hinrichtung ihres Erlösers erschrecken Die Felsen sollen sich spalten:; die Herzen nämlich, die nicht glauben. Jene, die das Grab der Sterblichkeit bedrückt, sollen den Stein wegwälzen, der ihnen im Weg ist und aus dem Grab hervorgehen Sie sollen auch jetzt in der heiligen Stadt erscheinen (vgl. Mt 27,53), das ist die Kirche Gottes, als Zeugen der künftigen Auferstehung. Was einst an den Leibern der Menschen geschehen soll, das geschehe jetzt in ihren Herzen.

Keinem, wenn er auch schwach ist, ist der Sieg des Kreuzes verwehrt. Es gibt keinen, dem das Gebet Christi nicht hilft (vgl. Lk 23,34). Wenn es vielen von denen die gegen ihn gewütet hatten, zugute kam, wieviel mehr wird es denen helfen, die sich zu ihm bekehren!

Das christliche Volk ist zu den Reichtümern des Paradieses geladen Allen, die wiedergeboren werden, ist der Weg zur verlorenen Heimat wieder aufgetan, Nur darf sich niemand selbst den Weg versperren, der doch sogar dem Glauben des Schächers geöffnet werden konnte. (vgl. Lk 23,40ff)

Die Tätigkeiten dieses Lebens sollen uns weder ängstlich noch übermütig machen; sie dürfen uns nicht hindern, mit voller Hingabe des Herzens dem Beispiel des Herrn zu folgen und ihm gleichförmig zu werden. Er hat nichts getan und nichts gelitten, was nicht für unsere Heil gewesen wäre, um so die Kraft des Hauptes auch auf den Leb zu übertragen.

Nachdem unsere Natur in die Gottheit aufgenommen wurde und „das Wort Fleisch geworden ist und untere uns gewohnt hat“ (Joh 1,14), welcher Mensch sollte da von der Barmherzigkeit Gottes ausgeschlossen werden, es sei denn, er glaube nicht? Denn jeder hat die göttliche Natur mit Christus gemeinsam, wenn er Christus aufnimmt, der „unsere Menschennatur angenommen hat“ (Tagesgebt 3. Weihnachtsmesse), jeder, der aus dem Geist wiedergeboren ist, aus dem jener geboren wurde Wer könnte nicht ihn ihm die eigene Schwachheit erblicken?

Darum wurde der eingeborene Sohn Gottes auch Menschensohn, damit ihm weder die volle Wirklichkeit des Menschseins noch die Fülle der Gottheit fehlte. Der Leib, der entseelt im Grab lag, am dritten Tag auferstand und über alle Höhen des Himmels zur Rechten der Herrlichkeit erhoben wurde, ist von unserer Natur. Wenn wir den Weg seiner Gebote gehen und wenn wir uns nicht schämen zu bekennen, was er in der Erniedrigung seines Fleisches für uns getan hat (vgl. Phil 2,8 ), dann werden auch wir zur Teilnahme an seiner Herrlichkeit geführt.

Denn vor aller Welt wird sich seine Verheißung erfüllen: „Wer sich nun vor den Menschen zu mir bekennt, zu dem werde auch ich mich vor meinem Vater im Himmel bekennen,“ (Mt 10,32)
Preis den Herrn!

diaconus

Großmeister

Beiträge: 5 168

Aktivitätspunkte: 26 470

Level: 51 

Erfahrungspunkte: 12.824.350

Nächstes Level: 13.849.320

383

Sonntag, 13. April 2014, 17:40

Leo der Große (+ 461)
Aus einer Predigt über die Passion des Herrn - 2

„Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ (Mt 17,46; Ps 22,2) Diese Worte darf man nicht so verstehen, als habe sich die Allmacht Gottes, des Vaters, von Jesus getrennt, als dieser ans Kreuz geheftet war.

Die göttliche und die menschliche Natur waren so eng zur Einheit verbunden, dass sie durch die Hinrichtung nicht aufgehoben und durch den Tod nicht auseinandergerissen werden konnten Jede der beiden Naturen behielt ihre Eigentümlichkeiten; weder verließ Gott den Leib, als er litt, noch machte der Leib Gott selbst leidensfähig. Denn die Gottheit war im Leidenden, nicht im Leiden. Schauen wir auf die Person, die Gott und Mensch war, so ist es derselbe, der wie alles Geschaffene geschaffen wurde und der doch alles geschaffen hat. Es ist dieselbe Person; die Frevler können sie ergreifen, und doch können keine Grenzen sie einschließen. Derselbe wird von den Nägeln durchbohrt und doch von keiner Wunde verletzt. Derselbe nimmt den Tod auf sich und hört doch nicht auf, ewig zu sein. Unter unbezweifelbaren Zeichen wird beides offenbar: In Christus sind die wahre Entäußerung und die wahre Herrlichkeit; denn die Kraft Gottes hat sich mit der Schwachheit so verbunden, dass Gott das Unsrige zu dem Seinigen machte und das Seinige zum Unsrigen. Der Sohn war also dem Vater nicht fern und der Vater nicht dem Sohn. Die unwandelbare Gottheit und die unzertrennliche Dreifaltigkeit ließen nicht zu, dass irgend etwas davon abgetrennt wurde. Die Heilsverfügung über die Menschwerdung bezog im sich im eigentlichen Sinn nur auf den eingeborenen Sohn Gottes. Dennoch, so wie das Fleisch untrennbar mit dem Wort verbunden war, so trennte sich auch der Vater nicht vom Sohn.

Als daher Jesus mit lauter Stimme rief;: „Warum hast du mich verlassen?, da wollte er allen deutlich machen, dass er nicht gerettet und verteidigt, sondern den Händen der Wütenden überlassen werde, das heißt, dass er die ganze Welt retten und alle Menschen erlösen sollte. Das heißt, er rief nicht aus Elend, sondern aus Erbarmen; nicht weil ihm die Hilfe versagt worden wäre, sondern weil ihm bestimmt war, zu sterben.

Was kann die Unterbrechung des Lebens von großem Belang sein bei einem, der aus eigener Macht sein Leben hingibt und es aus eigener Macht wieder nimmt (vgl. Joh 10,18 )? Der Apostel sagt: „Der Vater hat seinen eigenen Sohn nicht verschont, sondern ihn für uns alle hingegeben“ (Röm 8,12), und ein andermal: „Christus hat die Kirche geliebt und sich für sie hingegeben um sie heilig und zu machen.“ (vgl. Eph 5,25) Dass sich der Herr sich dem Leiden überließ, war sowohl der Wille des Vaters wie auch sein eigener Wille. Soi verließ nicht nur der Vater ihn, sondern er verließ sich sozusagen auch selbst. Das war kein Getrenntwerden unter Angst, sondern ein Verzicht in Freiheit.

Kommentar
Leo der Große, dieser große Theologe und Kirchenvater gibt hier eine deutliche Antwort zu diesem Ausruf Jesus am Kreuz, der von vielen der Ungläubigen bzw. Zweiflern gerne bewusst missverstanden werden will, um Gott entweder als unbarmherzig oder grausam erscheinen lassen zu können, Aber Gottes Weisheit und Handeln kann nur im tiefen Glauben versucht werden zu begreifen,
Preis den Herrn!

diaconus

Großmeister

Beiträge: 5 168

Aktivitätspunkte: 26 470

Level: 51 

Erfahrungspunkte: 12.824.350

Nächstes Level: 13.849.320

384

Montag, 14. April 2014, 17:30

Athanasius (+ 373
Aus einem Osterbrief

Es ist herrlich, von einem Fest zum andern zu schreiten, von einem Gebet zum andern, von einem Hochfest zum andern. Die Zeit ist nämlich da, die uns einen neuen Anfang bringt: die Ankündigung des heiligen Pascha, an dem der Herr geopfert wurde. Gewiss, wir werden allezeit von der Speise des Lebens genährt du erfreuen uns allzeit des kostbaren Blutes wie an einer Quelle; und doch brennt in uns immer noch der Durst. Der Herr ist den Dürstenden nahe. In seiner Güte holt er zum Festtag alle herbei, die ein dürstendes Herz haben, von denen der Heiland sagt; „Wer Durst hat, der komme zu mir und trinke!“ (vgl. Joh 7,37)

Nicht nur, wenn einer am Festtag herantritt, löscht er seinen Durst, sondern jedesmal, wenn er bittet, wird ihm gern gestattet, zum Heiland heranzutreten um zu trinken. Die Gnade des Festes ist nicht auf eine einzige Zeit beschränkt. Ihr glänzender Strahl kennt keinen Untergang. Sie ist stets bereit, den Geist zu erleuchten, wenn jemand danach verlangt. Die Gnade des Festes ist ununterbrochen wirksam für alle, die ein erleuchtetes Herz haben und bei Tag und Nacht ihre Aufmerksamkeit den Heiligen Schriften zuwenden. Sie sind wie jener Mann, der im Psalm seliggepriesen wird: „Wohl dem Mann, der nicht dem Rat der Frevler folgt, nicht auf dem Weg der Sünder geht, nicht im Kreis der Spötter sitzt, sondern Freude hat an der Weisung des Herrn, der seine Weisung nachsinnt bei Tag und bei Nacht.“(Ps 1,1-2)

Der Gott, der dieses Fest im Anfang für uns eingerichtet hat, hat uns auch gegeben, dass wir es jedes Jahr feiern dürfen. Er, der seinen eigenen Sohn dem Tod überliefert hat um unseretwillen, gibt aus dem gleichen Grund das Fest, das im Jahreslauf seinen Platz hat.

Dieses Fest führt uns durch die Nöte dieser Welt. Jetzt aber gewährt uns Gott aus diesem Fest die freundschaftsstiftende Freude des Heils, indem er uns zu einer einzigen Versammlung zusammenführt. Alle verbindet er im Geiste überall, er schenkt uns die Gnade des gemeinsamen Gebetes und der gemeinsamen Danksagung, wie es sich an einem Festtag gebührt. Es ist ein Wunder seiner Güte: An diesem Fest führt er alle von weit her zusammen; auch jene, die etwa leiblich einander fern sind, bringt er einander nahe durch die Einheit des Glaubens,
Preis den Herrn!

diaconus

Großmeister

Beiträge: 5 168

Aktivitätspunkte: 26 470

Level: 51 

Erfahrungspunkte: 12.824.350

Nächstes Level: 13.849.320

385

Donnerstag, 17. April 2014, 17:59

Ephräm der Syrer (+ 373)
Aus dem Buch „Lobgesang aus der Wüste“
Selig bist du, o Raum (des Abendmahls)! Denn in dir war die Waage der Wahrheit aufgerichtet für beide Seiten, Zwei Pascha waren da und zwei Lämmer, und zwei Völker, zwei Gesetze. Das Volk glich seinem Pascha: ein vergängliches Lamm; und die Zeit des Lammes verging und schwand das Volk. Die Erlösung der Völker ist die Wahrheit, die nicht schwindet; denn es ist das Lamm, da nicht vergeht.

Selig bist du, o Raum! Denn zwei Jünger wurden ausgesandt (vgl. Mk 14,13), und sie kamen und bezeichneten dich für sein Abendmahl. Verachtet wurde der Tempel, den Salomo baute, und der Palast des Herodes. Reinheit wählte er, und in dir fand er sie. Die Serafim erschauderten, da sie Sohn sahen, wie er das Linnenkleid um seine Hüfte legte (vgl. Joh 13,4) und die Füße im Becken wusch, auch den Schmutz des Diebes , der ihn verriet.

Unser Herr reinigte den Körper dere Brüder im Becken, das ein Symbol der Eintracht ist. Symbolisch wurde auch das Glied abgetrennt, das sich selber abschnitt, sich selber preisgab. Im Schoß des Taufwassers hat Christus uns auf neue Weise zusammengefügt. Seien wir nicht getrennte Glieder, die gegen sich selber disputieren, ohne zu merken, dass sie mit ihrer Liebe streiten?

Selig, o Raum, dessen Kleinheit gegen die ganze Schöpfung gestellt ist! Was in dir geschah, die ganze Schöpfung ist davon voll, sie ist zu klein dafür. Selig deine Wohnung, der gebrochen wurde jenes Brot aus der gesegneten Garbe. In dir wurde gekeltert die Traube aus Maria der Kelch des Heils.

Selig, o Raum! Denn kein Mensch sah und wird sehen, was du gesehen hast: unser Herr zum wahren Altar geworden, Priester und Brot und Kelch des Heils, er für sich allein all das umfassend! Dass einer ihn voll erfasse, ist unmöglich. Altar und Lamm, Opfer und Opferpriester, Priester und Opferspeise.

Selig, o Raum! Denn niemals wurde aufgestellt unter Königen ein Tisch wie der deine, auch nicht im Zelt des Allerheiligsten, wo die Schaubrote aufgestellt waren. In dir wurde zuerst gebrochen jenes Brot: denn du (o Raum) wurdest zu seiner Kirche. Erstling der Altäre, der es wurde durch sein Opfer, in dir erschien er zuerst.

In dir, o Raum, ist auch abgebildet die Trennung, jene neue, die kommen wird. Es ging nämlich weg in die Nacht hinaus der Sohn der Finsternis, und legte das ihm verwandte Kleid des Dunkels an. Im Gericht werden seine Verwandten, die Böcke, getrennt von den Lämmern des Lichts.

Kommentar
Schon der Hymnendichter Ephräm hat mit dem Satz: „Seien wir nicht getrennte Glieder, die gegen sich selber disputieren, ohne zu merken, dass sie mit ihrer Liebe streiten?“ festgestellt, dass derjenige gegen sich und damit auch gegen Jesus streitet, der gegen die Heilige Schrift disputiert bzw. diese verändern oder relativieren will, so wie es heute immer wieder von jenen geschieht, die vom Zeitgeist so infiltriert sind, dass sie meinen, dass das unveränderbare und unvergängliche Wort Gottes und dessen Auslegung zeitgemäß angepasst bzw. verändert werden muss.
Preis den Herrn!

diaconus

Großmeister

Beiträge: 5 168

Aktivitätspunkte: 26 470

Level: 51 

Erfahrungspunkte: 12.824.350

Nächstes Level: 13.849.320

386

Montag, 21. April 2014, 16:24

Augustinus (+430)
Aus einer Osterpredigt

Es hat dem Herrn, unserem Gott gefallen, dass wir alle, die wir hier versammelt sind – euch, meine Lieben, eingeschlossen -, ihm das Halleluja singen. Es heißt übersetzt: „Lobet den Herrn!“ So lasst uns also den Herrn loben mit dem Leben und mit der Zunge, mit Herz und Mund, in Wort und Tat. Denn wir müssen Gott – nach seinem Willen – das Halleluja so singen, dass es nicht im Widerspruch zu dem steht, der das Lob singt. Darum soll zuerst in uns selbst die Zunge mit dem Leben und der Mund mit dem Gewissen übereinstimmen. Ich sage: die Stimme harmonisiere mit den Sitten, damit nicht etwa das rechte Wort als Zeuge aufstehe gegen das böse Tun.

Seliges Halleluja im Himmel, wo die Engel der Tempel Gottes sind! Denn dort, unter den Sängern des Gotteslobes, ist höchste Harmonie. Dort ist der Jubel der Singenden nicht in Gefahr, weil kein Gesetz in ihren Gliedern mit dem Gesetz des Geistes in Streit liegt (vgl. Röm 7,23). Dort gibt es nicht den Streit der Begierlichkeit, der den Sieg der Liebe gefährden könnte. Lasst uns also hier auf Erde das Halleluja singen, wo wir noch in Sorge sind, damit wir es einst dort in Sicherheit singen können.

Hier werde das Halleluja von uns und den andern, die wir noch in Gefahr und Versuchung sind, gesungen. „Denn Gott ist treu; er wird nicht zulassen, dass ihr über eure Kraft hinaus versucht werdet.“

Also auch hier lasst uns das Halleluja singen! Noch ist der Mensch zwar in Sünden; aber Gott ist treu! Es heißt nicht: Er wird nicht zulassen, dass ihr versucht werdet, sondern: „Er wird nicht zulassen, dass ihr über eure Kraft versucht werdet. Er wird euch in der Versuchung einen Ausweg schaffen, so dass ihr bestehen könnt.“ (Kor 10,13). Du bist in Versuchung geraten. Aber Gott wird dir einen Ausweg schaffen, dass du in der Versuchung nicht zugrunde gehst.

Du gleichst einem Töpfergefäß: In der Verkündigung wirst du geformt, in dere Drangsal gebrannt. Wenn du in Versuchung gerätst, denk an den Ausgang. Gott ist treu, „der Herr behütet ja deinen Eingang und deinen Ausgang“ (vgl. Ps 121,8 ). Dann aber wird dein Leib unsterblich und unvergänglich sein, alle Versuchung wird vorbei sein,

O seliges >Halleluja! O Halleluja in Geborgenheit, ohne Widersacher! Wo kein Feind mehr ist und kein Freund verlorengeht! Dort und hier gibt es Lob Gottes: hier von seiten derer, die noch in Sorge sind, dort aber von den Siegern in Ewigkeit. Hier in Hoffnung, dort in Erfüllung. Hier auf dem Weg, dort in der Heimat.

Heute lasst uns singen nicht u uns in Ruhe zu erfreuen, sondern um in der Drangsal Trost zu finden So wie Wanderer zu singen pflegen; Singe, aber schreite aus! Singend tröste dich in der Not, liebe die Verdrossenheit nicht! Singe, aber schreite aus! Mach Fortschritte im Guten!

Singe und wandere! Geh nicht in die Irre, kehre nicht um, bleib nicht zurück!
Preis den Herrn!

diaconus

Großmeister

Beiträge: 5 168

Aktivitätspunkte: 26 470

Level: 51 

Erfahrungspunkte: 12.824.350

Nächstes Level: 13.849.320

387

Dienstag, 29. April 2014, 17:54

Johannes Chrysostomus (+ 407)
Aus einer Osterpredigt

Heute ist unsere Versammlung freudiger gestimmt als gewöhnlich. Die Kirche Gottes freut sich über ihre eigenen Kinder. Wie eine liebende Mutter beim Anblick ihrer sie umringenden Sprösslinge außer sich ist vor Freude und Glück, so freut sich auch diese geistige Mutter und ist voll heiterer Fröhlichkeit denn sie sieht ihre Kinder wie geistige Ähren auf einem fruchtbaren Acker prangen. Beachte das Übermaß an Gnade! Denn siehe, wie viele diese geistige Mutter in einer einzigen Nacht geboren hat. Wundere dich nicht darüber; diese geistigen Geburtswehen brauchen nicht Zeit nach einen Kreislauf von Monaten,

Wohlan, auch wir wollen uns mitfreuen und an ihren Glück teilnehmen. Denn wenn „im Himmel viel Freude herrscht über einen einzigen Sünder, der umkehrt“ (Lk 15,7), ziemt es sich dann nicht vielmehr, dass wir über eine so große Menge voll heiterer Freude sind und den menschenliebenden Gott preisen wegen seines unfassbaren Geschenkes (vgl. 2 Kor 9,15)? Denn wirklich, m die Gaben Gottes sind viel größer, als dass die Sprache sie gebührend schildernd könnte. Welcher Geist, welcher Gedanke welche Überlegung kann die überströmende Güte Gottes erfassen und die Größe seiner unsagbaren Geschenke die er menschlichen Natur so reich gespendet hat?

Jene nämlich, die noch gestern und vorgestern Sklaven der Sünde und ohne Zuversicht waren, unter der Herrschaft des Teufels standen und wie Kriegsgefangene hierhin und dorthin verschleppt wurden, siehe, heute wurden sie in den Rang von Söhnen aufgenommen, legten die Last der Sünden ab und zogen das königliche Gewand an (vgl. Lk 15,22); beinahe wetteifern sie sogar mit dem Himmel und bestrahlen, leuchtender als die Sterne, das Angesicht der sie Erblickenden.

Ihr aber, neue Soldaten Christi, die ihr heute im Himmel als Bürger eingeschrieben wurdet, die ihr zu diesem geistigen Gastmahl gerufen seid und vom königlichen Tisch kosten werdet, zeigt einen der Größe des Geschenkes entsprechenden Eifer, damit ihr die himmlische Gnade in reicherem Maße noch auf euch herabziehen könnt.

Denn unser Herrscher liebt die Menschen, wenn er sieht, dass wir für die empfangenen Gaben dankbar sind und große Wachsamkeit aufwenden um die Größe der Geschenke zu bewahren, dann wird er seine Gnade im Überfluss ausgießen, wenn wir nur ein weniges beitragen, und er wird uns mit großen Ehrengaben beschenken.
Preis den Herrn!

diaconus

Großmeister

Beiträge: 5 168

Aktivitätspunkte: 26 470

Level: 51 

Erfahrungspunkte: 12.824.350

Nächstes Level: 13.849.320

388

Donnerstag, 8. Mai 2014, 17:38

Cyrill von Jerusalem (+ 386)
Aus einer mystagogischen Katechese über den Leib und das Blut Christi

Sieh das Brot und den Wein der Eucharistie nicht als einfache Naturelemente an; denn nach dem Wort des Herrn sind sie sein Leib und sein Blut. Wenn dir deine Sinne auch anderes nahelegen, so gebe dir doch der Glaube Sicherheit,. Beurteile die Sache nicht nach dem, was du schmeckst, sondern sei frei von Zweifel, im Glauben überzeugt, dass du des Leibes und Blutes Christi gewürdigt wirst.

David deutet die Kraft dieses Geheimnisses: „Du deckst mit den Tisch vor meinem Angesicht, meinen Feinden gegenüber, die mich bedrängen.“ (Ps 24,5 – Vg) Was er da sagt, meint dies:: Vor deiner Ankunft hatten die Dämonen dem Menschen den Tisch gedeckt, einen Tisch voll teuflischer Wirkkraft. Doch nach deinem Kommen, Herr, hast du vor meinem Angesicht den Tisch gedeckt. Wenn der Mensch zu Gott sagt: Du hast vor meinem Angesicht den Tisch gedeckt, so meint er damit nichts anderes als den mystischen Tisch, den geistlichen, den uns Gott „gegenüber, das heißt auf der den Dämonen entgegengesetzten Seite, gedeckt hat. Jener Tisch stand in Verbindung mit den Dämonen, dieser ist Gemeinschaft mit Gott.

„Du hast mein Haupt mit Öl gesalbt.“ (Ps 24,5 – Vg) An der Stirn hat er dein Haupt gesalbt mit dem Siegel Gottes, das du besitzt, damit du Siegelbild wirst, Heiligung Gottes,.

„Und mein berauschender Kelch, wie herrlich ist er!“ (Ps 24,5 – Vg) Du siehst, hier ist von dem Kelch die Rede, den Jesus in die Hände nahm, Dank sagte und sprach: „Das ist mein Blut, das für alle vergossen wird zur Vergebung der Sünden.“ (Mt 26,28 ). Auch Salomo hat im Kohelet auf dieses Gnade hingewiesen:; „Komm“ ruft er, „iss in Freude dein Brot“, das geistliche Brot. “Komm!“ ruft er. Das ist der heilbringende und beseligende Ruf. „Und trink deinen Wein mit glücklichem Herzen“, den geistlichen Wein, „ und das Öl werde ausgegossen über dein Haupt.“ Du siehst wie er auch die mystische Salbung andeutet: „Und allezeit seien deine Kleider weiß, dadurch dass Gott an dem, was du tust, Gefallen hat .“ (vgl. Koh 9,7.8 – Vg) Bevor du nämlich zur Gnade kamst, waren deine Werke Eitelkeit der Eitelkeiten (vgl. Koh 1,2 – Vg).

Seit du aber die alten Kleider abgelegt und die angezogen hast, die geistlicherweise weiß sind, musst du allezeit diese weißen Kleider tragen. Ich will damit nicht sagen, du solltest dich immer weiß kleiden, sondern du sollst Kleider tragen, die in Wahrheit weiß, glänzend, geistlich sind, damit du nach dem Propheten Jesaja sagen kannst: „Meine Seele soll jubeln über meinen Gott. Denn er kleidet mich in Gewänder des Heils, er hüllt mich in den Mantel der Gerechtigkeit.“ (Jes 61,10).
Preis den Herrn!

diaconus

Großmeister

Beiträge: 5 168

Aktivitätspunkte: 26 470

Level: 51 

Erfahrungspunkte: 12.824.350

Nächstes Level: 13.849.320

389

Sonntag, 8. Juni 2014, 16:54

Leo der Große (+ 461)
Aus einer Predigt zum Pfingstfest

Wenn wir das Auge darauf richten, die Würde des Heiligen Geistes zu erfassen, so dürfen wir nicht etwas von der Erhabenheit des Vaters und des Sohnes Verschiedenes denken,. Denn das Wesen der göttlichen Dreifaltigkeit widerspricht in keiner Hinsicht ihrer Einheit. Eine ewig währende Eigenheit ist es für den Vater, der Erzeuger eines ihm gleich ewigen Sohnes zu sein; eine ewig währende Eigenheit ist es für den Sohn, zeitlos vom Vater hervorgebracht zu sein; auch für den Heiligen Geist ist es eine ewig währende Eigenheit, der Geist des Vaters und des Sohnes zu sein.. Daher ist der Vater nie ohne Sohn, nie sind Vater und Sohn ohne den Heiligen Geist gewesen. In ihrer Existenz sind alle Zeitstufen ausgeschlossen; keine Person ist früher, keine später. Denn die unwandelbare Gottheit dieser seligen Dreifaltigkeit ist eins im Wesen, ungeteilt im Werk, übereinstimmend im Willen, gleich in der Allmacht, ebenbürtig in der Herrlichkeit. Wenn die Heilige Schrift von ihr so spricht, dass sie ihr Taten oder Worte zuschreibt, die den einzelnen Personen zu entsprechen scheinen, wird der katholische Glauben dadurch nicht verwirrt, sondern belehrt, so dass durch die Eigentümlichkeit der Stimme oder des Werkes die Wahrheit der Dreifaltigkeit eindringlich eingeschärft wird: der Verstand soll nicht trennen was das Gehör unterscheidet. Deswegen nämlich werden gewisse Dinge unter Nennung des Vaters oder des Sohnes oder des Heiligen Geistes vorgebracht, damit das Bekenntnis der Gläubigen in der Dreifaltigkeit nicht irre. Da sie ja in sich untrennbar ist, würde man nie darauf kommen, dass es eine Dreifaltigkeit gibt, wenn dieser immer ungetrennt genannt würde.

So zieht also gerade die Schwierigkeit, darüber zu sprechen unser Herz zum richtigen Verständnis hin, und gerade wegen unserer Schwachheit kommt uns die himmlische Lehre zu Hilfe. Weil in der Gottheit des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes nicht an eine einzige Person noch an eine Verschiedenheit der Natur zu denken ist, kann die wahre Dreifaltigkeit gleichzeitig im Geist gedacht, aber nicht gleichzeitig mit dem Mund ausgesprochen werden.

Wenn dieser Glaube in unsern Herzen fest gegründet ist, dann glauben wir auf heilbringende Weise, dass die ganze Dreifaltigkeit zusammen eine Kraft, eine Majestät, ein Wesen ist ungeschieden im Wirken, untrennbar durch die Liebe, ununterschieden in der Macht, die alles zugleich erfüllt und alles zugleich erfasst.

Die wahre Gottheit ist in keiner der Personen größer oder kleiner als sie selbst. Man muss aber bekennen, dass die Gottheit in drei Personen west, damit die Dreifaltigkeit nicht als Alleinsein verstanden werde und die Gleichheit ihre Einheit bewahre. Wenn wir diesen Glauben fest ergriffen haben, dürfen wir nicht daran zweifeln, dass am Pfingsttag zwar der Heilige Geist die Jünger des Herrn erfüllt hat, dass das aber nicht ein erstmaliges Schenken der göttlichen Gabe bedeutete, sondern ein freigebiges Hinzufügen. Denn auch die Partr4archen und Propheten und Priester, ja alle Heiligen, die in früheren Zeiten lebten, sind durch die Heiligung desselben Geistes ausgerüstet worden.

Ohne diese Gnade sind keine Sakramenter eingesetzt, keine Mysterien je gefeiert worden. So war es immer dieselbe Kraft der Charismen, obschon das Maß der Gnade nicht immer dasselbe war.

Auch die seligen Apostel waren vor dem Leiden des Herrn nicht ohne Heiligen Geist; nicht war seine kraftvolle Macht den Werken des Erlösers fern. Und als er den Jüngern die Vollmacht gab, alle Krankheiten zu heilen und die unreinen Geister auszutreiben (Mt 10,1), schenkte er ihnen doch wohl die Wirkungen jenes Geistes, in dem er den unreinen Geistern befahl. Das leugneten freilich die ungläubigen Juden, indem sie die göttlichen Wohltaten dem Teufel zuschrieben (vgl. Mt 12,2). Darum traf die so Lästernden mit Recht jenes Urteil des Herrn, das er mit den Worten fällte: „Jede Sünde und Lästerung wird dem Menschen vergeben werden, aber die Lästerung gegen den Geist wir nicht vergeben. Auch dem, der etwas gegen den Menschensohn sagt, wird vergeben werden; wer aber etwas gegen den Heiligen Geist sagt, dem wird nicht vergeben, weder in dieser noch in der zukünftigen Welt.“ (Mt 12,31f).

Daraus ergibt sich deutlich, dass Sündennachlass ohne Anrufung des Heiligen Geistes nicht erfolgt und dass auch keiner ohne ihn nützlicherweise seufzen oder beten kann, wie es sich gebührt, da der Apostel sagt: „Wir wissen nicht, worum wir in rechter Weisen beten sollen; der Geist selber tritt jedoch für uns ein mit Seufzen, das wir nicht in Worte fassen können“ (Röm 8,26). Und „keiner kann sagen: Jesus ist der Herr!, wenn er nicht aus dem Heiligen Geist redet“ (1 Kor 12,3). Den Heiligen Geist zu verlieren ist daher äußerst verderblich und äußerst todbringend; denn niemals verdient Verzeihung, wer vom Fürbitter verlassen ist.

Alle, die an den Herrn Jesus glaubten, besaßen den ihnen eingegossenen Heiligen Geistl. Die Apostel hatten schon damals die Vollmacht empfangen, Sünden zu vergeben, als der Herr sie nach seiner Auferstehung anhauchte und sagte: „Empfangt den Heiligen Geist. Allen, denen ihr die Sünden erlasst, sind sie erlassen; allen, denen ihr sie nicht erlasst, sind sie nicht erlassen“ (Joh 20,22f).

Aber eine größere Gnade und reichere Einhauchung war jener Vollendung vorbehalten, die den Jüngern noch verliehen werden sollte. Durch sie sollten sie auch das empfangen, was sie noch nicht erhalten hatten, und das was sie schon empfangen hatten, sollten sie auf hervorragenden Weise besitzen.

Wie ist es also zu verstehen, dass der Herr, der ihnen schon gesagt hatte: „Alles, was ich von meinem Vater gehört habe, habe ich euch geoffenbart“ ((Joh 15,16), ihnen den Heiligen Geist verspricht mit den Worten: „Noch vieles habe ich euch zu sagen, aber ihr könnt es jetzt nicht ertragen. Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, der wird euch in die volle Wahrheit führen.“ (Joh 16,12f). Wollte der Herr etwas sagen, er habe ein geringeres Wissen oder er habe vom Vater weniger gelernt als der Heilige Geist? Aber er selbst ist doch die Wahrheit, und der Vater kann nichts sagen, der Geist nichts lehren ohne das Wort. Darum ist geschrieben: „Von dem, was mein ist, wird er nehmen“ (Joh 16,15), den der Sohn gibt das, was der Geist vom Vater empfängt.

Es handelte sich also nicht darum, eine andere Wahrheit zu lehren oder eine andere Lehre zu verkünden. Aber die Fassungskraft jener, die belehrt wurden, musste vermehrt werden; die Beständigkeit jener Liebe, die alle Furcht vertreibt (vgl. 1 Joh 4,18 ), musste verstärkt werden, damit sie die Wut der Verfolger nicht fürchtete. Das begangen die Apostel wirklich brennender zu wollen und wirksamer zu können, nachdem sie mit einer neuen Gnadenfülle des Heiligen Geistes erfüllt waren. Von der Kenntnis der Gebote schritten sie voran zum Ertragen von Leiden. Unter keinem Sturm ängstigten sie sich mehr, sondern mit alles übersteigendem Glauben traten sie die Fluten und Wogen der Welt mit Füßen, verachteten den Tod und brachten allen Völkern das Evangelium der Wahrheit. Wir aber, die wird durch die „Erneuerung im Heiligen Geist“ (vgl. Tit 4,3,5) an Kindes Statt angenommen wurden zur seligen Ewigkeit von Seele und Leib, wollen das hochheilige Fest dieses Tages „im rechten Gottesdienst“ (vgl. Röm 12,1) begehen, indem wir mit dem seligen Apostel Paulus bekennen: Der Herr Jesus „stieg hinauf zur Höhe und erbeutete Gefangene, er gab den Menschen Geschenke“ (Eph 4,8 ), damit jede Zunge bekenne. „Herr ist Jesus Christus, zur Ehre Gottes, des Vaters. (Phil 2,11).
Preis den Herrn!

diaconus

Großmeister

Beiträge: 5 168

Aktivitätspunkte: 26 470

Level: 51 

Erfahrungspunkte: 12.824.350

Nächstes Level: 13.849.320

390

Montag, 9. Juni 2014, 17:16

Ephräm der Syrer (+ 373)
Aus einer Predigt über das Leben der kommenden Welt

Herr, vertreibe die nächtliche Finsternis unseres Geistes und lass es in ihm Tag werden durch das Licht deiner Weisheit. Erleuchte unseren Geist, damit er dir diene in neuer Reinheit. Wenn die Sonne am Himmel ihren Lauf beginnt, beginnt für den Menschen sein Tagewerk., Herr, bereite in unserem Herzen einen Platz für den Tag, der kein Ende kennt, Gib, dass wir an uns selbst das Leben erkennen können, das uns die Auferstehung gebracht hat, und dass nichts unsern Geist von der Freude an dir abwende. Herr, drücke und das Siegel jenes Tages auf, der nicht vom Sonnenlauf bestimmt ist. Gibt, dass wir ständig auf dich gerichtet sind.

In deinen Sakramenten umfangen wir dich täglich und nehmen dich in unseren Leib. Mach uns würdig, an uns selbst die Auferstehung zu erfahren, die wir erhoffen. Durch die Taufe bergen wir in unserem Leib deinen Schatz. Mehre ihn am Tisch deiner heiligen Geheimnisse. Herr, an deinem Tisch gibt uns Freude über deine Gnade. Wir tragen dein Gedächtnis in uns, das wir von deinem geistlichen Tisch empfangen haben. Gib es uns zum vollen Besitz in der kommenden Welt,.

Welche Schönheit wir haben, das lass uns aus jener geistlichen Schönheit erkennen, die dein unsterblicher Wille in unserer Sterblichkeit weckt.

Deine Kreuzigung, du unser Erlöser, war das Ende des leiblichen Lebens. Gib uns die Gnade, dass wir unseren eigenen Willen kreuzigen, damit das geistliche Leben in uns geboren wird. Deine Auferstehung, o Jesus, lasse den geistlichen Menschen in uns wachsen. Was wir in der Feier deiner Geheimnisse feiern, sei uns ein Spiegel, in dem wir ihn, den geistlichen Menschen, erkennen.

Deine göttliche Heilsordnung, du unser Erlöser, ist ein Abbild der Welt des Geistes; gib, das wir in ihr leben als Menschen des Geistes.

Herr, beraube unser Herz nicht der Zeichen deiner geistlichen Gegenwart und unseren Leib nicht der Wärme deiner Güte. Die unserem Leib eigene Sterblichkeit ist für uns eine Quelle der Verderbnis. Das Wasser deiner göttlichen Liebe reinige unser Herz von den Auswirklungen unserer Sterblichkeit. Herr, lass uns hineilen zu unserer Stadt, und wie du sie dem Mose vom Gipfel des Berges aus dem Besitz gabst, so gibt, dass wir sie besitzen, indem du sie uns offenbarst.
Preis den Herrn!

diaconus

Großmeister

Beiträge: 5 168

Aktivitätspunkte: 26 470

Level: 51 

Erfahrungspunkte: 12.824.350

Nächstes Level: 13.849.320

391

Mittwoch, 16. März 2016, 17:20

Johannes Chrysostomus (+ 407)
Aus dem Kommentar zum Brief an die Römer
Der Töpfer
Wenn der Apostel sagt: „Hat der Töpfer nicht Macht über den Ton, aus derselben Masse das eine Gefäß zu einer edlen, das andere zu einer unedlen Bestimmung zu formen?“, so glaube nicht, Paulus habe dies gesagt, um eine Unfreiheit des menschlichen Willens zu behaupten, die ihm anerschaffen sei! Nein, er wolle lediglich damit ausdrücken, dass Gott in seinen Verfügungen frei sei und diese darum verschieden seien, Er will also nicht anderes erreichen, als den Zuhörer zu überzeugen, dass er sich ganz und gar Gott überlasen müsse und nicht einmal nach einem Grund für die Verfügungen Gottes fragen dürfe. Neige dich in demütiger Anbetung und verhalte dich wie der Ton, wie dieser sich den Händen des Töpfers fügt, so füge dich du dich dem Willen Gottes, wenn er das oder jenes verfügt. Er tut ja nichts ohne Grund, auch da, auch da wo ein Zufall zu walten scheint und wo du das Geheimnis seiner Weisheit nicht durchschaust. Du gestehst ja auch dem Töpfer das Recht zu, aus derselben Masse Verschiedenes zu formen und machst ihm keinen Vorwurf, von Gott aber möchtest du Rechenschaft darüber fordern, wie er Strafe und Lohn austeilt. Du traust ihm nicht zu, zu wissen, wer des einen oder anderen würdig ist, sondern verlangst, dass die ganze Masse, weil sie dem Wesen nach gleich ist, auch die gleiche Bestimmung haben müsse. Was ist das für eine Torheit! Es liegt ja auch nicht am Töpfer, das aus derselben Masse Edles und Unedles wird, sondern am Gebrauch, den die Besitzer der Gefäße davon machen, so hängt es auch hier vom Gebrauch des freien Willens ab.
Preis den Herrn!